Bei der verzweifelten Suche im Internet in Bezug auf den Krieg mit den Krankenkassen bin ich jetzt über dieses Forum gestolpert und hoffe, hier einen Rat zu bekommen.

Ich bin seit November 08 EU-Rentnerin aufgrund meiner Angststörung und habe eine Wohnbetreuung, die mich zu "problematischen" Ausflügen ausser Haus begleitet.

In den Jahren 2005 und 2006 wurde ich unter Vollnarkose vom Zahnarzt behandelt, da eine normale Behandlung in der Praxis nicht mehr möglich war.

Ich vertrage keine Spritzen mit Adrenalin und auch adrenalinfreie Spritzen riefen bei mir nach mehreren Behandlungen heftige körperliche Reaktionen hervor.

Nun ist es wieder soweit, ich bin fällig für die nächste Zahn-Behandlung, neue Füllungen, Zahnsteinentfernung und auch 2 Zähne müssen wohl gezogen werden. Gleichzeitig soll ein Abdruck für den notwendigen Zahnersatz gemacht werden.


Mittlerweile hat sich mein Krankheitsbild jedoch so verschlimmert, dass ich schon anfange zu Hyperventilieren, sobald ich 2-5 Minuten in der Praxis bin...und sei es nur, dass ich an der Rezeption stehe.
Selbst eine normale Untersuchung, das obligatorische "nur gucken", ist somit schon extrem stressig für das Praxispersonal und mich.
Ich halte den ganzen Verkehr da auf.

Nun hat mein Zahnarzt eine Stellungnahme zur Krankenkasse geschickt, wegen der Kostenübernahme der Vollnarkose.
Für den Eingriff sind vom Zahnarzt 1,5 Stunden Arbeit veranschlagt.
Die Vollnarkose würde dadurch ca. 400 Euro kosten.

Und die BKK Bertelsmann hat den Antrag abgelehnt!!

Selbst ein Anruf bei der Krankenkasse von der zuständigen Anästhesistin hat nix gebracht...sie wurde rüde abgeschmettert von der Sachbearbeiterin der KK, als sie darauf verwies, dass ich ja wegen der Panikattacken schon in der EU-Rente bin.

Ich bin jetzt dabei, den Widerspruch auszuarbeiten und habe dafür 1 Monat Zeit....lachhaft, denn meine Zahnschmerzen erfordern eine zügige Behandlung.
Desweiteren steht die Urlaubszeit an und die Praxis steht dann vor einem organisatorischen Problem, denn da nur 2 Zahnärzte in der Praxis sind, wären sie gezwungen, die Praxis zu schließen, wenn mein OP-Termin in den Urlaub des anderen Zahnarztes fällt. Und eine Schließung für die Zeit kommt nicht in Frage, das hat mir die Praxis schon mitgeteilt.

Meine Frage:
Wer hat das gleiche Problem und welche Wege habt Ihr dabei beschritten?

30.05.2009 09:40 • 04.07.2009 #1


25 Antworten ↓


Hallo!

Ich hab zwar einen ganz anderen Krieg mit der Krankenkasse hinter mir, aber kann verstehen, wie sehr dich das ärgert.
Ich wollte damals volle Kostenübernahme für mein Verhütungsmittel haben, weil ich durch die Chemo Erbgutschädigungen hatte und eine schwangerschaft damit für mich und ein evtl. Kind schwere Folgen hätte haben können. Meine Ärztin hat einen Antrag gestelt -der kam angeblich nie an. Also hat sie noch einen Antrag gestellt, ich hab einen Brief geschrieben, meine Ärzte die mich mit Chemo behandeln haben nochmals auf das immense risiko hingewiesen, das sowohl für mich als auch für das Kind besteht, und nochmals betont, dass eine Kostenübernahme angebracht ist -zumal ich wegen der chemo auch nicht jede Form der Verhütung nehmen durfte.
Tja, wurde wieder abgelehnt.
Mit der Begründung, dass die Verhütung nur bezahlt wird, wenn man davon auch andere Vorteile hat.. zum Beispiel, dass die Akne weg geht oder solche Geschichten. Lachhaft, wenn ich mir überleg, dass Menschen mit Pickeln das bezahlt kriegen und ich trotz Risiko für mein Leben und risiko eines behinderten Kindes nicht.
Die Krankenkassen stelen sich da oftmals sehr stur.
Ich beiße seitdem in den sauren Apfel und bezahle aus eigener Tasche.
Ich denke, man kann was erreichen, wenn man wirklich immer wieder anruft und den Fall schildert. Es kommt nämlich immer drauf an, welche Art von Sachbearbeiter man am Hörer hat. Wobei die Meisten dich trotzdem abschmettern werden. War bei mir damals auch so.
Es ist manchmal echt ein Kampf mit den Kassen, aber ich wünsche dir viel Kraft!
Versuch mal, ein Schreiben vom Zahnarzt, vom Therapeuten, vom Hausarzt und eines von dir selber einzureichen.
Vielleicht ist DAS dann überzeugend genug.

