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Träumeline
Hey ihr Lieben,

ich habe jeden Tag unglaubliche Angst, oder eine permanente Erwartung, eine Aura zu bekommen. Ich habe seit 7 Jahren ca. Migräne und seit dem ersten Mal mit Aura habe ich Ängste und Panikattacken. Ich war sicher vorher schon hypochondrisch veranlagt, aber dass es nun wirklich eine reale Sache gibt, macht es noch schwerer. Die Aura ist für mich unberechenbar. Sie ist immer leicht anders. Meistens verläuft sie mit Sehstörungen, Taubheitsgefühlen und Sprachstörungen. Es dauert etwa 1 1/2 Std. bis die Kopfschmerzen kommen, die mir aber echt egal sind. Ich weiß einfach nie genau, wie weit es diesmal geht, was sich mein Kopf noch "einfallen" lässt. Ich fühl mich ausgeliefert und will jeden Moment darauf vorbereitet sein. Das schlimmste ist die ständige Bereitschaft. Ich will nich überrascht werden. Ich will die Kontrolle vll wenigstens auf die Art. Ich achte auf alle kleinsten Empfindungen und denke ständig:"jetz kommt was!" Ich nehme seit 6 Jahren Betablocker, die sehr helfen. Auch Magnesium usw. Ich hatte fast 5 Jahre keine Aura. Dann brach die Welt zusammen, als ich vor 2 Jahren wieder eine hatte. Dann vor 9 Monaten. Eigentlich müsste man doch meinen, dass man gut damit leben kann. 1x im Jahr. Wenn es kommt, halt ich es kaum allein mit mir aus. Diese Angst ist schlimmer als die Aura selbst. Ich kann diese Gedanken trotzdem nich abstellen. Wie oft ich mir schon gesagt habe, dass ich mir schon wieder ewig umsonst Angst gemacht habe, nichts ist passiert. Aber ich werd es nicht los. Es gibt ein paar Menschen in meinem Umkreis, die das auch haben. Doch keiner kann meine Ängste verstehen. Ich bin in ambulanter Therapie. Die läuft bald aus, ich habe nicht den Eindruck, dass es besser wird. Wie kann ich lernen einfach zu leben, ohne mich selbst derart einzuschränken?

01.06.2015 13:00 • 29.08.2015 #1


38 Antworten ↓


Ach je ich hab seit, puh 25 Jahren Migräne mal mit mal ohne Aura. Was genau macht dir denn solche Angst ? Ich mein, verhindern kannst du es doch eh nicht, völlig Wurst wie sehr du auf dich achtest. Du weißt was die Ursache deiner Beschwerden ist das ist doch schonmal sehr beruhigend wie ich finde.
Also wenn das nächste Mal ne Aura kommt leg dich hin, machs dunkel und warte bis es vorbei ist. Ich persönlich finde meine Migräne mit Auta wesentlich angenehmer als die ohne denn dann kann ich früh genug meine Medikamente nehmen und erspare mir häufig die brecherei.

01.06.2015 13:51 • #2



Ständige Angst vor Migräne mit Aura

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Träumeline
Danke für deine aufmunternden Worte. Ich habe soviel gelesen zu dem Thema. Es kann ja auch was anderes mit dem Hirn sein und man hat ja dann n erhöhtes Schlaganfallrisiko. Außerdem hab ich gelesen, dass 1/3 aller Patienten mit Migräne mit Aura iwann in ihrem Leben Epilepsie entwickeln, eine meiner TOP-Ängste. Es macht mir einfach Angst, was da in meinem Hirn vorgeht. Es könnte ja sein, dass dort dich iwas komisch ist. Ich weiß schon dass Ichs ja eh nich ändern kann. Aber genau diese Art des Kontrollverlusts macht mir solche Angst. Was ist denn, wenn ich unterwegs bin und mich nich zurückziehen kann... Und auch wenn es die Möglichkeit gibt, vll Fall ich ja doch einfach mal um... Das sind so meine Gedanken. Und dass es vll mal bleibt und nicht mehr weg geht. Das Gefühl, darauf absolut keinen Einfluss zu haben.
Mir is das alles vom logischen her klar, dass ich nichts machen kann. Ich glaub halt nich, dass es nich gefährlich ist. Das kann ich mir einfach nich begreiflich machen
Ich denk mir immer, wenns doch nur das Flackern wäre. Nich noch die Taubheitsgefühle und diese Unwirklichkeit. Es liegt ja sogar in der Familie, eine Schwester hat es ein paar mal gehabt und meine Mutter hat es jeden Tag. Aber halt dieses Flackern. Ach ich weiß ja, dass es bescheuert ist. Diese Gedanken drängen sich auf, ich selbst will sie ja nicht. Hört sich voll schizo an

