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Nikieagle
Liebe Forenmitglieder.

Ich bin ganz neu und möchte euch einmal meinen Leidensweg vorstellen.

Ich bin schon länger ziemlich nervös wenn mein Freund mal länger unterwegs war und ich ihn nicht erreichen konnte. Ja man kann sagen ich bin ich einen panischen Zustand verfallen bis er dann endlich da war oder sich gemeldet hat. Danach ließ die Anspannung auch direkt wieder ab. Bei meinem Sohn habe ich ein ähnliches Problem. Wenn er aus der Schule kam und sich nicht gleich per Telefon meldete war ich kurz und dran von der Arbeit loszufaheren um zu schauen wo er steckt. Meistens hatte dann nur der Bus Verspätung und ich war wieder ruhig.
Anfang 2020 verspürte ich ein immer öfter auftretendes Druckgefühl im Hals. Ich muss mich oft räuspern. Es ging weiter das ich urplötzlich das Gefühl bekam nicht mehr richtig atmen zu können. Darauf hin ging ich zu meinem Hausarzt. Der überwies mich zum Pulmologen. Ich breche das mal ab: bekam Medikamente geben Asthma obwohl nie ein Asthma oder eine Lungenschwäche diagnostiziert wurden.
Also quälte ich mich so durchs Jahr. Die vermeintlichen "allergischen Reaktionen" kribbeln im Gesicht, Schwindel, Atemprobleme wurden immer häufiger. Meine Medikamente die ich dagegen bekam erbrachten keine Hilfe.
Da kamen uns die ersten Ideen, dass es vielleicht doch Panikattacken sind.
Leider erlebte ich im November ein Trauma. Meine Mama starb sehr plötzlich und wir waren als Familie bei ihr während ich entschied die Geräte ausschalten zu lassen.
Seit dem Tot war ich im Schock. Habe wenig geweint und mich bei niemanden außer meiner Familie gemeldet. Nun wurden meine körperlichen Symptome von Tag zu Tag stärker.
Angegangen mit einer vergrößerten Pupille. Also zum Augenarzt. oB. (Ohne Befund) weiter gings zum HNO wegen eintretender Schmerzen in der Stirn. Bis dass ich nachts ganz schlimm meine Zähne zusammenbeiße konnte er nix feststellen. Dann ging es auf Arbeit los. Kreislauf, Sehstörungen, Zusammenbruch. Also ab in die Notaufnahme. Schädel CT oB. Wieder nachhause. Nach langen hin und her überlegen nahm ich dann auf antraten eines Arztes Ecilatoprame 20mg. Diesen Tag verfluche ich. 30 min nach Einnahme - Durchfall, Erbrechen, Herzrasen, Feuergefühl in der Brust etc. Ich dachte jetzt wars das. Daraufhin haben wir den Norarzt angerufen. Infusion. Nächsten Tag sollte es mir besser gehen.
Seit diesem Tag habe ich keine ruhige Minute mehr. Ich bin panisch, unruhig, erlebe heftigste Panik in der ich denke mein Leben ist jetzt vorbei. Ich werde nie wieder gesund. Es gibt wenig Momente am Tag wo ich ruhig bin.
Letze Entscheidung für uns Klinik. Hier bin ich jetzt seit 2 Wochen. Eingestellt am Anfang auf venaflexin. Gleiche Reaktion wie bei escilatoprame. Nun auf 3x 25mg Atosil und Valdoxan am Abend. Es geht mir beschixxen. Musste heute wieder eine Tavor nehmen um überhaupt klar zu kommen. Meine Gedanken verfressne mich und mein Körper schickt mir ohne Pause Signale.

Ich bin verzweifelt! Was soll ich tun? Was kann ich tun? Werde ich wieder gesund? Ich liebe mein Leben. Aber in der akuten Angstphase habe ich Angst es nicht aushalten zu können. Ich hoffe die Ärzte können mir hier schnell helfen. Ich will glücklich mit meiner eigene kleine Familie leben.

Ich hoffe ich hab mich einigermaßen verständlich ausgedrückt und mir kann jemand von euch etwas Mut zusprechen. Der fehlt mir leider oft.

