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inna7
Hallo meine Lieben

Diese Frage stelle ich mir schon länger. Meine Angst dauert jetzt ein Jahr. Die ersten 4 Monate dachte ich es geht nie wieder vorbei. Ich wusste das ich sterben muss. Nun ja ich lebe noch.
Nach den 4 Monaten ging es wieder Berg auf, und so war ich der Meinung ich bin durch und das wars. Flasch gedacht. Die angstfreie Phase hielt auch knapp 4 Monate an.
Seit ein paar Wochen kommt sie schleichend zurück, immer mal wieder ein Stückchen.
Mein Verstand sagt mir: Ina du bist jung und gesund. Die Angst sagt: Nein, das kannst du gar nicht wissen. Du warst nicht beim Arzt. Du kannst dir nicht sicher sein.
Der Politiker der "überraschend" an einer Lungenembolie gestorben ist, lässt mich regelmäßig (nur innerlich) ausratsen.
War es für seine Familie überraschend oder für die Öffentlichkeit?
Bis jetzt bin ich noch davon überzeugt, wenn ich eine Lungenembolie hätte, würde ich die doch merken und nicht einfach leise im Schlaf sterben.
Warum wird dann über all erzählt es war überraschend?
Je mehr ich mich nur mit diesem einen Satz auseinander setze, desto mehr bekomme ich Zweifel daran.
Versteht mich nicht falsch. Ich WEIß das ich gesund bin, das sagt mir mein Verstand. Aber da ist diese eine kleine Stimme die mir immer wieder sagen will Du bist krank!
Die will mich doch ver.ar.schen.
Wie geht ihr mit euer Stimme um? Gibt es überhaupt einen weg sie endgültig los zu werden?

11.09.2015 01:07 • 14.09.2015 #1


22 Antworten ↓


Dragonlady_s
Huhu,

Ob es tatsächlich möglich ist die Stimme endgültig loszuwerden frage ich mich auch.

Aber es gibt definitiv den Weg damit umzugehen und die Stimme somit seltener auftreten zu lassen.

Zu deinem genannten Fall. Wir wissen ja nur was die Medien berichten und mitunter oft aufbauschen. Weder wissen wir wie er sich vorher gefühlt hat, ob er Warnsignale ignoriert hat oder ob er irgendwelche Erkrankungen hatte.

Ich kenne einige Leute die eine Lungenembolie hatten. Diese haben es definitiv gemerkt und sind dementsprechend in Behandlung gegangen.

Und gerade WIR horchen ja besonders in uns rein.

Und eine Lungenembolie entsteht auch nicht einfach mal ebenso wie zum Beispiel ein Schnupfen.

Du arbeitest ja schon ganz gut gegen deine Stimme an und wenn du weiter so machst, wer weiß, vielleicht verschwindet sie eines Tages

11.09.2015 07:17 • #2



Warum ist die Angst lauter als der Verstand

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prodomo81
Zitat von inna7:
Warum wird dann über all erzählt es war überraschend?

Wie geht ihr mit euer Stimme um? Gibt es überhaupt einen weg sie endgültig los zu werden?


Wei es überraschend kommt. Is ja auch nicht das schlechteste...

Die Stimme ist eher ein Gefühl und Gefühle sind stärker als der verstand. Das ist das Problem. Ich versuche zu schauen, was hinter der Angst ist. Mache eine tiefenpsy. Therapie, um mir der eigentlichen Gefühle bewusst zu werden...bei mir besteht die Angst viel aus Wut und Trauer. Leider fühle ich (noch) nur die Angst.

11.09.2015 07:30 • #3


Hört ihr echt Stimmen oder war das metaphorisch gemeint?

11.09.2015 07:57 • #4


Du hast das gut formuliert Ina, eine interessante Frage die mich auch beschäftigt.

Ich vermute, es liegt daran, dass wir alles hinterfragen und bewerten.
Jede kleine Regung im Körper wird sofort wahrgenommen und wie gesagt halt bewertet.
Und das meist negativ.
Hat man irgendwo Schmerzen, ist gleich die Angst vor Krebs, Embolie, Infarkt, etc. da.
Dabei sind es nur Verspannungen oder ganz normale Zipperlein, die der Mensch nun mal so hat.

Und geht es einem dann mal gut, hinterfragt man auch das ob das wirkliche so ist und sein kann (und darf).

Ich finde es gut, wie Du die Sache siehst und eigentlich genau weißt, dass da körperlich nichts ist, sondern die Angst die Symptome auslöst.
Nur leider schaffst du es trotzdem nicht, deinem Körper vollständig zu vertrauen.
Ein Problem das so viele hier haben, ich eingeschlossen.

