Pfeil rechts

(edit: Bitte sagt einfach wenn ich das Thema löschen soll oder tut es, es war nicht bös gemeint und ich bin auch nicht bös wenn ihr es tut!)

Ich muss gleich zum Zahnarzt (ich hab soo angst und Blutdruck und Herzrasen hoch 10) und bin natürlich auf die Schlagzeile gestoßen:

41-jähriger beim Zahnarzt aus Angst gestorben.

Im Artikel hieß es, dass es durch extreme Ausschüttung von Stresshormonen durchaus zu einem tödlichen Schock kommen könne, der Mann in dem Fall hatte einen Hirnstamminfarkt erlitten.

Aber "man" sagt "uns" doch immer, dass wir an unserer Panik nicht sterben können? Wie paßt das denn bitte zusammen?
lg, die tachykarde sich grad versteckende
keule

06.11.2008 16:04 • 10.11.2008 #1


31 Antworten ↓


Denke das bei diesem Patienten eine wirkliche Erkrankung vorlag....überlege mal wieviel Menschen im Krieg an ihrer Angst sterben müßten. Wenn ich zum Zahnarzt muß bricht mein Puls auch alle bestehenden Rekorde. Es kann dir wirklich nichts passieren.

Wünsch dir alle Gute
Claudia

06.11.2008 16:07 • #2



Schock durch Angst? *triggerwarnung*

x 3


Ja. Placeboeffekt und Reinsteigerei..

Es gab mal einen Vesuch an einem zum Tode verurteilten. Er sollte hingerichtet werden, indem man ihm die Pulsadern aufschnitt. Man schnitt sie nicht auf, man ritzte nur mit einem Messerchen, sodass er dachte es ist soweit, dann liess man lauwarmes Wasser auf die Handgelenke träufeln.....der Mann starb.



Im Übrigen finde ich es nicht grade gut, dass Du mit Deiner Ansage hier jetzt alle Leute heiß machst und noch ängstlicher machst, als sie es nicht eh schon sind.. War eher kontraproduktiv..

06.11.2008 16:09 • #3


Claudi, danke schonmal fürs schnelle Mutmachen. Ja ich hoffe auch so sehr dass wir Paniker durchgescheckt genug sind - mensch der arme Kerl!
(trotzdem hab ich so Schiß..dabei ist es nur zur Kontrolle)

edit: ich will keinem angst machen, ich HAB angst wie hacke.

naja und ich frage mich wo bitte ist der unterschied zwischen gefährlichem placeboeffekt wie Du es nennst und ungefährlicher panik? ich hätte es gern erklärt bekommen!

es tut mir leid wenn es als bösartig/kontra rüberkam, löscht es oder ich mach

06.11.2008 16:10 • #4


Ich hab mich dort mal so reingesteigert, daß ich einen Puls von 160 hatte. War ich aber wirklich selbst schuld daran....im Stuhl wird es dann besser. Also, keine Angst...kann dir nichts passieren
Sportler haben oft einen Puls von 200

06.11.2008 16:13 • #5


Die Chance das du tot vom Zahnarzthocker kommst ist genauso groß, wie die Chance das dir in der U-Bahn ein Schwein auf den Schuh kakt.LG
Immer schön weiter googeln vom Arztbesuch, das hilft

06.11.2008 16:14 • #6


Ne quatsch, so wars nicht gemeint!

Nur grade wenn man selber so sensibel ist, sollte man vielleicht nachdenken, ob man seinesgleichen eine Solche Schlagzeile entgegenbringt oder es eben seinlässt.. Nur als kleiner Denkanstoß


Nun der Placeboeffekt ist ja bekannt.. Und man kann sich halt eben nicht nur die positiven Effekte der Heilung suggestieren sondern eben auch das Negative.. Es liegt aber alles in DEINEM Kopf ob das passiert oder nicht.. Also denke Dir lieber "Alles ist gut" als "Ich sterbe ich sterbe"

06.11.2008 16:18 • #7


Hehe, genau die Angst hab ich immer im Kino wenn ein spannender Film läuft.
Mir ist dann immer so komisch - ich denke von der Aufregung her - das kenn ich nicht und das macht mir dann Angst.

Seit ich gelesen hab bei dem Film : Passion Christi seien Menschen im Kino vor Angst gestorben geht mir das auch immer im Kopf rum

Aber ich denke, die hatten dann schon vorher einen Herzfehler, der evtl. nicht erkannt war.

