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Eine-von-Vielen

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Hallo ihr da,

ich habe mir gerade ein Video aus dem Expertenrat Forum angeschaut,
in dem eine Aussage getätigt wurde, die mir schon wieder zu denken gibt..

Wortlaut in etwa :

"Angstpatienten schätzen ihren Puls / Blutdruck falsch ein, bei den meisten kommt es lediglich zu einer Erhöhung der Herfrequenz um 10 ( oder 20 ?! ) Schläge"

Ich habe einen Ruhepuls der im Schnitt so bei 70 liegt, rechne ich jetzt 10 bzw. 20 drauf, komme ich auf 80 bzw. 90 Schläge..

Das wäre ja schön, allerdings wurden bei mir letzte Woche einmal ein Puls von 115 und nochmal einer von 130 gemessen..

Ist das denn "normal" für eine PA?!
Wie hoch geht denn eure Herzfrequenz?

Man hört immer und überall, dass PA nicht gefährlich / schädlich sind, aber so ein hoher Puls fällt doch schon unter eine Tachykardie, oder?
Und die können doch durchaus schädlich sein, oder nicht?!


Liebe Grüße

freaked_out_Mary

26.05.2016 #1


80 Antworten ↓
HeikoEN

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Zitat von nane:
Wirklich erschreckend das es so weit verbreitet ist. Leider versteht es in meinem Umfeld niemand. Man wird schnell belächelt, oder was viel schlimmer ist, erschrocken angeschaut als wäre man beckloppt.


Völlig richtig, aber wenn man genauer darüber nachdenkt, also über das Verhalten der anderen Menschen, kommt man schnell darauf, dass bei denen die REINE ANGST spricht, solche Probleme zu bekommen

Von daher gilt, ganz entspannt bleiben und es, so komisch es klingt, auch als "normale" Erkrankung an zu sehen.

Zitat von nane:
Zwei Monate nach der Geburt hat man bei mir Hautkrebs festgestellt( oh je ich bekomme schon beim schreiben dieses Wortes Herzrasen). Es ist Gott sei Dank früh festgestellt so das ich als geheilt gelte. Aber ich hatte keine Unterstützung in Gefühlssachen und lag in der Klinik mit schlimmen Gedanken, zwei kleine Kinder und ihre Mutter krank. Es war furchtbar.


Ok, aber dennoch ein Vorteil, weil es ist sehr wahrscheinlich, dass das der Auslöser für Deine Ängste war.

Und noch viel besser, denn diese Ängste, die bei dem von Dir geschilderten Umständen auftraten, sind sowas von berechtigt und normal, dass man sich eher fragen müsste, wenn jemand keine Ängste darunter entwickeln würde, er nicht normal wäre.

Aber es zeigt auch deutlich, dass es eine reine Frage des Umgangs mit dieser Angst bzw. dieser Lebenssituation ist! Das macht Hoffnung, finde ich. Denn man kann konrekt an den Gedanken arbeiten...

Zitat von nane:
Als ich wieder zu Hause war begann mein Angstleben. Ich habe noch keine Medi genommen da ich nicht abhängig sein will.


Ich höre und lese das immer wieder mit den Medis. Moderne Psychopharmaka machen 100% nicht abhängig. Sie verändern auch nicht die Person, sondern ermöglichen, dass der Mensch so sein kann, wie er wirklich ist. Von daher finde ich Psychopharmaka sowas von gut, insb. wenn man wirklich am Ende ist. Sie bieten den supergroßen Vorteil, ganz normal am Leben wieder teilnehmen zu können und z.B. die Therapie in vollen Zügen zu machen.

Aber es ist KEINE Langzeittherapie. Ich kenne Leute, die nehmen 35 Jahre (!) Psychopharmaka. Wechseln die Medis, weil verschiedene Wirkstoffe schon gar nicht mehr helfen.

DAS ist keine Lebensperspektive. Klarer Fall.

Aber akut, für 6-18 Monate, gibt es nichts besseres.

