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Alexandör
Hallo liebes Forum,

ich war lange Zeit ein stiller Beobachter, aber heute habe ich mich entschlossen mich bei euch zu registrieren und ein wenig von meiner aktuellen Lebenssituation zu berichten. Ich habe eine massive Angststörung, welche hauptsächlich durch meine extreme Hypochondrie getriggert wird. Ich bin aktuell ziemlich verwirrt, da die letzten Tage sehr anstrengend für mich waren, deswegen fasse ich mich jetzt so kurz wie möglich. Ich habe eigentlich schon seit Jahren Hypochondrie, allerdings wurde ich in den letzten paar Tagen ganz besonders übel heimgesucht. Das ganze hat begonnen in Form einer urplötzlichen Atemnot. Diese Atemnot entstand folgendermaßen: Ich habe eine chronisch verstopfte Nase und habe mir deshalb um besser atmen zu können Abends ein Wattestäbchen reingesteckt, welches die Nase etwas offengehalten hat. Als ich dann wach wurde, war besagtes Wattestäbchen nicht mehr aufzufinden. Und da ich sowieso jeden Mist glaube und sehr labil bin, dachte ich es würde in meiner Nase feststecken, was aber natürlich vollkommen unmöglich ist, da ich es dann sehen würde. Ich habe mich so in das ganze hineingesteigert das letztendlich ein Notarzt kommen musste, um mir zu versichern das es nicht möglich sein kann. Das ganze ging mir dann allerdings nicht aus dem Kopf. Ich nahm eine Pinzette und sah quasi selbst nach, dort war allerdings nicht zu finden. Die Atemnot blieb und verfolgte mich noch einige Tage, eines Nachts so sehr, begleitet von unglaublich starker Angst und einem heftigen Abwesenheitsgefühl, so dass ich letztendlich mit einem Puls von 160 beschloss den Notarzt zu rufen. Die fuhren mich dann ins nächste Krankenhaus und dort wurden meine Herzwerte getestet und Tavor (Lorazepam) verabreicht, da gedacht wurde ich habe einen Herzinfarkt. Herzwerte top, Sauerstoffsättigung von 99%, heißt Herz und Lunge konnten es nicht sein. Ich habe dann versucht mich mit Promethazin zu beruhigen, welches mir schon oft aus Paniksituationen half, allerdings löste das einen starken Benommenheitsschwindel bei mir aus. Ich habe mich die Tage irgendwie durchgequält und mir japanisches Heilöl unter die Nase gerieben, welches mich noch grade so durch die Nacht begleiten konnte. Seit heute sind die Atemnotbeschwerden besser, aber ich fühle mich immer noch benommen. Kann das ganze vom Promethazin kommen? Ich sollte evtl. ergänzen das ich mich aufgrund eines Todesfalls in der Familie seit Jahren zuhause isoliere und ohne Panikattacke nicht vor die Tür gehen kann. Dieses Benommenheitsgefühl in der Form ist allerdings neu. Alles um mich herum wirkt total surreal, ich nehme Musik anders wahr als sie eigentlich ist (langsamer bspw.) und ich stehe irgendwie stark neben mir. Können all diese Symptome tatsächlich von einer Hypochondrie bzw. einer psychischen Ursache stammen? Habe natürlich nach den Lungen und Herztests sofort an Hirnstamminfarkt, Hirntumor (obwohl die Symptome bis auf Verwirrtheit und leichte Vergesslichkeit nicht passen) und viele weitere lustige Dinge gedacht. Vorher dachte ich ich hab eine Lungenentzündung. Und irgendwie habe ich immernoch das Wattestäbchen im Hinterkopf, auch wenn es ja so weit ich weiß anatomisch unmöglich ist, da es Schmerzen und eine laufende Nase verursachen würde.

Diese innere Unruhe macht mich echt irre.

Liebe Grüße,
Alex

24.10.2017 18:49 • 17.11.2017 #1


34 Antworten ↓


Alexandör
Das mit dem Wattestäbchen ist übrigens kein Scherz, auch wenn es albern klingt.

