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Ich hatte das Glück, relativ schnell einen Therapieplatz zu bekommen, nachdem mir meine Hausärztin im letzten Monat eine Überweisung ausgeschrieben hat. Heute war der erste Termin und ich scheine Glück gehabt zu haben. Die Frage nach einer bereits erfolgten Therapie konnte ich mit 2019 beantworten, also kein Problem.
Jetzt habe ich gerade zuhause in meinen Kalender geschaut und mit Schreck festgestellt, dass sich die Therapie bis Dezember 2020 hat, dank Corona mit vielen Unterbrechungen.
Habe ich nach 18 Monaten schon eine Chance oder Möglichkeit auf eine Therapie?
• • 16.07.2026#1
12 Antworten ↓
silverleaf Mitglied
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Hallo Karimma,
schwieriges Thema, denn: Auch wenn diese 2-Jahres-Frist immer wieder angegeben wird und mit dieser argumentiert wird, gibt es diese wohl tatsächlich in dieser Form nicht (oder nicht mehr).
Ist es dieselbe Therapieform (also Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Therapie oder Analyse) oder eine andere? Denn bei einem Wechsel der Therapieform gibt es gar keine Fristen, da ist die Antwort recht einfach: Das geht.
Also, grundsätzlich ja, Du hast die Chance. Man braucht einen versierten Therapeuten, der sich damit auskennt.
Bei einem Wechsel der Therapieform sowieso, und auch innerhalb einer Therapieform gibt es diese Frist wohl nicht (mehr), es kann sein, dass das über ein Gutachter-Verfahren entscheiden wird.
Darum mein Tipp: Besprich' es mit dem Therapeuten, der müsste es theoretisch wissen (wobei es leider auch bei den Therapeuten so ist, dass die teilweise mit dieser Frist argumentieren, entweder weil sie es nicht anders kennen oder weil sie keine Lust auf das Antragsverfahren haben).
Ich schaue nochmal, ob ich entsprechende Links für Dich finde, aber grundsätzlich würde ich persönlich Dir Mut machen wollen! Ja, Du hast eine Chance.
LG Silver
•
x 5#2
A
Kostenübernahme Psychotherapie
x 3
Karimma Mitglied
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Vielen lieben Dank. Damals war es nur eine Gesprächstherapie. Jetzt hoffe ich auf eine Verhaltenstherapie. Ausserdem ist bei mir auch viel dazu gekommen. Daher hoffe ich.
- beim Punkt Antragstellung von Kurz- und Langzeittherapie, letzte Frage
Also, dort steht, dass man jederzeit eine Therapie beantragen kann. Kommt ein erneuter Antrag innerhalb von 2 Jahren innerhalb einer Therapieform, wird wohl ein Gutachter eingeschaltet.
LG Silver
•
x 4#4
silverleaf Mitglied
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Hallo Karimma,
Gesprächstherapie ist keine Therapieform, es gibt diese 3 offizielle Therapieformen (das sind alles Gesprächstherapien): - Verhaltenstherapie - tiefenpsychologisch fundierte Therapie - Analyse
Jeder Therapeut arbeitet nach einem dieser 3 Verfahren, und ein Antrag auf Kostenübernahme für eine Therapie läuft über eines dieser 3 Verfahren. (Auch fällt z.B. eine Trauma-Therapie unter das Dach einer der jeweiligen Therapieformen, wird also z.B. im Rahmen einer Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologischen Therapie gemacht.)