Wenn man doch nur die Lösung fände aus diesem Kreis auszubrechen.

11.09.2015 08:03 • #5


prodomo81
Zitat von Reenchen:
Hört ihr echt Stimmen oder war das metaphorisch gemeint?

Du nicht?

11.09.2015 08:40 • #6


prodomo81
Habt ihr schonmal probiert jemanden den ihn liebt, nicht zu lieben? Etwas zu tun was ihr hasst und Freude dabei zu empfinden?....

Bei mir funktioniert das, bei alles rationalen Anstrengung nicht. Genauso ist es bei Angst. Man kann Angst nicht mit dem Verstand steuern!...oder Symptome!

11.09.2015 08:44 • x 1 #7


Zitat von prodomo81:
Zitat von Reenchen:
Hört ihr echt Stimmen oder war das metaphorisch gemeint?

Du nicht?

Nein, ich nicht. Aber ich denke, daß das hier nicht wörtlich gemeint war. Entschuldigung, ich habe damit gelegentlich ein Problem.

11.09.2015 08:50 • #8


prodomo81


war doch auch nur metaphorisch gemeint.

11.09.2015 12:11 • #9


Inna, Du gibst Dir die Antwort selber.

Du beschäftigst Dich damit! Dein Gehirn hat nichts anderes zu tun, als die Gedanken darum kreiseln zu lassen. Ich weiß ist schwer daraus zu kommen, wenn man mittendrin ist. Ich hatte das alles 30 Jahre lang und wenn ich mittendrin war, war es schwer auch nur einen Ratschlag zu befolgen.
Aber ich habe den Kreisel verlassen, ich wollte nicht mehr das die Angst Macht über mich hat und irgendwann habe ich dann anders gedacht. Auf jeden Fall nicht mehr über die Angst. Es ist auch Heute nicht ganz weg, aber ich genieße das Leben ganz anders. Weil wenn es passiert und der Tod steht an dann kann ich sowieso nichts machen, aber ein bißchen bleibt die Angst immer, das ist mir klar. Aber sie hat nicht mehr die Macht über mich wie es einmal war. Es sind die Gedanken, davon wird alles gesteuert. Das muß Dir klar sein.

Liebe Grüße

Abendschein

11.09.2015 12:26 • #10


Die Angst sitzt in einem anderen Hirnareal als der Verstand. Und sie ist viel schneller. Für den Steinzeitmenschen war es überlebensnotwendig, schnell und intuitiv auf Reize zu reagieren, um wegzurennen. Wir rennen heute in der Regel nicht weg vor den Dingen, die uns Angst machen, zumindest nicht physisch, und sitzen dann da mit der Adrenalin-Ausschüttung. Und Nein, gutes Zureden bringt dann leider nur wenig.

11.09.2015 12:27 • #11


inna7
Ich gehe davon aus, (oder hoffe eher) dass er das schon gemerkt haben muss es aber nicht hinterfragt hat.
Eigentlich hab ich auch nur aus durch dieses Forum erfahren was eine Embolie ist. Eine Userin hatte furchtbare angst. Ich wollte ihr ein bisschen Angst abnehmen und habe alles recherchiert. Nicht mal eine Stunde später hatte ich einen Druck auf der Brust. Da musste ich wirklich lachen. Kann doch nicht sein das wir mal eben was googlen und direkt die Symptome haben. Ist doch irre.
Jedenfalls ging es dann wieder.
Wahrscheinlich hat sich mein Unterbewusstsein da heimlich mit befasst.

Es gibt Tage da gehe ich mit dem Hund tief in den Wald so das es einer Stunde dauert bis ich da wieder raus bin und denke mir so gar nichts dabei. Dann gibt es wieder Tage wo ich am Waldrand stehe und nicht weiter gehen kann, einfach weil ich Angst habe tot umzufallen.

Versteht ihr, die angst ist kein Dauerzustand bei mir. Mal ist sie da, mal nicht.
Panikattacken haben ich gar keine mehr. Ich bin immer die Treppe 5 mal hoch und runter gelaufen und dann war gut. Ich würde die auch ehrlich gesagt jeder Zeit gegen das Was-ist-wenn-Gefühl eintauschen. Damit kann ich einfach gut umgehen gehen weil ihr weiß das sie Pipifax für mich ist. (Wahrscheinlich kommt sie deshalb nicht mehr, weil sie keine Auswirkung auf mich hat)

Eben beim Haushalt machen war kein Brustschmerz mehr da erst als ich mich hingesetzt habe kam es wieder.
Ich hatte auch ehrlich gesagt keine Lust die auszuhalten und hab dann gesaugt. Sind wieder weg. Mal schauen wie lange...

