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evivanvalence

evivanvalence
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Guten Morgen Welt!

Mal kurz zusammengefasst, ich bin schon lange hier im Forum unterwegs..hatte jedoch eine “gute“ Pause von dem ganzen hier. Mir ging es seit Monaten sehr viel besser.. hatte bestimmt seit ca 6-7 Monaten keine Panikattacken mehr. So leichte Angstsymptome hatte ich aber immer mal wieder in versch. Situationen. Machte mir aber nichts draus, da ich meine Krankheit inzwischen gut akzeptieren konnte.

So, vor ein paar Tagen wollte ich mit dem Auto los.. Plötzlich merkte ich, wie zb Herzrasen, Hitzewallungen, das Globusgefühl und dieses Ohnmachsgefühl über mich kam. Ich hielt an, um mich abzulenken.. es wurde langsam wieder besser. Bin dann auch wieder zurück gefahren. (Sehr angespannt und nervös). Zuhause ging es mir wieder gut.

Gestern wollte ich Einkaufen... das selbe wieder!
Warum? Warum nach so langer Zeit?

Ich war die letzten Monate wo ich frei von der Angst war, einfach überall... im riesen Shoppingcenter... sogar in Italien! Zwar immer leicht nervös oder mit schwachen Angstsymptomen.. aber NIE wieder mit solchen derart heftigen Momenten!

Auslöser? Keine Ahnung! Ich hab alles wie sonst auch getan, oder nicht getan.

25.04.2020 #1


274 Antworten ↓
N

NewChance
Gast

Guten Morgen,

ich hab das auch schon probiert,mit der Angst zu reden.Das funktioniert,allerdings nur,wenn man sie frühzeitig bemerkt.
Wenn man schon mittendrin hängt in einer Panikattacke,hilft nurnoch das Wissen bzw. die Erfahrung,dass sie vorbeigeht.
Mir half während der Attacken nur weinen und es rauszulassen...

Besonders wichtig finde ich,sich mit der Angst auseinanderzusetzen,wenn sie gerade nicht da ist...
In der Klinik wurden mir Angstinformationen vermittelt,also reine "biologische Informationen",wie der Körper funktioniert.

Ich fand das zunächst total uninteressant,weil ich dachte: "Was soll mir das jetzt bringen..."
Es war aber eine "Hausaufgabe" und ich habe dann gelernt,dass der Körper bei Angstreaktionen ab einem gewissen Grad immer und automatisch die Notbremse zieht.Egal,was wir tun.
Das hat was mit dem Sympathikus und Parasympathikus zu tun.
Der Parasympathikus sorgt automatisch für Entspannung ,weil der Körper eine maximale Anspannung nur max. 20 Minuten aufrechterhalten kann.

Ich selbst hatte das Gefühl,dass es Stunden dauerte,bis ich wieder einigermassen "normal" war,das ist dann eher eine subjektive Empfindung,weil Minuten einem dann wie Stunden vorkommen...

Wenn die Angst wiederkam,hab ich mir gesagt:
"Ich warte jetzt auf den Parasympathikus"
Ich hab mir das dann immer wieder vorgebetet,bis die Angst gegangen war.
Das ist am Anfang echt schwer,wenn einem die Knie zittern,die Augen tränen und einem übel ist und man sich am liebsten irgendwo verkriechen möchte...

Die ersten Male muss man da durch aber nach einiger Zeit "verselbstständigt" sich das "neue Denken" im positiven Sinne.
Das erfordert Geduld,die man aber leider aufbringen muss,so schwer es auch (gerade am Anfang) ist.
Die ersten Schritte sind die schwersten aber der Einsatz lohnt sich definitiv.

Langfristig ist dann wichtig,dass man schaut,wo das herkam mit der Angst,sie hat ja eine Botschaft und kommt nicht vom Himmel gefallen,auch ,wenn es sich so anfühlt.

In meinem Fall war es so,dass ich mich selbst sehr abgelehnt habe und meine inneren Grenzen permanent überschritten habe.Hauptsache funktionieren...
Die Angst ist FÜR uns und nicht gegen uns.
Sie ist unser Freund,der uns ermahnt: Vergiss Dich selbst nicht.Sei Dir selbst ein Freund und stehe für Dich ein.

15.10.2016 11:05 • x 4 #250


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A


Plötzliche Panikattacken ohne “Grund“

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Chanti66

Chanti66
Mitglied

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Der Schlüssel: blicken Sie der Angst ins Gesicht, lassen Sie Angst und Panik kampflos zu und bleiben Sie immer im Hier-und-Jetzt!

