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Silenzzio

Silenzzio
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Mich würde mal interessieren was bei euch die Auslöser/Ursachen für Ängste, Panikattacken,... sind.

Meine Panikattacken habe ich mir selbst geschmiedet, durch meinen langen und ständigen Alk.. Ich habe es aber irgendwie gewusst, dass mir der ständige Alk. irgendwann zum Verhängnis wird. Nächstes Monat bin ich schon seit 2 Jahren trocken, aber noch nicht geheilt von den Panikattacken. Ich war also sozusagen selbst schuld.

Wie ist es bei euch?

10.01.2018 x 2 #1


49 Antworten ↓
J

Jack-Torrance
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Bei mir war es ein Nudelessen mit Kumpels in unserer Stammkneipe.

Den ganzen Tag nichts gegessen, Abends fetten Teller mit Schinkennudeln bestellt und das Essen regelrecht reingeschlungen, wodurch mir schlecht wurde und ich mich fast übergeben musste. Am Tag drauf irgendwann auf dem Weg zum Einkaufen an die Situation zurück erinnert, dann hats "klick" im Kopf gemacht und ich hab mir bei allem was ich danach gemacht hab und wo ich mich befand vorgestellt was wäre, wenn mir jetzt wieder schlecht wird. Also ist mir in jeder Situation in der ich umgeben von Menschen war und nicht sofort weg konnte, schlecht geworden.

Die Agoraphobie war geboren.

Ein paar Monate später ständig Magenschmerzen gehabt, danach gegoogelt und rausgefunden, dass ich einen Tumor haben könnte, Krebs, Morbus Crohn, Magendurchbruch, etc. Einen Tag darauf erfahre ich, dass mein Nachbar an einem Magendurchbruch gestorben ist. Somit war der nächste Trigger bei mir umgelegt (den ich aber heute Gott sei Dank los bin).

Etwas später mit meiner Freundin mit dem Auto 2h nach Hause gefahren, zuvor bei meinen Eltern eine komplette Schüssel Gurkensalat gegessen und wieder ist mir während der Fahrt schlecht geworden (was irgendwie abzusehen war). Musste dann auch für 15 min anhalten. Natürlich - wie sollte es auch anders sein - ist mir dann auf jeder Autofahrt bei der noch jemand mit im Auto saß schlecht geworden. Nach einem halben Jahr hat sich das aber auch wieder gelegt.

Wieder etwas später hatte ich über einen längeren Zeitraum Probleme beim Atmen. Konnte allerdings nichts festgestellt werden. Irgendwann kam hinzu, dass ich meinen Herzschlag spüren konnte, was gerade Nachts ziemlich störend war. Eine Freundin meinte, dass könnte am Herzen liegen. Google gefragt und die Sache nahm seinen lauf. Kurz darauf (neben einigen Herzstolperern) früh aufgewacht und plötzlich Herzrasen bekommen, was die Hölle war. Den ganzen Tag deswegen schon zu nichts mehr zu gebrauchen gewesen, Abends dann auf einer Party einen alten Kumpel wieder getroffen und was erzählt der mir nach ner Zeit? Das er mit 30 einen Herzinfarkt hatte. Gerade das wollte ich nicht hören.

Dank Google, dem Kumpel mit Herzinfarkt, der Agoraphobie und den Extrasystolen war die perfekte Herzneurose bei mir geboren, die mich tagtäglich teilweise fix und fertig macht. So sehr ich das auch verfluche - ein was positives hat meine Herzneurose: Sie stellt alles was ich zuvor hatte in den Schatten. Dadurch, dass ich mich nur noch auf mein Herz konzentriere hab ich keine Zeit mehr mir um die Sachen Gedanken zu machen, die ich durch meine Agoraphobie nicht tun konnte. Einkaufen, Kino, Frisör, Meetings, Abendessen in Restaurants, Zugfahrten, Busfahrten, - ist seit der Herzneurose kein Problem mehr.

08.01.2018 02:16 • #32


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A


Was sind eure Auslöser oder Ursachen gewesen?

