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Hallo, meine Lieben!

Also ich bin doch echt bestürzt, wieviele Menschen es hier im Forum gibt, die ständig Angst vor irgendwelchen schlimmen Krankheiten haben - mich eingeschlossen.
Ich leide nun schon seit über 4 Jahren an diesen "Zuständen" und ich kann von Glück sprechen: Ich hatte schon so viele Gehirntumore, Krebserkrankungen allgemein und auch ganz spezifische Krankheiten wie die Amyotrophe Lateralskerlose (ALS), dass ich eigentlich schon so an die 100 Mal gestorben sein müsste. Doch siehe da: ich lebe noch.
Ich habe mir in den letzten Tagen die Mühe gemacht und mal die diversen Untersuchungen und Facharztbesuche der letzten Jahre aufgelistet und bin zu einem sehr erschütternden Ergebnis gekommen: 8 Schädel CT´s, 86 Blutuntersuchungen, 7 Mammographien, 2 Nervenleitgeschwindigkeitsuntersuchungen, 10 Lungenröntgen, 7 Sputum Untersuchungen, 3 Magenspiegelungen, 2 Darmspiegelungen, 10 Krebsabstriche, 2 Doppler, 25 Sonographische Darstellungen der Organe, 2 Wirbelsäulenröntgen, 2 Lungen CT´s und und und......DER WAHNSINN!!
Und was hat es mir gebracht? Eine kurzzeitige "Erholungsphase" und dann der gleiche Ärger wieder von vorne. Ja natürlich, die Gesprächstherapien und die ganzen Psychopillen - super. Hat eine Schweinekohle gekostet, habe mir mit den ganzen Psychopharmaker meinen Magen verhaut - mehr ist nicht passiert. Was habe ich schon alles machen lassen? Hypnose, Biofeedback, 2 Monate Aufenthalt in einer Spezialklinik - tja, geholfen hat nix.
Wenn man auch noch das "Pech" hat und so wie ich medizinisch bewandert ist, dann ist es ja noch schlimmer.
Aber ich habe positives zu berichten: Ich bin nun schon seit 6 Monaten "clean" - wenn ich das mal so sagen darf. Ich möchte mit diesem Eintrag den einen oder anderen ein wenig aufmuntern. Ich habe von einem Tag auf den anderen "Schluss gemacht". Weg mit den ganzen Pillen und Beruhigungstabletten. Habe meine ständigen Symptome - und die sind doch meiner Meinung nach ja das Hauptproblem - einfach komplett ignoriert. Ich habe mir einfach gesagt: "Ok liebes Kopfweh, oder Schwindel oder Muskelzucken oder sonstwas, mach was Du willst mit mir. Ich weiss dass Du meine Psyche bist und dass Du mich verarschst. Aber ich lasse mich nicht länger verarschen. Wenn Du eine schlimme Krankheit bist, dann komm und hol mich - ansonsten verpiss Dich." Oja, das hat ewig gedauert, bis ich überzeugt von dem war, was ich da tat, aber es hat geholfen. Ich habe noch dazu einen "Gott in Weiss" kennengelernt, der mich bis heute betreut und ich trotzdem ab und zu auf ein Plauderstündchen zu ihm gehe. Dieser Nervendoc ist der Wahnsinn. Nicht jedermann Sache. Vor allem wenn man sehr sensibel ist, dann nimmt man bei ihm vieles persönlich. Aber er ist knallhart. Ich bin dankbar, dass ich solch einen Arzt kenne - denn und ich glaube Ihr gebt mir Recht: Im Laufe der Zeit wird man nicht mehr ernst genommen - die Ärzte rollen schon mit den Augen wenn sie nur deinen Namen auf der Patientenliste lesen - "Oh Gott na net die schon wieder - wo zwickts denn heute?"
Meine Lieben "Mitleidenden" - es gibt einen Ausweg. Ich weiss es und lebe es.
Wenn Ihr Fragen habt oder was wissen wollt, dann meldet Euch! Ich freue mich!

