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Sallyblue
Hallo ich lese ja schon seit ein paar Wochen viel hier im Forum vorallem über ängste und Panikattacken. Hab davon den Eindruck bekommen das viele während den Panikattacken vorallem Angst vor ihren körperlichen Symptomen haben.
Bei mir ist das anders, ich merke zwar am Rande das ich auch diese Symptome habe aber die Panik in meinem Kopf nimmt soviel Platz ein das ich in diesen Momenten meinen Körper kaum wahrnehme. Spüre in den Situationen sogar Schmerz kaum.
Ich merke immer erst danach das diese Situation körperlich sehr anstrengend war. Hab durch die Anspannung meist Schmerzen ähnlich Muskelkater im ganzen Körper und Pochende Kopfschmerzen vom Hyperventilieren aber währenddessen bemerke ich davon nichts.
Bei mir ist während dessen nur Platz in meinem Kopf für Panik und Flucht. Das Flucht Gefühl ist bei mir so Stark das ich sogar kaum auf den Strassenverkehr achten kann und deswegen auch schon in sehr blöde Situationen gekommen bin. Auch kann ich nicht damit umgehen wenn mich jemand versucht zu stoppen oder festzuhalten dann wächst die Panik nur noch weiter. Am schlimmsten ist es wenn mich Jemand in dieser Situation umarmen will. Dann beiss ich nähmlich aus Panik zu und das nicht zu Sanft. Ich kann in diesem Moment einfach nicht anders der Druck ist einfach zu stark.
Kennt jemand hier das auch oder so ähnlich? Oder bin ich einfach nur komisch?

21.04.2018 11:44 • 07.05.2018 #1


10 Antworten ↓


sevr
Hey,

ich weiß nicht genau, ob ich manchmal dasselbe habe, weil ich meine körperlichen Symptome immer wahrnehme. Ich hatte aber auch solch starke Panikempfinden, wie du beschreibst. Ich gerate auch oft so in Panik, dass ich Dinge einfach mache, ohne darüber nachzudenken. Zum Beispiel habe ich nachts manchmal so starke Panikattacken, dass ich plötzlich im Hausflur beim Nachbarn stehe. An den Weg dahin erinnere ich mich selten. Normalerweise geht der Panik aber immer ein körperliches Gefühl voraus. Bei mir war es auch oft ein Hyperventilieren: Die zu schnelle Atmung selber habe ich nicht bemerkt. Erst, wenn ich zu 100% "voll" mit Luft war, geriet ich in Panik, weil ich natürlich keine weitere Luft einatmen konnte. Ich könnte mir vorstellen, dass man das als körperliches Symptom erstmal nicht wahr nimmt.

Kannst du dich an die letzten Situation erinnern und versuchen zu überlegen, was du vorher gedacht hast? Oder was du eventuell vorher hättest empfunden haben können?

Hast du gerade eine anhaltende Stresssituation?

LG

21.04.2018 12:20 • x 1 #2



Panikattacken ohne Körperliche Symptome wahrzunehmen?

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Sallyblue
Zitat von sevr:
Kannst du dich an die letzten Situation erinnern und versuchen zu überlegen, was du vorher gedacht hast? Oder was du eventuell vorher hättest empfunden haben können?

Hast du gerade eine anhaltende Stresssituation?

LG


Danke für deine Antwort.

Genau zu trennen was in der Panik reinspielt ist für mich leider nicht möglich, da ich in den letzten Jahren darum eine Angsterkrankung aufgebaut habe. Die Angst vor solchen Attacken schwingt eigentlich fast immer mit. Typische Angst vor der Angst.
Während der Attacken hab ich aber meistens immer nur die Worte .ich kann nicht. und .ich muss hier weg. im Kopf. Ich merke meistens aber vor solchen Attacken immer eine Anspannung und mitlerweile kann ich da auch schon oft meine Skills einsetzen. Aber manchmal will es einfach nicht funktionieren. Da erstarr ich meistens erst, dann fange ich mich an im Kreis zu drehen um die Gefahr zu finden. Finde aber nie was konkretes woran ich es fest machen kann. Und dann nur noch Flucht. Komm mir da fast schon wie ein wildes Tier vor.

Leider hat das und die damit verbundene Angst in den letzten Jahren meine Welt ziemlich klein werden lassen. Hab ein Jahr fast nicht meine Wohnung verlassen können. Aber im letzten Jahr hab ich dank passender Therapie wieder einiges zurück erobern können. Auch wenn ich den Schritt wieder ganz alleine Rauszugehen noch vor mir habe. Aber nur mit Hund funktioniert schon manchmal : )

21.04.2018 20:22 • #3


sevr
Bisher war es nicht möglich. Versuch' es einfach mal ab jetzt. Du musst die Attacken dafür zulassen, was erstmal die schwierigere Aufgabe ist. Und dann schreib irgendwas auf... ich habe damit angefangen, dass ich bei Herzschmerzen überlegt habe, wann ich mal Herzschmerzen gehabt haben könnte. Ich habe irgendwas aufgeschrieben und wurde völlig zerstört von den Gefühlen, die damit einhergingen. Damit hatte ich gar nicht gerechnet.

