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stasiali
Hallo zusammen,
dieser Beitrag wird länger und ich danke jedem, der es durch liest. Ich entschuldige mich auch für den langen Beitrag.

Ich habe seit Montag plötzlich mehrere Panikattacken pro Tag und die Panik dauert tagelang an. Langsam zerrt's an meinen Nerven und ich bin nur noch dauermüde, weil ich nicht weiß, was ich tun soll.

Ich habe Angst, zu meinem Hausarzt zu gehen, weil der mich nie ernst genommen hat, egal ob es eine Erkältung, psychosomatische Übelkeit (die ich übrigens seit längerem nicht mehr habe) oder ein Virus war. Ich habe nebenbei gemerkt allgemein Angst vor ihm.

Wenn meine Mutter mir nicht gesagt hätte, dass das eine Panikattacke ist, hätte ich wirklich gedacht, ich würde sterben. Ich schildere kurz das Gefühl während einer Attacke (und dir andauernde Panik, die ich momentan auch habe):

Plötzlich und ohne Grund wird mit warm und ich habe einen Herzaussetzer, dann schlägt mein Herz rasend schnell und ich habe das Gefühl, ich kriege keine Luft. Es fühlt sich so an, als würde ich sterben. Mein erster Instinkt ist es, aufzuspringen und durch mein Zimmer zu gehen, was ich auch tue. Dazu muss ich auch weinen.
In meinem jetzigen Zustand, der mittlerweile fünf Tage andauernd, befinde ich mich in einer Dauerangst (glücklicherweise ist es heute nicht mehr so schlimm).
Mein Puls schlägt spürbar laut und ich kriege zig Stromschläge und plötzliche Hitzewallungen an meinem ganzen Körper. Außerdem fühlt es sich an, als ob ich bei jedem Ausatmen nicht mehr einatmen kann. Ich kriege Kopfschmerzen und teilweise wird mit schwindelig. Außerdem wache ich oft in der Nacht auf.

Ich schaffe es nicht, meinem Hirn einzureden, dass alles gut ist, weil es nicht funktioniert. Als Kind habe ich es sowieso schon gehasst, meinen Herzschlag zu hören, weil es mich schon damals in Angst versetzt hat. Ich kann nicht mehr und bin ernsthaft erschöpft. Mein Körper kann nicht anders, als zu denken, dass ich tatsächlich sterbe. Die Stromschläge hören übrigens auch nicht auf.

Meine Mutter hat in einem Nebensatz erwähnt, dass es auch etwas mit der Schilddrüse zutun haben könnte und das hat mich wiederum noch mehr in Panik versetzt, weil ich leider daran leide, dass ich bei jedem kleinen Symptom denke, dass es eine schlimme Krankheit ist. Übrigens hat sie mir von Dienstag auf Mittwoch unglaublich geholfen. von Mittwoch auf Donnerstag hieß es dann, ich soll es alleine regeln.

Kann man was dagegen tun? Das ich mich beruhigen kann? Oder sind es doch andere Symptome? Ich brauche wirklich dringend Rat, da ich dauernd müde bin und mein Herz kaum Ruhe hat. Ich danke jedem wirklich aus ganzem Herzen, der mir da weiterhelfen kann.

Falls es schlimmer wird, werde ich natürlich wohl oder übel zum Arzt gehen müssen. aber wenn ich es vermeiden kann, zu diesem Mann zu gehen, dann mache ich es auch.

LG
Nachtrag: Montag war das erste Mal, dass ich eine richtige Panikattacke hatte. Ursprünglich dachte ich, ich hätte es schon zwei-drei Mal gehabt. Allerdings stellt sich seitdem heraus, dass es anscheinend nur Heulkrämpfe waren, weil in so einem Ausmaß hatte ich es noch nie.