Der Schlüssel zur Bewältigung von Panikattacken besteht darin, dass Sie der Angst ins Auge sehen lernen und nicht aus Angst vor der Angst ständig wegschauen. Schritt für Schritt sollten Sie lernen, in Ihren Gedanken und in Ihrem Verhalten auf alle Vermeidungsstrategien zu verzichten. Denn durch jede Vermeidungsreaktion bestätigen Sie sich immer wieder aufs Neue, dass Ihre Angstanfälle doch gefährlich sein könnten. Laufen Sie vor Ihren körperlichen Empfindungen nicht davon, sondern bleiben Sie ganz bei sich selbst, ganz im Hier-und-Jetzt, und beobachten Sie mit „gesunder Distanz“, was tatsächlich geschieht.



Registrieren Sie in passiver Weise die körperlichen Vorgänge („Mein Herz schlägt jetzt stärker“; „Ich spüre einen Druck auf der Brust und einen Luftmangel“; „Schwindel und Übelkeit halten noch immer an“) und schweifen Sie bei der Beobachtung Ihres Körpers nicht in Angst machende Zukunftsphantasien aus („Was-wäre-wenn-Ängste“). Bleiben Sie bei sich und in der Gegenwart – das alleine führt im Laufe der Zeit zu einer Erleichterung im Sinne von „Na und?“. Halten Sie sich immer vor Augen: alles, was gerade geschieht, können Sie ertragen, auch wenn es unangenehm sein sollte!



Eine Panikstörung wird vor allem durch die ängstliche Erwartung einer neuerlichen Attacke aufrechterhalten. Aus Angst vor den körperlichen und psychischen Symptomen werden diese zu vermeiden oder zu unterdrücken versucht, wodurch die Anspannung erst recht zunimmt. Eine Panikattacke ist nichts anderes als „falscher Alarm“ und entsteht biologisch durch einen Adrenalinstoß. Der Schlüssel besteht darin: wenn Sie sich vor einem neuerlichen Angstanfall nicht mehr fürchten, wird Ihr Körper nicht mehr durch einen weiteren Adrenalinschub zu einer Attacke hochgeschaukelt.



Sie können Panikattacken am raschesten bewältigen, wenn Sie das Auftreten der Symptome nicht mehr verhindern, sondern unter kontrollierten Bedingungen sogar provozieren, um damit besser umgehen zu lernen. Sie können den Teufelskreis der Angst auf zweifache Weise unterbrechen:



1. Stellen Sie sich eine frühere oder gefürchtete Panikattacke so lebendig vor, dass diese zumindest in Ansätzen tatsächlich auftritt (wenn dies nicht der Fall ist, haben Sie durch Ihre Bereitschaft zu einer Attacke die erste Erfahrung von Kontrolle erlebt). Wenden Sie sich dann bewusst in passiv beobachtender Weise Ihrem Körper zu, ohne etwas dagegen zu unternehmen, so dass die Symptome über Sie hinwegfegen wie ein Gewittersturm, nach dem wieder Ruhe einkehrt. Sie werden sehen, dass Ihre innere Bereitschaft zu einer Attacke ohne mentale Vermeidungsstrategien das Aufschaukeln der Symptomatik abschwächt.



2. Überwinden Sie sich und stellen Sie sich allen Situationen, die geeignet erscheinen, eine Panikattacke auszulösen. Suchen Sie bewusst unter Verzicht auf Fluchtreaktionen und Ablenkungsstrategien gerade jene Orte auf, an denen Sie einen Angstanfall erleben könnten. Sie werden die Erfahrung machen, dass die Angst nicht ewig andauert und nicht zur Katastrophe führt, sondern nach einiger Zeit der Gewöhnung an die Situation und an Ihren Körper ganz von allein nachlässt.



Sobald Sie Ihre Angst vor Panikattacken verlieren, haben diese ihre Macht über Sie verloren.

30.09.2016 12:08 • x 3 #169


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K
Zitat:
Warum? Warum nach so langer Zeit?

Gegenfrage: Warum hätte es denn weg sein sollen?

#2


C
Du bist doch bisher mit der Akzeptanz gegenüber deiner Krankheit ganz gut gefahren. Dann akzeptiere, dass auch manchmal etwas schlimmere Panikattacken darunter sein können. Lass dich dadurch nicht zu sehr verunsichern/ängstigen. Bei mir lagen oft Jahre zwischen ganz heftigen Attacken.

#3


igel
Tja Evi, auf die Frage nach dem Warum kann Dir niemand eine schlüssige Antwort geben. Trost Warum überhaupt?