Liebe Grüße Niki

10.01.2021 12:20 • 24.02.2021 x 1 #1


45 Antworten ↓


Mollie
Hallo Niki,
willkommen bei uns. Schön, dass du hergefunden hast. Nicht so schön ist was du erlebt hast. Aber du hast doch alles richtig gemacht und dir Hilfe gesucht in der Klinik. Jetzt brauchst du Geduld. Das ist für mich DAS Wort bei der Angstbewältigung. Die Krankheit kommt nicht plötzlich und geht nicht plötzlich wieder weg. Aber du bist auf dem richtigen Weg. Fühl dich erstmal gedrückt und komm ein bisschen an hier im Forum.

10.01.2021 14:10 • #2



Heftigste körperliche Panikattacken - will gesund werden

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Berggeist
Hallo Niki, willkommen im Club!
Du hast jetzt sehr starke Symptome. Das mußt Du leider zunächst so annehmen UND Dich langsam in die Bewältigung einarbeiten. Das braucht Zeit und Geduld.
Der Tod Deiner Mutter und Deine Entscheidung zum Abschalten der Geräte ist sehr heftig. Das Unterbewußtsein wird damit eine Weile zu kämpfen haben, auch wenn Dein Verstand es richtig heißt.
Ich kann Dich da so gut verstehen.

Meine alte blinde Mutter ist 94, lebt noch, will aber dauernd sterben, weil sie die Nase voll hat. Solche Dinge sagt sie mir immer am späten Abend oder wenn es mir gerade mal gut geht. (Bin selber mit heftiger Angststörung unterwegs,) Das löst bei mir grundsätzlich wieder Panik aus, Herzrasen, Schlaflosigkeit, Sehstörungen neuerdings, Muskelschmerzen durch übelste Verspannungen usw. Das Gedankenkarussell dreht sich: Was wäre wenn ich entscheiden müßte, was wird, wenn ich plötzlich ausfalle, Mutti braucht mich täglich, usw.
Die Nacht ist dann gelaufen.
Vor 2 ... 3 Jahren habe ich deswegen paarmal nachts den Notarzt gerufen. Wurde im KH beobachtet. Immer alles OB. Inzwischen habe ich die Erfahrung verinnerlicht, daß es "nur" die Panikattacke ist. Heute Nacht war es auch wieder ganz schlimm. Ich habe mich an die letzten Male erinnert, die ich überlebt habe.
Hab jetzt trotzdem eine 1/2 Tavor intus, als leichte Unterstützung, damit der schöne Sonntag heute nicht ganz vor den Baum fährt.
Übrigens hat mir in den ersten Jahren ein Angst-Tagebuch gut geholfen.
Ich habe immer aufgeschrieben, wie die Attacke abgelaufen ist, die Dauer und wie sie aufgehört hat.
So langsam ergab sich ein Bild, das mir zeigte, wie sich die Beschwerden aufbauen, verändern, abschwächen. Das stärkt unterm Strich meine Resilienz - langsam aber stetig!

10.01.2021 14:23 • x 1 #3


Hey Nikieagle,

Mein Beileid zu deinem Verlust und mein Mitgefühl für die harte Zeit die du gerade durchmachst.
Ich habe seit einiger Zeit ein ziemlich unspezifisches Beschwerdebild aber ich stelle immer wieder fest das ich mich in allen Beiträgen die ich hier so lese zum Teil immer wieder finde. Auch in deinem zum Beispiel und was ich dir damit sagen möchte: du bist auf gar keinen Fall alleine aber das weisst du bestimmt, trotzdem wollte ich es dir gerne sagen. Viele verstehen dich hier bestimmt auch wenn der Auslöser und Grund weshalb man sich in so einer Situation befindet bei jedem Unterschiedlich sein kann.
Also es sieht ja so aus als wäre organisch alles wichtige abgeklärt worden. Das ist ja schon mal gut, da man sich dann ein wenig mehr auf die "Seelische/Psyche" konzentrieren kann.
Ich kann aber voll gut verstehen das man immer wieder auch mal an seinen Körper denkt.
Sorry wenn ich so direkt Frage aber hattest du denn vor dem Verlust deiner Mutter schon mal mit "Angst" oder Symptomen die du da beschreibst zu tun?
Kannst du denn auch ganz offen darüber sprechen das du Angst hast bzw. wovor? Bei mir war es voll das Problem.
Deswegen bin ich auch hier und mich beruhigt es zum Beispiel einfach mal wie so eine Art Tagebuch meine Beschwerden in Form eines Beitrags so wie du es ja quasi jetzt auch gemacht hast zu schreiben.
Vielleicht hilft es dir so wie mir und ich merke das ich zwar mit ganz kleinen Schritten voran komme.
Aber mach dir keine Sorgen denn ein Prozess in dem man sich bewegt auch wenn der mal nach hinten oder nur langsam nach vorne geht oder sogar mal kurzzeitig stehen bleibt immer ein Prozess. Und ich war vor einigen Monaten noch so aufgelöst das ich dachte ich komme da gar nicht raus. Ich bin da auch noch nicht raus aber ich merke das es besser wird. Ich hoffe aber ich glaube auch das du es auch schaffst. Ich habe gelernt das ich mir selbst einfach Zeit geben muss. Es ist ok wenn mal nicht alles so gut läuft sag ich mir und wenn ich mir das ganz bewusst ins Gedächtnis rufe stellt sich eine seltsame ruhe in mir ein (klappt aber leider auch nicht immer, daran arbeite ich aber gerade).
Fühl dich gedrückt.
LG

