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16hemi16
Mir geht's genauso. Aber schlechte Nachrichten weglassen, ist das nicht eine Vermeidungsstrategie? Jedenfalls sollte ich in meiner Therapie erst recht schlechte Nachrichten als Konfrontation lesen....

07.04.2021 08:11 • #21


-IchBins-
Ich denke, das ist eher eine Entscheidung, ob man schlechte Nachrichten lesen will oder nicht.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/me..._id=463301

07.04.2021 08:20 • #22


A


Man kann im Leben nicht alles haben Oder man ist Hypochonder

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Calima
Ich habe im Heilungsprozess meiner Hypochondrie sehr konsequent damit begonnen, ALLES, was in irgendeiner Form mit Krankheiten zu tun hatte, in den Medien und der Kommunikation zu meiden.

Mein Hirn hatte die Fähigkeit, eine irgendwann in Sachen Krankheit und Symptome aufgeschnappte Information im Moment des Hörens gar nicht als bedrohlich zu definieren, aber Wochen, Monate und Jahre später bei passender Gelegenheit hervorzuholen und gegen mich zu verwenden.

Also habe ich komplettes Detox betrieben: Kein Google, keine Unterhaltung über Krankheiten und im Fernsehen im Bruchteil einer Sekunde wegschalten, sobald irgendeine Krankheit anklang - und wenn der Film noch so spannend war.

Ein Forum wäre damals übrigens ebenso Gift gewesen. Als ich in den Anfängen der Hypochondrie in einem solchen Hilfe gesucht habe, habe ich mir erst dort die Angst vor weiteren Krankheiten zugelegt, die ich bis dahin gar nicht kannte.

Ich halte das Reden über Symptome für alle Betroffenen aus meiner Erfahrung heraus für viel gefährlicher, als hilfreich - auch wenn es vordergründig beruhigen und trösten mag, sich auszutauschen. Im Endeffekt bleibt man aber nur in der Störung gefangen, hätschelt und pflegt sie, indem man ihr unendlich Raum gibt und tut mehr dafür, sie aufrecht zu erhalten als sie loszuwerden.

Und während im echten Leben die Umgebung oft längst verweigert, für die Pflege der Angst instrumentalisiert zu werden und nichts mehr davon hören will, lässt das Forum munter damit weiter machen.

07.04.2021 09:41 • x 6 #23


Blueberry77
Hallo und vielen Dank für diesen Thread.

Hier erkenne ich mich komplett wieder und bedanke mich jetzt schon für die tollen Tipps. Ich werde auch versuchen das was Calima geschrieben hat, endlich umzusetzen. Sonst werd ich bestimmt noch verrückt

07.04.2021 10:36 • #24


Acipulbiber
Zitat von Calima:
Ich halte das Reden über Symptome für alle Betroffenen aus meiner Erfahrung heraus für viel gefährlicher, als hilfreich - auch wenn es vordergründig beruhigen und trösten mag, sich auszutauschen. Im Endeffekt bleibt man aber nur in der Störung gefangen, hätschelt und pflegt sie, indem man ihr unendlich Raum gibt und tut mehr dafür, sie aufrecht zu erhalten als sie loszuwerden.


Sehe ich genauso. Ich stoße zwar immer wieder auf Unverständnis im Bekanntenkreis.
Aber mir gehts gut damit, punkt

07.04.2021 12:06 • x 2 #25


MädchenMami
Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass es sehr viel bringt, wenn man das konsequent umsetzen kann. Ich für meinen Teil merke auch, dass ich solche Dinge nicht einfach lese, sondern dass sie mich über lange Zeit extrem beschäftigen, als wäre ich selbst betroffen. Gesund kann das keinesfalls sein....

Heute habe ich immer mal wieder plötzlich einen starken Druck auf beiden Ohren. Dann vergeht es wieder.... Auch seltsam.... Und äußerst unangenehm weil sowas natürlich auch immer gleich mit Schwindel und etwas Angst gekoppelt ist. Blöd...

07.04.2021 18:24 • #26


Calima
Zitat von MädchenMami:
Blöd..