20 Jahre lang war ich unzerstörbar. Der Tod war eine Sache die mich nichts anging da für mich der Tod erst ab 90 relevant war. Wie geht das, dass die Unbeschwertheit von heute auf morgen einfach geht. Man plötzlich so verletzbar ist...

11.09.2015 13:55 • #12


myfish
Hallo,

die Frage habe ich mir auch gestellt. 12 Jahre lang konnte ich mit meiner Angsterkrankung umgehen. Ja, die Attacken mit dem Gefühl keine Luft zu bekommen waren/sind äußerst unangenehm. Aber ein flotter Spaziergang und ich hab erkannt, dass ich genug Luft bekomme und alles hat sich wieder auf normal gestellt. Aber seit Anfang des Jahres ist es heftig, jedes Zwicken wird von mir total überbewertet, als Zeichen einer schlimmen Krankheit. Bei mir war es (so glaube ich zumindest) der Mix aus der Jahreszeit (im Winter fehlt mir einfach 'Licht'), die Tatsache, dass ich arbeitslos bin (der Job hat total Spaß gemacht - leider befristet) und ich somit den ganzen Tag Zeit habe mich zu beobachten. Und dann merke ich jedes noch so kleine Zipperlein. Tja und ich habe 'angefangen' den Herzinfarkt meiner Mutter (Oktober 2013) zu 'verarbeiten'. Aber leider falsch, denn seitdem denke ich, dass ich nun bald dran bin - sei es mit einem Herzinfarkt oder Herzstillstand. Und obwohl ich untersucht wurde und organisch gesund bin, fällt es mir schwer, von dem Gedanken und der Angst abzulassen. Und wenn ich mir dann sage: Hey, wenn es für dich soweit ist, wirst du es nicht ändern können. Aber mir fällt die Akzeptanz dessen so unglaublich schwer.
Ich wünsche uns allen Kraft für unseren Weg und vor allem Momente der Freude.

14.09.2015 02:46 • #13


inna7
Tut mir leid das es bei dir wieder schlimmer ist :/
12 Jahre sind eine lange Zeit. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das so lange zu haben.. bin erst seit letztem Jahr Oktober dabei und hab wirklich keine Lust mehr.
Ich hatte von heute auf morgen große Angst vor einem Aneurysma. Mein Vater und mein Großvater sind daran gestorben und ich bin oder war mir sicher das es mich auch erwischt.
Mittlerweile ist das Thema so gut wie abgehackt. Dafür ist es jetzt eine Lungenembolie die mich beschäftigt. (Immer mal wieder was neues, sonst wäre es ja langweilig)
Eben habe ich mir gesagt: Du rauchst viel weniger als früher, bewegst dich mehr, hast deine Ernährung umgestellt und isst viel gesünder als vorher. Du müsstest gesünder und fitter sein als je zuvor..
Mein Verstand weiß das. Aber meine Angst lehnt diesen Gedanken ab.
Mein Neurologe hat mir vor nem Jahr gesagt, wenn man nichts zutun hat, keine vernünftige Aufgabe, dann beschäftigt sich der Körper selbst. Das sind die Symptome. Ich bin auch arbeitslos und finde einfach keinen Job oder eine Ausbildung. Das wird wohl der Grund sein wieso ich in die Angst-Falle getappt bin.
Ich denke wenn wir beide einen Job hätten, und damit was zutun, wäre es wohl nicht so schlimm weil wir keine Zeit hätten daran zu denken.

14.09.2015 18:36 • #14


Vergissmeinicht
Zitat von inna7:
Mein Neurologe hat mir vor nem Jahr gesagt, wenn man nichts zutun hat, keine vernünftige Aufgabe, dann beschäftigt sich der Körper selbst. Das sind die Symptome.


Das ist ja mal ne neue These und irgendwie nachvollziehbar. Bei Langeweile o.ä. geht es mir auch schlechter.