10.01.2021 14:32 • x 1 #4


Nikieagle
Zitat:
Sorry wenn ich so direkt Frage aber hattest du denn vor dem Verlust deiner Mutter schon mal mit "Angst" oder Symptomen die du da beschreibst zu tun?
ja also schon aber nicht wo extrem. Dieses panische Gefühl ich muss mit meinem Kopf jetzt durch die Decke oder ich werde panisch hatte ich immer nur ganz kurz. Sozusagen bis sich der Auslöser aufgelöst hat. Jetzt komme ich seit fast 3 Wochen nicht mehr aus der Anspannung raus. Es wird meist gegen Abend immer etwas besser. Am Morgen wache ich dann aber direkt mit Herzrasen, Zittern, schlimmes grübeln auf. Entweder ich bekomm es dann hin das es von alleine besser wird oder ich brauche wie heute echt eine Tavor weil ich Angst habe total durchzudrehen.

Ja ich auch ganz offen darüber sprechen. Weil ich mir so irgendwie versuche beruhigende Worte holen zu können, dass alles ok wird.

Ich würde auch gern besser versuchen mich auf Medikamente einzulassen. Habe aber dann Angst vor den Nebenwirkungen. Oft stellt sich ja erstmal eine erstverschlimmerung ein.

Habt ihr damit erfahrung?

10.01.2021 15:27 • x 1 #5


vonnchen
Also erstmal auch mein herzliches Beileid. Es ist wirklich kein Wunder, dass es dir so geht. Du hast einen Verlust erlebt und vorher schon grosse Verlustängste gehegt. Geht in Richtung generalisierte Angst würde ich sagen. Als dann der schreckliche Verlust auch noch eintrat, wurde dir bewiesen, dass deine Angst zurecht war. Und das muss jetzt erstmal umgelernt wetden und das ist natürlich ein langer Weg.

Aber es wird nie gleich schlimm sein. Es gibt gute und schlechte Phasen. Jetzt kümmer dich um dich. Die Klinik war wahrscheinlich ein guter Schritt zur Selbsthilfe. Ich habe leider noch keine Erfahrung mit Medikamenten. Schliesse es aber für die Zukunft nicht aus, wenn ich damit am Arbeitsleben trotz Angst weiter teilnehmen kann.
Ich denke bei dir sind Medikamente zur Unterstützung eine gute Wahl. Konnte man dir denn sagen, wieso du die AD glaube ich nicht vertragen hast oder das eher sone Erwartungsreaktion war?

Ich wünsche dir von Herzen das Beste. Es wird sichet etwas schwer werden. Lass dich darauf ein. Man kann sich auch wirklich an sämtlichen sch. gewöhnen. Bleib am Ball und versuche dennoch einiges schönes in deinem Leben einzubauen. Spazieren, Liebe, mit deiner Familie beschäftigen, vielleicht Sport, vielleicht Hobby. Versuche das auch umzusetzen wenn es dir schlecht geht, damit du auch Erfolgserlebnisse hast.
Dein Schmerz wird irgendwann weniger aber das dauert.
Fühle dich ganz ganz doll gedrückt. Es wird besser werden. Versprochen!