LG
Gabi

06.11.2008 16:19 • #8


Danke nochmal. ich habs überstanden aber meine Güte, wenn mal echt mehr ist als Zahnstein entfernen..

@alle & sherlock: bitte sagt kurz, wenn ihr das gelöscht haben möchtet. das es ein schei. ist ist schon klar, nur letztendlich war / bin ich auch hilflos solchen Meldungen ausgeliefert und frage mich tatsächlich auch in "panikfreien" Momenten, wie bitte sowas zusammenpasst mit den immer vorgebeteten Mantren von: es kann nichts passieren, maximal eine hyperventilations-Ohnmacht?

die erstmal unglaublich erleichterte, zahnsteinlos euch dankende und grüßende
keule

06.11.2008 17:58 • #9


Super, ich freu mich das du uns erhalten bleibst.
Kann dich so gut verstehn...Zahnarzt ist auch mein Albtraum.

Claudi

06.11.2008 18:00 • #10


es wird nix passieren!! Keine Sorge!

06.11.2008 19:06 • #11


Schön das du es gut überstanden hast

Ich habe mal eine Frage, was ist denn "trigger"?

06.11.2008 19:41 • #12


Hallo rosaschäfchen, trigger ist englisch und bedeutet Auslöser. Kann also Angst und Panik auslösen, ist damit gemeint. LG

06.11.2008 20:13 • #13


Zu solchen Sachen die man im hört "vor Angst gestorben" kann ich folgendes beitragen: Wir alle wissen nicht was den Menschen fehlte, wir kennen die Vorgeschichte nicht und die evt. Krankheiten die diese Menschen in sich trugen.
Vorallem wir Angstpatienten sind ja oft beim Arzt und die meisten haben eh schon ein EKG usw. hinter sich wo alles in Ordnung war. Also sind wir gesund, was diese Menschen wahrscheinlich eben nicht wussten.

No Panic!

06.11.2008 20:33 • #14


Christina
Zitat von keule:
nur letztendlich war / bin ich auch hilflos solchen Meldungen ausgeliefert und frage mich tatsächlich auch in "panikfreien" Momenten, wie bitte sowas zusammenpasst mit den immer vorgebeteten Mantren von: es kann nichts passieren, maximal eine hyperventilations-Ohnmacht?
Hm, das ist das Paniker-Bedürfnis nach 100 %iger Sicherheit, die es leider nicht geben kann. Dabei besagt das "Mantra" nur, dass die Panik als solche bei uns körperlich optimal durchgecheckten, ziemlich gesunden Menschen nicht gefährlich ist. Trotzdem ist das Leben als solches mit Risiken behaftet, und wir müssen lernen, damit zu leben, ohne dass Mami (in Gestalt eines Therapeuten oder eines Selbsthilferatgebers oder eines Forums) uns dauernd versichert, dass alles okay ist und nichts Schlimmes passieren wird.

BTW: Das Blöde an solchen Meldungen ist auch noch, dass sie irreführend sind. Der Mann ist doch anscheinend an einem Schlaganfall gestorben, das ist etwas anderes als ein Schock und eben ganz und gar nicht die Steigerung von Angst.

Liebe Grüße
Christina

06.11.2008 20:43 • #15


Zitat von Christina:
Trotzdem ist das Leben als solches mit Risiken behaftet, und wir müssen lernen, damit zu leben, ohne dass Mami (in Gestalt eines Therapeuten oder eines Selbsthilferatgebers oder eines Forums) uns dauernd versichert, dass alles okay ist und nichts Schlimmes passieren wird.


ja. das klingt sehr wahr.
Intellektuell ist es mir auch spätestens jetzt wieder echt peinlich, aber wenn ich in dem Film drin bin, schrei ich wirklich nur wie vor Jahren nach Mami. Es ist immer wieder erstaunlich wie es einrastet und sich verselbständigt.