Natürlich muss man SEHR darauf aufpassen, WER einem das verschreibt und das meine ich ganz ernst.

Ich habe meinem Arzt gesagt, WELCHES ich haben möchte. Natürlich nach ausführlichsten Studium diverser Literatur und Kontaktaufnahme zu verschiedenen Ärzten. Wenn ich höre, dass der Hausarzt mal eben ein Psychopharmaka verschreibt, stehen bei mir die Nackenhaare. Der hat Null Ahnung davon und ich frage mich immer, nach welchen diagnostischen Kriterien er denn sich entscheidet, welches er nun nimmt. Echt spannend, aber möglich in unserem tollen Medizinsystem.

Entschuldige meine kritische Haltung gegenüber den Schulmedizinern, aber ich bin seit knapp 30 Jahren beruflich in diesem Umfeld tätig und kenne ein halbes Dutzend so gut, dass ich mit denen Weihnachten feier und Samstags essen gehe...von daher erlaube ich mir mal so ein Urteil.

Aber egal, ich schweife ab.


Zitat von nane:
Habe mir Lektüre besorgt, Entspannungs DVD`s, gehe regelmäßig zum Sport und doch habe ich Situationen mit denen ich nicht fertig werde.


DAS finde ich sehr gut!

Endlich mal jemand, der aktiv was tut


Zitat von nane:
Die Gedanken daran, dass man noch verückt wird weil man den Eigenen Körper nicht unter Kontrolle hat lässt mich noch verzweifeln.


Naja, Deine Aussage enthält ja schon das ursächliche Problem Kontrolle über den eigenen Körper. Geht aber nicht, der Körper macht das alleine...

Es ist ja so, dass Gefühle Organsymptome machen und Organsymptome Gefühle. Vielleicht zweimal lesen den Satz, bis er sitzt. Es ist aber so. Und Gefühle werden von Gedanken gemacht. Das ist fest "verdrahtet" in unserem Kopf. Hat Vorteile, denn genau da kann man ansetzen.

Leider kenne ich Dich zu wenig, als das ich nun weitere Tipps geben könnte, aber für mich klingt das ein wenig so, als wenn Du "nur" ein wenig kognitive Unterstützung, Beratung bräuchtest in Deiner Lebenssituation, damit Du BESSER mit allem fertig werden könntest. Dann würde wahrscheinlich auch Deine Selbsthilfe in Sachen Entspannung und Sport völlig ausreichen, um Dich symptomfrei zu machen. Nebenbei erwähnt, kenne ich mehrere Angstbetroffene, die NUR (!) über Sport ihre Erkrankung überwunden haben und dauerhaft angstfrei bleiben.

Nur so als Motivation am Rande

Wenn es Deine Kinder ermöglichen, hast Du mal an eine Selbsthilfegruppe gedacht?

Aus welcher Ecke Deutschlands kommst Du?


Zitat von nane:
Ich hoffe du hast schon einen Weg gefunden um damit umzugehen.
Hilft dir jemand dabei (Familie,Freunde,Doc)?


Nunja, ich hatte nach einem harten, aber relativ kurzem Leidesweg das Glück, schnell in eine Klinik zu kommen und bin ein Typ Mensch, der sowas sehr gut annehmen kann und den Dingen auf den Grund geht. Ich bin sozusagen Fachmann in eigener Sache geworden und habe Unmengen an Büchern verschlungen. Für mich war die kognitive Verhaltenstherapie der Schlüssel zum Erfolg. Und ich finde, eine reine Angsterkrankung ist so scharf und gut abgegrenzt zu anderen psychischen Erkrankungen, dass sie wunderbar therapierbar ist!

