Liebe mirra,
das ist alles eine schwierige Situation und für Außenstehende nicht leicht zu beurteilen. Ich möchte dir natürlich noch gerne antworten, aber auch nicht Gefahr laufen, durch "oberflächliche Einschätzung" Menschen zu verletzen, vor den Kopf zu stoßen oder was auch immer. Letztendlich können wir hier auch nur unsere laienhafte Meinung wiedergeben.
Zu Deinem Verhältnis zu Deiner Mutter:
Nachdem was du schreibst, liest man natürlich heraus, dass da Einiges schief gelaufen ist in Eurem Verhältnis zueinander. Ich klammere jetzt aber bewusst aus, Deine Mutter als schlechte Mutter, Rabenmutter oder sonst was zu bezeichnen, da es sich um einen Menschen handelt, den ich nicht kenne. Natürlich bin auch ich entsetzt über die augenscheinliche Kälte deiner Mutter im Hinblick auf deine Erkrankung.
Liebe Mirra, ich bin selber Mutter von 2 erwachsenen Kindern, die schon über 30 Jahre alt sind und weiß Gott habe nicht nicht alles richtig gemacht. Zu meiner Tochter hatte ich mal ca. 1 Jahr keinen Kontakt wegen massiven Unstimmigkeiten. (Mutter-Töchter-Beziehungen sind übrigens sehr oft kompliziert bis problembehaftet). Das hat sich aber Gott sei Dank wieder eingerenkt.
Vielleicht hilft es dir, wenn du dir vor Augen hälst, dass Mütter (und auch Väter) auch nur das Produkt ihrer eigenen Erziehung (und die dabei gemachten Fehler) sind. Das bedeutet natürlich nicht, kaltes Verhalten zu entschuldigen, aber wenn man lernt, zu verzeihen (Verzeihen ist nicht Entschuldigen), dann löst man sich aus der Opferrolle und macht sich ein Stück weit unabhängig.
Ich schließe mich an dieser Stelle Hotins Kommentar an, dass es schön ist, dass du in Anbetracht deiner schweren Krankheit wieder Kraft gefunden hast, Dich für andere Dinge zu interessieren. In deiner jetzigen Situation einen Hund anzuschaffen, will allerdings wohl überlegt sein, ich denke, da gibst du mir recht. Und, liebe Mirra, bei einer Entscheidung für oder gegen einen Hund, der ja nun mal ein Lebewesen ist, welches, mit nicht geringem Aufwand, gepflegt werden muss, sollte man deiner Mutter schon ein gewisses Mitspracherecht zugestehen. Was nutzt es dir, aber vor allem dem Tier, wenn deine Mutter dir zuliebe "Ja" zu einem Hund sagt und ihn später vernachlässigt, weil sie ihn eigentlich nie wollte und damit überfordert ist.
Vlt. gibt es ja diesbezüglich noch Alternativen. Gibt es in deiner Nähe vlt. ein Tierheim? Diese bieten oft an, dass man sich stundenweise einen Hund zum Gassigehen holt. Da sind die oft froh drüber, damit sie entlastet sind. Wenn du das gesundheitlich alleine nicht schaffst, gäbe es ggf. eine Freundin oder einen Freund, die dich dabei unterstützen?
Und wenn das alles in deiner Situation nicht realisierbar ist, dann suche weiter nach Alternativen, sind sie auch nur eine Ersatzlösung. Wenn du dich so für Tiere interessierst, lies jede Menge Lektüre über sie, schreibe ein Tagebuch oder ein Buch überhaupt oder male.... Mache irgend etwas...nur zerfriss nicht deine Seele mit Gedanken an Dinge und Personen, die nicht zu ändern sind.
Ach ja...ich finds im Übrigen auch toll, dass du zugenommen hast
Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft
und innere Ruhe, liebe mirra.
Sophie