01.06.2015 14:45 • #3


Zitat von Träumeline:
Danke für deine aufmunternden Worte. Ich habe soviel gelesen zu dem Thema. Es kann ja auch was anderes mit dem Hirn sein und man hat ja dann n erhöhtes Schlaganfallrisiko. Außerdem hab ich gelesen, dass 1/3 aller Patienten mit Migräne mit Aura iwann in ihrem Leben Epilepsie entwickeln, eine meiner TOP-Ängste. Es macht mir einfach Angst, was da in meinem Hirn vorgeht. Es könnte ja sein, dass dort dich iwas komisch ist. Ich weiß schon dass Ichs ja eh nich ändern kann. Aber genau diese Art des Kontrollverlusts macht mir solche Angst. Was ist denn, wenn ich unterwegs bin und mich nich zurückziehen kann... Und auch wenn es die Möglichkeit gibt, vll Fall ich ja doch einfach mal um... Das sind so meine Gedanken. Und dass es vll mal bleibt und nicht mehr weg geht. Das Gefühl, darauf absolut keinen Einfluss zu haben.
Mir is das alles vom logischen her klar, dass ich nichts machen kann. Ich glaub halt nich, dass es nich gefährlich ist. Das kann ich mir einfach nich begreiflich machen
Ich denk mir immer, wenns doch nur das Flackern wäre. Nich noch die Taubheitsgefühle und diese Unwirklichkeit. Es liegt ja sogar in der Familie, eine Schwester hat es ein paar mal gehabt und meine Mutter hat es jeden Tag. Aber halt dieses Flackern. Ach ich weiß ja, dass es bescheuert ist. Diese Gedanken drängen sich auf, ich selbst will sie ja nicht. Hört sich voll schizo an


Fakt ist du HAST es nicht unter Kontrolle auch wenn du es noch so sehr willst. Und du kannst dich auf den Kopf stellen davon wird sich nichts ändern.
Warum hat man mit Migräne ein erhöhtes Schlaganfallrisiko ? Und selbst WENN kannst du es ändern ? Nein. Hast du in irgendeiner Form einen Einfluss darauf, ob du einen Schlaganfall bekommst ? nein. Kannst du einen Schlaganfall oder Epilepsie verhindern wenn du dich in Watte packst und dich permanent überwachst ? Nein. Also kannst du es genauso gut lassen.
Warum solltest du wegen einer Aura umfallen ? Das Problem ist halt je mehr du darauf achtest umso schlimmer wird es weil sich die Symptome der Aura und die der Panikattake mischen.
Zum Thema Epilespie glaub doch nicht alles was irgendwo im Netz steht wenn du lange genug suchst wirst du sicher auch irgendwo was finden wo steht 1/3 aller Mugränepatienten wird 100 Jahre Alt.
Wenn es dich so sehr belastet würde ich an deiner Stelle mal zum Neurologen gehen der kann dir alles genau erklären was wie und warum eine Migräne passiert, was genau bei einer Aufa passiert, welche Risiken du hast ( die dann tatsächlich auch realistisch sind ) und kann dir sicher ein Stück weit deine Angst nehmen.

