App im Playstore
Pfeil rechts
×

Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

RainerSkeptiker

RainerSkeptiker
Mitglied

Beiträge:
169
Themen:
12
Danke erhalten:
28
Mitglied seit:
Hallo,
Heute wurde ich aus einem bekannten Forum gemoppt! Meldete mich dann ab. Dies, weil ich einem an Angststörungen leidenden jungen Mann, dem Tavor verschrieben wurde, dessen Arzt aber in Urlaub ist und der nun keinen neuen Verschreiber findet, geraten habe, suche weiter, aber wenn es nicht klappt, besorge Dir Deine Medikamente illegal. Das ist Dein moralisches Recht, egal wie die Gesetze sind. Niemand ist gezwungen zu leiden! Niemand sollte zu dem von den Krankenkassen erzwungenen Brutalo Entzug in maximal 3 Wochen gezwungen werden!
Alle bewerteten mich negativ, nicht eine Stimme zeigte Verständnis. Deutscher Kadavergehorsam? Ich weiß es nicht.
Ein besonders widerlicher Vertreter dieser Denunzianten meinte, er müsste meinen Klarnamen veröffentlichen, um mich zu verunglimpfen.
Hier in der BRD darf auch niemand trotz schwerer unheilbarer Krankheit sein Leben beenden!
All dies zeigt. Die Empathie in diesem Land ist gering!
Danke für Antworten.
Gruss

09.08.2012 #1


107 Antworten ↓
Christina

Christina
Mitglied

Beiträge:
2929
Themen:
2
Danke erhalten:
44
Mitglied seit:
Zitat von Trudi11:
Zitat:
In manchen Fällen ist eine Abhängigkeit das geringste aller Übel, in manchen Fällen ist sie das größte Übel und die Mehrheit liegt dazwischen.


In welchen Fällen wäre Abhängigkeit das kleinste Übel?
Das ist logischerweise vom Einzelfall abhängig, deshalb nur als Beispiele:
  • für die 10-20 % Therapie"versager", die ja auch irgendwie weiterleben wollen
  • für berufstätige Alleinerzieher, die funktionieren müssen und denen die üblichen ADs oder NLs nicht (ausreichend) helfen, den Alltag zu bewältigen - zumal die Wartezeit auf einen Therapieplatz beträchtlich sein kann
  • für Menschen, die dauerhaft mit einer niedrigen Dosis gut klar kommen und denen ein Entzug unverhältnismäßig große Probleme bereiten würde
  • generell für Menschen, die ihre Probleme somit gut unter Kontrolle haben und daher keinen Grund haben, sich selbst und ihre Krankenkasse mit anderen Maßnahmen zu belasten
  • für Menschen, die es ganz einfach für sich selbst so sehen
  • für - und jetzt bereit machen für die ganz große Empörung! - Schwangere, denn fast alle anderen Medikamente wirken teratogen.

Zitat von Trudi11:
Zitat:
Meine Aussagen (lies doch bitte alle) sind nicht verharmlosend, sondern differenziert.


Sorry, Du differenzierst vielleicht, trotzdem spielst Du eine Low-Dose-Abhängigkeit runter.

Sicher schreiben in Foren Menschen mit Problemen, trotzdem finde ich es leichtsinnig, Risiken runteruspielen und so evtl. Leute zu Konsum zu verleiten, die kritisch informiert ein Benzo nicht einehmen würden.
Lies vielleicht nochmal nach, was ich geschrieben habe... BTW müssten von mir "Verleitete" doch erstmal ein Rezept bekommen. Vom Arzt und damit von jemandem mit mehr Autorität als sie eine anonyme Userin haben kann, die auch noch des öfteren auf die mindere Qualität der Informationsquelle Internetforum hinweist. Mit deinem Einwand hättest du Recht, wenn es um Alk. oder um die illegale Beschaffung ginge. Tatsächlich geht es aber um verschreibungspflichtige Medikamente.

Zitat von Trudi11:
Zitat:
Eher wegen der verschärften Zahlungsbedingungen der GKV. Auf Privatrezept gibt's ruckzuck die N3-Packung.