Danke für Euren schnellen Zuspruch und die klugen Gedanken. Die Hoffnung, immer klüger und gelassener zu werden weicht zulezt

06.11.2008 21:53 • #16


TheSaint
guten abend keule,

ich hab mir mal die mühe gemacht, den entsprechenden artikel mit tante google zu finden und war erfolgreich

so, also, nich böse sein, aber der artikel, über den du da gestolpert bist ist, mit verlaub, absoluter b_u_l_l_s_h_i_t... anders kann man das ja nich sagen - die ganze homepage, auf der das steht is ja voll fürn Ar..

einen hirnstamminfarkt bekommst du nicht von "der angst", so wie das dargestellt wird. das ganze "medizinische fachwissen" in dem artikel is aus jeglichem zusammenhang rausgerissen und fachlich vollkommen daneben. da widerspricht sich ja ein satz dem nächsten. alle, die wir jemals irgendwie oder irgendwo therapie gemacht haben, haben wir gelernt, dass man an der angst nicht stirbt - und das entspricht der realität - nichts anderes... lass dich also bitte nicht von diesem artikel, auf den du gestossen bist, verunsichern!


lg


P.S.
hier noch ein paar /ironie an/ "äußerst nette und informative" /ironie aus/ aussagen die auf der entsprechenden seite stehen - hier zum thema depression:
Zitat:
Rein in die Sportschuhe und ein paar Runden gelaufen - das vertreibt trübe Gedanken besser als das Labern über die frühe Kindheit auf der Couch und Tabletten schlucken


oder dieses über menschen mit panikattacken:
Zitat:
Zehn Jahre leiden sie im Durchschnitt, ruinieren oft ihr Leben und kosten der deutschen Wirtschaft zwischen 50 und 100 Milliarden Euro im Jahr [...] obwohl Angst- und Panikstörungen innerhalb von zehn bis 15 Stunden erfolgreich zu behandeln sind - ohne Medikamente, nur mit kognitiver Verhaltenstherapie. Volker B. ist Betroffener [...] Über zehn Jahre zerstörte Angst sein Leben - bis er in zehn Stunden Psychotherapie den Weg aus der Angst fand.


und noch ein sahnestückchen von besagter seite über psychotherapeuten:
Zitat:
Psychotherapeuten, die sich im Web präsentieren, lassen für jedermann erkennbar werden, wie irrational, zerrissen und krank der Berufsstand der Seelenheiler selbst ist. Den erschreckenden und traurigen Seelenzustand vieler Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten offenbaren besonders eindrucksvoll die Internetforen


06.11.2008 22:23 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Halllo TheSaint,

das was du hier zitierst ist schon interessant. Dazu etwas später.
Zu der ganzen Sache mit Sterben wegen Angst möchte ich nur sagen, daß ich während meiner Therapien einen Patienten kennegelernt habe, der einen Herzfehler durch die Konfrontationstherapie bekommen hatte.
Wer Panikattacken kennt, weiß sicher genau, was für Ängste da auftreten (Todesangst) und in welchen Zustand der Körper sich befindet: Pulsschlag, Atmung. Es stimmt zwar, das es kaum Fälle gibt, wo jemand nachweislich dabei gestorben ist. Das ist aber ein verdienst des Unterbwewußtseins dabei. Was wir uns selbst antuen (mit unserem Verhalten) das muß dann das Unterbewußtsein wieder richten. Und zum Glück klappt das auch so gut wie immer. Unsere Lebensgrundlage ist das Schlagen des Herzens und darauf haben wir mit dem Bewußtsein relativ wenig Einfluß. Klar schlägt das mal wegen Gefühlen auch schon mal höher, aber insgesamt betrachtet hat man im Leben kaum Einfluß mit seinem Denken darauf. Und das ist auch gut so.
Es gibt aber eine Sache, die sehr direkt und deutlich Einfluß auf die Herztätigkeit nimmt: Und damit komme ich auf die Zitate zurück:

Zitat:
Rein in die Sportschuhe und ein paar Runden gelaufen - das vertreibt trübe Gedanken besser als das Labern über die frühe Kindheit auf der Couch und Tabletten schlucken.

Ohne Kommentar. Dem kann ich voll zustimmen. Aber warum das so ist. Das ist doch interessant. Und das ist keinesfalls nur für Depressionen so.

Zitat:
Zehn Jahre leiden sie im Durchschnitt, ruinieren oft ihr Leben und kosten der deutschen Wirtschaft zwischen 50 und 100 Milliarden Euro im Jahr [...] obwohl Angst- und Panikstörungen innerhalb von zehn bis 15 Stunden erfolgreich zu behandeln sind - ohne Medikamente, nur mit kognitiver Verhaltenstherapie. Volker B. ist Betroffener [...] Über zehn Jahre zerstörte Angst sein Leben - bis er in zehn Stunden Psychotherapie den Weg aus der Angst fand.