Nein. Völlig normal. Und wie du selbst schreibst: Es kommt und geht. Also warum darüber nachdenken? Aussitzen und sich trotzdem einen schönen Tag machen.

07.04.2021 18:37 • x 1 #27


MädchenMami
Ich hoffe ich kann all diese Dinge auch irgendwann mit so einer Gelassenheit annehmen....

07.04.2021 18:39 • #28


16hemi16
Ich denke trotzdem, dass es keine Dauerlösung ist, schlechte Nachrichten wegzulassen. Das ist auch unrealistisch, irgendwann holt es einen ein und dann ist der Schock umso größer, wenn man nicht gelernt hat damit umzugehen. Was ist, wenn zum Beispiel aus dem Freundeskreis jemand krank wird, bricht man dann die Freundschaft ab?

08.04.2021 04:36 • x 1 #29


Haferbub
So drastisch natürlich nicht @16hemi16 .
Aber mal einen Gang runterfahren vielleicht.
Egal was ich konsumiert habe, sei es Social-Media am Handy, TV, Radio, von überall her wurde ich mit Nachrichten geflutet.
Das habe ich jetzt aufs Radio beschränkt. Ich höre nicht weg, und wenn dort Themen angesprochen werden die mich interessieren höre ich noch ein wenig genauer hin.

Habe mich lediglich dem Informationsüberfluss entzogen und Social-Media auf Freunde begrenzt und die Nachrichtendienste dort rausgenommen.

So einen drastischen Schritt wie @Calima kann man gehen. Wenn's einem gut tut warum nicht. Ob man direkt Freundschaften beendet weil einer mal einen leichten Husten hat denke ich dann doch nicht. Wäre mir zumindest zu anstrengend mir jedes mal neue Freunde zu suchen

08.04.2021 10:38 • x 1 #30


-IchBins-
Jeder darf sich selbst entscheiden,
Schlechte Nachrichten machen krank, wenn man sich andauernd damit beschäftigt. Aber das muss jeder für sich selbst wissen. Ich kann mich deiner Meinung anschließen @Suesssauer und denke, dass das der gesündere Weg ist.
Es bedeutet nicht, dass man sie komplett weg lässt, sondern nur das Nötigste oder Wichtigste für sich herausfiltert.

08.04.2021 10:46 • x 2 #31


Calima
Zitat von Suesssauer:
Ob man direkt Freundschaften beendet weil einer mal einen leichten Husten hat denke ich dann doch nicht.

Was hat das, was ich geschrieben habe, damit zu tun?

08.04.2021 10:53 • #32


Haferbub
Zitat von Calima:
Was hat das, was ich geschrieben habe, damit zu tun?


Nix, das war lediglich eine Reaktion auf die Frage von:

Zitat von 16hemi16:
Ich denke trotzdem, dass es keine Dauerlösung ist, schlechte Nachrichten wegzulassen. Das ist auch unrealistisch, irgendwann holt es einen ein und dann ist der Schock umso größer, wenn man nicht gelernt hat damit umzugehen. Was ist, wenn zum Beispiel aus dem Freundeskreis jemand krank wird, bricht man dann die Freundschaft ab?


Ob man dann auch Freundschaften wegen Krankheiten abbricht.

Edit: War dann wohl ein bisschen doof unterteilt mein Geschreibsel

08.04.2021 11:33 • x 1 #33


16hemi16
Ich rede nicht davon, wenn ein Freund einen Husten hat.... sondern vielleicht wirklich eine ernsthafte Erkrankung.
Nachrichten filtern mache ich zum Beispiel vom Grundsatz her schon, also sich auf seriöse Quellen beziehen.
Aber zum Beispiel einen Film wegschalten, weil da einer krank wird?! Hm, habe ich auch eine Zeit gemacht, da wurde mir allerdings von meiner Therapeutin gesagt, dass wäre Vermeidung, bzw. der Angst aus dem Weg gehen. Das sei nicht der richtige Weg.