10.05.2024 18:57 • 11.05.2024 #1


10 Antworten ↓


Krylla
Ich würde erst einmal sagen:
Suche dir ganz dringend einen neuen Hausarzt.
Wenn du sogar Angst vor ihm hast, dann weg damit! Sowas braucht absolut niemand in seinem Leben.

Schaue bei Google nach, wen du in der Nähe hast und rufe bei mehreren an. Manche nehmen ja niemanden mehr auf und es könnte zwei geben, wo aber einer dir eher einen Termin geben würde.

Gehe zu einem Hausarzt.


Sonst kann ich dir nur sagen, dass es mir hilft, mir immer wieder bewusst zu machen, dass der Herzschlag eine normale Funktion des Körpers ist, mit der man Leben muss. Das ich aber unglaublich schwer, wenn man sowas sowieso nicht hören kann (kenne ich). Also wird dir das gerade wohl nicht viel helfen.

Hilfe kann dir gerade wirklich nur ein Arzt geben.

Suche dir jemand neuen und Versuche schnell einen Termin zu machen.
Bei vielen Hausärzten gibt es auch eine Stunde am Tag, wo Notfälle vorbei kommen können. Frage nach, wenn du bei einem anrufst, ob es sowas gibt.

Und eine Therapie wäre auch wohl sehr gut, wenn du noch keine hast.
Wenn die Panikattacken ständig Wiederkommen und dazwischen eine Unruhe herrscht, die du kaum von der Panikattacke unterscheiden kannst, dann denke ich, dass das sinnvoll wäre.
Durch irgendwas wird das ausgelöst worden sein und anscheinend ist dein Körper damit vollends überfordert.
Das beste, was man bei Angst tun kann, ist, zu lernen sie zu verstehen und an und mit ihr zu arbeiten. Weil Angst werden wir alle immer haben. Das können wir nicht ändern. Aber den Umgang.

10.05.2024 19:06 • x 2 #2


A


Mehrere Panikattacken am Tag ohne Grund

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fourofour
Hallo,
tut mir leid das es dir so geht.

Erst einmal, wenn es keine körperliche Erkrankung ist - eine Panikattacke fühlt sich für die meisten an wie Sterben. Wenn dies neu für sie ist.
Eine Panikattacke wird ausgelöst, wenn der innere Stresspegel die Angstschwelle überschreitet. Dann werden Stresshormone wie Andrenalin und Kortison ausgeschüttet. Der Körper wird auf einen vermeindlichen Kampf, Flucht oder Starre vorbereitet. Hierbei wird wirklich viel Energie freigesetzt. Kommt man wieder langsam da raus, kann der Körper auch eine Weile Zittern.

Es gibt viele MEthoden um damit umzugehen, bzw. Häufigkeit und Stärke zu begrenzen. Man kann dies in einer Therapie lernen. Ambulant, teilstationär oder stationär.

Wenn Du Angst vor deinem Arzt hast, es gäbe da noch Alternativen.
In jedem Landkreis gibt es eine sog. PIA (psychiatrische Institutionsambulanz) und einen SpDi (sozialpsychiatrischen Dienst).
ICh würde da einfach mal anrufen und einen Termin vereinbaren. Wenn Du das selbst nicht hinbekommst, frag eine Freundin, FReund, Verwandten.
Dort arbeiten Leute die dich beraten können. Manchmal haben die auch eine Therapiepraxis mit angegliedert.

Viel Mut und Gleichgewicht.
fourofour

10.05.2024 19:11 • x 2 #3


fourofour
Edit: Probiere es zuerst bei der PIA, eben weil die auch manchmal eine Praxis mit angegliedert haben.

10.05.2024 19:14 • x 1 #4


stasiali
Hallo @Krylla
danke für deine Antwort. Ich werde definitiv einen neuen Arzt suchen, der in meiner Nähe ist. Ich war schon mal wegen einer anderen Sache ich Therapie, für zwei Stunden, da es nur Kennenlernstunden waren (die Therapeutin hatte keine Plätze frei) und obwohl sie so nett und hilfsbereit war, fand ich die Situation so unangenehm... Zwei Personen sitzen in einem Raum und ich traue mich eigentlich nicht, irgendwas zu sagen. Und wenn ich etwas sage, dann ist verspreche ich mich tausendmal.