10.01.2021 15:49 • x 1 #6


Nikieagle
Das Problem ist wenn ich ein neues Medikament bekomme lese ich erstmal stundenlang Berichte durch. Dann habe ich so eine Angst vor den Nebenwirkungen das sie dann auch tatsächlich eintreten. Ich bin aber dazu auch wirklich auch körperlich sehr sensibel. Also ist es eine Mischung aus beiden.
Ich habe einfach Angst nicht mehr aus diesem Zustand zu kommen. Ständig angespannt, aufgeregt zu sein das es sich zur Panikattacke hochschaukelt. Während der Attacke habe ich dann total die Gedanken es nicht auszuhalten. Das ist so schlimm weil ich sonst ein sehr lebensfroher Mensch bin. Nur in dieser Zeit denk ich nur ans negative. Ich hoffe so sehr einfach mal wieder paar Stunden in Ruhe zu haben. Hier in der Klinik zu sein war für mich der letzte Weg. Zuhause sein kann ich gar nicht. Da fühle ich mich völlig fremd.

Vor 5/6 Wochen war ich noch ich und Jetzt erkennen ich mich nicht mehr. Das ist sehr schwer zu verstehen.

10.01.2021 17:27 • #7


vonnchen
Zitat von Nikieagle:
Das Problem ist wenn ich ein neues Medikament bekomme lese ich erstmal stundenlang Berichte durch. Dann habe ich so eine Angst vor den Nebenwirkungen das sie dann auch tatsächlich eintreten. Ich bin aber dazu auch wirklich auch körperlich sehr sensibel. Also ist es eine Mischung aus beiden.Ich habe einfach Angst nicht mehr aus diesem Zustand zu kommen. Ständig angespannt, aufgeregt zu sein das es sich zur Panikattacke hochschaukelt. Während der Attacke habe ich dann total die Gedanken es nicht auszuhalten. Das ist so schlimm weil ich sonst ein sehr lebensfroher Mensch bin. Nur in dieser Zeit denk ich nur ans negative. Ich hoffe so sehr einfach mal wieder paar Stunden in Ruhe zu haben. Hier in der Klinik zu sein war für mich der letzte Weg. Zuhause sein kann ich gar nicht. Da fühle ich mich völlig fremd. Vor 5/6 Wochen war ich noch ich und Jetzt erkennen ich mich nicht mehr. Das ist sehr schwer zu verstehen.


Nö ist nicht schwer zu verstehen weil es allen ganz genauso geht am Anfang. Versprochen, gewöhne dich ein wenig daran und es wird wieder weniger werden. Höre auch mit dem lesen, ich hab noch nie die Nebenwirkungen gelesen. Aber ich hab auch manchmal noch Angst ich werde für immer so angespannt sein und dann kommt wieder eine Phase wo es wenig ist und der Beweis ist da. Es ist Quatsch. Du schaffst das und bist nicht allein. Es leiden viele darunter. Viel zu viele.

10.01.2021 18:54 • x 1 #8


Nikieagle
Wenn ich nur irgendwie eine Möglichkeit hätte, diese Gedankenrattern abstellen zu können wäre es schon etwas erträglicher.
Am schlimmsten geht es mir aber am Morgen. Ich wache schon mit der Panik auf und die schaukelt sich dann langsam hoch. entweder ich bekomm ei Kurve dank der Medikamente oder ich bekomm heftige Panikattacken wo nur noch Tavor hilft. Der Auslöser ist mir aber noch absolut unklar. Das wird wohl ein langer Weg werden.

10.01.2021 20:24 • #9


vonnchen
Zitat von Nikieagle:
Wenn ich nur irgendwie eine Möglichkeit hätte, diese Gedankenrattern abstellen zu können wäre es schon etwas erträglicher. Am schlimmsten geht es mir aber am Morgen. Ich wache schon mit der Panik auf und die schaukelt sich dann langsam hoch. entweder ich bekomm ei Kurve dank der Medikamente oder ich bekomm heftige Panikattacken wo nur noch Tavor hilft. Der Auslöser ist mir aber noch absolut unklar. Das wird wohl ein langer Weg werden.