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Maniac84

Maniac84
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Wie seid ihr dahinter gekommen, was die Auslöser sind/waren? Denkt ihr euch das, oder habt ihr das bei Therapien herausgefunden? Denn ich weiß leider immernoch nicht woran es bei mir liegt, kann also demnach auch wirklich nur gegen die Symptome arbeiten und nicht gegen die Ursache Sad
Mit 20-21 hatte ich das erste mal über Monate mit heftigsten Attacken zu tun, was aber damals niemand als Panikattacken diagnostiziert hat. Fakt war: ich war gesund. Nach der Trennung von meinem damaligen Freund, der mich oft verprügelt hat, waren die Attacken weg. Und das fast 12! Jahre! Ich hatte absolut nichts mehr. Und von einem Tag auf den anderen, bei einer Autofahrt, ich war allein, da ging es los. Ohne jegliche Vorankündigung. Keine Ahnung wie ich es wieder heil nach Hause geschafft habe. Dort wurde die Attacke dann so schlimm, das meine Eltern den RTW gerufen haben. Die Sanitäter haben sofort gesagt, das es eine Panikattacke ist. Das war im Oktober 16. seitdem habe ich mehrere Anläufe für eine Therapie unternommen, habe auch dann einen Platz bekommen und nach dem 3. Termin sagte die Psychologin mir, dass ich das nicht bräuchte und sie mir nicht helfen kann. Danke. Also habe ich alles selbst in die Hand genommen und es eigentlich ganz gut hinbekommen. Klar, es gibt bessere und schlechtere Tage, aber grundsätzlich komm ich ganz gut klar. Krankheitsängste, bzw. Herzneurose ist noch da, da mir die extrasystolen erhalten geblieben sind, aber auch da gibt es Tage so nichts ist. Panikattacke hatte ich seit 2016 keine mehr. Ich schaffe es halt mich nicht rein zu steigern. Aber warum diese Panikattacken und Ängste zurück gekehrt sind, weiß ich nicht.

08.01.2018 02:41 • #33


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H
Zitat von Silenzzio:
Mich würde mal interessieren was bei euch die Auslöser/Ursachen für Ängste, Panikattacken,... sind.

Meine Panikattacken habe ich mir selbst geschmiedet, durch meinen langen und ständigen Alk.. Ich habe es aber irgendwie gewusst, dass mir der ständige Alk. irgendwann zum Verhängnis wird. Nächstes Monat bin ich schon seit 2 Jahren trocken, aber noch nicht geheilt von den Panikattacken. Ich war also sozusagen selbst schuld.

Wie ist es bei euch?


Berufliche und private Überforderung ... Abgrenzungsschwierigkeiten ... schwere Krankheiten von mir nahestehenden Personen ...
Ich glaube ... dass ist oftmals eine Mischung aus mehreren Faktoren ... oder jedenfalls war es so bei mir.

#2


K
Bei mir ist es auf jeden Fall eine Veranlagung von meiner Mutter aus und auch das Vorleben von ihr. Womit ich nicht sagen möchte das es ihre Schuld ist. Da sie seit ca. 35 Jahren an PAs leidet und ich 33 Jahren alt bin, habe ich es halt von Geburt an mit bekommen.

Der richtige Auslöser war eine extreme Unterforderung im Job (im letzten Ausbildungsjahr), die Arbeitszeiten zu der Zeit die mich extrem gestresst haben und meine damalige Freundin die mir zu sehr geklammert hat.

#3


Silenzzio
Können Panikattacken überhaupt vererbt werden?

#4


K
Direkt vererbt wohl nicht, aber man kann wohl eine Veranlagung durch die Eltern dafür bekommen.
Wurde mir in der Reha, Tagesklinik und von meiner Therapeutin gasagt.
Dachte eigentlich immer das es nicht geht.

#5


H
Veranlagung ... keine Ahnung ... hab mich damit noch nicht so beschäftigt ... aber ist durchaus möglich.
Zwei Schwestern von mir hatten Depressionen und Jahre bevor meine Mutter starb war sie auch sehr nah ans Wasser gebaut ... ging nicht mehr gross raus ... wollte keinen mehr besuchen usw. Ist aber nie zum Arzt damit.
Kann schon sein ... bei mir waren es ja Panikattacken gekoppelt mit Depressionen. Gibt's wohl auch ohne ...
Ich wäre dann Nummer 4 im Bunde. Möglich ...

#6


pupa74
Hi,

ein Umzug in ein neues Land - allein mit 2 Kindern weil mein Mann noch im Ausland arbeiten musste. Danach immer
Aufopferung für jeden aber selten Zeit für mich. Jetzt seit ca. 4 Jahren eine Führungsposition in einer Produktionsstätte
und bämm! Oft muss ich in Sitzungen einfach raus, weil mir mein Herz fast aus dem Hals kommt - an anderen Tagen
strahle ich Kraft und eine ungeheure Sicherheit aus! Verstehe das einer.. stirnrunzeln

#7


Landa
Vermutlich auch veranlagung, meine oma hat gesagt dass sie das früher auch oft hatte.
Ich bin hypochonder, das machte sich so um ostern dieses jahres bemerkbar. Im september hatte ich meine erste panikattacke wegen herzangst bzw angst vor einer herzmuskelentzündung bei erkältung. Seitdem bin ich in eine herzneurose gerutscht.

#8


J
Bei mir eindeutig die Psychose. Davor hatte ich kaum Ängste und lebte mein Leben ganz normal, unbeschwert, fröhlich, Belastbarkeit war vorhanden, so wie viele andere Dinge, die jetzt nicht mehr da sind, bzw, die ich mir schwerst wieder erarbeiten muss.