Aber natürlich ist es ein Weg, der auch bei mir nicht zu Ende ist, denn ich bin natürlich auf der Suche nach den Ursachen. Familiär gibt es da was in meiner Lebenshistorie und ich beschäftige mich mit vielen Dingen aktuell zum Thema Traumatherapie usw. und stelle aber fest, es hängt alles irgendwie zusammen

24.04.2012 13:53 • #42


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Puls / Blutdruck bei PA

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M

Miyu1987
Gast

Zitat von doremi80:
Ich bin vor meinen PAs jeden Tag nach Arbeit (war übrigens körperlich wie geistig sehr anstrengend ) zum Ausgleich eine Stunde Joggen gegangen ,daher kenne ich das Gefühl einen Puls um 140 zu haben.
Ich finde, man kann das nicht mit einer PA vergleichen.
Und nochmals , es möchte bestimmt keiner Mitleid o.ä.
Und ich dachte dieses Forum ist da um sich mit andere auszutauschen und nicht um sich ständig Vorwürfe machen zu lassen , ich glaube das haben alle Betroffenen schon genug.
PS. Ich habe bereits eine Ablation hinter mir und bekomme demnächst noch eine, daher denke ich , dass man die ganze Problematik als Betroffener nicht so leicht nehmen sollte


Huhu doremi80,

ich denke nicht, dass hier irgendjemand versucht hat einen anderen Vorwürfe zu machen.
Sicherlich kann man das definitiv nicht mit einer PA vergleichen, das habe ich auch niemals behauptet. Es ist aber so, dass es viel einfacher ist mit Angsterkrankungen umzugehen, wenn man sich passend auf die Angstsymptome vorbereitet. Und dabei hilft es sehr, wenn man so häufig wie möglich Sport macht. Einfach, um ein stärkeres Bewusstsein für die Leistungsfähigkeiten seines Körpers zu bekommen. Wenn der Puls regelmäßig über 100 gebracht wird, gewöhnt man sich mit der Zeit daran, dass der Puls auch während einer PA sehr hoch ist und man weiß dann, es ist nichts, was einen jetzt gleich umkippen lassen wird, denn es ist einen dann bekannt und nichts neues. Denn ob ich Sport mache oder eine PA habe, es läuft beides darauf hinaus, dass der Puls sehr weit oben ist. Darum wird von sehr vielen Psychatern bei Angsterkrankungen und Depressionen empfohlen, viel Sport zu machen und die empfehlen das aufgrund von wissenschaftlichen Fakten.

Leicht nehmen sollte man es nicht aber man sollte lernen, eine PA realistisch einzuschätzen. Realistisch einschätzen heißt nicht, dass man die PA kleinredet und auch nicht, dass man ihr zu viel Macht gibt. Realistisch heißt, es so zu sehen wie es in Wirklichkeit ist. Die PA lösen Angstgefühle aus und Angst ist einfach nur ein Gefühl, das eben in der Stärke variieren kann, aber das einen niemals umbringt.

Hier sind Leute die helfen anderen ganz für umsonst. Da darf man halt nicht erwarten, dass man immer das zu hören bekommt, was man sich momentan halt sehr wünscht. Es kann niemals gut sein, in seinen Gefühlen bestätigt zu werden und nur das Gute von anderen zu hören. Das hat nichts damit zu tun, dass die andere Leute ärgern wollen sondern das hat was damit zu tun, dass viele hier einfach aus Erfahrungen sprechen, die ihnen selbst schon geholfen haben.

Hilfe kann m.E. deshalb auch negativ formuliert sein, um den Menschen einfach aufzuwecken. Damit muss man auch umgehen können.

Die Ängste hat man einzig und alleine deshalb so stark, weil man bisher nie gelernt hat damit kognitiv richtig umgehen zu können. Wenn man weiß, wie die Psyche auf den Körper wirkt, kann man das besser begreifen. Es ist nur die eigene Psyche die einen die Angst so scheinbar großredet. Und das meinte wohl Crazy030 als sie/er sagte, dass die Menschen übertreiben.

LG

09.05.2012 10:01 • #64


Zum Beitrag im Thema ↓


Schlaflose
Wenn man Ausdauerport treibt, geht der Puls oft über längere Zeit auf 130-140, z.B beim Joggen. Paníkttacken sind für das Herz wie Sport, das ist nicht schädlich.

