Tine54

6
3
Hallo!

Ich lese schon eine Weile hier mit und würde nun auch gerne mal ein paar Gedanken loswerden...

Ich bin 22 Jahre alt und leide inzwischen seit ca. 4 Jahren mehr oder weniger stark an Panikattacken und Agoraphobie. Mit 19 hatte ich eine Phase, in der ich monatelang kaum noch mein Zimmer zu Hause verlassen konnte. Das kam alles sehr schnell, hat sich in wenigen Wochen entwickelt. Hab damals auch relativ schnell reagiert und inzwischen zwei stationäre und ein längere Ambulante Verhaltenstherapie hinter mich gebracht. Die hat insgesamt auch recht gut geholfen, ich konnte ca. ein Jahr lang ein fast normales Leben führen. Mit "schwierigen" Situationen (für mich ist das vor allem das Autobahnfahren und sehr eingeengte Verhältnisse, wie im Hörsaal oder Kino in der Mitte sitzen) hatte ich jedoch die ganze Zeit über Schwierigkeiten. Deshalb glaube ich auch, dass während der Konfrontationstherapie der "Knoten noch nicht geplatzt ist", also ich nie so wirklich verinnerlicht habe, dass die Situationen ungefährlich sind und mir nichts passieren kann. Seit Januar hat sich jetzt ein ziemlicher Rückfall eingeschlichen, inzwischen bin ich im Alltag schon wieder arg eingeschränkt. Ich kämpfe mich zwar jeden Tag durch so gut es geht, aber einkaufen, Bus fahren, Uni usw. wird immer schwieriger.

Nun habe ich in letzter Zeit einiges über Hypnosetherapie bei Angsterkrankungen gehört und gelesen und spiele mit dem Gedanken, das auszuprobieren. Hat vielleicht jemand damit Erfahrungen gemacht oder ist jemand in einer ähnlichen Situation und kann mir vll ein paar Tips geben?


Viele Grüße, Tine

18.05.2012 18:16 • 10.06.2012 #1


11 Antworten ↓


Eine von Vielen

Eine von Vielen


331
21
1
Hey Tine,

ich bin relativ "frisch" erkrankt und hatte heut nach 2 Sitzungen mit Gesprächen meine erste "Hypnoseerfahrung". Ich war dem gegenüber sehr ängstlich eingestellt.
Nachdem mich meine Therapeutin informiert hatte, lies ich mich also darauf ein.

Ich kann leider ( noch ) keine großen Erfolge berichten, da nur eine sehr leichte Trance induziert wurde, aber ich kann definitv sagen, dass es funktioniert, dass es sehr entspannend war und ich würde behaupten, ich dass auch immer noch bin!

Fühle mich richtig gut, heute.

Meine Therapeutin ist eigentlich nicht bei den Kassen zu gelassen..Soweit ich weiß, zahlen die Kassen eigentlich auch keine Hypnose. Dank eines Kostenübernahmeantrages habe ich die Therapie aber bewilligt bekommen und bin wirklich froh darüber!
Man muss das also keines Falls immer aus eigener Tasche zahlen!

Meine Therapeutin ist von der Wirksamkeit von Hypnose bei Angst / Panik sehr überzeugt.
Gleichzeitig machen wir aber auch Verhaltenstherapie ( Also Konfrontation etc. )

Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Hypnose hilfreich ist!
Ich kann dir gerne im Laufe meiner Sitzungen berichten!

Ein empfehlenswertes Buch:

Hypnose lernen. Anleitungen zur Selbsthypnose für mehr Leistung und weniger Stress von Dirk Revenstorf

Falls du dich erst einmal einlesen magst.

Ich fand die erste Trance am Anfang kurzzeitig sehr unangenehm.. Gefühl von "Los lassen" und "Kontrolle abgeben" aber mit der Zeit war es sehr angenehm!

Grüße!

19.05.2012 01:50 • #2


nita92


Hallo.
ich leide seit 2 1/2 jahren an angst.
hatte es auch mit hypnose versucht , aber meine angst ist so stark das ich die kontrolle über mein körper nich abgeben konnte / wollte .
Ich hatte so eine starke angst das ich es abbrach...

19.05.2012 07:40 • #3


Tine54


6
3
Danke erst mal für die Antworten
Ich habe auch eine Therapeutin bei mir in der Nähe gefunden, die sowohl VT als auch Hypnose anbietet und bei der ich in drei Wochen einen Termin habe. Hab auch gelesen, dass es sehr erfolgreich sein kann, das beides zu kombinieren. Ich glaube einfach, dass es bei mir noch irgendwelche Ursachen gibt, die die Angst aufrecht erhalten, von denen ich selbst (noch) nicht weiss und dass man da eventuell durch Hypnose etwas erreichen kann.

Es wäre auf jeden Fall schön, wenn du weiter von deiner Therapie berichten könntes, Mary

Die Angst vor Kontrollverlust über meinen Körper beschäftigt mich momentan auch noch. Hatte vor drei Jahren, als es mir schon einmal richtig schlecht ging, schonmal einen Termin bei einem Hypnosetherapeuten, den ich dann aber abgesagt habe, weil ich dann richtig Panik davor bekommen hatte. Inzwischen fühl ich mich aber viel wohler bei dem Gedanken. Hab ganz viel Positives darüber gelesen und setze da auch echt Hoffnungen rein. Aber ob ich mich dann, wenn es so weit ist, wirklich darauf einlassen kann, weiß ich noch nicht. Ein Versuch ist es ja aber auf jeden Fall wert

Wie es mit der Kostenübernahme läuft weiß ich noch nicht genau. Die Therapeutin ist zwar kassenärztlich zugelassen, aber das Ende meiner letzten Therapie ist noch keine zwei Jahre her, ich bin also eigentlich noch in dieser komischen Sperrzeit. Aber behauptungweise kann man ja trotzdem eine Kostenübernahme beantragen.