Aber vielleicht kommt ja bald wieder so eine angstarme Phase !

#4


F
Eine Freundin von mir war 3 Jahre lang Panikattacken frei. Plötzlich war wieder eine da, in der nächsten Woche wieder eine. Es gab allerdings einen Trigger (Familienzeugs, man wollte ihr ein schlechtes Gewissen einreden, weil sie sich von dem Familiendrama distanziert und ihr eigenes Leben leben will und auch lebt.). Im Moment hat sie wieder Ruhe davon. Ganz wichtig ist, das jetzt nicht überzubewerten. Sonst kriegst du wieder Angst vor der Angst und somit die nächste Attacke. Es war nur eine Panikattacke, versuch es so anzuschauen. Du kennst das ja schon und hast jede überlebt. Es ist nur eine Panikattacke, nichts weiter.

x 2 #5


K
Zitat:
Es ist nur eine Panikattacke, nichts weiter.

@Freisein
Woher willst du das denn überhaupt wissen?
Hast du dir je die Biochemie einer Panikattacke angesehen?

Ich finde es toll, wie hier im Forum jeder seine MEinung zum Besten geben muss ohne sich mal ein wenig Basiswissen angeignet zu haben. Rolling Eyes

x 1 #6


Chanti66
Ich denke es war ein Trigger im Spiel eher Angstzustand, dein Körper war in Alarmbereitschaft. Du musst rausbekommen warum. Sonst schliesst sich der Kreis wieder und alles geht von vorne los. Ich bekomme Attaken, wenn ich vorher viele Trigger hatte und die Angst nicht akzeptiert und rausgelassen habe. Es bauscht sich dann so auf, dass der Körper nur noch unter Strom steht und dann habe ich eine Attake. Meine Therapeutin hat mir geraten, wenn ich merke es geht wieder los, es gibt Anzeichen dafür mir wird schlecht, fange an zu zittern etc. dann soll mann sich bewegen Treppen hoch und runter, Kniebeuge etc. Wenn das nicht möglich ist bewusst ein und ausatmen. Bei einer Panikattake geht ein Film im Kopf ab, den man stoppen muss. Auch wenn diese Attaken nicht gefährlich sein sollen, so sind sie doch sehr beängstigent. Sonst kommt wieder die Angst vor der Angst.

#7


fourofour
Hallo evivanvalence,

schade, dass es bei dir wieder zu solchen Zuständen gekommen ist. Das tut mir leid für dich.
Ein halbes Jahr ohne größere Beschwerden - da hast Du viel erreicht. Das bedeutet aber nicht, dass alles Symptome einfach so verschwinden. Du hast es ja auch so wahrgenommen.

Jemand der für Angst anfälliger ist, sollte nicht verlernen die Warnzeichen des Körpers und des Verstandes wahrzunehmen und sich mit den entsprechend gelernten Skills sich wieder in das Lot zu bringen. Auch ist es wichtig seine Ressourcen zu pflegen und auszubauen. Es kann auch sein, dass positiver "Stress" einen ruhigen Gegenpol benötigt.
Die Versuchung kann groß sein, sich auszuruhen und die Situzation auszukosten.
Werkzeuge die man erlernt hat, können sich auch "abnutzen". Da kann es erforderlich sein, dies wieder in einem professionellen Rahmen wieder einzustudieren.

Auch wenn wir den Grund nicht bewusst wahrnehmen können, bedeutet aber nicht das es keinen gibt.
Back to the Basics und raus aus der Gedankenspirale.

Wenn das einmal geschafft hast, wirst das bestimmt auch wieder überwinden.

Gruß
Melon

x 1 #8


S
Ein Angstzustand der plötzlich wieder Auftritt, verunsichert total. Das kann soweit gehen das alles wieder von vorne beginnt.

Ruhig Blut! Angst wird nie verschwinden, wäre auch schlimm, wenn man keine Angst mehr hätte, wenn man sie braucht.
Unbegründete Ängste sind aber nervig. Schränken ein, machen wütend und traurig.

Längerfristig werden sie wieder weniger und können pausieren, wenn man dazu in der Lage ist sich zu entspannen. Sich ablenken zu können. Bis man seine Ängste vergisst Wink

Warum kommen die überhaupt wieder?
Meine Erfahrung ist, wenn ich mich einen längeren Zeitraum aufregen musste (Stress, massiver Stress)
Dann kommen wieder Symptome

#9


Icefalki
Evi, wenn ich nicht ständig über mich nachdenken würde, ich würde sofort wieder in meinen alten Stressmodus zurückfallen.