01.06.2015 15:10 • #4


Träumeline
Ich war schon oft beim Neurologen, hab auch diverse MRTs gehabt und ich hab das Buch "migräne" von Oliver Sacks gelesen. Deshalb weiß ich sehr viel darüber, hab des nich ausm netz. Leider hat mich das nich beruhigt, sondern meine Ängste offenkundig noch mehr gefördert. Ich trau auch den Ärzten nich. Nachdem ich das erste mal so n Anfall hatte, hab ich extra mehrere Ärzte gefragt, ob ich noch weiter meine hormonelle Verhütung nehmen darf. Sie fanden das alle ok. Das Jahr drauf hatte ich mehr und mehr Anfälle. Dann kam ich zu einem Spezialisten (leider bin ich nich mehr in der nähe), der meinte, ich dürfe nie mehr hormonell verhüten, hohe Schlaganfallgefahr. Naja.
Klar du hast mit allem Recht. Ich kann es nich beeinflussen. Ich will ja auch nich mehr dran denken. Aber auch das scheine ich nich beeinflussen zu können. Ich wünschte es wäre mir alles einfach egal. Weil man ja eh nich weiß was passiert. Ich könnt auch überfahren werden. davor hab ich aber keine Angst. Absurd!

01.06.2015 15:27 • #5


Bzgl. der Panik mit dem Schlaganfall selbst die deutsche Schlaganfallhilfe schätzt das Risiko für junge Frauen mit Migräne als sehr gering ein. Das Risiko ist " nur um das zweifache " erhöht das ist so gut wie nichts. Die Migräneliga macht darum noch weniger " Gewese" und sieht nicht einmal ein Problem darin zusätzlich die Pille zu nehmen. Denn die Risikoerhöhung bedeutet da nichts, dass du bei jeder Aura Gefahr läufst einen Schlaganfall zu erleiden.
Das mit dem " den Ärzten nicht glauben " ist ja ein grundsätzliches Angstproblem. Du gehst zu 20 Ärzten die dir sagen machen Sie sich keine Sorgen und du glaubst Ihnen nicht dann gehst du zum 21 Arzt und der bestätig deine Sorge und dem glaubst du dann.

01.06.2015 15:41 • #6


Träumeline
Ich hab schon zu oft Fehler in der Behandlung und Diagnose erlebt. Sowohl bei anderen als auch bei mir selbst. Die machen halt ihr Ding, und wenn jmd mal unspezifische Symptome hat, is es ganz schnell die Psyche. Auch wenn eben was anderes dahinter steckt. Ich denke die prüfen oft nich richtig, ich würde keinem Arzt je blind vertrauen. Ich glaube nich, dass es was mit meiner Angst zu tun hat, eher mit schlechten Erfahrungen.

Danke für die Info, das beruhigt mich ein bisschen.
Was machst du bei deiner migräne? Kamst du von Anfang an so gut damit klar?

01.06.2015 16:02 • #7


martha_r
Hallo Träumeline,

wenn ich lese, was du schreibst, bekomme ich auch Angst. Schlaganfallrisiko. Epilepsie. Kann ja sein. Allerdings fällt mir dann ein, dass das Leben an sich eben lebensgefählich ist (um Erich Kästner zu zitieren). Tatsächlich kann ich morgen tot umfallen. Davor habe ich auch Angst. Blöd finde ich nur, dass ich mir durch die Angst davor, das Leben vorher nicht gerade erleichtere.

Ich muss sagen, dass ich meine Aura schon seit meiner Pubertät habe. Und es war auch merkwürdig: Früher wusste ich nicht, was das ist. Ich habe es so mit 17 oder 18 mal einer Augenärztin erzählt, die mich ansah, als ob ich ihr Halluzinationen schildere. Als ich noch nicht wusste, was das ist, habe ich es einfach so hingenommen. Und ich habe zeitweise oft Auren. Dann wieder eine zeitlang gar keine.

Irgendwann hat mir mal jemand erzählt, dass die Lichtreflexe/Auren typisch für Migräne sei. Das hat mich dann verunsichert, weil ich zwar Kopfschmerzen kenne, aber diese nicht immer mit einer Aura verbunden sind. Seitdem hatte ich Angst, dass ich furchtbare Kopfschmerzen bekomme, was meist nicht der Fall ist.

Die Verbindung mit der Epilepsie habe ich selbst schon für mich gesehen, denn manchmal fühlt sich ein Aura-Anfall eben wie ein Anfall an und ich bin nachher auch etwas k.o.