Alles Liebe
Daniela aus der Steiermark, Österreich

13.12.2010 15:56 • 21.10.2019 x 13 #1


134 Antworten ↓


Ich freue mich über deinen Ausweg aus diesem Gedankenkarusell! An manchen Tagen habe ich genau diese Einstellung und bin mir ganz sicher es zu schaffen! Leider gelingt es mir nicht immer und das nächste Symptom, welches mich wieder zu den "schlechten" Gedanken bringt, wartet schon.
Kurz zu meiner Vorgeschichte: Leide seit ca. 15 Jahren unter Panikattacken, die im Laufe der Zeit zu einer Krankheitsangst wurden. Meine Anzahl der Untersuchungen kommen noch nicht ganz an die deiner ran, aber sie sind auch nicht ohne!
Hast du denn auch mit Symptomen zu tun gehabt, die du über einen längeren Zeitraum hattest? Wenn ich mal einen kurzen Ziehen in der Magengegend verspüre oder ein Stechen im rechten Bein, verfalle ich nicht gleich in Panik. Im Gegenteil, ich galube da bin ich ein ganz "normaler" Mensch mit "normalen" Gedanken. Aber wenn das Symptom über Wochen bleibt bekomme ich es einfach schlecht geregelt mir zu sagen, dass es nichts Schlimmes ist und ich doch erst wieder beruhigt bin, wenn ich es habe abklären lassen.
Mein größtes Problem in der letzten Zeit ist der Schwankschwindel, den ih fast ständig habe. Zwischendurch auch durch die bekannten Untersuchungen abklären lassen, aber mit der Zeit kommt er immer wieder. Bestimmt ist meine HWs daran nicht unschuldig, aber so extrem würden ihn ein anderer wahrscheinlich nicht empfinden. Und wenn ich einen schlechten Tag habe, schaffe ich es einfach nicht diesen zu ignorieren, ich kann dann nicht glauben, dass er psychisch ist. Wie hast du das geschafft? Hast du zwischenzeitlich auch Rückschläge erlebt? Oder war nach deiner Gedankenänderung plötzlich alles vorbei?

Liebe bewundernde Grüße

13.12.2010 16:56 • #2


jadi
genau den gleichen weg gehe ich auch.....und habe noch ab und an meine probs...aber ich werd ihn so weiter gehen,denn ich weiss es ist der richtige..........danke für deinen thread ich hoffe er wird einigen die augen öffnen...liebe dank und bleib weiterhin clean...und lass dich net verarschen.....respekt und sei stolz auf dich...lg jadi

13.12.2010 17:56 • #3


Hallo

Diesen Weg gehe ich auch. Und ich weiß auch, das es sehr schwer manchmal ist den Glauben aufrecht zu erhalten, das nichts passiert.
Ich hatte erst gestern wieder ne Panik-Attacke in der höchst möglichen, mir bekannten Stufe. Das bedeutete sonst immer für mich, Notaufnahme.
Ich hatte wirklich das Gefühl, es geht nicht mehr. Aber ich habs geschafft und lebe noch, wie übrigens die anderen hunderte Attacken vorher auch, welch ein Wunder.
Dieses Hypochonder-Getue ist auch für mich sehr schlimm. Jeder kleine pickser oder jedes Kribbeln ist ein schlechtes Zeichen für mich.
So war es gestern auch wieder. Auf dem Hinterkopf hat eine Stelle angefangen zu kribbeln und dann gings los. Immer mehr Gedanken und so immer schön die Panik aufgebaut.
Naja, komischerweise kribbelt die Stelle am Kopf heute auch mal wieder und hab jetzt auch schon wieder feuchte Hände. Aber egal, da muß ich durch, passiert doch eh nichts.
Ich glaube, wenn man das oft genug durchsteht, dann wird man bestimmt irgendwann begreifen das es ungefährlich ist.
Aber es ist sehr schwer, diesen Glauben an seinen eigenen Körper wieder zu erlangen. Das eben der Körper ganz genau weiß was er zu tun hat, um mich eben nicht abnippeln zulassen. Aber es fühl sich leider so real bedrohlich an und das macht es wohl so schwer einfach zu glauben und zu vertrauen.
Aber egal, wir schaffen das......

lg Schäfchen

13.12.2010 18:53 • #4


liebe
Zitat:
Aber wenn das Symptom über Wochen bleibt bekomme ich es einfach schlecht geregelt mir zu sagen, dass es nichts Schlimmes ist


da gehts mir wie dir liebe Sonne- allerdings habe ich mir verordnet nur in ABSOLUTEN NOTFÄLLEN zum Doc - ansonsten gibts nur den gewöhnlichen Jahrescheck

13.12.2010 19:50 • #5


Guten Morgen meine Lieben!