Liebe Grüße und Alles gute,
Pilongo

30.05.2009 10:31 • #2


Hallo,
Ich hatte vor ein paar Jahren auch so einen kampf wegen einer Kur.Wir haben Einspruch eingelegt und ich selbst habe der Kasse einen Brief geschrieben und meine Beschwerden und Gefühle erklärt und ich hatte innerhalb einer Woche die Genehmigung.

30.05.2009 14:32 • #3


Heute habe ich wieder mit der Sprechstundenhilfe und auch mit der Krankenkasse telefoniert.

Ich gewinne den Eindruck, dass beide Seiten irgendwie nicht gewillt sind, die Kostenübernahme abzusegnen...jeder schiebt es auf den anderen.

Der Zahnarzt hat in seinem Brief an die BKK fleißig meine Handycaps erläutert und betont, dass ich Lokalanästhesie nicht vertrage und somit eine Behandlung nicht möglich ist.

Die Krankenkasse lehnt ab und argumentiert, er könne bei notwendigen Behandlungen die Narkose doch einfach über meine Versicherungskarte abrechnen, mit der entsprechenden ICD-Codierung.

Die ICD-Codierung ist der Dame von der KK aber laut Telefonischer Auskunft nicht bekannt...

Und erst bei der Abrechnung, die die KK auch nicht selber macht, entscheidet sich über diese ICD-Codierung, ob die Kosten übernommen werden oder nicht.

Schlimmstenfalls bleibt also dann der Zahnarzt auf seinen Kosten hängen, was der selbstverständlich nicht will und eben aus diesem Grund eine Zusage der Kostenübernahme durch die BKK haben will.

Und ich bin die Leidtragende....meine Nerven sind heute wieder komplett runter.
Meine Wohnbetreuung wird jetzt versuchen, mit der Kassenärztlichen Vereinigung irgendeine Lösung zu finden.

Und mir rennt die Zeit davon...Ende Juni geht der Zahnarzt in Urlaub ....und meine Wohnbetreuung auch.

02.06.2009 09:56 • #4


Heute habe ich bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung angerufen und die Dame am Telefon hat mir mitgeteilt, dass die Kostenübernahme einzig und allein eine Sache der BKK Bertelsmann ist und ich eben notfalls einen Anwalt einschalten soll.
Bei meiner Erkrankung müsste die Vollnarkose sowieso übernommen werden.

Klasse....das hilft mir bei meinen Zahnschmerzen auch nicht weiter.
Ich muss im Moment massiv aufpassen, was ich esse, damit ich die Zähne, die sich grade ruhig verhalten, nicht aufwecke.

Mich nimmt dieses Hickhack im Moment psychisch enorm mit, meine Nächte sind jetzt so unruhig wie schon lange nicht mehr.

Ich schätze, wenn ich damit durch bin, hat die BKK Bertelsmann eine Kundin weniger.

05.06.2009 12:11 • #5


Zitat von Zamira:
Heute habe ich bei der Kassenzahnärztlichen Vereinigung angerufen und die Dame am Telefon hat mir mitgeteilt, dass die Kostenübernahme einzig und allein eine Sache der BKK Bertelsmann ist und ich eben notfalls einen Anwalt einschalten soll.
Bei meiner Erkrankung müsste die Vollnarkose sowieso übernommen werden.

Klasse....das hilft mir bei meinen Zahnschmerzen auch nicht weiter.
Ich muss im Moment massiv aufpassen, was ich esse, damit ich die Zähne, die sich grade ruhig verhalten, nicht aufwecke.