Das stimmt nicht, Benzos sind um einiges billiger, als moderne AD oder Lyrica, die inzwischen von vielen Ärzten trotz höherer Kosten wegen geringerer Abhängigkeitsgefahr verschrieben werden.
Privatrezepte darf ein Arzt an Kassenpatienten an sich gar nicht austellen...
Ich weiß nicht, ob die GKV bei der Verordnung von Benzos inzwischen Vorschriften machen, die zu weniger Verschreibungen auf Kassenrezept führen. Auf Privatrezept (und dann gerne auch zusätzlich zu anderem) gibt's nach wie vor alles. Und natürlich darf das auch Kassenpatienten ausgestellt werden - sie müssen es dann nur selbst bezahlen.

Zitat von Trudi11:
Zitat:
Man muss, wie bei jeder Behandlung, Nutzen und Risiken abwägen.


Stimmt, nur daß ein Benzo keine Angstbehandlung ist, sondern nichts weiter als rein symptomatisch wirkt. Somit wird die Angst gedämpft, die Motivation aus Eigenatrieb ohne Medis mit der Angst therapeutisch zu arbeiten sinkt weiter, andere Bewältigungstechnieken werden nicht gelernt oder verlernt...
Borwin Bandelow (der "Angstpapst") verweist auf Studien, dass kognitive VT unter Zuhilfenahme von Anxiolytika ebenso wirksam ist wie ohne. Nur dass der Patient weniger leidet und seine Hemmschwelle, sich problematischen Situationen auszusetzen, sinkt. Ein "entweder oder" muss man da künstlich herstellen.

Zitat von Trudi11:
Und wenn der tolerante Verschreiber in Rente geht, hat man ein Problem mehr...
Erst mal war da ne Angststörung, dann Angst und Abhängigkeit plus vertane Chancen...
Der Preis für den bequemen Weg ist so gering nicht...
Ich finde es nach wie vor überheblich, vom "bequemen Weg" zu sprechen. Wenn Menschen eine andere Entscheidung treffen, als man selbst glaubt, in ihrer Situation getroffen zu haben, ist das m.E. kein Anlass, die anderen zu bewerten. Zumal es im wirklichen Leben selten solche Dichotomien oder wenigstens eindeutige Entscheidungssituationen gibt. Ich persönlich informiere mich sehr gründlich und lese z.B. auch jeden BPZ, egal wie viel Angst er mir macht, und entscheide dann, ob ich ein verordnetes Medikament nehme oder nicht. Der Arzt berät mich, er entscheidet nicht für mich. Ich finde, das ist eine empfehlenswerte Vorgehensweisse, aber ich will/kann/werde sie niemandem vorschreiben.

Zitat von Trudi11:
Und auch wenn es nur Peroblemfälle sind, die übel dran sind, wer will schon einer sein??
Klar. Was ist mit den o.g. Therapieversagern oder mit den Menschen, die einen Therapieschaden erleiden und mit mehr Problemen aus der Psychotherapie hervorgehen als sie angefangen haben? Nutzen und Risiken abzuwägen, gilt für jede Behandlung, sei sie symptomatisch oder nicht. Ich kann mich auch noch gut an eine Patientin erinnern, über die unser Oberarzt nach wiederholter Klinikaufnahme resignierend sagte, dass man ihr besser ihre Dro.(sucht) gelassen hätte. Ist die Ausnahme, gibt's aber auch.

Liebe Grüße
Christina

05.08.2012 20:34 • #73


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Eine Frage!

x 3


L

Lilly42
Mitglied

Beiträge:
373
Themen:
20
Danke erhalten:
8
Mitglied seit:
Beobachter,
das kann ich so nicht bestätigen. Mag sein, dass man bei jüngeren Menschen oft noch zögerlich mit Opiaten umgeht, aber heutzutage bestimmt nicht mehr bei alten Menschen. Die Medizin hat dazugelernt und es gibt extra Schmerzambulanzen oder speziell ausgebildete Ärzte für Schmerztherapien. Ich kenne selbst Menschen (sogar unter 50), die Morphine nehmen und bis an ihr Lebensende nehmen werden und müssen. Und besonders in der Altenhilfe wird dafür gesorgt, das Leiden zu verringern. Da arbeiten ja keine Unmenschen, sondern Menschen, die helfen wollen und denen die Alten wirklich am Herzen liegen. Angst muss man haben, weil überall Pflegekräfte eingespart werden. Das ist unser Gesundheitssystem.