14.09.2015 18:58 • x 1 #15


myfish
Hallo,

ja, Thrombose/Lungenembolie-Angst habe ich auch. Samstag zwickt es kurz in der Kniekehle und zackt denke ich an Thrombose und mein Bein tut weh. Aber ich habe es mir dann 'ausgeredet' und das Wochendnde war soweit okay. Tja und heute zwackt die Linke Wade und der gleiche Gedankenkreisel beginnt. Die Schmerzen sind aber weg, meine 'springen' immer weiter. Bin jetzt wieder bei Brustschmerzen und muss mir den Infarkt 'ausreden'. Schlimm ist, dass es immer wieder abends einsetzt, wo ich eigentlich zur Ruhe kommen will. Ich kann dann immer nicht schlafen, bzw. traue ich mich nicht, wegen dem Kontrollverlust.

Ja, aber meine (alte) Angststörung war unter Kontrolle. Hatte keine Panikattacken mehr wie ganz am Anfang. Meine aktuelle hypochondrische Phase empfinde ich als grausam. Ich bin doch durchgecheckt, alles okay. Aber das ganze Lesen im Internet hat mich in einen Strudel gezogen, der ganz schön stark ist. Früher konnte ich mein Sodbrennen und Magendrücken akzeptieren. Mittlerweile ist es falsch abgespeichert.
Viel Kraft für deinen Weg. Therapie ist wichtig, damit habe ich damals zumindest die akuten Panikattacken unter Kontrolle gebracht.

Und richtig, Zeit sprich mangelnde Ablenkung/Beschäftigung ist quasi nen 'Eintrittskarte' um sich selbst zu beobachten. Und man findet immer was: wir sind Menschen, keine Maschinen. Aber wir kriegen alles mit, jedes noch so kleinen Zipperlein wird registriert, beobachtet.

14.09.2015 19:13 • x 1 #16


inna7
Vergissmeinicht, das denke ich auch. Klingt zumindest plausibel. Als ich noch Arbeit hatte, ging es mir auch ziemlich gut. Ich fühlte mich gebraucht und ausgelastet.
Panikattacken habe ich auch nicht, myfish.
Bei mir haben die nicht gefruchtet und die angst hat sich dann andere Wege gesucht.
Über eine Therapie denke ich seit ein paar Wochen nach. Wie komme ich denn daran? Muss ich dafür zum Hausarzt und er übergibt mich dann weiter oder wie läuft das genau?

Abends finde ich angst auch am schlimmsten. Den ganzen Tag kann ich das ertragen. Dann wird es langsam dunkel und dann geht es los.
Sehr ätzend wenn man eigentlich ins Bett muss und dann plötzlich wieder voll wach ist.

14.09.2015 19:39 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Vergissmeinicht
Hey inna,

würde mich bei der Krankenkase nach einem ortsansässigen Thera erkundigen. Der arbeitet dann auch mit Deiner KK zusammen und Du bekommst die Therapie bezahlt. Mitunter musst Du leider einige Wochen, gar Monate warten.

14.09.2015 19:41 • #18


Zitat von inna7:
Mein Neurologe hat mir vor nem Jahr gesagt, wenn man nichts zutun hat, keine vernünftige Aufgabe, dann beschäftigt sich der Körper selbst. Das sind die Symptome. Ich bin auch arbeitslos und finde einfach keinen Job oder eine Ausbildung. Das wird wohl der Grund sein wieso ich in die Angst-Falle getappt bin.
Ich denke wenn wir beide einen Job hätten, und damit was zu tun, wäre es wohl nicht so schlimm weil wir keine Zeit hätten daran zu denken.


Dem kann ich nur Bedingt zustimmen,...ich war Damals in der Arbeit und mir ging es von den Symptomen her voll schlecht. Heute bin ich (im Moment) ohne Arbeit und mir geht es gut. Es sind die Gedanken. Die Gedanken müssen umprogrammiert werden und das ist finde ich das Schwerste.

Ich habe Damals zu meinem Neurologen gesagt, ich kann mich ja nicht laufend beschäftigen, nur um keine Symptome zu haben, ich möchte mich auch nur einmal auf der Couch lümmeln und nichts haben.
War Früher fast unmöglich. Aber Heute geht das.

Der Abendschein

14.09.2015 19:49 • #19


alice01
Hallo zusammen,

kann Abendschein nur zustimmen und muss euch auch eure Illusion nehmen.
Ich habe die Angstzustände und PAs beim Studium bekommen. Auch wenn die allgemeine Meinung herrscht, Studenten hätten nichts zu tun und haben viel Zeit, ich hatte definitiv Prüfungsstress und
Leistungsdruck, mir hat mein Studium sehr viel abverlangt!
Was ich mir jedoch gut vorstellen kann, dass eure Situation zur Angst beiträgt. Der Frust und die Zukunftsängste belasten das Selbstwertgefühl bestimmt sehr.

14.09.2015 20:10 • x 1 #20



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