Ja, es ist unangenehm, keine Kontrolle zu haben. Ich habe nie rausgefunden, ob es etwas gibt, was ich tun oder lassen kann, um die Auren nicht zu haben. Manchmal kommen sie in der Zeit der Entspannung, manchmal habe ich sie aber im größten Stress. Manchmal bin ich mir sicher, sie werden durch grelles Licht ausgelöst, manchmal habe ich sie nachts bekommen.

Vor kurzem hat mir jemand erzählt, dass Hildegard von Bingen auch diese Auren hatten und sie als göttliche Eingebung sah. Ich habe das dann auch bei Oliver Sacks nachgelesen und fand das schon auch sehr spannend. Irgendwie hat mich das getröstet.

Es ist halt so. Einige von uns sind Aurenseher.

01.06.2015 16:09 • #8


Träumeline
Danke Martha, ich habe das auch mal gelesen und meine Mutter ist voll der Hilfegard von Bingen-Fan ich find das faszinierend, dass sie es früher als Visionen verstanden haben. Das hat irgendwie was beruhigendes und macht einen dann im positiven auch zu etwas besonderen (grdstzl. is ja jeder besonders). Ich versuche es mal so zu sehen. Aber schwierig, wenn man weiß, welche Prozesse es in Wahrheit verursachen. Andererseits weiß man's ja auch nich sicher, woher es kommt. Meine Mutter ist sehr empfänglich für das was andere denken und fühlen, wie ich auch. Vll haben migräniker einfach eine höhere Sensibilität und das hat ja auch was Gutes.

Ich wollte dir keine Angst machen, das tut mir leid. Ich denke auch immer, dass es jeden Tag aus sein kann und dann hab ich alle Zeit verschwendet. Vorhin dachte ich mir plötzlich, wahrscheinlich, wenn man sich das aussuchen könnte, ob man geboren werden will, hätte ich nein gesagt, weil damit verbunden ist, dass ich dann auch irgendwann sterben muss. Echt bescheuert.

Echt krass dass das bei dir keiner so richtig diagnostiziert hat. Das bestätigt mein Bild von den Ärzten wieder die müssten das doch kennen. Ich hätte mich echt verrückt gemacht. Ich bewundere Menschen, die so durchs Leben gehen und es einfach hinnehmen können. Ich hätte wahrscheinlich total panisch reagiert. Hab ich ja auch beim ersten Mal...

Ich kann es auch nie einschätzen, manchmal trau ich mich nich mich zu entspannen, weil dann schon oft ne Aura kam. Manchmal bin ich wahnsinnig aufgeputscht und voller Tatendrang, könnte tausend Sachen gleichzeitig anpacken, dann hab ich auch schon eine bekommen. Immer nur, wenn die Sonne scheint , blendende Dinge und flackerndes Licht mach ich verantwortlich, natürlich stress (vor allem emotionalen), Nüsse und Koffein. Auch wenn ich zu lang schlafe und den ganzen Tag nichts ordentliches esse. Aber letztlich sind es glaub ich mehrere Faktoren, die zusammenspielen.

01.06.2015 17:23 • #9


Mondkatze
hallo zusammen,
also ich kann mich da voll anschließen. Habe auch Migräne seit meiner Jugend.
Das Flimmern wurde anfangs von meinem HA als Kreislaufbeschwerden angesehen. Soviel zur falschen Diagnostik. Ich hatte auch große Angst davor, vor allem vor der Aura, weil sie das Sehfeld sehr einschränkt.
Ein bekannter Arzt, dem ich das mal so beiläufig erzählt habe hat dann erst zu mir gesagt, dass es Migräne ist.
Das Buch von Oliver Sacks habe ich auch gelesen, und ich fand es sehr interessant. Jetzt konnte ich es allen zeigen, wie meine Aura aussieht - im buch wird ja sehr schön illustriert, wie das Flimmern aussieht.
Mein Chef ist Neurologe und der hat mich in der Hinsicht beruhigt, als er mir sagte, dass die erhöhte Schlaganfallgefahr schon längst widerlegt wurde.
Ich habe auch schon mal Migräne auf der Arbeit gehabt. DA mußte ich zum Hausbesuch raus. Tja, na und?
Dann ist es eben so. Hausbesuch wurde abgesagt und ich habe mich erst mal zurückgezogen. Verhindern kann man es doch sowieso nicht. Und wenn man es den Leuten sagt, haben alle Verständnis dafür.

