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Ich habe im Heilungsprozess meiner Hypochondrie sehr konsequent damit begonnen, ALLES, was in irgendeiner Form mit Krankheiten zu tun hatte, in den Medien und der Kommunikation zu meiden.
Mein Hirn hatte die Fähigkeit, eine irgendwann in Sachen Krankheit und Symptome aufgeschnappte Information im Moment des Hörens gar nicht als bedrohlich zu definieren, aber Wochen, Monate und Jahre später bei passender Gelegenheit hervorzuholen und gegen mich zu verwenden.
Also habe ich komplettes Detox betrieben: Kein Google, keine Unterhaltung über Krankheiten und im Fernsehen im Bruchteil einer Sekunde wegschalten, sobald irgendeine Krankheit anklang - und wenn der Film noch so spannend war.
Ein Forum wäre damals übrigens ebenso Gift gewesen. Als ich in den Anfängen der Hypochondrie in einem solchen Hilfe gesucht habe, habe ich mir erst dort die Angst vor weiteren Krankheiten zugelegt, die ich bis dahin gar nicht kannte.
Ich halte das Reden über Symptome für alle Betroffenen aus meiner Erfahrung heraus für viel gefährlicher, als hilfreich - auch wenn es vordergründig beruhigen und trösten mag, sich auszutauschen. Im Endeffekt bleibt man aber nur in der Störung gefangen, hätschelt und pflegt sie, indem man ihr unendlich Raum gibt und tut mehr dafür, sie aufrecht zu erhalten als sie loszuwerden.
Und während im echten Leben die Umgebung oft längst verweigert, für die Pflege der Angst instrumentalisiert zu werden und nichts mehr davon hören will, lässt das Forum munter damit weiter machen.
07.04.2021 10:41 •
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