24.10.2017 21:04 • #2



Werd ich wahnsinnig? Hypochondrie und starke Panik

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Kazu
Hi,

ich bin auch seit 7 Monaten Hypochonder. Ich habe tierische Angst vor einem Herzinfarkt, Schlaganfall, Hirntumor etc.
Diesen merkwürdigen Schwindel habe ich auch, habe den mehr oder weniger täglich, wobei er mir abends besonders stark auffällt. Tagsüber ist es noch auszuhalten.
Ich denke, der Schwindel hängt mit der aktuellen Situation der Psyche zusammen. Da es mir im allgemeinen abends schlechter geht und ich mir mehr Gedanken mache, bekomme ich dann mehr Angst und die körperlichen Symptome inkl. Schwindel werden dann schlimmer. Als es bei mir anfing hatte ich auch dieses Gefühl, dass alles so merkwürdig um mich rum ist. Wie in einem Traum, so ein surreales Gefühl, wie du es auch beschrieben hast.
Das ist mittlerweile aber wieder weg. Ich habe von Januar - Mai diesen Jahres sehr viel Canna. konsumiert und dann schlagartig aufgehört als es anfing. Ich weiß nicht ob dieses Gefühl damit zusammenhängt.

24.10.2017 21:15 • x 1 #3


HelfendeHand90
moin,du bist extremer hypochonder! ( das hab ich auch... ) zusätzlich hast du Depersonalisation,Derealisation. Das du nur Zuhause bist ist nicht gut! das war bei mir auch so! ich wollte nicht mehr raus,hatte extreme ansgt das etwas passiert usw... was du dringend dringend dringend brauchst ist ein Psychotherapeut! am besten gehst du zu deinem Hausarzt ( Der kennt dich durch die Hypochondrie schon sowieso und erzählst ihm das du hilfe benötigst!

Was Wirklich hilft ist Sport! geh jeden tag oder Jeden 2. Tag eine Runde Joggen,geh ins Fitnessstudio und baue Muskeln auf.

Wird bald wieder

30.10.2017 14:56 • x 1 #4


Kazu
Hey,

In Therapie bin ich schon. Mache seit einem Monat eine Verhaltenstherapie und das läuft schon ganz gut. Mittlerweile studiere ich auch also Sitze ich nicht mehr nur zuhause. Das hat mir auch sehr geholfen. Allgemein merke ich schon wie es langsam besser wird.

30.10.2017 15:05 • #5


Moin! Habe ähnliche Symptome wie Du. Wie sieht es aus, hat sich was in letzter Zeit bei dir getan? Deine Nachricht ist ja schon knapp ein Monat alt.

Viele Grüße

02.11.2017 22:25 • #6


Alexandör
Hallo zusammen, erst einmal ein Dankeschön für eure netten und schnellen Antworten. Ich habe in letzter Zeit versucht mich ein wenig zu regenerieren, das ist allerdings garnichtmal so leicht. Ich habe aktuell eine Beziehung, und meine Freundin war in den letzten Tagen bei mir und hat mich ein wenig aufgefangen, so dass ich mal wieder ein paar Tage ohne Sorgen hatte. Jetzt ist sie allerdings wieder weg (Fernbeziehung) und ich bin unfassbar deprimiert, traurig und ängstlich. Der Spaß geht wieder von vorne los. Ich habe einfach keine Ahnung wie ich alleine klarkommen soll. Ich bin einfach so verflucht alleine, wenn man mal von meiner Freundin absieht. Habe einfach wahnsinnige Angst verrückt zu werden. Ich schaue mich im Zimmer um und sehe sie nicht, und das versetzt mich in helle Panik. Sie fehlt mir mehr als es normal sein sollte und ich bin wieder vollkommen desolat. Wir waren vor 3 Tagen auch mal zusammen einkaufen in einem Großhandel und das ging garnicht. Musste sofort raus, mir ist super schwindelig geworden.