Den Auslöser kenne ich auch bis heute nicht. Das einzig positive an den Panikattacken ist für mich immer das ich dadurch mein Gewicht halte, so bescheuert es klingt. Ich kann essen was ich will und bringe es dann wieder weg.
Ich habs z Bsp immer eher Abends. So unterschiedlich ist das. Also Panikattacken. Mein Nervsymptom beginnt auch schon morgens. Auslöser gibt es bestimmt ganz viele verschiedene. Eingangs hast du doch enorm viel erwähnt. Also wenn das keine Auslöser sind. Dir gehts nicht gut, du konntest das alles nicht verarbeiten. Dein Körper sagt dir nun, dir geht's nicht gut. Bei mir wirds auch erst nach Corona wieder besser gehen, wenn ich dann weiss das meine Firma es schafft oder ich alternativ einen Job finden würde, der mir auch gefällt und bei dem ich auch trotz Angststörung arbeiten kann.

Ich glaube du hast allen Grund. Verarbeite deine Trauer. Und nimm die Hilfe die du gerade bekommst! Saug es auf und arbeite daran in der Zukunft. Ich sorge mich auch viel. Ich rede dann oft und viel und irgendwann werden die Sorgen dadurch weniger. Bis sie wieder anfangen. Ja dazu such ich auch noch das Rezept. Mein nächster Versuch ist regelmäßiger Sport.

10.01.2021 20:53 • #10


Gian
Zitat von Nikieagle:
Liebe Forenmitglieder. Ich bin ganz neu und möchte euch einmal meinen Leidensweg vorstellen.Ich bin schon länger ziemlich nervös wenn mein Freund mal länger unterwegs war und ich ihn nicht erreichen konnte. Ja man kann sagen ich bin ich einen panischen Zustand verfallen bis er dann endlich da war oder sich gemeldet hat. Danach ließ die Anspannung auch direkt wieder ab. Bei meinem Sohn habe ich ein ähnliches Problem. Wenn er aus der Schule kam und sich nicht gleich per Telefon meldete war ich kurz und dran von der Arbeit loszufaheren um zu schauen wo ...


Hey meine Liebe. Ich kann dir Klaus Bernhardt empfehlen. Er ist spezialisiert auf Angst und Panikattacken und hat sogar einen eigenen Videokurs.

10.01.2021 21:02 • #11


Nikieagle
Guten Morgen. Ich habe leider seit 3 Tagen jetzt am Morgen mit sehr starken Unruh/Panik und dem Gefühl "verrückt zu werden" bzw. seine Persönlichkeit zu verlieren zu kämpfen. Gestern musste ich dann deswegen 1mg Tavor nehmen heute hab ich es mit Doxepin versucht. Damit wird es dann auch besser. Ich frage mich ob es durch das Valdoxan welches ich seit Freitag nehmen verstärkt wird. So schlimm hatte ich vor allen diese Entfremdung noch nicht so wirklich.

Man ich will doch einfach wieder ich selbst sein. Ich vermisse mein Leben so sehr. Könnte nur heulen

11.01.2021 10:44 • #12


vonnchen
Du bist doch in der Klinik oder? Kannst du da niemanden fragen?
Ich habe auch manchmal morgens schon Panik und Unruhe und denke ich schaffe den Tag kaum aber ich halte das dann einfach aus. Denn der Körper reagiert ja nicht stundenlang gleich doll auf die Panik. Es wird dann besser wenn ich dann einfach den Tag beginne.
Ich würde auch gerne meine leben wie früher zurück und das wollen alle hier. Das wird es aber so wahrscheinlich nicht mehr. Es kann aber auch mit Ängsten gut sein.
Hast du nicht täglich therapie stunden in der Klinik?
Sagst du denen nicht alle deine Ängste was du hier reinschreibst?
Aus Erfahrung von anderen höre ich immer dass die Symptome am Anfang stärker werden wenn man Medikamente nimmt. Keine Ahnung. Ich nehme keine.
Frag mal deinen Arzt.
Du bist doch noch in der Klinik oder?
Kopf hoch, von Panik geht die Panik nicht weg. Ich weiss leichter gesagt als getan. Es wird besser wenn du versuchst dich ein bisschen daran zu gewöhnen, dass dein Leben jetzt auch von Unruhe und Panik begleitet wird. Ich habe das auch phasenweise seit 7 Jahren ca. Und lebe zwischendurch immer sehr gut damit und dann gibts mal wieder paar wenige schlechte Monate und dann wieder einige gute.