LG Silver
•
x 4#5
Karimma Mitglied
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Ich hole mal mein altes Thema wieder hoch. Seit ein paar Monaten mache ich eine Gruppentherapie Tiefenpsychologie . Die Gruppe wurde neu gegründet und wir haben uns gut verstanden. 5 probatorische Sitzungen gab es und jetzt 12 weitere. Wir haben vor Wochen schon alle die Anträge auf weitere Einheiten gestellt und auch bewilligt bekommen. Mittlerweile hat sich das Klima aber leider geändert. Nach jeder Sitzung bin ich nur noch frustriert und depressiv. Besprochen war , dass es eine kleine Runde am Anfang gibt wo man ein Thema angeben kann und ob es einem gut oder schlecht geht. In der letzten Wochen wird aber diese Vorstellung von ein, zwei Patienten immer dermaßen ausgenutzt und in die Länge gezogen, dass für das eigentliche Thema wenn man ausgewählt ist, kaum noch Platz ist. In 17 Wochen konnte ich nur einmal mein Thema durchdringen und wir sind nur 7. Ich habe gestern dringend Gesprächsbedarf gehabt und habe das auch klar kommuniziert. Und wieder hat eine Dame die Vorstellungsrunde gesprengt und als mein Thema dann durchgekommen ist, hat sie angefangen zu diskutieren. So lange, bis nur noch 20 Minuten übrig waren. Ich habe dann gesagt, dass mir das nichts bringt und das ich darum bitte, endlich die Regeln einzuhalten und sich kurz zu fassen. Aber die Therapeutin hat auch nicht groß reagiert und fand die Streitigkeiten dort noch spannend. Ja, es kann gut sein, dass es mal gut ist, so Sachen laufen zu lassen und zu sehen wie sich diese Dinge entwickeln. Aber wenn ein Patient dringend Redebedarf hat, geht das einfach nicht. Einzelgespräche bekommt man ein paar wenige bei der Therapeutin. Aber nur vormittags neuerdings, da sie ein kleines Kind zu Hause hat. Ich arbeite aber vormittags selbst und habe extra Mittwochs frei, damit ich zur Gruppe kann. Jetzt frage ich mich, ob ich aufhören soll. Die 12 mal sind durch. Nächste Woche würde die Langzeitverordnung beginnen. Ich hätte die Möglichkeit auch zu meiner alten Ergotherapeutin zurück zu gehen. Das hat mir auch immer gut getan. Bin hin und her gerissen. Habt ihr eine Idee? Mit der Krankenkasse könnte ich es ja so kommunizieren, dass ich aus beruflichen Gründen nur noch nachmittags kann. Was ja auch stimmt.
•
#6
Schlaflose Mitglied
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Zitat von Karimma:
Thema angeben kann und ob es einem gut oder schlecht geht. In der letzten Wochen wird aber diese Vorstellung von ein, zwei Patienten immer dermaßen ausgenutzt und in die Länge gezogen, dass für das eigentliche Thema wenn man ausgewählt ist, kaum noch Platz ist.
So habe ich das in allen Gruppentherapiesitzungen erlebt, sowohl ambulant als auch in der Reha. Es sind immer welche dabei, die sich gern reden hören und meinen, sie wären der Nabel der Welt.
Zitat von Karimma:
Jetzt frage ich mich, ob ich aufhören soll.
Bei der ambulanten Therapie habe ich das gemacht. Bin während einer Sitzung, wo jemand d3n Alleinunterhalter spielte, einfach aufgestanden und gegangen und mich gar nicht mehr gemeldet. Nach 3-4 Wochen rief die Praxis an, ob ich die Therapie weiter machen will oder nicht. Ich sagte natürlich nein und damit war die Sache erledigt.
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x 2#7
Karimma Mitglied
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@Schlaflose danke für deine Worte. Ja, genau so. Ich hoffe, ich finde den Mut auch. Aber es ist beinahe alternativlos. Mir tut es für die anderen in der Gruppe leid, denn sie sind echt nett. Aber ich muss auf meinen Bauch hören.