Meine Erfahrung ist, dass gerade Migräne so unberechenbar ist. Ich habe versucht, die Ursachen herauszufinden. Schwierig.
Die Migräne kommt wenn ich zuviel Süßes gegessen habe, bei Schlafstörungen, Wetterumschwung, vor der Regel, während der Regel, bei Streß oder am Wochenende, wenn man sich auf die Ruhe freut und und und.

Ich habe mir abgewöhnt, meine Migräne zu beobachten und gefühlsmäßig zu bekämpfen, denn sie ist stärker.

Im Laufe der Jahre hat sich die Qualität der Migräne bei mir verändert. Erbrechen und Durchfall sind nicht mehr so häufig.
Dafür habe ich die Migräne oft bis zu 3 Tage lang.
Das flimmern habe ich recht häufig, vor allem wenn das Wetter umschlägt, oder wenn es draußen diesig ist.

Ich kann sagen, dass die Migräne die einzige Erkrankung ist, die mir keine Angst mehr macht.
Ich denke nicht an sie, wenn sie da ist, verhalte ich mich entsprechend. Dann ist mir alles andere auch egal.

LG
Mondkatze

02.06.2015 08:12 • #10


martha_r
hallo ihr lieben,

ein netter Augenarzt hat mir später auch mal gesagt, dass wäre ein rein neurologisches Symptom, hätte also nichts mit den Augen selbst zu tun - er selbst hatte auch Migräne, allerdings ohne Aura und mit heftigen Kopfschmerzen, er war dadurch jedenfalls verständnisvoll. Ursachen wurden mir verschiedene genannt, aber so genau weiß es dann doch niemand.

Interessant, dass ihr auch nicht DEN Auslöser kennt. Ich habe da manchmal darauf gehofft, aber bei mir ist es auch relativ unberechenbar. Als junge Frau habe ich auch weiter gearbeitet mit Aura, jetzt finde ich es oft anstrengend, gerade am PC, wenn ich eine Aura habe. Ich bin hinterher Stunden (manchmal Tage) ziemlich lichtempfindlich. Ich habe sogar oft morgens so einen kleinen Aurafleck, der aber nach dem Blinzeln wieder weggeht.

Träumeline, den Gedanken, dass wenn man die Entscheidung hätte, geboren zu werden, es lieber nicht möchte, weil man dann auch sterben muss, den finde ich nicht blöd, der ist sehr tiefsinnig und darauf beruht ja letztlich auch sogar der Buddhismus. Den Gedanken hatte ich nach Geburt meines Kindes auch, dass das Kind jetzt eben auch ins Leben geworfen wurde und durch alles durch muss... Obwohl ich mein Kind liebe, fand ich diesen Gedanken belastend.

Andererseits ist es ja so, dass das Leben oft auch sehr schön ist und man bestimmte Sachen ja auch nicht erlebt hätte. Schön, dass du das mit den Visionen auch eher tröstlich fandest. Wenn man es so sieht, ist es wirklich etwas Besonders so ein Glitzern zu sehen. Also ich konnte nachvollziehen, dass Hilde von Bingen es als göttliches Zeichen sah. Migränikerinnen sind bestimmt sensibler als andere Menschen, die Sinne sind ja total geschärft, was Vor-, aber auch Nachteile hat.

Jedenfalls kann ich es oft akzeptieren, dass mein Körper mit der Aura eine Pause einlegt.

02.06.2015 08:52 • #11


Schlaflose
Ich hatte zweimal die Aura, beim ersten Mal mit beiden Augen gleichzeitig, beim zweiten Mal nur mit rechts. Aber beide Male völlig ohne Kopfschmerzen. Ich habe gelesen, die Aura entzsteht dadurch, dass sich die Blutgefäße in der Netzhaut verkrampfen.

Zitat von martha_r:
Ich habe sogar oft morgens so einen kleinen Aurafleck, der aber nach dem Blinzeln wieder weggeht.