11.01.2021 12:40 • #13


portugal
Lese Dir auf keinen Fall den Beipackzettel durch. Du hast doch Ärzte um Dich, Dir kann nichts passieren.

Du hast viel mit Deiner Mutter mitgemacht, da ist es kein Wunder, dass Du ein Trauma hast und es Dir schlecht geht.

Ich kann Dir sagen, Dir wird es wieder besser gehen, Du bist jetzt in einer Klinik und das ist gut so, es ist ein erster Schritt. Die meisten von uns haben diesen Phasen hinter sich und irgendwann ist auch wieder Licht am Ende des Tunnels.

Ich drücke dir die Daumen, dass es Dir bald besser gehen wird.

Die ADs brauchen Zeit, um zu wirken. Meine Ärztin sagt auch immer, es kann bei Einnahme erstmal auch schlechter werden, bevor es bergauf geht. Bei mir dauerte es 6 Wochen, ich hatte auch Durchfall, so what? Ich kenne doch die Ursache.

Bleib stark, du schaffst das.

11.01.2021 13:31 • x 1 #14


Hi Niki,

Ich kenn das mit der Angst/Panik am Morgen auch nur zu gut. Diese Anspannung löst eventuell bei dir genau wie es bei mir der Fall ist einen Kreislauf aus der sich immer wie in so einer Schleife wiederholt.
Angst = Anspannung = Symptome = Angst = Anspannung = Symptome usw. (das hatte ich von einer Antwort auf mein Thema mal gelesen und es macht für mich auch Sinn vielleicht ja bei dir auch, das hört sich so simpel an aber in dem Moment erkennt man das gar nicht)
Es ist dann nicht ganz einfach diesen Teufelskreis zu durchbrechen aber die gute Nachricht ist das es geht, mal mehr mal weniger wie ich feststellen muss aber ich sehe insgesamt eine positive Tendenz.
Die besten Methoden sind zum Beispiel für mich Atemübungen und Meditation (Ich hatte mir damals eine App und youtube dazu angesehen, da musste ich so ein wenig schauen was mir auch "zusagt" - aber das Angebot ist ja wirklich groß)
Beim Meditieren zum Beispiel rede ich mir mal auch gut zu und sage mir selbst das ich zwar gerade Angst verspüre aber sonst gehts mir ja gut, und das wirklich interessante dabei ist das umso öfter ich es mir sage desto besser komm ich klar. Vielleicht hilft dir sowas ja auch.

Aber das wollte ich dir noch sagen, dieses "ich will wieder ich selbst sein und heulen"mache ich auch voll durch und mir fällt es mega schwer damit klarzukommen deswegen fühl ich da so sehr mit dir und vielen hier im Forum" du bist nicht allein. Aber es ist immer eine Momentaufnahme, hab Geduld mit dir selbst, schreib dir hier den Kummer von der Seele und hoffentlich siehst du dann bald auch eine Besserung. Sowas merkt man im ersten Moment gar nicht aber wenn man dann so zurückschaut wird einem manchmal klar was man schon alles geschafft hat, man schlimme Tage überstanden hat.

Wegen den Medikamenten kann ich dich auch gut verstehen, ich habe da auch immer meine Bedenken / und sogar zum Teil Angst aber ich muss sagen als ich damals darauf angewiesen war ist es gut das ich diese als "Stützrad" hatte.

11.01.2021 13:59 • x 1 #15


Nikieagle
Zitat:

Zitat von Risan:
Wegen den Medikamenten kann ich dich auch gut verstehen, ich habe da auch immer meine Bedenken / und sogar zum Teil Angst aber ich muss sagen als ich damals darauf angewiesen war ist es gut das ich diese als "Stützrad" hatte.

Was hast du denn genommen?