Vielen Dank für Eure Einträge - ich freue mich schon sehr, dass mein Eintrag ein bissi geholfen hat.

@sonne32:
Zum Thema Symptome: Selbstverständlich hatte ich Symptome über einen längeren Zeitraum. Von Kopfschmerzen über Magenschmerzen bis hin zu Muskelschmerzen, Ohrensausen, Sodbrennen, Übelkeit und gerade zum aktuellen Zeitpunkt schaut es bei mir so aus, dass ich seit Anfang Juni tägliche 24 Stunden Brustschmerzen in meiner linken Brust habe. Ich habe natürlich sämtliche Untersuchungen über mich ergehen lassen, aber das hat nichts mit Hypochondrie zu tun, sondern eher mit der Häufigkeit von Brustkrebserkrankungen. Ich spürte jeden Tag einen neuen Knoten und es war furchtbar. Tja und was ist dabei rausgekommen? Ich habe ein vergrößertes Drüsenläppchen, welches in eine Sehne eingewachsen ist und aus diesem Grunde tut das weh. Was glaubst Du, wie lange ich gebraucht habe, um diese Diagnose zu akzeptieren? Meine Gedanken waren nur, dass es nicht sein kann, dass so eine "simple Diagnose" bei mir zutrifft. Da haben sich die Ärzte - und bei Gott es waren 4 Gynäkologen - alle verschaut und einen Megatumor übersehen haben.
Aber lassen wir uns das ganze mit den Symptomen mal logisch betrachten:
Wenn man ein Symptom mal längere Zeit hat und es wäre eine schlimme Krankheit dahinter, dann ist es doch so, dass die Symptome schlimmer oder heftiger werden. Bei Krebserkrankungen ist es so, dass die Symptome nicht einmal da sind und einmal nicht. Oder einfach verschwinden und plötzlich wieder da sind. DAS GEHT NICHT. Sorry, aber das ist jetzt ein blöder Vergleich: entweder man ist schwanger oder nicht - ein bissi schwanger geht nicht.
Schwankschwindel: Oh ja, mein Favorite unter den Symptomen - in unseren Reihen nennt man dies den phobischen Schwankschwindel. Ich hatte im Laufe meiner "Karriere" diesen Ar. nicht nur 1 Mal. Das höchste der Gefühle waren ganze 4 Monate durchgehend Schwindel. Von Früh bis spät. Du bist irgendwie da, aber dann doch wieder nicht. Es ist alles so butterweich. Du gehst wie auf Eiern. Du hast das Gefühl, alsob Du jeden Moment umfällst oder wegbrichst, doch es passiert nichts. Ich wurde durch die ganze Maschinerie der Medizin getrieben - Untersuchungen ohne Ende. Rausgekommen ist nichts dabei. Sonne32, Du meinst, die HWS ist schuld daran? NEIN. Die HWS hat gar nichts damit zu tun. Vergiss es. Dein vegetatives Nervensystem ist komplett durcheinander und Deine Nerven "kennen sich nicht mehr aus". Beim Schwankschwindel kann ich Dir folgenden Rat geben: DURCHHALTEN und AUSHALTEN. Das wäre die einzige Devise. Bei mir hat das gedauert, aber es hat geholfen und ich schwöre: von einem Tag auf den anderen war er weg! OH DU SCHWANKSCHWINDEL, ICH WERDE DICH VERMISSEN

@Jadi:
Weiter so. Es ist echt der einzige Weg aus diesem Kreislauf rauszukommen

@Schaefchen71
Das Problem bei uns "Angsthasen" ist es, dass wir verlernt haben, unserem Körper zu vertrauen bzw. nicht mehr richtig hören was uns der Körper sagt. Die Eigenwahrnehmung ist so gestört und irritiert, dass man jedes kleinste Zwicken als böse unheilbare Krankheit deutet.