Viele Grüße

#2


Eine-von-Vielen
Hallo Schalflose!

Danke für deine Antwort!

Mhh..
Es macht also keinen Unterschied, ob man einen derartigen Puls hat, wenn man Sport treibt ( da ist man ja in Bewegung etc. ) oder eben bei einer PA, bei der man beispielsweise sitz oder liegt?!

Mich irritiert das einfache ein wenig, weil ich mit dem Puls von 130 in die Notaufnahme kam und man sagte, dass ist eine Tachykardie..
Also sprich : Man hat das ja wohl nicht für "normal" empfunden, oder?!

Sind dir denn derartige Werte von dir selber auch bekannt?

#3


Schlaflose
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, weil ich nie auf meinen Puls achte. Aber ich bin schon seit fast einem Jahr in diesem Forum und habe zig Beiträge darüber gelesen, wo das so gesagt wurde. Ich denke, wenn ein so hoher Puls einfach so d.h. ohne Panikattacke oder sportliche Betätigung vorkommt, dann wird das als nicht normal eingestuft, aber infolge einer Panikattacke ist es wohl "üblich". Es gibt hier Beiträge von Leuten, bei denen der Puls während einer Panikattacke noch viel höher liegt.

Viele Grüße

#4


Eine-von-Vielen
Hallo Schlaflose,

es ist zwar nicht schön, dass sich andere mit einem noch höheren Puls herumschlagen,
aber es beruhigt mich zu hören!
Danke dir!

Liebe Grüße

#5


HeikoEN
Hi nochmal Mary!

Nein, es ist EGAL, ob DU rennst oder liegst und Dein Herz so schnell schlägt.

Der Grund sind Botenstoffe, die das Herz so schnell schlagen lassen...

Das Herz "weiss" ja gar nicht, ob Du rennst oder liegst oder was auch immer. Ist ihm auch egal. Es bekommt die Anweisung, schnell zu schlagen, mehr Blut zu transportieren, weil Du eine PA hast und flüchten musst oder kämpfen etc...(ganz alte Überlebensstrategien aus der Urzeit).

Puls mit 120 oder 130 ist SOWAS von normal und egal...

Ich hatte genau DAS auch

Mich dann ständig ans Herz gefasst, Blutdruckgerät angelegt, so wie ca. 3800x schon in den letzten Wochen und gemessen

Eine Anekdote noch von mir:
In der Klinik hatte ich einem Mitpatienten erzählt, dass ich ja so Herzrasen hätte und auch der Ruhepuls bei mir manchmal 80-90 hätte und sogar bis 120 raufging bei einer PA.

Derjenige guckte mich an und zog erstaunt die Augenwinkel hoch!

Er sagte, er hätte einen RUHEPULS von 120 (!)

Ich sagte, nee, Du spinnst.

Er führte mir das dann vor und ich hielt meine Hand an seinen Hals bzw. fühlte den Puls am Handgelenk...ER RASTE und der Mensch sass RUHIG (!) völlig ruhig vor mir!

Am nächsten Morgen in der Klinik, wir musste dort Morgenbewegung machen, so ein wenig Qui-Gong, Yoga usw. was nebenbei bemerkt super war, hatte sein Puls, KEIN WITZ! 180 (!). Er macht ruhig und völlig normal die Übungen, die durchaus schweisstreibend waren...

Seitdem und das ist auch keine Übertreibung, war mein Herzrasen und meine Ängste, dass mein Herz platzt etc. weg! Einfach weg. Auch in der Angstgruppe in der Klinik, erzählten ALLE dass das so wäre bei ihnen.

Ich war sowas von beruhigt...

DAS ist u.a. für mich der Sinn einer Selbsthilfegruppe! Man "sieht", dass man nicht alleine ist mit seinen Symptomen und das es Menschen gibt, die es noch viel schlimmer haben...