11.01.2021 15:29 • #16


Ich hatte zu Beginn Opipramol 50mg aber die habe ich ca. 2 Monate genommen + Schlaftabletten (Zoplicon)
Dann hatte ich Valdoxan ungefähr 6 Monate und letztensendes Mirtazapin 30mg (ca. 1,5 Jahre) aber das Mirtazapin habe ich leider gar nicht vertragen und es hatte bei mir auch einige Nebenwirkungen. Seltsamerweise kamen die Nebenwirkungen erst nach ein paar Monaten. Ich habe ehrlich gesagt eh das Gefühl gehabt das ich nicht so ganz richtig eingestellt wurde was die Medikation betrifft
Tavor habe ich zusätzlich bei Bedarf auch genommen.

11.01.2021 15:55 • #17


Nikieagle
Also heute war der Tag echt schlecht. So schlecht das ich am Morgen erstmal eine Doxepin nehmen musste. Die hat aber nur kurz geholfen.
Bei der Visite habe ich dann gefragt ob das Valdoxan diese erhebliche Verschlechterung verursachen kann. Die Antwort war ernüchternd. Man kann es nicht sagen.
Jetzt liege ich total unruhig im Bett. Habe ich wieder das Gefühl mein Gesicht ist taub. Meine abendliche Dosis atosil 25mg habe ich schon bekommen aber bis jetzt keine Wirkung. Valdoxan bekomme ich gegen 21 Uhr. Ich bin mir so unsicher ob ich es nehmen soll oder nicht. Wenn es mir in einer Stunde nicht besser geht habe ich für mich entschieden eine Tavor zu nehmen.

Kennt ihr das Gefühl als würde der ganze Körper innerlich vibrieren und die Haut kribbelt bzw. fühlt sich taub an? Man ich bin echt am Ende. Morgen hab ich aber Gott sei Dank ein Therapiegespräch.

Ich hoffe euch gehts besser als mir. Ein zittrigen Gruß aus der Klinik

11.01.2021 19:45 • #18


Icefalki
Du hast, wie 1000 andere auch eine Angsterkrankung. Angst fühlt sich immer so an, weil dein Körper mit Adrenalin überschwemmt wird, und das einen Kreislauf von Gefühl und tatsächlichen Symtomen verursacht.

Man möchte das nicht haben, hat es aber und befindet sich in einem ständigen Kampf. Und Kampf bedeutet schon wieder Anstieg von Adrenalin usw. .

Tavor, ein Benzo beendet das eine Zeitlang, kann aber schnell abhängig machen. Und hier ist das grösste Problem. Man möchte seine Ruhe, Tavor gibt sie einem und am Schluss hast du 2 Probleme.

Spreche da mal mit den Ärzten darüber.

11.01.2021 19:59 • x 2 #19


Nikieagle
Zitat von Icefalki:
Tavor, ein Benzo beendet das eine Zeitlang, kann aber schnell abhängig machen. Und hier ist das grösste Problem. Man möchte seine Ruhe, Tavor gibt sie einem und am Schluss hast du 2 Probleme.

Ich halte eigentlich auch immer aus bevor ich eine Tavor nehme. Habe bevor ich in die Klinik bin fast 1 Woche gar nicht geschlafen bis ich so am Ende war das mein Freund gesagt hat jetzt nimm die sch. Tablette. Ich geh immer zu den Pflegern sage mir gehts sch. uns wenn ich nicht aushalte nehm ich eine Tavor. Ich versuche also wirklich alles dann damit ich keine nehmen muss. Hier kann ich halt nur wenig machen zb lesen, etwas spielen oder halt ne Serie schauen. Teilweise räume ich auch im Gemeinschaftszimmer auf um mich abzulenken. Ich habe sehr viel Respekt gegenüber Tavor. Wie gesagt es ist mein rettungsanker wenn gar nix mehr geht. Ich glaube ich schaff es ohne heute in die Nacht zu kommen. Meine Symptome sind da aber ich hoffe ich bin stärker als die sch. Angst! Meine Mama war eine Löwin ich muss jetzt genau wie sie kämpfen und am Ende werde ich die Angst besiegen und nicht anders. Das klingt so einfach wenn ich es sage aber ich muss es mir jetzt so deutlich sagen. Es ist nur der Kopf! Und ich möchte wieder darüber bestimmen wie es mir geht.

11.01.2021 20:09 • x 2 #20



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Dr. Christina Wiesemann