@Liebe
Gut so. Jahrescheck ist absolut ok und legitim. Du schreibst, dass Du nur in Notfällen zum Doc gehst. Aber ist es nicht so, dass es uns schwer fällt zu unterscheiden, wann denn nun so ein Notfall ist? Also für mich war es auf alle Fälle so, dass jedes Zwicken ein absoluter Notfall war und ich sofort und auf der Stelle wissen musste, welcher Tumor oder welche Krankheit das ist. Wurscht wann und welcher Tag. Ich war sogar bei uns in Graz bei der EBA (Notfallambulanz in der Klinik) mit den Schwestern und Oberärzten schon per "DU". Die Schwestern wussten schon, wenn ich komme, dass ich meinen Kaffee mit viel Milch und 2 Stück Zucker trinke

14.12.2010 06:30 • #6


wie gut ist das denn............
danke für deinen tollen bericht, man findet sich sooooooo oft wieder !
schreib hier bitte weiter das tut sooooooo gut
ich versuche auch seit monaten meinen hals zu ignorieren, klappt mal besser mal nicht aber ich arbeite dran
sollte sie vielleicht auch mal umbenennen in Ar.
danke danke danke für deinen bericht werd ihn mir ausdrucken und mir vor die stirn kleben !!

14.12.2010 07:03 • #7


Zitat von Angst931:
Meine Lieben "Mitleidenden" - es gibt einen Ausweg. Ich weiss es und lebe es.
Wenn Ihr Fragen habt oder was wissen wollt, dann meldet Euch! Ich freue mich!

Alles Liebe
Daniela aus der Steiermark, Österreich


Das freut zu hören

Ich bin ebenfalls fest davon überzeugt, dass alle Angsterkrankungen geheilt werden können.




Bei mir ist es etwas merkwürdig, da ich immer wieder Phasen habe in denen ich glaube endlich die Lösung gefunden zu haben und dann ca. 1 bis 2 Wochen lang zu 100% symptomfrei bin. Und dann immer wieder knallharte Rückschläge habe.

Aber ich bin dennoch 100%ig davon überzeugt, dass ich wieder vollständig gesund werde.

14.12.2010 08:54 • #8


Guten Morgen liebe Leidensgenossen,

ihr seit echt der Hammer. Bis eben ging es mir noch verdammt schlecht, jetzt habe ich wieder einen Hoffnungsschimmer. Kann mit Rückschlägen einfach nicht umgehen, ich versumpfe dann immer sehr und das für Tage, ABER ich trete dieser schei. Angst, diesen blöden Gedanken in den Ar.!

Auch ich will es schaffen

Macht weiter so, ihr gebt mir Weichei Kraft

gruß Alex

14.12.2010 08:58 • #9


trostlos
moin.

ich finde deine bericht klasse, und alle sollten ihn lesen. jeder kann sehr viel gewinnen.
danke dafür.
ich wünsche die für dich und deine zukunft alles gute.

14.12.2010 09:01 • #10


Zitat von Alexandra3:
Kann mit Rückschlägen einfach nicht umgehen, ich versumpfe dann immer sehr und das für Tage, ABER ich trete dieser schei. Angst, diesen blöden Gedanken in den Ar.!


Mir geht es sehr ähnlich. Mit Rückschlägen komme ich einfach nicht klar

Wobei bei mir auch das Problem darin besteht, dass ich entweder zu 100% symptomfrei bin oder (bei einem Rückschlag) schreckliche Qualen durchmache und nicht schlafen kann.

14.12.2010 09:20 • #11


jadi
deswegen hab ich den link verteilt,er bringt uns alle weiter.........

14.12.2010 09:40 • #12


Zitat von jadi:
deswegen hab ich den link verteilt,er bringt uns alle weiter.........


Danke

Der Beitrag ist wirklich sehr hilfreich.

Auf eine ähnliche Weise hatte ich auch schon einige Fortschritte erreicht.