RainerSkeptiker!
Du magst ja keine Sorge vor einer strafrechtlichen Verfolgung haben, aber ich denke, wenn Du erfahren würdest, dass der junge Mann sich seine Zukunft verbaut hat, weil er sich illegal Medis besorgte, wäre Dir (hoffentlich) nicht mehr so wohl.

Eine meiner Freundinnen ist auch benzoabhängig. Seit ewigen Jahren schon. Ihr Arzt rät immer mal wieder zu einem Entzug, weil die Dosis nun mal auch steigt. Doch sie hat keine Kraft dazu. Ich kann das sehr gut verstehen. Ich kenne eben - wie der Arzt - ihre Geschichte. Und ich denke hier hakt es oft. Wenn ich als Benzoschlucker zum (fremden) Arzt gehe, wird meist erst mal eine Schublade aufgemacht, wo man den Patienten reinpackt ... und zwar als Süchtigen, der den einfachen Weg geht, statt sich mal anzustrengen und ordentlich Therapie zu machen. Die lange Leidens- und Lebensgeschichte ist doch schwer nachzuerzählen und nachzuempfinden. Allzu oft geht es nach Schema F. Ich habe keine Ahnung bei wie vielen Ärzten dieser junge Mann war, aber ich finde die Mediziner bewegen sich da auch auf dünnem Eis, wenn sie einem Abhängigen die akute Hilfe verweigern.
Trotzdem verstehe ich nicht, wieso er nicht rechtzeitig für Nachschub sorgte. Ich muss auch ein lebensnotwendiges Medikament nehmen und sorge immer schon für neue Medis, wenn ich merke, sie reichen nur noch ein paar Wochen.

Was mich in diesem Lande ankotzt, ist, dass es so gut wie keine akute psychologische Hilfe gibt. Wenn ich plötzlich erkranke, kann ich zum Hausarzt gehen ... der verschreibt mir irgendwas ... hat meist kaum Ahnung ... stellt eventuell schon mal ne wackelige Diagnose ... gibt mir ne Überweisung zum Psychiater. Da warte ich dann Wochen oder Monate auf nen Termin ... bis sich die Angst und Panik im Leben so richtig schön etabliert hat ... meist werden die Medis dann schon aus Prinzip umgestellt ... schließlich ist er ja der Fachmann ... und man rät zu einer ambulanten Therapie. Auch hier wartet man mancherorts dann 6- 8 Monate auf einen Platz und wenn man bis dahin überlebt hat .... dann lohnt sich die Behandlung auch inzwischen enorm, weil die Angst sich voll ausbreiten konnte in all der Zeit der Warterei. Ich kann mich natürlich auch gleich in die Psychiatrie begeben ... aber wer tut oder möchte das schon? Angstambulanzen gibt es nur in Großstädten ... und ob der sozialpsychiatrische Dienst des Gesundheitsamtes einem wirklich helfen kann, wenn einen akut die Angst packt, lasse ich mal offen.
Ich bin sicher, dass man viel Leid abwenden könnte, wenn es schneller Hilfe gäbe.

29.07.2012 01:42 • #23


Zum Beitrag im Thema ↓


P
Diese Land hatte in ihrer Geschichte jemanden, der hat für alle entschieden, ob sie leben dürfen oder nicht. Ist doch klar, dass das die gesetzte so sind. Und wenn der Arzt im Urlaub ist, dann verschreibt der angegeben vertretungsarzt auf alle Fälle. Zur Not gibt es Krankenhäuser. Es gibt kein Grund zur Illegalität. Auch angsterkrankte sind für sich selber verantwortlich und müssen sich kümmern. Derjenige hat sich scheinbar nicht rechtzeitig gekümmert.