#9


besser-schlafen
Veranlagung, vorgelebt von der Mutter, mit ausgelöst durch den Vater. Drang zur Perfektion, die nicht zu erreichen ist, und das nur des anderen Willen.

#10


E
bei mir war es das ich nie nur ein gedanken daran verschwendet habe, das meiner famie oder mir was passieren kann, dann bekam mein vater einen Herzinfarkt, in der zeit habe ich auch noch exzessiv Canna. Konsumiert hatte probleme. hier und da und so kam eines zum anderen aus einem lebensfrohen Menschen mit keinerlei sorgen um seinen Körper, ist so zum hypochonder geworden, der alle tödlichen Krankheiten durchläuft und ständig unter strom steht und immerwieder völlig entgleist wegen dieser Panic

#11


M
Bei mir liegt es daran, dass ich als Kind immer perfekt sein musste, nie krank sein durfte und nur geliebt wurde, wenn ich eine gute Note nach Hause gebracht habe.

Dieses funktionieren MÜSSEN.... An Weihnachten habe ich allerdings erfahren, dass meine Uroma sich auch nicht mehr zum Einkaufen raus traute. Und Meine Mutter ist schnell überfordert und auch sehr ängstlich-allerdings in anderen Situationen.

#12


D
Ich weiß es nicht genau, es kommt so vieles zusammen. Ich war schon immer ängstlich, Probleme mit meinem Ich, mein schon immer nicht vorhandenes Selbstbewusstsein, dann die Situation Zuhause eventuell, viel Stress, Krankheit, die Schulzeit, Klassengemeinschaft, Drang sich anzupassen, dazugehören wollen, aber vielleicht suche ich die Schuld bei anderen und in Wahrheit ist das meine Schuld und ich habe mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich wurde weder missbraucht, vergewaltigt oder geschlagen oder anderweitig traumatisiert. Vielleicht einfach zu sensibel für das Leben, zu dünnhäutig, bat zu viel Angriffsfläche.

#13


kleiner
Hallo.
Interessanter thread.
Ich vermute bei mir auch ein zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren. gähnen
Ich war schon als Kind überängstlich, hatte auch nie Selbstbewusstsein, bzw. hab es nie
beigebracht bekommen.
Wollte immer alles perfekt machen....das ganze zusammen, dann war ich im Job lange überfordert...und dann eine panikattacke.
Angst vor der Angst...und Agoraphobie.
So nahm meine angstkarriere seinen lauf.
Depressionen kamen dann noch hinzu, wahrscheinlich wegen der Angst.

x 1 #14


tommilu
Ich war auch immer ängstlich und schüchtern. Viel Mobbing während der Schulzeit und Lehre und keine Hilfe von meinen eltern. Dann zweimal den falschen Mann geheiratet. Davon wird wohl meine Panik sein

#15


A
Bei mir ist es auch genetisch bedingt bzw. ich war schon immer empfänglich für Ängste und Co. Richtig ausgelöst hat es Mobbing in der Schule und familiäre Probleme. Seitdem ist die Angst mein zeitloser Begleiter.

Liebe Grüße

#16


M
Zitat von Silenzzio:
seit 2 Jahren trocken


*applaus*

DAS ist super. Mach weiter so!
LG
Mamamia

#17

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Silenzzio
Ich habe heute mal meine Psychiaterin gefragt ob Panikattacken vererbbar sind. Sie meinte dass dies unter vielen Psychiatern und Psychiaterinnen umstritten ist und es nicht zu 100% bestätigt werden kann. Also manche meinen ja und manche nein.

#18


K
Zitat von Silenzzio:
Ich habe heute mal meine Psychiaterin gefragt ob Panikattacken vererbbar sind. Sie meinte dass dies unter vielen Psychiatern und Psychiaterinnen umstritten ist und es nicht zu 100% bestätigt werden kann. Also manche meinen ja und manche nein.


Habe es grade mal kurz gegooglet und das erste was ich dazu gefunden habe (außer Foren), ist ein Artikel auf n-tv.de, 10 Jahre alt und es steht drin das in einer Studie herausgefunden wurde, dass es vererbbar ist.
Wobei hier im Thread eh niemand von Vererbung geredet hat. Laughing

#19


Vonnie006
Ich wurde auch sehr ängstlich erzogen. Alles war gefährlich. Auch jedes kleinstes Symptom war krebsoder ähnliches. Dann dachte ich an ALS erkrankt zu sein. Als ich von der Angst weg kam, bin ich bei einer Grippe in der SBahn einer Großstadt zusammengebrochen. Seit diesem Tag ist nichts mehr wie es einmal war....

#20


A


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Dr. Christina Wiesemann
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