Nachdem ich das häufiger gemacht hatte, habe ich mir mal eine Situation ausgesucht, die ich auch einfach mal niederschreiben wollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinerlei Symptome. Was dann passiert ist, hat mich ein Stück weit geheilt, glaube ich. Und zwar habe ich mich in eine Panikattacke geschrieben. Ich wurde so wütend, dass ich keine Luft mehr bekam, mein Herz raste und ich dachte, ich müsse den Notarzt rufen. Aber das habe ich mir selber angetan. In diesem Moment habe ich die Symptome quasi selber hervorgerufen. Die Panikattacke dauerte ca. 15 Minuten, aber danach musste ich wirklich grinsen, weil ich das erste mal gespürt habe, dass ich diese Symptome steuern kann, selber hervorrufen kann, durch nichts als tippen und fühlen.

Was für Skills setzt du denn ein?

21.04.2018 21:04 • #4


Sallyblue
Einfach versuchen werd ich es nicht. Hab schon eine Konfrontations Therapie hinter mir die mich immer völlig strategielos den Situationen aussetzte. Am Schluss hatte ich nur noch mehr Ängste, da ich mich immer wieder mit der Panik traumatisiert habe bis ich die Wohnung nicht mehr verlassen konnte. Meine Strategie ist es gerade geziehlt mir die Welt zurück zu erobern und mich zwar meinen Ängsten zu stellen aber möglichst die totale Panik zu vermeiden. Deshalb geh ich sehr Achtsam mit mir um und hab mir mit meinem Therapeuten eine art Frühwarnsystem gebastelt. Ich frag mich immer wieder selbst wie Angespannt ich bin und versuch dann ein passendes Skill zu finden. Z.b ablenken, Atemübung, Schmerz. Das funktioniert eigentlich ganz gut. Und wenn ich merke ich schaffs nicht nehr runterzuregulieren dann brech ich die Situation lieber gezielt ab. Mir sind gerade kleine Schritte vorwärts lieber als wieder den totalen Absturz zu riskieren.

21.04.2018 21:37 • #5


Sallyblue
Kennt das denn sonst Niemand? Würde mich gerne darüber austauschen weil mich das sehr belastet. Mir macht vorallem das nicht Wahrnehmen Sorgen. Ich fühl mich in diesen Momenten einfach nicht wie ich selbst. Und ich komm dabei auch immer wieder mit blauen Flecken Nachhause weil ichs einfach nicht merke, wenn ich wo gegenrenn. Auch kann ich in diesen Momenten meine eigene Kraft nicht einschätzen.
Fühl mich zwar in meiner jetzigen Therapie gut aufgehoben aber bis auf Theorien warum das so sein könnte,ist mir das immer noch ein Rätsel. Vorallem hab ich Probleme das für mich Emotional umzusetzen.
Und ich will nicht darauf warten das irgendwann ein Aha Erlebniss stattfindet, ich will Raus und zwar Jetzt ! Das mit meinem Frühwarnsystem ist zwar schön und gut, aber diese Panik schwebt gedanklich immer über mir und Blockiert mich so sehr das aller Fortschritt nur in Tippelschritten funktioniert. Und kaum glaub ich einen Bereich für mich zurückerobert zu haben und lenke meinen Fokus auf das nächste Ziel, wird das was ich zuvor erreicht habe wieder enger. Es fühlt sich so an als hätte ich nur einen Beschrenkten Spielraum.
Sry wenn das jetzt zu Frustriert rüberkam. Aber mir geht langsam einfach die Kraft aus.