05.11.2017 22:21 • x 1 #7


Hey ich kann dich sehr gut verstehen.. ich habe seid ca 2 Jahren mit so ziemlich den selben Problemen zu kämpfen. Eine Therapie habe ich schon gemacht jetzt überlege ich eine zweite zu machen da die letzten Wochen wieder nicht so toll waren. Bei mit ist es so, dass ich vor innigen Monaten eine allergische Reaktion hatte Auge und Lippe geschwollen und dazu eine Nesselsucht. Da Ich auch Atemnot hatte (jetzt weiß ich dass es nur das globusgefühl war ) War ich dann stationär für ein paar Tage in der Klinik. Danach wurde es aber leider nicht besser.die Panikattacken werden wieder schlimmer und häufen sich auch beim warten in der Schlange oder bei verschiedenen Situationen beim einkaufen oder Auto fahren. Es ist einfach nur ätzend. Noch gestern ist mir wirklich nur minimal die Lippe angeschwollen wahrscheinlich weil ich mich blöd darauf abgestützt hatte aber für mich bricht dann immer eine halbe Welt zusammen herzrasen und zittern am ganzen Körper war dann das Resultat. habe dann die halbe Nacht wach gelegen, eine allergietablette genommen und immer geschaut ob es schlimmer wird.
Bei mir ist es wahrscheinlich so, dass mein Stress Pegel von vorne herein etwas hoch ist. Bei mir spielt sich das alles im Unterbewusstsein ab. Kann mir das nur so erklären, dass durch den eh schon hohen Pegel und eine stressige Situation der cortisol oder histamin Gehalt steigt und dadurch dann körperliche Symptome auftreten.. hatte bereits eine Schilddrüsen Untersuchung, allergietest und einen histamin Test hinter mir alles ohne Befund nur ein Wert war minimal erhöht (c1) der auf ein heditäres angioödem hinweist dort wurde doch nach der zweiten Blutuntersuchung keine Antikörper festgestellt und somit diese Diagnose auch ausgeschlossen.
Ich habe es schon mit autogenem Training versucht aber immer wenn ich denke es wird besser wird es wieder schlimmer...

05.11.2017 22:40 • #8


Alexandör
Ich kann das sehr gut nachempfinden, du bist auf jeden Fall nicht alleine. Und ich auch nicht. Tut gut zu wissen das es Menschen gibt die ähnlich fühlen. Ich habe nur absolut keine Lösungsidee für all das. Eine Therapie kommt, aber erst im Dezember. Dauert alles so furchtbar lange.

05.11.2017 23:03 • #9


Ja eine Lösung hätte ich auch gerne.. habe mir überlegt eine tiefenpsychologische Therapie zu machen. Angefangen hatte es mit einer ziemlichen Überlastung über Wochen auf der Arbeit. Aber jetzt kann das nicht der Grund sein. Bei mir muss es um Unterbewusstsein liegen kann es mir einfach nicht erklären.
Ich versuche schon trotz den Panikattacken so normal wie möglich meinen Alltag zu bewältigen aber manchmal funktioniert es halt nicht. Weil die Situationen vermeiden macht das ganze nur noch schlimmer.
Mit den Therapieplätzen ist echt doof .. Lethes mal bin ich auch nur mehr oder weniger darein gerutscht. War damals so schlimm dass ich nicht mal mehr einkaufen gehen könnte ohne Begleitung. Aber in der Regel wartet man schon so 3 Monate

05.11.2017 23:14 • x 1 #10


Alexandör
Ist bei mir auch so. Ohne Begleitung kann ich nirgendwo hin und selbst mit Begleitung geht es manchmal nicht. Alles was ich den ganzen Tag über sehe und erlebe hat mit Angst zutun.

06.11.2017 00:04 • #11


Alexandör
Das schlimme an der Sache ist auch, dass ich eine super verständnislose Familie habe, in der mich alle für völlig gestört halten. So nach dem Motto 'dann musst du dich halt überwinden, geh doch einfach vor die Tür' etc. - das tut schon sehr weh. Keiner von denen möchte sehen wie sehr ich leide. Ich bin ja nur der selbstmitleidige Spinner.