#6


Eine-von-Vielen
Hihihi.. Ok! - Danke, jetzt bin ich auch beruhigt!

Menschenskinder, man kommt sich manchmal schon schwer "bescheuert" vor,
wenn man immer wegen nix und wieder nix solche Panik schiebt..

#7


HeikoEN
Zitat von freaked_out_Mary:
Menschenskinder, man kommt sich manchmal schon schwer "bescheuert" vor,
wenn man immer wegen nix und wieder nix solche Panik schiebt..


Es wird noch besser, wenn man halbswegs therapiert ist und dann im Nachhinein sich erinnert, welche Kraft diese Erkrankung über einen Menschen gewinnen kann. Das schafft keine organische Krankheit, wenn man mal an einen Beinbruch denkt oder 'ne Mendel-OP oder einen Bandscheibenvorfall. Psychische Probleme sind echt ne ganz andere Hausnummer irgendwie.

#8


Eine-von-Vielen
Zitat von HeikoEN:
Psychische Probleme sind echt ne ganz andere Hausnummer irgendwie.


Das ist wohl wahr..

Ich habe mich während meiner Ausbildung und davor auch schon immer sehr viel mit dem menschlichen Gehirn beschäftigt. Ich war immer so begeistert, ja fasziniert von diesem Organ - fasziniert bin ich auch heute noch, aber jetzt leider eher im negativen Sinn.

Es ist kein schönes Gefühl, wenn man festsstellen muss, dass es "plötzlich" verrückt spielt.
Das trägt auch viel zu meiner Angst bei.

#9


I
Mein Puls liegt dann auch immer sehr hoch, und ist nicht gerade schön...

Was mich so verrückt macht, das sind die Fragen: Warum leidet man darunter?
Das macht mich irre, wenn ich das Verstehen könnte,warum es so ist...o.k in der Therapie wurde mir gesagt, das es daran liegt, das ich als Kind Sexuell Misshandelt wurde, aber ich habe damit abgeschlossen...
Mein Arzt meint, da muss noch was hinter stecken, klasse Aussage....aber helfen kann mir keiner

#10


HeikoEN
Zitat von isabella2011:
Was mich so verrückt macht, das sind die Fragen: Warum leidet man darunter?


Das vegetative Nervensystem, welches u.a. darfür verantwortlich ist, "hängt" in einer anderen "Nummer" als Du vom Geist her.

Um das zu lösen, musst Du "Kontakt" herstellen im Rahmen einer Therapie.

Zitat von isabella2011:
Das macht mich irre, wenn ich das Verstehen könnte,warum es so ist...o.k in der Therapie wurde mir gesagt, das es daran liegt, das ich als Kind Sexuell Misshandelt wurde, aber ich habe damit abgeschlossen...
Mein Arzt meint, da muss noch was hinter stecken, klasse Aussage....aber helfen kann mir keiner


DAS ist genau das, was die Schulmedizin halt macht.

Eine reine Symptombekämpfung.

Eine Ursachenerforschung und -therapie ist u.U. eine langwierige Sache. Aber nur so sind z.B. solche Symtomerkrankungen wie Ängste und Depressionen in den Griff zu bekommen.

Aber! Für eine solche Therapie, die ein Trauma aufarbeitet, braucht man Mut, Kraft und Willen.

Dazu noch die richtige Methode, die m.M. die Schulmedizin nur bedingt bietet, da diese größtenteils auch wieder kognitiv vorgeht. Aber naja, weites Feld und ggf. hier ein bischen fehl am Platz.

#11


I
Zitat von HeikoEN:

Eine Ursachenerforschung und -therapie ist u.U. eine langwierige Sache. Aber nur so sind z.B. solche Symtomerkrankungen wie Ängste und Depressionen in den Griff zu bekommen.

Aber! Für eine solche Therapie, die ein Trauma aufarbeitet, braucht man Mut, Kraft und Willen.
.