Aber ich denke darüber nach.

10.05.2024 19:31 • x 1 #5


stasiali
Liebe @4_0_4 ,

ich danke dir für deinen Beitrag. Von PIAs und SpDis habe ich tatsächlich noch nie etwas gehört, ich werde mich definitiv erkundigen. Es ist leider wirklich ermüdend und ich kann, trotz Panik, überraschend schnell einschlafen... was auch nie der Fall war, bis Montag.

10.05.2024 19:35 • x 1 #6


Krylla
Zitat von stasiali:
fand ich die Situation so unangenehm... Zwei Personen sitzen in einem Raum und ich traue mich eigentlich nicht, irgendwas zu sagen.

Das darf dich das nächste Mal nicht davon abhalten lassen, die Therapie zu machen.
Natürlich ist es anfangs merkwürdig. Man war ja noch nie in so einer Situation.
Man soll da einer Person sein ganzes Leben vorlegen, obwohl man nichts über diese Person weiß oder je wissen wird.
Das es merkwürdig ist, ist nur normal.

Sage das dem nächsten Therapeuten. Der kennt das Problem. Du bist nicht die einzige mit dem Problem. ️
Halte durch und es wird mit der Zeit weniger schwer.

10.05.2024 19:56 • x 2 #7


squashplayer
Ich gehe davon aus, dass du noch jünger bist, ich würde wenn das weiter anhält ehrlich gesagt eine Therapie machen. Man muss sich eben dem Therapeuten öffnen, ist nicht schlimm, mir kam es wie eine Erlösung vor.

Du kannst ja auch mal überlegen, was der Grund für die PA sein könnte...meist ist es eine Anspannung aufgrund eines ungelösten Konfliktes oder einer seelischen Überlastung, die sich dann so Luft macht.

Auf jeden Fall gilt: je früher man mit einer Therapie anfängt, umso besser!

10.05.2024 22:06 • #8


Psychic-Team
Hallo,

kennst du bereits dieses Sammelthema?

agoraphobie-panikattacken-f4/ploetzliche-panikattacken-ohne-grund-t76020.html

sowie

agoraphobie-panikattacken-f4/taegliche-panikattacken-mehrmals-am-tag-t103162.html

Vielleicht hilft es dir auch.

Beste Grüße
Carsten

11.05.2024 10:08 • x 1 #9


Afraid1992
@stasiali also hat deine Mutter die Diagnose Panikattacken gestellt?
Bist du mal kardiologisch abgeklärt worden? Möchte dir keine Angst machen, aber es können auch (harmlose) Herzrhythmusstörungen sein, die sowas auslösen, oder eben die Schilddrüse, oder noch ein paar andere Dinge. Eine Diagnose von deiner Mutter gestellt, reicht da nicht. Such dir einen neuen Arzt und wenn er alles körperliche ausschließen kann, dann beginne eine Therapie

11.05.2024 10:51 • #10


stasiali
Hallo liebe @Afraid1992
ja, meine Mutter hat die Diagnose gestellt, da sie gesagt hat, dass sie das selbst oft hat. Als ich jünger war, musste ich wegen dem offenen Ductus öfter zum Kardiologen, aber das hat sich (unerwartet) geschlossen, als ich 14 war. Ich werde nächste Woche Montag gleich zu irgendeinem anderen Arzt gehen, weil ich diese Mini-Stromschläge heute immer noch habe, wenn auch weniger und außerdem hat sich das mit der Panik heute noch immer nicht gelegt.
Danke für deinen Beitrag!

11.05.2024 12:24 • x 2 #11


A


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