Mich nimmt dieses Hickhack im Moment psychisch enorm mit, meine Nächte sind jetzt so unruhig wie schon lange nicht mehr.

Ich schätze, wenn ich damit durch bin, hat die BKK Bertelsmann eine Kundin weniger.


Kommt ein KK wechsel nicht in Frage für dich momentan??

OH man das ist ja eine dumme Situation...



Oh hoffe es wendet sich alles zum Guten für dich,,

Herzliche liebe Grüsse knuddler Suma

05.06.2009 12:22 • #6


Jetzt wechseln? Das bringt wohl auch nicht viel.

Mich nimmt das enorm mit, im Moment fühle ich mich deswegen dem ganz normalen Alltag überhaupt nicht gewachsen...ich bin grade mit allem überfordert und würde mir am liebsten den ganzen Tag die Bettdecke über den Kopf ziehen.

Ich habe jetzt grade den Widerspruch für die Krankenkasse geschrieben und meine Wohnbetreuung telefoniert heute nochmal mit dem Zahnarzt.

Letzte Woche habe ich die Arztberichte aus 2 Krankenhäusern angefordert...von den Dosierungen der "leichten" Narkosen für die Magenspiegelungen, derer ich ja 4 hatte.

50mg Dormicum....das 10fache von dem, was ein normaler Erwachsener bekommt und eindeutig über der empfohlenen Höchstdosierung pro Kilogramm...ich bin ja kein Elefant.
Und selbst dann müssen noch die dicken Schwestern parat stehen, um mich auf der Liege zu fixieren

05.06.2009 12:48 • #7


Zitat von Zamira:
Jetzt wechseln? Das bringt wohl auch nicht viel.

Mich nimmt das enorm mit, im Moment fühle ich mich deswegen dem ganz normalen Alltag überhaupt nicht gewachsen...ich bin grade mit allem überfordert und würde mir am liebsten den ganzen Tag die Bettdecke über den Kopf ziehen.

Ich habe jetzt grade den Widerspruch für die Krankenkasse geschrieben und meine Wohnbetreuung telefoniert heute nochmal mit dem Zahnarzt.

Letzte Woche habe ich die Arztberichte aus 2 Krankenhäusern angefordert...von den Dosierungen der "leichten" Narkosen für die Magenspiegelungen, derer ich ja 4 hatte.

50mg Dormicum....das 10fache von dem, was ein normaler Erwachsener bekommt und eindeutig über der empfohlenen Höchstdosierung pro Kilogramm...ich bin ja kein Elefant.
Und selbst dann müssen noch die dicken Schwestern parat stehen, um mich auf der Liege zu fixieren


Oh man ist das eine äusserst verfahrene Situation,,

Aber versuchen könnte man es doch oder mit einem KKwechsel?
Aber ich merke und sehe auch das du auch mitlerweile zu sehr erschöpft bist,,, und überfordert mit allem....

Drücke dir die Daumen für den Widerspruch...und dem Telefonat mit dem Zahnarzt,,,
alles gute,,, knuddelige Grüße
LG suma

05.06.2009 12:58 • #8


warum machst du dann die füllungen und zahnstein entfernung dann nicht ohne spritze,wenn duallergisch auf dieses adrenalin bist?

müsstest dann aber die schmerzen aushalten....

05.06.2009 12:58 • #9


oh nun bin ich auch ratlos,,,

05.06.2009 13:07 • #10


Ich schaffe den Gang zur Praxis nur in Begleitung meiner Wohnbetreuung.

Ich habe vor 2 Wochen nur an der Rezeption gestanden und die Praxisgebühr bezahlt, da gingen die PA´s schon los....ohne Vorwarnung mit heftigster Hyperventilation....mich hört man dann im ganzen Haus

Ich kann nicht sitzenbleiben...und 1-2 Zähne müssen auch gezogen werden.
Der Deal mit dem Doc war in den letzten Jahren, dass wir sammeln und alles komplett fertigmachen unter Vollnarkose.