Ich hatte eine Verhaltenstherapie gehabt....aber dort bin ich nicht weit gekommen...

Was sollte ich für eine Therapie machen?

#12


HeikoEN
Naja, das spielt ja schon das grundlegende Problem der Schulmedizin und der Verhaltenstherapie wieder...

Eine Verhaltenstherapie "wirkt" über den eigenen Verstand. Dir wird sozusagen klar gemacht, wie die Abläufe sind bzw. waren und was Du zu tun hast, wenn wieder Symptome, Probleme, Denkmuster auftreten, die z.B. Dein Nervensystem erzeugt.

Eine Verhaltenstherapie bringt Dir aber z.B. nicht die Gefühle (z.B. Selbstvertrauen, Liebe und Rückhalt der Eltern usw.) wieder zurück, die Du aufgrund eines Missbrauchs-Trauma, nicht kennenlernen konntest in Deiner Kindheit oder Jugend.

Das Problem ist aber, dass ein Trauma im Nervensystem aber hängt. D.h., die damaligen Gefühle, sind vorhanden. Du kannst aber keinen "Kontakt" herstellen zu ihnen. Darum geht es aber in einer entsprechenden Traumatherapie.

Als ersten Schritt würde ich Dir raten, herauszufinden, ob ein Trauma vorliegt.

Wenn da Missbrauch in der Kindheit ein Thema war, ist es fast zu vermuten.

Wenn ja, solltest Du dich informieren, was eine Traumatherapie ist, wie sie funktioniert, und vor allem, WELCHE es gibt. Entscheidend ist auch ein wenig, wo DU persönlich stehst, was wiederum wichtig ist für die Wahl der Therapiemethode bzw. -form.
Es gibt Menschen, die sind z.B. dissoziiert und haben den Teil der Gefühle abgespalten, weil das Erlebte so schlimm war, dass sie es hätten nicht überlebt sonst. Nur die Dissoziation ist der Grund, warum sie überlebt haben.

Die Schulmedizin hat da z.B. verschiedene Therapieformen. Tiefenpsychologisch usw., die aber ALLE m.M. nach trotzdem sehr kognitiv orientiert sind.

Die "Lehrschulen" streiten sich darüber, was wirklich hilft und Trauma ist sozusagen auch die Spitze der Psycho-Medizin, weil u.U. sehr individuell, sehr komplex und sehr tiefgreifend.

Informiere Dich auch mal über EMDR. Auch eine Therapieform, bei der es aber sehr auf Dein individuelles Trauma ankommt.

Ansonsten ist Somatic-Experiencing "die" Methode. Eine relativ neue Therapieform vom Amerikaner Peter Levine erfunden. Aus Erfahrung kann ich Dir berichten, dass sie funktioniert

Weiteres ggf. gerne per persönlicher Post.

#13


I
Vielen Dank für die tolle Information.....ich werde mich mal über alles informieren.

Schön zu hören,das du einen Weg gefunden hast / hattest der dir geholfen hat....
Tja, das man immer so viele Fragen hat, die man leider nicht beantwortet bekommt
Vor allem, warum ich nicht alleine sein kann und mein Mann so ein Einfluss auf mich hat, das es mir gut geht bei ihm...komisch...

Vielen DAnk

#14


Eine-von-Vielen
Hallo Isabella,

ich glaube, dass es garnicht sooo entscheident ist, zu wissen woher es kommt.
Das bewirkt letztendlich ja auch nur, dass man dann den Grund kennt, die Angst / PA gehen davon, dass man den Grund kennt auch nicht weg..

Letztlich ist es "nur" ein "Denkfehler"... negatives Denken, Katastrophengedanken..


Liebe Grüße

#15


HeikoEN
Zitat von freaked_out_Mary:
ich glaube, dass es garnicht sooo entscheident ist, zu wissen woher es kommt.
Das bewirkt letztendlich ja auch nur, dass man dann den Grund kennt, die Angst / PA gehen davon, dass man den Grund kennt auch nicht weg..