Lg
Sally

24.04.2018 10:42 • #6


Sallyblue
Vielleicht sollte ich noch dazuschreiben das ich zur Zeit keine Medis nehme, aber gerade am überlegen bin ob ichs nicht noch einmal mit Medikamenten unterstützung probieren sollte. Bin da gerade hin und her gerissen, zum einem wärs bestimmt ne Erleichterung wenn sie helfen würden aber andererseits hab ich Angst davor sie zu nehmen.
Zum einen weil ich mit Medis schon schlechte Erfahrungen gemacht hab. Hab schon einiges durchprobiert. Für Depris hat das auch einigermasen funktioniert aber für Ängste haben die wenig gebracht. Hatte darüber auch schon ein Ärztegespräch geführt in dem der Arzt zu dem Schluss kam das für mich eigentlich nur die stärker Angstlösenden Medis in frage kommen. Und genau davor hab ich Angst. Die Situation ist zwar schon einige Jahre her aber das letze mal als ich die genommen hab, hatte ich wenige Tage nach der ersten Einnahme einen Suizidversuch den ich mit Glück überlebt habe. Es hat sich damals so angefühlt als wären mir nur noch die Ängste im Weg gestanden es nicht zu tun. Und das will ich auf keinen Fall noch mal erleben. Ich weis das ist jetzt eine andere Situation und meine Suizidzwangsgedanken sind besprochen und ich hab sie einigermasen im Griff aber die Angst schwingt halt immer mit.
Zum anderen muss ich auch lernen mit den Ängsten Panik umzugegen. Hab das leider nie richtig gelernt. Schon seit Kindheit ist bei mir der Schutzmechanismuss Ängste nicht zu zeigen. Selbst in Lebensbedrohlichen Situationen konnte ich das nicht. Und leider hab ich das auch mit ins Erwachsenalter beibehalten. Ich hatte zwar wie ich mir jetzt eingestehen muss oft Angst aber ich hab sie meistens Ignoriert bzw. hab sie nie annehmen können. Glaub deshalb hat bei mir auch die konfrontative Therapie keinen Erfolg gebracht. Ich war bisher vier mal in ner Klinik und hab jetzt meine zweite Gesprächstherapie aber bisher ist das immer so verlaufen das ich danach zwar oberflächlich wieder funktioniert habe, ich aber nach gewisser Zeit immer und immer wieder abgestürzt bin jedes mal schlimmer als zuvor. Und ich will diesen Teufelskreis endlich durchbrechen. Auch wenn ich zu meinem jetzigen Zeitpunk nicht vorstellen kann das es schlimmer kommen kann als bei meinem letzten Absturz. Aber meine Psyche ist halt gut darin mich immer wieder zu überrasche frei nach dem Motto Schlimmer geht immer.

25.04.2018 12:58 • #7


Sallyblue
Das einzige Körperliche Symtom was ich hab ist die ständige Müdichkeit. Das muss ich mir wohl doch eingestehen. Aber ich bin mir da auch nicht sicher ob das jetz die Psyche ist oder körperliche Ursachen hat. wahrscheinlich ne Mischung aus beiden. Leide in den letzen Jahren seit einer Krebserkrankung immer wieder an Fatigue syndrom und bekomm wegen meiner Lunge nicht genug Sauerstoff in den Körper. Was mich eigentlich in den guten Phasen meines Lebens nie wirklich belastet hat. Bin auch trotzdem noch Bergsteigen gegangen, auch wenn ich dabei sehr langsam war. Deswegen versteh ichs einfach nicht das jetz wo ich nichts zu tun hab und nichts leisten muss mir die Müdichkeit so stark zusetzt. Eine Stunde bischen Haushalt und es geht nichts mehr und ich muss mich hinlegen. Auch haben meine Schlafparalysen stark zugenommen. Dabei hab ich wieder mehr Motivation hab lust Sachen zu machen.... und mach sie dann wegen den Ängsten doch nicht... verdammt kann man sein Gehirn nicht einfach neu booten?

27.04.2018 13:37 • #8


Sallyblue
Hallo @Psychic-Team
Könnted ihr diesen Thread bitte in ein Tagebuch umwandeln? Sallys Blues oder so?
Ist hier ja fast eh nur ein Selbstgespräch.

Danke

29.04.2018 09:43 • #9


Sallyblue
Hmmm kann ich die Mods auch direkt anschreiben um hier die Kategorie zu ändern? An wen muss ich mich dann wenden? Kenn mich damit nicht wirklich aus. Oder bin ich einfach zu Voreilig und mach Stress? Entschuldigung fals das so rüber kommt. Ansonsten werd ich den Thread jetz so behandeln als wär es ein Tagebuch.

Merke leider das ich mich immer mehr überwinden muss die letzten Tage um hier im Forum aktiv zu sein. Dabei will ich mir das nicht nehmen lassen. Es war ein kleiner Erfolg für mich das ich hier auch mal was privates über meine Ängste schreiben und mich auch mal verletzlich zeigen wollte. Ansonsten bekommt diese Seite nur mein Mann und mein Therapeut zu Gesicht. Hab sonst immer die Vollmaske auf was so elends viel Kraft kostet. Ich weis ich schlag hier im Forum eher ins totale Gegenteil davon. Aber an einem gesunden Mittelweg muss ich noch Arbeiten. Ich hoffe das legt sich wieder mit der Zeit.

02.05.2018 12:57 • #10


Sallyblue
Hab übernächste Woche einen Termin beim Psychiater um noch einmal über die Medikamenten Möglichkeiten zu sprechen. Ich glaub ich komm nicht mehr drum rum. Alles kostet so viel Kraft und selbst wenn ich einen guten Tag habe und mich meinen Ängsten stellen konnte und mich sogar wieder auf Situationen freue, fühlt sichs das das nächste mal meistens wieder an, als renn ich gegen eine Wand die ich einfach nicht überwinden kann. Ich hasse es das ich das nicht einfach abschütteln kann und mir das auch immer wieder so auf die Stimmung schlägt. Hab jetz mal wieder drei Tage fast nur im Bett verbracht und konnte mich zu nix aufraffen, nicht mal hier im Forum schreiben. Ich will das nicht immer und immer wieder erleben.

07.05.2018 14:59 • #11



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