#2


L
Sorry, RainerSkeptiker, aber ich weiß nicht, ob Dir bewusst ist, dass es sich hier tatsächlich um eine Straftat handelt. Im weiteren Sinne hast Du also versucht, jemandem zu einer Straftat zu überreden. Was das zur Folge haben kann, sollte Dir klar sein. Dabei dreht es sich nicht nur darum, dass illegale Beschaffung von Medis kriminell ist, sondern eben auch darum, dass dies zu einer Vorbestrafung führen kann, wenn man Pech hat. Zudem unterliegt es nicht Deiner Kontrolle, wie wer mit welchen Medis umgeht. Bringt er sich am Ende um damit? Dröhnt er sich voll zu und gerät in die Suchtfalle (ich meine nicht die Sucht, die viele hier haben, da sie kontrolliert seit Jahren bestimmte Psychopharmaka nehmen)? Und vor allem, wer verkauft dieses Zeug? Unterstütze ich letztendlich nicht auch noch Dealer a la "Wir Kinder vom Bahnhofszoo"? Ich habe den Thread nicht gelesen, ich kenne die Situation also nur von dem, was Du hier gepostest hast. Trotzdem muss ich Prinzessin Recht geben. Wenn die Not so groß ist, dann muss er sich ggfs. in eine Klinik begeben. Und sei mal bitte ehrlich. Wenn Du auf ein bestimmtes Medikament wirklich angewiesen bist, sorgst Du dann nicht rechtzeitig für Nachschub? Oder wartest Du erst bis die Pillen alle sind und gehst dann los? Und wenn Du so davon überzeugt bist, dass psychisch Kranken in unserem System nicht ausreichend geholfen wird - was ich wirklich in gewissem Maße auch so sehe, ich bin auch in Deinem Forum registriert - dann gibt es noch den Weg über eine PM an den Notleidenden heranzutreten und das tatsächlich brisante Thema nicht in einem öffentlichen Forum zu besprechen. Ich weiß nicht,ob ich Dich gleich gesperrt hätte, aber toleriert hätte ich den Tipp auch nicht. Wir leben nun mal in einem Staat mit Gesetzen und Vorschriften. Das ist so. Und wenn ich morgen wen zusammenschlage, weil der mich mein Leben lang gedemütigt und gequält hat, dann werde ich dafür bestraft, egal, ob man meine Gründe nachvollziehen kann oder nicht. Und es interessiert einfach nicht, wie befreiend und wohltuend diese Tat vielleicht war. Mag sein, dass der Vergleich hinkt, doch "Anstiftung zu einer Straftat" (so was könnte man Dir tatsächlich anlasten) ist auch nicht ohne.

L.G.

#3


B
Hallo RainerSkeptiker

In diesem Einzelfall muss ich Prinzessin leider recht geben, der Patient
hätte sich frühzeitig um ein neues Rezept kümmern können und müssen.

Aber als aufmerksamer Beobachter unserer Gesellschaft muss ich dir in
dem dahinterstehenden Aspekt absolut zustimmen.

Hier in Deutschland unterliegt das Gesundheitssystem immer noch einer
kontraproduktiven Ethik der Doppelmoral, geprägt durch die traurige Ge-
schichte der nationalsozialistischen Vergangenheit.
Hilfreiche Medikamente werden verweigert oder erst gar nicht zugelassen,
weil sie als illegale Dro. gelten, an eine humane Versorgung von Schmerz-
patienten bis hin zur Sterbehilfe, ist in diesem Lande erst gar nicht zu denken.

Die Biologie und die Würde des Menschen richten sich nicht nach der polit-
ischen Vorgeschichte eines Landes, und auch nicht nach Gesetzestexten.

Deutsch ist nach wie vor, wer dem "weissen Kittel" und der "schwarzen Robe"
alles glaubt, und beiden einspruchslos folgt.

Ganz liebe Grüsse, Der Beobachter

#4


A
Gut,

die Welt ist aber nicht so gerecht. Ich hatte das gleiche Problem und es ist nicht so einfach. So von Angst erfüllt eine anderen Arzt zu suchen nur um die Antwort zu bekommen, wir nehmen keine neuen Patienten und in mehren Kliniken rausgeworfen zu werden, weil man ja nur eine Macke hat und von den Psychiatrischen Kliniken abgewiesen zu werden, weil die Macke noch nicht tödlich geworden ist.
Mir hatte dann der Zufall geholfen und mein Überlebenswillen. Das Medikament brauchte ich dann nicht mehr, denn eigentlich wollte ich einfach nur Hilfe.
Warum Angst überhaupt mit solchen extrem süchtig machenden Medis behandelt wird ist aber auch für mich fraglich.