Letztlich ist es "nur" ein "Denkfehler"... negatives Denken, Katastrophengedanken..


Genau DAS finde ich wiederum gar nicht.

Warum bist Du denn ein Mensch, der eher negativ denkt?

Das "denken" wie Du es gerade erwähnst, is ja wieder kognitiv. Aber warum ist das unbewusste so stark, dass es diese Gedanken bei Dir überhaupt so weit kommen lässt. DAS ist doch genau das spannende, was die Schulmedizin völlig ausblendet, weil es zu komplex und zu individuell ist, aber für den Betroffenen sehrwohl die Lösung wäre.

#16


Eine-von-Vielen
Zitat von HeikoEN:
Warum bist Du denn ein Mensch, der eher negativ denkt?


Es liegt an den Erfahrungen, die ich in dieser Welt gemacht habe. ( Sei es in der Kindheit, als Erwachsener, das spielt eigentlich keine Rolle )
ABER es gibt so viele Menschen, die schlimme Dinge erlebt haben und keine Angst/Panikstörung entwicklet haben, weil sie nicht anfangen negativ zu denken und genau so gibt es Menschen, denen nie etwas (wirklich) schlimmes wiederfahren ist und TROTZDEM nur negativ denken und die Symptome einer PA heraufbeschwören..

Ich verstehe, dass man wissen möchte, was dahinter steckt..
Ich bin vor 2 Jahren überfallen und mit einer Pistole massiv bedroht worden - Das ist mein "Auslöser"...

Ich kann mich aber trotzdem entscheiden, ob ich fortan alles als gefährlich und negativ bewerte und somit eine Angststörung entwickele oder nicht..

Es gibt Auslöser, aber wie ich persönliche Denke ist es letztendlich das Denken, das dem Auslöder folgt, und das ist auch der Schlüssel um seiner Angst entgegen zu treten..

Zitat:
...weil es zu komplex und zu individuell ist...

Deshalb ist es auch m.M. der falsche Ansatzpunkt..


@ Isabella : Mir persönlich hat EMDR gut geholfen.

#17

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HeikoEN
Zitat von freaked_out_Mary:
Ich verstehe, dass man wissen möchte, was dahinter steckt..
Ich bin vor 2 Jahren überfallen und mit einer Pistole massiv bedroht worden - Das ist mein "Auslöser"...


Nun, damit bist Du aber in der absolut glücklichen Lage, den genauen Grund Deiner Ängste zu kennen und kannst sogar konkret dagegen mit einer Traumtherapie vorgehen. Sogar die Vorgehensweise ist sonnenklar...ein idealer Handlungsspielraum für jeden Therapeuten.

Wie viele wünschen sich das aber, die z.B. von generalisierten Ängsten geplagt sind? Oder auch Depressionen haben?

Die reine Symptombekämpfung über Verhaltenstherapien sind m.M. nach gut. Punkt. Da gibt es gar nichts. Ich selber profitiere bis heute davon. Nur sie beantworten meine grundsätzliche Frage nach der Ursache nicht. Die Schulmedizin ist aufgrund ihres Wissens nicht in der Lage, die Frage schlussendlich und individuell zu beantworten und stürzt sich deshalb auf standardisierte Methoden, wie o.g. und es ist für jeden Therapeuten ein Greul, wenn es tiefer geht, weil das u.U. ein Fass ohne Boden ist...

Nunja.

#18


I
Mir wäre es viel wohler wenn ich wüßte warum.
Ist schon ein Hundeleben und das so lange schon, da verzweifelt man langsam:-(

#19


N
Hallo,

ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass mein Puls und Blutdruck ENORM in die Höhe gehen unter Panik
Mein Puls ist normal 60-70, unter Panik LOCKER doppelt so hoch.
Mein Blutdruck ist normal ca 120/70 und darunter, bei Panik habe ich Werte bis 200.

LG

#20


A


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Dr. Reinhard Pichler
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