Ich muss daher dauernd mit meinem Hirn dagegenhalten. Und dann die Gefühle, die aufkommen, analysieren.

So funktioniert das recht gut. Und Ängste dürfen zwischenzeitlich dazugehören. Ich schätze mal, dass mein Angstlevel sich im Bereich einer 2 bis max. 5 in einer gedachten Skala bis zur 10 bewegt.

Früher war ich ständig bei 8. Naja, die 10 war dann schnell erreicht.

#10


evivanvalence
Erstmal vielen dank euch allen fuer die lieben Antworten!

Ihr habt schon recht... sicher, aber mich verunsichert einzig und allein, weshalb ich plötzlich wieder nicht mehr “normal“ Einkaufen,Autofahren oder Weggehen kann.. sofort bekomme ich Panik. Das hatte ich eben überhaupt nicht mehr... ich konnte sogar überall alleine hingehen... brauchte weder Tabletten noch sonst etwas. Tavor, mein Notfallmedi... brauchte ich schon ein Jahr nicht mehr.. und von heute auf Morgen ist wieder alles anders.. ich hab wieder “Angst“ ( diese unterbewusste) vor Dingen, von denen ich die letzte Zeit keine mehr hatte. Das ist doch sehr dumm!?

Die Logik fehlt... Entschuldigung für mein Hinterfragen..aber ich kapier es wirklich immernoch nicht'

#11


igel
Evi, die Frage, warum Ängste wieder auftreten, kannst Du nicht mit Logik angehen.

#12


fourofour
Zitat von evivanvalence:
und von heute auf Morgen ist wieder alles anders.. ich hab wieder “Angst“ ( diese unterbewusste) vor Dingen, von denen ich die letzte Zeit keine mehr hatte. Das ist doch sehr dumm!?

Das ist höchstens unschön für dich, keinesfalls dumm.

Zitat:
Die Logik fehlt... Entschuldigung für mein Hinterfragen..

Wer nicht hinterfragt handelt unklug. Bitte frag weiter. Nur so kannst Du dahinter kommen.

#13


evivanvalence
Geht das jetzt so weiter, ich meine dieses auf und ab? Ein Leben lang...? Ich dachte echt, ich hätts gepackt!

#14


igel
Betrachte es doch erst einmal als kurzfristigen Rückfall.

#15


fourofour
Ich stimme Igel voll zu.

Da ich deinen Hintergrund nicht kenne, kann ich dir das nicht beantworten.
Aber eines ist klar. Egal ob man "gesund" oder "krank" ist. Geht man schlecht mit sich um, wird sich das irgendwann bemerkbar machen.

Je besser Du dich, deine Grenzen und Bedürnisse kennenlernst und umso besser Du das respektierst, desto symptomfreier kannst Du leben.

x 2 #16


evivanvalence
Hmm.., ja sicher, aber aber aber! habe eine Idee ich hätte immer ein “aber“

#17

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C
Ich glaube fest daran, dass eine Panikattacke einfach ein Signal deines Körpers ist. Irgendetwas beschäftigt dich, evtl. unbewusst. Dein Körper, meistens ein Bauchgefühl, hat dich informiert, oft sogar mehrmals, du hast es aber ignoriert oder nicht registriert. Das blöde an Panikattacken ist, dass der Auslöser weit zurückliegen kann. Deswegen meint man im ersten Moment, die Attacke kam einfach so, ohne Grund. Dem ist aber nicht so.

x 2 #18


Chanti66
Ja, genau so ist es. Eine Panikattake baut sich langsam auf. Durch Angst (negatives Bauchgefühl) vll. auch unbewusst. Gefühle aus der Vergangenheit, Vergangenheit meldet hallo Alarmbereitschaft Gefahr, Gefahr und wenn Du das ignorierst und immer wieder, dann kommt die Attake. Es ist deshalb wichtig herauszufinden, was los war und wovor du Angst hast, sonst schliesst sich die Spirale wieder.

x 1 #19


C
Meine erste Attacke kam auch während einer Autofahrt. Wochenende, kein Stress, schönstes Wetter, gute Musik lief, ich war gut drauf. Und dann: Bumm. Schweißausbruch, Herzrasen, Hörverlust, Tunnelblick, Todesangst, ich war 30 Minuten halbseitig gelähmt. Verdacht auf Schlaganfall, Gehirntumor, etc.

Erst Monate später erfuhr ich was das eigentlich war. Panikattacke mit Hyperventilation.

Auch ich habe alles negative Ignoriert. Jahrelang!

#20


A


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Dr. Christina Wiesemann
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