•
#8
Rogue Mitglied
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Hallo Karimma,
ich kann dich total gut verstehen, das würde mich auch sehr stören. Ich würde diese Gruppentherapie so auch nicht fortsetzen. Es klingt ja wirklich so, als würdest du dort kaum echte Hilfe bekommen und als würdest du es eigentlich nur machen, weil du gerade keine andere Therapie-Möglichkeit hast. Das Problem sehe ich in deiner Schilderung sehr stark beim Verhalten der Therapeutin, die scheinbar den Weg des geringsten Widerstands gehen will und die Stunden einfach so ohne große Beteiligung von ihr laufen lassen will, ist ja auch sehr bequem für sie. Ich habe das schon so oft erlebt. Es gibt engagierte Therapeuten, die ihre Gruppen wirklich gut anleiten und darauf achten, dass jeder Teilnehmer sich gesehen und gehört fühlt, und es gibt Therapeuten, die einfach nur dabeisitzen, kaum etwas sagen oder eingreifen und immer argumentieren, dass die Verantwortung ja bei den Patienten liegen würde und es ja "therapeutisch wertvoll sei", wenn solche Probleme immer ohne den Therapeuten gelöst werden würden. Sorry, aber dann kann man auch einfach in eine Selbsthilfegruppe gehen. Wenn ich von meinen wertvollen Therapie-Stunden, die ja von der Kasse bezahlt werden, so gar nichts habe, sind das vergeudete Stunden, die im schlimmsten Fall eventuell sogar noch dazu führen, dass die Kasse irgendwann die Genehmigung von Einzeltherapie verweigert, weil man ja die Gruppentherapie hatte.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich persönlich inzwischen auch kaum noch positive Effekte von Gruppentherapien habe. Ich habe schon viele Gruppentherapien gehabt, und es gab schon immer diese Leute, wie Schlaflose sie auch beschrieben hat, und ich finde, es ist in den letzten Jahren sogar immer schlimmer wird mit der Selbstbezogenheit vieler Teilnehmer in den Gruppen. Gruppentherapie kann funktionieren, wenn der Therapeut die Gruppe vernünftig leitet, aber selbst dann habe ich seit einiger Zeit zunehmend das Gefühl, dass die Bereitschaft der Leute, sich wirklich auch mal auf die Themen anderer Teilnehmer einzulassen und sich selber auch mal zurückzunehmen, immer mehr abnimmt.
Das Kontingent an Therapie-Stunden bei der Krankenkasse ist begrenzt, und man muss sich wirklich gut überlegen, wie man dieses Kontingent nutzen möchte.
Ich habe auch schon Gruppentherapien abgebrochen, weil es einfach keinen Sinn gemacht hat, bei denen ich immer öfters frustrierter und deprimierter nach Hause gekommen bin als ich es vor der Gruppenstunde gewesen bin, und das sollte ja nicht der Sinn der Sache sein.
An deiner Stelle würde ich diese Gruppentherapie auch nicht weiter verlängern und mich eher wieder der Ergotherapie zuwenden. Oder mit der Therapeutin nochmal über die Möglichkeit von Einzeltherapie sprechen.
Früher dachte ich immer "lieber schlechte Therapie als keine Therapie", aber das sehe ich inzwischen anders. Es kann auch schädlich sein, sich einer solchen Situation, wie du sie hier beschreibst, immer wieder auszusetzen, die eher schadet als nutzt und einem nicht mal dann hilft, wenn es mal wirklich dringend ist. Gerade wenn man schon etwas Therapieerfahrung hat, sollte man wirklich darauf vertrauen, dass so eine Entscheidung gerade therapeutisch sinnvoll sein kann. Man achtet so auf sich und seine Bedürfnisse, stärkt seine Selbstwirksamkeit und kommt aus der Haltung des "immer wieder Aushalten und Ertragen" heraus.
Alles Gute! LG
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x 1#9
Karimma Mitglied
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@Rogue Wow, vielen Dank für deine wirklich ausführliche Antwort. Genauso ist es, wie du es beschrieben hast. Die Gruppentherapie in der Tagesklinik war damals sehr gut und wurde gut angeleitet. Das hat mir geholfen. Aber das hier stresst mich nur. Ich möchte keine Streitkultur lernen sondern an meinen Problemen arbeiten. Und wenn ich wie gestern ein akutes Thema habe und es mir echt schlecht geht dann erwarte ich Hilfe. Boah, ich rege mich immer noch auf wenn ich an gestern denke.
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x 1#10
Greta__ Mitglied
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Ruf deine Krankenkasse an, schildere das Problem und höre was sie sagen. Ich habe auch schon mal eine Therapie eher beendet, habe mit der Krankenkasse telefoniert und gute Erfahrungen damit gemacht.
Ich würde aber auch das Gespräch mit der Therapeutin suchen, evtl. ergibt sich dadurch ein anderer Weg.
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x 1#11
Karimma Mitglied
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Die Therapeutin habe ich schon angesprochen. Es gibt keine NachmittagsGruppen. Keine Einzeltherapie am Nachmittag. Entweder die Gruppe oder keine. Das ist ja das blöde.
Mit der Krankenkasse spreche ich auf jeden Fall.
Ich habe jetzt erst mal den nächsten Termin abgesagt und habe da einen Termin beim Psychiater . Mal sehen was er sagt. Er müsste mir dann ja das Ergotherapie Rezept ausschreiben.