#5


RainerSkeptiker
Hallo,
nur eine kleine Richtigstellung. Ich wurde in dem Forum (Sanego) nicht gesperrt, sondern habe mich löschen lassen.
Wegen der Intoleranz der anderen Mitglieder.
Wenn ich Schmerzen habe, will ich ein Mittel dagegen!
Wenn ich Ängste habe, ebenso! Nicht eines, was gerade teuer ist, sondern etwas was hilft!
Dabei interessiert mich die Meinung der Abnicktruppe im Bundestag genauso wenig, wie die der Damen und Herren in schwarzen Roben und weißen Kitteln.
Meine Vater ist an Krebs gestorben. Er wollte nicht in einer Abstellkammer verrecken. Also war er zu Hause. Hospize gab es damals noch nicht. Ein bewundernswerter Arzt stellte meiner Mutter die BTM Rezepte aus. Im voraus. Weil am Ende alle 3 Stunden eine Spritze fällig war. Oh Gott, der Mann ist süchtig gestorben.
Solche Mediziner gibt es nicht mehr. Nur noch Karriere, Kommerz und Dünkel stehen im Vordergrund. Schließlich verhökern sie jetzt schon Organe in der BRD!
Gruß
Rainer

#6


Schlaflose
Dann wandere doch aus, wenn es dir in der BRD nicht passt.
Am besten auf den Mond. Da kannst du dir deine eigenen Gesetze machen.

Viele Grüße

#7


N
Zitat:
Nur noch Karriere, Kommerz und Dünkel stehen im Vordergrund.


Da gebe ich dir ohne Einschränkung recht. Der Mensch an sich ist doch schon lange nicht mehr wichtig, die Banken regieren und alle wollen sich bereichern - auch Mediziner, Krankenhäuser, Kliniken. Es leiden die völlig überlasteten Mitarbeiter und die vernachlässigten Patienten.

Trotzdem kann ich deinen Tipp mit der illegalen Beschaffung nicht für gutheissen. Für mich heiligt der Zweck noch lange nicht immer die Mittel, bei allem Verständnis für die Situation des Betroffenen.

#8


C
RainerSkeptiker

Ob hier oder in Deinem Forum, in Deinen Texten quillt zwischen jeder Zeile die totale Verbitterung raus.

Viele Dinge sind nun mal in unserer Gesellschaft so, wie sie sind. Wo anders ist es noch schlimmer und daran gemessen, können wir hier noch froh sein. Und das macht auch alles vor dem Gesundheitswesen nicht halt. Was erwartest Du denn?

Ja, wir sind alle freie Menschen. Such Dir doch ein Land, wo Du besser leben kannst. Wenn Du eins findest.

Wenn jemand im Benzo Entzug ist, dann wird der sicher nicht allein gelassen und das es nicht in 3 Wochen zu schaffen ist, wissen die Ärzte. Es kann auch gefährlich werden. Und wenn es kritisch wird, dann gibt es Notaufnahmen, auch in eine psych. Klinik kann man gehen. Sofort.

Ich kenne Leute, die abhängig waren oder sind von Benzos oder Opiaten. Erzählen musst Du mir da nun also nichts, was da möglich ist und was nicht. Und mir ist auch von Ärzten bekannt, die mir das erzählten, es gibt Patienten, die dann eben bei 5 Ärzten sind, wo aber ein Arzt vom anderen keine Ahnung hat. Das macht der Patient, um dann eben von 5 Ärzten seine Tavor zu bekommen, oder Opiate.

Leider wird das nie thematisiert, aber die Benzo Sucht ist bei uns an 3. Stelle und es sind Millionen Abhängige. Platz 1 ist Nikotin, dann Alk und dann Benzo.