14.12.2010 09:51 • #13


Zitat:
Aber ich habe positives zu berichten: Ich bin nun schon seit 6 Monaten "clean" - wenn ich das mal so sagen darf. Ich möchte mit diesem Eintrag den einen oder anderen ein wenig aufmuntern. Ich habe von einem Tag auf den anderen "Schluss gemacht". Weg mit den ganzen Pillen und Beruhigungstabletten. Habe meine ständigen Symptome - und die sind doch meiner Meinung nach ja das Hauptproblem - einfach komplett ignoriert. Ich habe mir einfach gesagt: "Ok liebes Kopfweh, oder Schwindel oder Muskelzucken oder sonstwas, mach was Du willst mit mir. Ich weiss dass Du meine Psyche bist und dass Du mich verarschst. Aber ich lasse mich nicht länger verarschen. Wenn Du eine schlimme Krankheit bist, dann komm und hol mich - ansonsten verpiss Dich." Oja, das hat ewig gedauert, bis ich überzeugt von dem war, was ich da tat, aber es hat geholfen.


Das ist auch meine Überzeugung. Dass es möglich ist diesen ganzen Quatsch von einen Tag auf den nächsten einfach links liegen zu lassen und nie wieder von dem Mist belästigt zu werden.

So ähnlich habe ich es mit meinen Beschwerden schon mehrfach geschafft. (leider bisher nur für 1 bis 2 Wochen) Aber ich bin sicher, dass ich es früher oder später für immer schaffen werde!

14.12.2010 09:57 • #14


Wow, dass ist ein toller Beitrag! Danke das Du Dir die Mühe gemacht hast soviel zu berichten.

"Im Laufe der Zeit wird man nicht mehr ernst genommen - die Ärzte rollen schon mit den Augen wenn sie nur deinen Namen auf der Patientenliste lesen - "Oh Gott na net die schon wieder - wo zwickts denn heute?" genau das Gefühl habe ich auch JEDESMAL!!

Echt! Und diese Kopfschmerzen die Du erwähnst, die hattest Du auch über einen längeren Zeitraum? Und wie sind die dann weggegangen? Wahnsinn das Du auch so viele CT´s etc hinter Dir hast. Ich kenne das nur zu gut. Haben bei Dir die Symptome auch immer mal gewechselt? Und wie geht es Dir heute?

LG

15.12.2010 11:18 • #15


Hallo Angst 931,
vielleicht solltest du dir langsam einen anderen Namen geben, wie wäre es mit "Hoffnungsschimmer"

Liebe Grüße
Sonne

15.12.2010 16:48 • #16


Guten Morgen, meine Lieben!

Also ich freu mich echt wahnsinnig über die vielen Zuschriften. Ich hoffe, ich kann Euch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ich leite hier bei mir in der Steiermark eine eigene Selbsthilfegruppe mit lauter Angsthasen. Ich war immer der volle Gegner von diesen "Jederjammertdenanderenan - Treffen", denn mein erstes Treffen bei so einer Gruppe endete darin, dass ich einen Verweis bekommen habe - sozusagen ein "Lokalverbot" für Selbsthilfegruppe. Meine damalige Psychoärztin hat mir geraten, dass ich mich mit "Gleichgesinnten" unterhalten sollte. Mmmh, ich war sehr skreptisch aber ich glaube Ihr gebt mir recht, wenn ich sage, dass man sich mit seinen Ängsten komplett allein und isoliert fühlt. Also habe ich mit gedacht - geh hin und quatsch a bissi. So, der besagte Dienstag Abend rückte immer näher und als ich vor dem Psycho - Center in Graz stand, da wurde mir dann doch ein wenig komisch. Aber ich habe allen Mut zusammengefasst und bin in den "Treffpunkt - Raum". Oh Gott, ich werde das nieeeeee vergessen: Meine Ärztin hat mir nicht gesagt, dass es keine reine Hypochonder Gruppe gibt. So bin ich in eine Gruppe geraten mit lauter Manisch Depressiven, die sich nichts mehr wünschten als zu sterben. gut. Ich, die Oberhypochonderin, die Angstkönigin, die am meisten Angst hat vor dem Sterben, trifft auf lauter komische Leut, die sich darüber unterhalten, wie man sein Leben am besten beendet und was man diesbezüglich nicht schon alles probiert hat. Ich schwöre Euch - ich hab geglaubt mir haut es den Kuckuck aussi. Am Anfang hatten die Leute ja großes Interesse an mir und warum ich da war und so weiter. Ich habe dann zu erzählen angefangen und plötzlich war ich quasi der "Schandfleck" der Runde. Eine Frau, ich weiss nicht mehr wie sie heisst, hat mich plötzlich zu beschimpfen angefangen. Sie meinte, dass ich ja einen Knall habe und komplett psychisch gestört sei. Diese Frau hatte Narben an den Händen und überall Verstümmelungsnarben. Ich habe das überhaupt nicht verstanden, warum sich jemand nach dem Tod sehnt. Und dann bin ich völlig ausgeflippt. Ich habe mit den Leuten so zum Streiten angefangen, dass mich der Gruppenleiter - irgendein komplett irrer Psychologe - aus dem Center verwiesen hat und mir gesagt hat, dass ich auf Lebzeiten nicht mehr kommen darf
Somit hatte ich die Ära Selbsthilfegruppe beendet. Ich habe diese Situation zum Anlass genommen und eine Gruppe gegründet. Und siehe da: wir sind bei unseren Treffen teilweise bis zu 30 Leute!!
Da ich über meine "Zimperleien" oft sehr sarkastisch und humorvoll berichte, sind die Leute natürlich begeistert. Vor allem weil sie sehen, dass ich es geschafft habe und vor allem weil sie sehen, dass man trotz dieser absolut beschissenen Angst auch mal Spass haben kann.