08.04.2021 11:42 • #34


MädchenMami
Ich denke da muss jeder seinen Weg finden.... Da gibt es vermutlich nicht DEN richtigen Weg. Aber zumindest kann man hier Tipps und Anregungen geben was einem selbst geholfen hat....
Heute ist es bei mir mal wieder die Atmung.... Mal kann ich nicht richtig einatmen und dann ist da wie eine Blockade beim Ausatmen. Auch ein wirklich sehr unangenehmes Gefühl... Das es nicht einen Tag komplett ohne irgendwelche Zipperlein geht....
Allen ein schönes Wochenende!

09.04.2021 20:10 • x 1 #35


-IchBins-
Zitat von MädchenMami:
Ich denke da muss jeder seinen Weg finden.... Da gibt es vermutlich nicht DEN richtigen Weg. Aber zumindest kann man hier Tipps und Anregungen geben was einem selbst geholfen hat.... Heute ist es bei mir mal wieder die Atmung.... Mal kann ich nicht richtig einatmen und dann ist da wie eine Blockade beim Ausatmen. Auch ...


So ist es, jeder darf seinen eigenen Weg selbst finden, wie er am besten damit umgehen will. Vielleicht kannst du eine Atemübung machen?
Ein angenehmes Wochenende

10.04.2021 09:04 • x 1 #36


Calima
Zitat von MädchenMami:
Mal kann ich nicht richtig einatmen und dann ist da wie eine Blockade beim Ausatmen

Wie wärs mit Joggen oder zumindest einen flotten Spaziergang? Da reguliert sich die Atmung meist schnell von selbst.

10.04.2021 09:06 • x 1 #37

Sponsor-Mitgliedschaft

Icefalki
Anstelle auf die Symptome zu achten, wäre es viel sinnvoller, die Angstgefühle zu analysieren.

Ich denke, dass Ängste sich in verschiedenen Formen zeigen. Die einen beziehen es sie auf ihren Körper, andere auf ihre Psyche. Aber alle haben eines gemeinsam, es ist die Angst vor dem Leben, das sich in übersteigerter Form so ausdrückt: denn sie wissen nicht, was ihnen gerade passiert.

Und das führt zur Hilflosigkeit, versuchter Kontrolle, und enormer Ausschüttung von Stresshormone. Insofern hilft die Frage, warum fühle ich mich generell so hilflos, möchte alles unter Kontrolle haben und versaue mir mein Leben damit, da trotz allem das Wissen besteht, dass das alles totaler Quatsch ist.

Man kann nix kontrollieren, was in der Zukunft liegt. Insofern hilft es, sich nach dem Warum zu fragen, losgelöst von den Symtomen.

10.04.2021 13:07 • x 4 #38


Knuffelchen
Zitat von Icefalki:
Anstelle auf die Symptome zu achten, wäre es viel sinnvoller, die Angstgefühle zu analysieren. Ich denke, dass Ängste sich in verschiedenen Formen zeigen. Die einen beziehen es sie auf ihren Körper, andere auf ihre Psyche. Aber alle haben eines gemeinsam, es ist die Angst vor dem Leben, das sich in übersteigerter ...


Wunderbare und so wahre Worte. Herzlichen Dank, das stößt mich sehr zum nachdenken an

10.04.2021 13:15 • x 1 #39


MädchenMami
Durch Ablenkung wurde es tatsächlich besser. Ist im Laufe des Tages zwar immer wieder aufgetreten, aber auch immer wieder vergangen. Dann kann es ja eigentlich nichts akut gefährliches sein...

Ganz bestimmt hat es mit fehlender Kontrolle und Hilflosigkeit zu tun..... Warum es allerdings in völlig entspannten Situationen auftritt wo eigentlich alles in bester Ordnung ist, das ist mir immer rätselhaft. Gerade liege ich auch tiefenentspannt auf dem Sofa, schaue was lustiges und zack, immer wieder stolpert das Herz.... Ich versuche es zu ignorieren, aber es gelingt leider nicht so recht.
Habt alle noch einen schönen Abend und schlaft gut.

10.04.2021 22:09 • #40


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