Anfänglich, bis 2005 , haben wir alles mit Lokalanästhesie machen können, es gibt ja auch adrenalinfreie Spritzen...aber selbst die vertrage ich nicht mehr....er hat dann nochmal das Präparat gewechselt und extra Spritzen für mich bestellt, aber das hat auch nix gebracht. Ich bin ihm regelmäßig auf dem Stuhl kollabiert.

Ich war zuletzt im November da und da hat er gesagt, wir warten bis März und ziehen dann das komplette Programm durch.

und jetzt habe ich den Salat

05.06.2009 13:18 • #11


zuletzt bleibt dann nur die selbstbezahlung....ich dachte ne narkose kostet die erste halbe std 50 euro...wären dann für 1,5 std 150 euro....

wäre das machbar das du die narkose selber zahlst?

länger warten und rum streiten hilft den zähnen ja nix,wird höchst noch schlimmer...und danch kannst ja immer noch versuchen das geld durch die kk zurück zu bekommen....

05.06.2009 13:24 • #12


Die Narkose wird über 400 Euro kosten...ich habe ja schon den Gesprächs-Termin im Ambulanten Op-Zentrum gehabt. Wird ja ne Intubations-Narkose mit allem drum und dran.

Ich bin durch meine Arbeitsunfähigkeit in der Privatinsolvenz (war vorher selbstständig)...ich darf somit nix unterschreiben, was ich nicht bezahlen kann.

Und es geht mir ums Prinzip...mir steht die Kostenübernahme zu!

Und darum muss ich eben kämpfen, damit dieser Hickhack einfürallemal erledigt ist und ich nicht jedesmal von vorne anfangen muss.

05.06.2009 13:33 • #13


ich bin gespannt...

als ich heute mittag den Widerspruch ausgedruckt habe, habe ich mich nochmal ans Telefon geschmissen und bei der BKK angerufen. Leider war die SB in der Mittagspause und ich hatte nur einen Kollegen dran.

Dem habe ich die Situation auch nochmal geschildert und er hat seiner Kollegin nen Zettel hingelegt.
Veim Rückruf hat sie mir dann mitgeteilt, dass sie sich selber jetzt auch nochmal die ICD-Codierungen besorgt hat und schon probiert hat, meinen Zahnarzt anzurufen.

Laut ICD-Codierung wird die Vollnarkose bei mir übernommen, das hat sie mir heute bestätigt... wo liegt also jetzt noch das Problem?

Sie will Montag nochmal bei dem Zahnarzt anrufen...ich bin gespannt wie ein Flitzebogen!!

Bis zum 29.6. muss die OP über die Bühne gegangen sein, sonst kann ich nochmal min. 4 Wochen warten.

05.06.2009 16:42 • #14


warum muss das bis zum 29ten gelaufen sein?

05.06.2009 16:45 • #15


boah supi,,, ich drück dir feste die Daumen,,,,

Das ist ja eine Odysee und ein Wechselbad der Gefühle,,,:( Nervenaufreibung pur,,

05.06.2009 16:46 • #16


Ja...bis Montag gehe ich am Stock, dass habe ich der SB heute auch nochmal eindringlichst klar gemacht.

Kerstin, am 29. gehen mein Zahnarzt und auch meine Wohnbetreuung in den Urlaub.

05.06.2009 16:51 • #17


ach so.....

05.06.2009 16:53 • #18


Hoffe es klärt sich alles liebe Zamira für dich..

05.06.2009 17:14 • #19


Ja...es hat sich heute geklärt.

Montagmorgen hat mich die Dame der BKK angerufen und mir mitgeteilt, dass sie mit dem Zahnarzt telefoniert hat und alles in Ordnung ist und ich jetzt den Termin für die OP machen kann.

Heute dann das:

Meine Wohnbetreuung hat mir heute mitgeteilt, dass sie da gestern in der Zahnarztpraxis angerufen hat und die Praxis es ablehnt, mich jetzt zu operieren. Es würde frühestens im September wieder gehen, aber für normale Behandlungen kann ich gerne in die Praxis kommen.

Alles ganz super....zig Wochen Zeit verschwendet und jetzt muss ich mir einen neuen Zahnarzt suchen.

Meine Nerven sind jetzt echt runter...ich gehe im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Zahnfleisch.

Menschlich bin ich jetzt sehr enttäuscht von der Zahnarztpraxis...

09.06.2009 13:05 • #20




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