Oh Gott, ich könnte Euch da noch Geschichten erzählen - herrlich. Wenn ich jetzt rückblickend darüber nachdenke - ich muss schmunzeln. Ihr glaubt ja nicht, mit welchen Mitteln bzw. was ich mir alles hab einfallen lassen, nur um diese oder jene Untersuchung zu bekommen - meine Güte ist das grausig........

Alles Liebe

Daniela

17.12.2010 06:42 • #17


Guten Morgen,

uah das ist ja heftig.
Da hast Du ja viel mitgemacht bei dieser Gruppe.
Hier in der Gegend gibt es so was nicht, habe schon mehrmals geguckt.

Und wie geht es Dir heute so?

LG

17.12.2010 09:11 • #18


Guten Morgen!

@Quashquaimaus:
Vielen Dank der Nachfrage: Mir geht es seit längerer Zeit sehr gut. Aber bitte, nur weil ich es aus diesem beschissenen Kreislauf geschafft habe, heisst das noch lange nicht, dass meine "lieben Anhängsel" - ich meine damit meine Symptome - es nicht immer wieder versuchen, mich zu überrennen. Meine Nerven versuchen es immer wieder mich zu verarschen - aber halt ohne Erfolg
Und irgendwann werden meine Nerven dann draufkommen, dass es eh nix mehr bringt und dann ist es vorbei. Vielleicht wird es auch so sein, dass mich das mein Leben lang begleiten wird. Weisst Du, von mir aus - soll es so sein - mir wurscht.
Was ist mit Dir? Wielange hast Du schon diese Angststörung? Welche Symptome belasten Dich? Erzähl....

LG Daniela

18.12.2010 07:44 • x 1 #19


Zitat von Angst931:
Guten Morgen!

@Quashquaimaus:
Vielen Dank der Nachfrage: Mir geht es seit längerer Zeit sehr gut. Aber bitte, nur weil ich es aus diesem beschissenen Kreislauf geschafft habe, heisst das noch lange nicht, dass meine "lieben Anhängsel" - ich meine damit meine Symptome - es nicht immer wieder versuchen, mich zu überrennen. Meine Nerven versuchen es immer wieder mich zu verarschen - aber halt ohne Erfolg
Und irgendwann werden meine Nerven dann draufkommen, dass es eh nix mehr bringt und dann ist es vorbei. Vielleicht wird es auch so sein, dass mich das mein Leben lang begleiten wird. Weisst Du, von mir aus - soll es so sein - mir wurscht.
Was ist mit Dir? Wielange hast Du schon diese Angststörung? Welche Symptome belasten Dich? Erzähl....

LG Daniela


Ich wünschte ich wäre auch schon so weit wie Du.


Zeitweise habe ich es schon geschafft. Aber das ging nur weil ich felsenfest davon überzeugt war die richtige Strategie gefunden zu haben. (während dieser Zeit war ich zu 100% symptomfrei)

Wobei bei mir das Problem ist, dass ich keine Angst vor Krankheiten habe (ich weis, dass ich körperlich kerngesund bin), sondern ich ausschließlich Angst vor den Symptomen habe.

18.12.2010 08:26 • #20




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