#9


S
Hallo zusammen,

benzos..... ein heftig umstrittenes thema, sowieso und überhaupt und in der medizin erst recht.

nur vorab...... sich illegal ein medikament zu verschaffen ist eine straftat....für den, der es sich beschafft, ebenso wie für den, der es illegal vertreibt.

dennoch...... auch ich gehöre zu dauerhaften benzo-konsumenten, natürlich legal von meiner ärztin verschrieben. es war mein letzter ausweg aus einer hölle, in der kein anderes medikament half. meine ärztin befürwortet nicht unbedingt, jedoch würde sie mir nie das medi verweigern. sie überlässt es mir, wann ich mit dem entzug beginne.
irgendwann, wenn die zeit gekommen ist, werde ich das auch angehen.

allerdings ist man erst einmal abhängig von einem medikament, kann kein arzt verlangen, bzw, seine hilfe ablehnen, um damit dem patienten einem kalten ungewollten entzug auszuliefern.

ich denke, wenn dein bekannter @ainerskeptiker....einen arzt aufsucht, ihm seine abhängigkeit von diesem medikamt schildert, wird er hilfe bekommen und auch dieses medikament.

ansonsten m,uss ich leider vielen hier recht geben, dass es traurigerweise in unserem gesundheitssystem ebenso wie in allen anderen bereichen der kapitalistischen gesellschaftsordnung in allererster linie um kommerz und bereicherung geht, der patient nur noch das opfer-schlusslicht in der hierarchie des gesundheitswesens bildet.

aber wir werden das nicht ändern, wir müssen schauen, dass wir für uns einen guten weg finden, mit medikamenten und anderer unterstützung ein halbwegs gutes leben für uns zu finden.


bye, schattenkind

#10


G
Mir dreht es den Magen um, wenn ich hier die pauschalen Aussagen lese, in Deutschland und überhaupt heutzutage und überhaupt nur im Kapitalismus gehe es dem Menschen ja so schlecht.

Das alles spricht nicht für viel Überblick und Lebenserfahrung!

Geht doch mal z.B. in Russland zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus und verlangt nach Medikamenten wie Benzos!
Vielleicht verhilft ja dieser Bericht zu etwas mehr Realitätssinn:
http://www.youthreporter.eu/aktion/gesu ... haus.7790/

@ RainerSkeptiker:
Wenn du dich nicht an die Gesetze halten willst, ist das deine persönliche Entscheidung. Aber du kannst nicht erwarten, dass andere dir darin öffentlich beipflichten. Erst recht nicht, wenn es andere Möglichkeiten gäbe.

Und wenn du schon diese Möglichkeit nennen willst, dann kannst du sie:

1) wenigstens nicht öffentlich, sondern per PN schreiben (wie schon jemand hier gesagt hat) - kann allerdings trotzdem als Anstiftung zu einer Straftat gewertet und im schlimmsten Fall bestraft werden, z.B. durch eine Anzeige des Angeschriebenen oder seiner Angehörigen) - und das Forum muss deine Daten in einem solchen Fall auf jeden Fall herausgeben

2) anders formulieren, so dass es rein deine persönliche Meinung und eben keine "Anstiftung" wäre, also z.B. so: "Wenn mir das passieren würde, würde ich sie mir auch illegal besorgen. Aber das ist kein Ratschlag!" Deine persönliche Meinung kann man dir viel schwerer vorwerfen, aber direkte Ratschläge schon.

Im übrigen ist es noch lange kein "Mobbing", wenn man von mehreren Leuten gleichzeitig für eine bestimmte Handlung oder Aussage kritisiert wird. Du wertest alles, was dir und deiner Familie geschieht, immer ins möglichst Negativste. Wenn du dir das nicht abgewöhnst, wirst du selbst immer unglücklich bleiben - und womöglich noch andere damit unglücklich machen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mobbing :
Zitat:
Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing, andere Menschen ständig bzw. wiederholt und regelmäßig zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen, beispielsweise in der Schule (Mobbing in der Schule), am Arbeitsplatz, im Sportverein, im Altersheim, im Gefängnis und im Internet (Cyber-Mobbing). Typische Mobbinghandlungen sind die Verbreitung falscher Tatsachen, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik an der Arbeit.

