Zitat von annastasia:Ist es denn immer sooo wichtig was die erste Atacke ausgelöst hat??
Nö, wenn's nicht gerade ein traumatisches Erlebnis war, ist es sogar ziemlich schnuppe. Das erklärt man nämlich folgendermaßen: Um eine Angststörung zu bekommen, muss man tendenziell so etwas wie eine Disposition dafür mitbringen (z.B. etwas sensibler sein als der Durchschnitt o.ä. oder auch eine Erziehung zu einer gewissen Ängstlichkeit u.v.a.m.). Dann muss genügend anhaltender Stress dazu kommen - auch positiver Stress wie bestandener Schulabschluss, Eheschließung, Geburt eines Kindes, was auch immer. Durch den Stress sinkt die sog. Angstschwelle, weil Körper und Psyche relativ hochtourig laufen. Dann braucht es nur noch einen kleinen Auslöser, z.B. die Kombi aus kreislaufbedingtem Schwindel und hohem Puls, um die erste Panikattacke auszulösen. Und weil die so schrecklich ist, verselbständigt sich die Sache dann. Aber dieser Auslöser ist mitnichten die Ursache. Die eigentliche Ursache kann sich sogar schon längst erledigt haben, während die Angst immer noch anhält, weil man nie gelernt hat, dass die Symptome harmlos sind.
Was man für die Therapie braucht, ist eine beispielhafte Panikattacke, um daran den Teufelskreis der Angst (d.h. die überzogene Körperwahrnehmung und deren falsche Interpretation) zu durchschauen. Für manche Patienten reicht das.
Außerdem muss man sich die Lebensgeschichte anschauen. Falls man nämlich im Laufe seines Lebens gelernt hat, dass die Welt ein außerordentlich gefährlicher Ort und man selbst sehr ohnmächtig ist, werden einem diese Überzeugungen sehr im Wege stehen. Das sind aber keine Einzelereignisse, die man rausfinden muss, sondern grundlegende Einstellungen dem Leben gegenüber.
Last but not least geht es um die aktuelle Lebenssituation und darum, ob dort irgendwo Krankheitsgewinne versteckt sein könnten - Umstände, bei denen die Psyche meint, dass man lieber krank bleibt, als sich damit auseinander zu setzen.
Liebe Grüße
Christina