Das ist dann kein Aurafleck, sondern ein Symptom von trockenen Augen. Durch das Blinzeln wird die Hornhaut Auge wieder befeuchtet. An der Aura würde das Blinzeln nichts ändern, weil es von innen auf der Netzhaut kommt.

02.06.2015 09:29 • #12


Träumeline
Echt Hut ab, wenn du das kannst, Mondkatze. Ich wünschte ich könnte das auch. Eben die meisten Menschen, die ich kennengelernt habe mit Aura handhaben das so wie du/ihr. Ich hab heut schon wieder große Angst. Ich bin wegen Erkältung zuhause und die letzten Male, wenn ichs hatte, war ich allein zu Hause.
Mir machen die Taubheitsgefühle am meisten Angst. Letztes Mal kam ne halbe std. nach dem ENDE des Flackerns TG in der Hand, Nase, Lippe, Backe, Zahnfleisch (wie beim Zahnarzt), Zunge, Rachen, Gaumen, Speiseröhre. Es is einfach Mega eklig. Ich hatte eher selten einen Anfall ohne TG. Und mal gehts so, mal nur Hand und Lippe. Übrigens immer größtenteils links. Das Flackern halt ich mittlerweile besser aus. Aber dann weiß ich halt nich, was noch nachkommt. Bisher hab içh ja -toi toi toi- Glück, da ich mich im Zuge der Schmerzen nie übergeben musste.
Also ich mach mir schon Sorgen, wie das wird, wenn ich den Betablocker iwann absetzen muss, wenn ich mal schwanger sein sollte. Wieviel migräne hattet ihr in der SS? Ich glaub ich und schwanger wär eh ne Katastrophe. Was ich mir Angst machen würde...

02.06.2015 09:36 • #13


Träumeline
Martha, ich bin auch noch tagelang nach so einem Anfall ganz matschig, hab noch lange Wortfindungsschwierigkeiten und bin sehr lichtempfindlich. Manchmal bin ich zwischendurch auch lichtempfindlich, dann wieder nich. Ich hab manchmal einen kleinen Aurafleck (wie Stern) aber nur wenn ich blinzel. Dauert auch ca. 1/2 Std. U danach hab ich Kopfschmerzen. Da denk ich immer, solang es nur beim blinzeln is, is es ok.
Weiß nich ob des auch des gleiche is. Manchmal hab ich auch schon einen blauen Streifen gesehen. Und dann hat die Hand gekribbelt und da wusste ich dann auch nich, ob ich mit des jetz wieder einbilde, oder das ne Aura is.

02.06.2015 09:49 • #14


martha_r
Liebe Träumeline, es ist bei mir länger her mit der Schwangerschaft, aber ich glaube, ich hatte in der Schwangerschaft keine Aura. Da es mit der Migräne bei mir in der Pubertät einsetzte, denke ich, dass es auch etwas mit den Hormonen zu tun hat. Es kann also auch sein, dass du in der Schwangerschaft keine Probleme haben würdest. Ich habe an das Schwangersein gute Erinnerungen, denn ich fühlte mich durch die Schwangerschaftshormone recht ruhig. Ich habe mir zum Beispiel wenig Sorgen um die Geburt gemacht (und normalerweise mache ich mir doch ständig viele Sorgen...) Die Taubheitsgefühle kenne ich zum Teil, habe die aber wiederum gar nicht so stark mit der Migräne in Zusammenhang gebracht. Eher mit Verspannungen.

Ich verstehe, dass du das nicht schön findest, gerade wenn du allein bist. Aber es muss ja nicht sein, dass du gleich eine Aura bekommst, weil du alleine bist. Ich glaube, diese Erfahrung, dass der Sehsinn sich so verändert und man plötzlich Sachen sieht, die andere nicht sehen, führt zu dieser Empfindsamkeit und diesem Achten auf alles. Es ist auch so, dass ich diesen kleinen Moment schon schrecklich finde, wenn es zu glitzern anfängt und ich weiß, aus diesem kleinen Punkt wird jetzt eine Aura und ich kann nichts tun. Dieses Gefühl führt natürlich dazu, dass ich zum Beispiel schon "inneren Alarm" spüre, wenn ich bloß von einer Lampe o. ä. geblendet bin.