19.05.2012 08:43 • #4


nita92


ich drücke dir aufjedenfall die daumen das es dir hilft

19.05.2012 10:24 • #5


Eine von Vielen

Eine von Vielen


331
21
1
Huhu,

ja eine Kostenübernahme kannst du auf jeden Fall beantragen, nur sollte das eigentlich vor deinem ersten Termin stattfinden, damit es im Nachhinein keine Probleme gibt.
Also, wenn du auf der sicheren Seite sein willst und nicht Gefahr laufen willst, dass du das aus eigener Tasche zahlen musst : unbedingt vorher mit der Krankenkasse klären..
Bei mir haben sich die "guten" Leute geschlagene 3 Wochen Zeit gelassen, obwohl meine Therapeutin einen Eilantrag gestellt hatte... Bürokratie,ich sags dir...schlimm.

Hattest du denn jetzt schon deinen ersten Termin?

Meine Therapeutin war leider im Urlaub und ich habe erst am Fr. die nächste Sitzung.
Werde aber berichten!

Mir wurde auch ein Buch empfohlen, dass ich guten Gewissens auch weiter empfehlen kann:

" Hypnose lernen Anleitungen zur Selbsthypnose für mehr Leistung und weniger Stress - Dirk Revenstorf, Reinhold Zeyer"

Es gibt absolut keinen Grund sich sorgen zu machen, die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren! Das wird nie und nimmer der Fall sein!
Es gibt so viele Gerüchte und viel haben ihr "Wissen" über Hypnose nur von diesen "dubiosen" Shows in denen Showhypnose betrieben wird ( "Sie denken sie sind ein Huhn - "gacker gacker" ) und das ist mit klinischer Hypnose absolut nicht vergleichbar!

Das Buch informiert gut und vor allem verständlich und gibt tolle Anweisungen für den Alltag!

Liebe Grüße

05.06.2012 22:49 • #6


derhimmelmusswa.


In meine Nähe bietet nun auch jemand sowas an. Nennt sich wohl klinische Hypnose oder so. Kostenpunkt laut Internetseite 90 ! Euro pro Stunde... Ich glaub, ich hab den falschen Beruf Ich denke mir da halt immer, dass mich sowas bestimmt um die 400 Euro kosten würde. Und wenn es dann nicht hilft? Dann hat es nur dem Hypnotiseur geholfen. Wer hat die Kohle schon so locker sitzen (gerade wenn man Kinder hat), dass man sowas einfach mal so ausprobieren kann.

06.06.2012 17:55 • #7


Schlaflose

Schlaflose


18775
6
6796
Wenn du einen Psychotherapeuten findest, der eine Zusatzausbildung in Hypnosetherapie hat und die Hypnose im Rahmen der Therapie stattfindet, dann wird das von der Kasse bezahlt.

Viele Grüße

07.06.2012 06:38 • #8


Tine54


6
3
Hey!

Ja, ich hatte jetzt schon einen Termin, aber da haben wir wirklich vorwiegend erst mal nur über die Kostenübernahme gesprochen. Hab jetzt einen Kostenerstattungsantrag gestellt, mir wurde allerdings schon gesagt, dass das jetzt dauern kann Ansonsten hatte ich von der Therapeutin und der Praxis wirklich einen sehr guten Eindruck und bin mit dem Gefühl gegangen, dass sie mir echt helfen kann.
Na mal schauen, was dann bei der Krankenkasse rauskommt....

Danke auch für die Buchtipps.

Viele Grüße

08.06.2012 11:22 • #9


crazy030


Nach meiner Info zahlt die KK Hypnose nur im Rahmen einer eh schon laufenden anderen Behandlung und NUR, wenn der/die Hypnotiseur ein Arzt ist.

08.06.2012 13:01 • #10


Schlaflose

Schlaflose


18775
6
6796
Am Ende meiner Reha hat man mir dort eine Liste von Therapeuten in meiner Gegend, die auch Hypnose anbieten und die Kassenzulassung haben, gegeben und davon war keiner Arzt. Ich habe es damals aber nicht in Anspruch genommen.
Witzigerweise bin ich vor anderthalb Jahren zufällig an einen Therapeuten geraten, der auch die Zusatzausbildung für Hypnose hat. Er hat mit mir im Rahmen der Therapie immer wieder Hypnosesitzungen versucht, die von der Kasse anstandslos bezahlt wurden. Allerdings haben wir es nach etwa 10 Sitzungen aufgegeben, weil ich ich anscheinend zu den 5% der Menschen gehöre, die sich nicht hypnotisieren lassen.

Viele Grüße

08.06.2012 13:52 • #11


Eine von Vielen

Eine von Vielen


331
21
1
Der Therpeut muss die Zusatzausbildung psychologischer Psychotherapeut haben, dann wird die Hypnose gezahlt oder aber man geht, wie ich, zu einem privaten Therapeuten ( ohne Kassenzulassung ) und Überzeugt die KK, dass sie die Kosten übernimmt.

Was bei Letzterem von Vorteil ist, wenn der Therapeut nur den Satz abrechnet, den auch die Kassen zahlen, das sind rund 80€ je Sitzung.
Wenn er natürlich privat ( teurer ) abrechnet, kann es sein, dass die KK streikt.
Macht der Therapeut aber im Normalfall nicht.

10.06.2012 17:14 • #12



Dr. Reinhard Pichler


Auch interessant

Hits

Antworten

Letzter Beitrag