#11


C
Was das Gesundheitswesen angeht, uns geht es im Vergleich zu andern Länden quasi am besten. Irgendwie wird das gern vergessen.

#12


S
hallo,

oh nein .... ich für mich vergesse nicht, dass es uns in unserem gesundheitswesen / system im vergleich zu anderen ländern gut geht! dafür bin ich auch durchaus dankbar !

dennoch bleibe ich bei meiner meinung, dass es sehr wohl auch im gesundheitswesen um kommerz und auch um bereicherung auf kosten der patienten geht. ich habe genug erlebt, teils auch hinter die kulissen geschaut, und das führte dazu, dass sich in mir diese meinung geprägt hat.

aber ich möchte hier keine diskussion um unser gesundheitswesen in gang bringen ..... wollte nur am rande meine persönliche meinung äußern.

schattenkind

#13


K
Es ist mir völlig unverständlich wie man jemanden so einen Rat geben kann sich ein Medikament illegal zu besorgen. Wenn ein Arzt in Urlaub ist hat er immer auch eine Vertretung wo man sich ohne Probleme ein Medikament verschreiben lassen kann welches man auch schon vorher genommen hat. Ich habe auch mal kurzfristig Tavor genommen, aber wollte es dann überhaupt nicht mehr haben...
Der Großteil der Menschheit lebt unter sehr viel ärmeren Bedingungen wie wir in unserem Land. Viele haben nicht genug zu essen, kein Dach über dem Kopf, keine medizinische Betreuung und keine soziale Absicherung.
Das könnte man auch mal bedenken... und nicht nur seine eigene Anspruchshaltung sehen...
Ich glaube das sehr schwer erkrankte Menschen sich nicht den Tod wünschen wenn menschlich mit ihnen umgegangen wird und sie keine Schmerzen leiden müssen. Dazu kann man auch viel in Büchern von Elisabeth Kübler-Ross lesen.
Es gibt in sehr schweren Situationen doch auch noch anderes was einem helfen kann als nur Tabletten. Ein Gespräch z.B. oder etwas anderes was mir gut tut.
In unserer Gesellschaft ist es oft sehr kalt und sehr vieles auch ungerecht, aber ich finde jeder kann seinen kleinen Teil dazu beitragen das es auch öfter anders ist...

Es grüßt flower

#14


K
Es grüßt natürlich kerze....

#15


RainerSkeptiker
Hallo,
es ist nun nicht so, dass ich immun gegen die Meinung anderer Leute bin. Es war wohl wirklich ein Fehler, meinen Rat, wenn sich denn kein Arzt erbarmen würde, den anderen Weg einzuschlagen, öffentlich machte. Wobei mir die hier erwähnte strafrechtliche Relevanz egal ist. Ich gehöre zu der Sorte von Menschen, die zu ihrer Meinung stehen. Mir tat der junge Mann leid und Punkt!
Was mich aber ärgert, ich hatte dort 36 sogenannte Kontakte. Davon viele, die auch ständig Benzodiazepin nehmen. Dies mir aber wegen der Stigmatisierung auch nur heimlich mitgeteilt haben. Nicht einmal von dort kamen positive Reaktionen. Mal sehen, wenn die vor der verschlossenen Tür der Praxis stehen. Wie die sich dann wohl fühlen? Denn das kann immer passieren. Krankheit, Tod des Verschreibers, Umzug und Schluss ist. Die meisten Vertretungen verschreiben dann eben keine Benzos. Das ist ein Fakt!
Wobei ich immer nur jene Sorte von Kranken meine, die diese Medikamente nicht leichtfertig, sondern aus purer Verzweiflung einnehmen. Die alle Alternativen an Psychopharmaka durch haben, mehrere Klinik Aufenthalte und bis zu zehn „Therapien“ durchlitten, um dann doch immer wieder bei Tavor & Co zu landen.
Diesen Menschen gilt ja auch mein Forum. Sie werden stigmatisiert, trauen sich nicht die eigene Geschichte zu offenbaren und müssen sich auch noch rechtfertigen. Da passieren die unsinnigsten Geschichten. Leute die jahrelange Panik hatten, dann irgend wann mal ein Benzo Präparat verschrieben bekamen, hören von Fachärzten, „kein Wunder, dass sie Angst haben, wenn sie solche Dro. nehmen.“ Eigentlich ein Fall zum zuschlagen....Vorsicht, keine Aufforderung zu einer Straftat!
Die Phrase über unser grandioses Gesundheits System höre ich in den Medien auch immer. Für die Psychiatrie gilt es jedenfalls nicht!
Was meine angebliche Verbitterung betrifft. Das ist zu einfach.
Da halte ich es mit einem deutschen Poeten:
Zwei Wünsche
Ach, zwei Wünsche wünscht′ ich immer
Leider immer noch vergebens.
Und doch sind′s die innig-frommsten,
Schönsten meines ganzes Lebens!
Daß ich alle, alle Menschen
Könnt′ mit gleicher Lieb′ umfassen,
Und daß Ein′ge ich von ihnen
Morgen dürfte hängen lassen.
Adolf Glaßbrenner
(* 27.03.1810 , † 25.10.1876)