06.11.2017 00:56 • #12


Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass eigentlich keiner weiß wie schlimm es ist der es nicht selbst erlebt hat. Aber glaub mir durch eine Therapie wird dir bestimmt geholfen.
Ich denke mir immer es muss besser werden egal wie aber ich will mir mein Leben durch diesen Mist nicht versauen lassen.. ich habe echt Glück das mein Freund und meine Familie da Verständnis für haben aber die können mir nicht helfen.. das muss man ganz alleine irgendwie schaffen.. Also Kopf Hoch

06.11.2017 10:02 • #13


Alexandör
Heute ist es mal wieder ein bisschen schlimmer. Bin letzte Nacht mehrfach mit Panik und Angst aufgewacht und hatte irgendwie so ein kribbliges warmes und ekliges Gefühl in der Brust vor dem einschlafen. Heute wieder absolute Derealisationsgefühle, fühle mich so als wäre absolut alles fremd und selbst die Stimme meiner Mutter oder sogar meine eigene Stimme kommt mir fremd vor. Ich habe irrsinnige Angst, ich weiß nicht was das ist. Habe ich vielleicht doch einen Hirntumor?

08.11.2017 16:59 • #14


OurLastHope
Hallo Alex, das deine Familie kein Verständnis für deine Situation hat tut mir leid. Das mit der Derealisation habe ich im Moment auch wieder vermehrt und ich kann deine Angst gut nachvollziehen. Ich frage mich auch ständig, kann das nur von der Psyche sein? Dann kommen bei mir auch oft unerträgliche Ängste davor, dass es doch vielleicht von einer körperlichen Erkrankung ausgelöst wird. Das du nachts mit Angst oder Panik aufwachst kenn ich nur zu gut, ich bin manchmal aufgewacht und hatte plötzlich das Gefühl und Gedanken daran, dass ich vielleicht gleich sterbe und bekam dann oft auch direkt Panik. Seit ein paar Wochen nehme ich deshalb Abends 50mg Opipramol und es hilft mir durchzuschlafen. Gegen die Ängste und die Derealisation hilft es leider nur bedingt.

08.11.2017 20:04 • x 1 #15


Alexandör
Danke für deine Antwort, es ist schön zu wissen das man nicht der einzige mit diesen Problemen ist. Es ist wirklich schlimm. Grade dieses Nachts aufwachen und Angst vor dem sterben haben. Es ist so unglaublich heftig was die Psyche auslösen kann. Opipramol hab ich schonmal gehört, ich spreche mal mit meinem Hausarzt. Mir ist eigentlich alles egal, hauptsache das hört auf. Aber diese Derealisation knabbert besonders an mir. Hatte das mein ganzes Leben über immer wieder mal schwach, aber nie so extrem. Denke immer sofort an Hirntumor und sowas. Das macht mich irre.

08.11.2017 22:58 • #16


OurLastHope
Da stimme ich dir voll und ganz zu, es tut gut zu wissen das man nicht der einzige mit dieser Problematik ist. Das ist eine gute Idee mit dem Arzt und es gibt einem schon wieder einiges an Lebensqualität zurück wenn man endlich etwas besser schlafen kann.

09.11.2017 00:05 • #17

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Angstmaus29
Hallo

Das mit dieser Panik nachts habe ich auch seit Tagen ganz oft dazu solche Angst in dem Moment zu sterben habe mir deshalb auch einen Termin beim Arzt gemacht und hoffe das er mir irgendwie helfen kann denn meine Angst is schon soweit das ich Angst habe vorm schlafen gehen
Hirntumor denke ich auch oft dran oder an andere schlimme Erkrankungen die in meinem Körper sein könnten

09.11.2017 00:13 • #18


Schlaflose
Zitat von OurLastHope:
Seit ein paar Wochen nehme ich deshalb Abends 50mg Opipramol und es hilft mir durchzuschlafen. Gegen die Ängste und die Derealisation hilft es leider nur bedingt.


Dafür ist die Dosis viel zu gering. Um gegen die Ängste zu helfen, muss man 150-200mg am Tag nehmen.

09.11.2017 13:55 • x 1 #19


Alexandör
Würde echt gerne mal wieder eine Nacht ruhig durchschlafen und den Kopf komplett frei von Sorgen haben. Da muss es doch irgendeine Methode geben um das wenigstens mal für eine Nacht hinzubekommen. Ich fühle mich einfach schlapp und kraftlos.

10.11.2017 02:16 • #20



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Dr. Christina Wiesemann