Liebe Schlaflose, es stimmt, eine Aura vergeht nicht so schnell, trockene Augen hab ich, vielleicht kommt es davon, wäre eine sehr beruhigende Erklärung, aber dieses komische Gebilde sieht so ein bisschen wie der Beginn einer Aura aus. Manchmal finde ich das sowieso schwierig, alles auseinander zu halten", denn ich habe auch recht viele dieser "mouches volantes", dieser Schlieren und Punkte, die von Eintrübungen im Glaskörper kommen. Mein armes Optisches Verarbeitungszentrum ist manchmal damit überfordert, das alles herauszurechnen...

Eine Frage an die Migränikerinnen: Seid ihr normalsichtig? Ich bin nämlich kurzsichtig, sogar ziemlich stark.

02.06.2015 09:57 • #15


Träumeline
Das wäre ja schön, wenn das so wäre. Bei meiner Arbeitskollegin, die eher Sprachstörungen hat, war es schlimmer in der SS.
Nachts schlafen mir oft die Arme ein. Aber ich glaube das kommt vom liegen. Ich schlafwandele auch. Frag mich, ob's da n Zusammenhang mit der migräne gibt.
Diese Alarmbereitschaft, wenn ich geblendet bin oder was im Auge habe, kenn ich sehr gut. Das is echt nervig. Deshalb will ich ständig darauf vorbereitet sein, will davon nicht überrascht werden.

Einen Fussel hab ich auch. Der geht immer weg, wenn ich ihn fixieren möchte. Ich seh ihn nich immer, v. a. dann, wenns hell is. Ich hab den seit 3 Jahren oder so, wollte damit schon lang mal zum Augenarzt, hab aber gelesen, dass es diese mouches volantes sind.
Ich bin kurzsichtig, allerdings so schwach, dass ich zwar n großen Unterschied merke mit Brille, aber sie nich beim Autofahren aufsetzen muss. Ich setz sie fast nie auf.

02.06.2015 10:17 • #16


Schlaflose
Zitat von martha_r:
Manchmal finde ich das sowieso schwierig, alles auseinander zu halten", denn ich habe auch recht viele dieser "mouches volantes", dieser Schlieren und Punkte, die von Eintrübungen im Glaskörper kommen. Mein armes Optisches Verarbeitungszentrum ist manchmal damit überfordert, das alles herauszurechnen...

Eine Frage an die Migränikerinnen: Seid ihr normalsichtig? Ich bin nämlich kurzsichtig, sogar ziemlich stark.


Ich bin auch sehr stark kurzsichtig und meine Augen sind voller Glaskörpertrübungen, die sehr großflächig sind und meine Sicht massiv einschränken. Aber die Augenmigräne hat damit eingentlich nichts zu tun. Ich kenne Leute, die normalsichtig sind und auch darunter leiden.

02.06.2015 10:18 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Ich bin auch kurzsichtig und habe auch viele mouches volantes. Mir gehts echt genauso

02.06.2015 11:29 • #18


martha_r
Mich hat das mit der Kurzsichtigkeit interessiert, weil die bei mir auch am Anfang der Pubertät anfing. Aber da gibt es wahrscheinlich wirklich keinen Zusammenhang mit der Migräne.

Jetzt, da ich älter bin und langsam weitsichtig werde, macht mir das alles manchmal wesentlich mehr Probleme mit dem Sehen. Früher konnte ich das besser wegstecken.

Am PC, bei hellem Hintergrund, nerven die mouches volantes wirklich oft. Wenn dann noch eine Aura kommt, bin ich schon oft "bedient". Vor allem sind meine Augenmuskeln oft so müde, kennt ihr das auch? Wenn dann der Nacken noch verspannt ist, habe ich manchmal das Gefühl, nicht mehr so scharf sehen zu können - weder in der Ferne noch in der Nähe.

02.06.2015 11:45 • #19


Mondkatze
ich bin nicht kurzsichtig

02.06.2015 13:00 • #20



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