Gruß
Rainer

#16


C
Zitat von Schattenkind2012:
dennoch bleibe ich bei meiner meinung, dass es sehr wohl auch im gesundheitswesen um kommerz und auch um bereicherung auf kosten der patienten geht.
Wo nicht? Das System lässt es zu, also wird es immer Leute geben, die es nutzen. Wenn mich jemand fragen würde, ob ich die Stunde 10€ verdienen möchte oder lieber 30€ plus Prämien, dann würde ich mich wohl nicht für die 10€ entscheiden. Du?

Trotzdem kann ich dem nicht so total zustimmen, zumindest nicht generell. Erst gestern hatte ich einen Termin (Spezialambulanz) in der Berliner Charité, zwar nach über 1 Jahr Wartezeit, aber immerhin. Und ich hatte einen super Eindruck, der Doc war sehr kompetent und das Erstgespräch ging 45 Minuten. Sicher nicht die Norm, aber das gibt es eben auch noch.

Und wenn es meinem Hausarzt wichtig ist und mir, dann labern wir auch mal 30-45 Minuten, obwohl draußen 30 Leute sitzen. Er nimmt sich aber die Zeit und hat immer ALLES versucht, um zu helfen, auch was Verschreibungen, Therapien angeht. Bei meinem Psychiater ist es auch so, allerdings hab ich da auch lange gesucht und war vorher bei 5 oder 6 anderen. Aber bei dem bin ich nun schon Jahre. Man muss halt manchmal ne Weile suchen.

Krankenhäuser, psychiatrische Tagesklinik, hab ich alles durch.

Sicher gab es auch genug, was mich störte und was man berechtig kritisieren kann. Das Thema Benzos hatte ich gerade gestern in der Charité und der Doc meinte auch, es ist ihm schon immer unklar, warum so viele Ärzte zu locker damit umgehen und den Leuten z.T. sagen "Nehmen Sie die mal tgl. und ruhig länger, kein Problem".

Alles richtig, aber in der Summe kann ich nur sagen, sehr zufrieden zu sein mit dem Gesundheitswesen.

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

C
RainerSkeptiker

Ja, das sind Deine Erfahrungen, die Du ja auch haben darfst. Ich sehe es nicht so, weil ich es anders erlebe.

Vielleicht ist es aber auch ne Frage der Herangehensweise. Und der Erwartungen.

#18


B
Huhu

Trotz der kommerziellen Interesen ist unser Gesundheitssystem wirklich
in Vergleich immer noch sehr vorbildlich.

Trotzdem sollten, auch wenn es weniger uns im Moment hier betrifft,
einige Themen (Opiate, Sterbehilfe) enttabuisiert werden.

#19


C
Zitat von Beobachter:
Trotzdem sollten, auch wenn es weniger uns im Moment hier betrifft,
einige Themen (Opiate, Sterbehilfe) enttabuisiert werden.
Opiate? Was gibt es da zu enttabuisieren?

#20


A


x 4


Pfeil rechts




Dr. Reinhard Pichler
App im Playstore