Absoluter Schwachsinn aus meiner Sicht. Diese Therapie behandelt, wie viele anderen Therapieformen, nicht die Ursachen. Eine Angsterkrankung entwickelt sich über längere Zeit und wenn sie erkannt ist, ist diese nicht in 15 Stunden erledigt. Wer das schreibt hat einfach Null Ahnung, was psych. Erkrankungen sind, wie sie sich entwickeln und wie sie entstehen.
Die Angst ist ein wichtiger Bestandteil in unserem Leben. Sie soll uns veranlassen etwas zu ändern. Das ist doch die Botschaft. Und wenn man sich wieder besser verhält, gehen auch die Ängste wieder weg. Die Angst ist also eine Hilfe unser Leben zu meistern und daher braucht man sie auch nicht bekämpfen. So sollte man das auch verstehen. Die Angst einfach mit Tabletten wegschlucken macht dann natürlich auch kein Sinn. Hier stehen eindeutig Verhaltensänderungen auf der Tagesordnung.

Und wer sich richtig oder besser wieder verhält brauch und wird auch keine Angst vor irgendwelchen anderen Krankheiten haben. Das richtige und damit gesunde verhalten bestimmt maßgeblich die Lebenserwartung und verhindert generell die Entsehung von Krankheiten. Das wird ja jedem z.B. auch schon bei den Erkältungskrankheiten, die ja nun Jahreszeitlich bedingt zu erwarten sind, einleuchten. Da ist Abhärten angesagt. Wer ständig in Räumen und so rumhockt, der wird sicher keine Abwehrkräfte entwickeln. Das ist Verhalten UND Gesundheit. Aber das sind ja selbstverständliche Dinge alles. warum ist das bloß mit den Ängsten sooo kompliziert !? - oder ist es doch nicht so kompliziert ?

VG

06.11.2008 23:36 • #18


TheSaint
hi queer fellow,

ich hab die zitate an sich nur rein, um mit wenig aufwand deutlich zu machen, wie "realistisch" der artikel über den aus "angst beim zahnarzt gestorbenen" sein kann... natürlich steckt auch ein wenig wahrheit in den zitierten aussagen, wie z.b. mit dem sport der bei depri und angst eine gute und wichtige komponente ist, aber jemandem mit ner schweren depression zu sagen, verzichte bitte auf jegliche therapie, die eh nix bringt sondern zieh dir mal lieber deine turnschuhe an, das geht einfach nicht - und so lapidar kommen diese zitierten aussagen aber rüber...

zum angeblichen herzfehler durch konfrontationstherapie möchte ich nur sagen - das soll mir mal einer erklären, wie das geht. sorry, aber herzfehler bekommt man nicht durch eine konfrontationstherapie - wer verbreitet eigentlich solche märchen? damit macht man leuten, die alles glauben, was sie lesen, nur noch mehr angst - das kanns ja nicht sein, oder?

wenn man mit herz-kreislauferkrankungen wie bluthochdruck etc. vorbelastet ist, gibt es dinge, die man als paniker in einer therapie nicht machen sollte - wie z.b. das flooding, weil sowas eben zu hohen blutdrücken und schnellem puls während der therapie führen kann oder sogar sicher wird - das is für jemand mit solchen vorerkrankungen nicht sonderlich förderlich. aber so jemanden lässt man ja auch keinen marathon laufen. wenn man also einen "herzfehler durch eine konfrontationstherapie" davonträgt (wobei ich in dem zusammenhang das wort "herzfehler" doch mal sehr gerne genauer definiert bekommen würde), dann war da im vorfeld was faul und derjenige organisch nicht 100% gesund. da kann mir keiner was anderes erzählen. genauso bei dem erwähnten zahnarztpatienten - die angst allein hat ihn ganz sicher nicht umgebracht und auch keine hirnstammblutung ursächlich hervorgerufen.

panik bringt nicht um, im gegenteil - in der steinzeit war sie sogar dazu da, das leben zu retten

in diesem sinne, ich geh nun ins bett - gut nacht

06.11.2008 23:59 • #19


Such dir einen Zahnarzt der mit Beruhigungsmusik oder gar Hypnose arbeitet. Oder Nimm dir selber nen music player oder sowas mit und hör Musik.
Musik is umsonst, aber die Hypnose muss man glaub selber zahlen, erkundige dich mal bei deiner Krankenkasse: 1. ob die nen geeigneten Zahnarzt wissen. 2. Ob man Hypnose selbst zahlen muss.

07.11.2008 00:11 • #20



x 4


Pfeil rechts


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag


Dr. Hans Morschitzky