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Hallo, liebe Pillenschlucker,
seit meiner Kondheit immer wieder mit Fremdheitsgefühlen wie kurzen Absencen konfrontiert, als Jugendlicher Gefühl, dass mich was im Kopf zusammendrückt, als müsste ich ersticken. Anteptileptische Medikamente jahrelang, immer wieder "heißes Rinnen durch den Kopf" im Betrieb, was ich durch Trinken beim Trinkbrunnen beruhigte. Später wie betrunken und sehr vergesslich, und das in einem Intelligenzberuf ...
Ich hab es trotz einiger Spitalsaufenthalte (E-Schocks use.), wo sich keiner mit mir so richtig auskannte, geschaffft, dank zahlreicher kreativer Kurse und Selbsthilfegruppen wie "Kunst hilft heilen", Therapeuten, Fachliteratur, Musik, Bilhauerei und Sport, auch Leier spielen, meinen Beruf sowie ein Führungsehrenamt für meine Kollegen erfolgreich zu meistern.
Seroxat/Paroxetin hab ich dann von meiner Psychiaterin bekommen, als ich ein halbes Jahr vor dem Betriebsverkauf (war damals 49) dachte, ich brauch was Stärkeres, um diese anstehenden Aufgaben zu meistern wie Sozialpläne, Übersiedlung nach NÖ, Kollegen auf dem Laufenden halten. Gott sei Dank konnten diese Aufgaben gemeinsam mit einem Gewerkschaftsfunktionär und einer kooperativer Geschätsführung für fast alle zufriedenstellend gelöst werden.
Leider hilft mir das Mittel nicht mehr. Vorher hab ich Effektin genommen. Mittlerweile bin ich seit 2 Wochen von 30 auf 40 mg Seroxat/Paroxetin raufgegangen (via Arzt). Wenn ich so fast ganztags geistig müde und relativ gedankenlos erschöpft bin , hör ich Musik, lese, mache Atemübungen, spiel Schach (will langsames Denken verflüssigen), plaudere mit anderen, versuch alles mit etwas Humor anzugehen und freu mich, wenn andere damit mit mir ins Gespräch, vielleicht zum Lächeln kommen. Eigentlich bin ich sehr offen, aber auch diplomatisch, wenn erforderlich.
Eine andere Psychiaterin sagte einmal zu mir, dass ich alles richtig mache, mich richtig verhalte. sie würde mir auch zusätzlich zu Dogmatil raten. Hab ich schon einmal genommen ind damit auch mittels Nordic-Walking meine "Platzangst in freier Natur" vorübergehend bewältigt, da ich mich dank besseren Denkens von der Angst wegdenken konnte. Allerdings hat meine langjährige Parnerin Feuer geschrien, wegen der sexuellen Nebenwirkungen. Somit wieder weg davon.
Den jahrzehntelangen Stress habe ich dank meiner Verhaltensweisen so ziemlich abgebaut. Phasenweise hab ich Angst, verrückt zu werden, dann denk ich mir Wurst, alles vergeht. Nimm`s so wie es ist und entspann dich.
Mittlerweile hat auch meine Partnerin Depressionen und Verlustängste. Ich versuche ihre Stärken anzusprechen und ihr zu mehr Gelassenheit zu verhelfen.
Ich hab das Gefühl, besonders aufpassen zu müssen, dass ich bei meinen vielen Interessen, die Übersicht über mich und meine Wohnung nicht verliere (digitalvernarrt via iPad, PC und eBook-Reader, div. Digitalkameras).
Eingedenk, dass zu viele Bedürfnisse Zeitprobleme und somit Stress verursachen, mache ich jetzt wieder mehr Sport, auch etwas Krafttraining. Braucht man schon ab 64, sonst baut man zu viel ab.
Soll ich mich vielleicht an einen Gehirnforscher wenden, wenn die Medikamente auch in Zukunft fast nichts helfen?
Danke und liebe Grüße an euch alle.
Toni
15.12.2012 20:06 •
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