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Lieber Forenbesucher,

dieses Forum dient dazu, Menschen zu unterstützen und Austausch zu ermöglichen. Wer Hilfe braucht, findet sie hier, und wer helfen möchte, ist willkommen. Moderatoren achten darauf, dass der Umgang respektvoll bleibt. Für eine angenehme Atmosphäre sind verständnisvolle, ermutigende und einfühlsame Beiträge explizit erwünscht. Verletzende oder verurteilende Beiträge sind nicht erlaubt.

1

F

Feuerwolf
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Sammelthema
Hallo ihr. Ich habe mich lange nicht mehr in Foren bewegt. Aber nun bin ich hier.
Grüße an alle.
An was ich genau leide ist schwer zu erklären, ob das ne generalisierte Angsstörung ist, ne postttraumatische Belastungsstörung oder alles zusammen... . Ist aber auch unwichtig wie ich es nenne, die Fakten sprechen für mich und es quält mich doch enorm. Habe auch den Eindruck, dass ich seit der Klinik (Ende Sept 09) alles intensiver von mir erfahren wird, was ich nicht positiv meine. Ich schreibe später noch was.
Gruß
FeuerWolf

19.01.2017 #1


75 Antworten ↓
R

rien-ne-va-plus
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Dass ich in schwierigen Lebensphasen auf Medikamente zurückgreifen muss, hab ich ja schlussendlich dann doch eingesehen - da ich ja seit einiger Zeit Cipralex einnehme. Jedoch ist das noch eher die "Light-Version" im Vergleich zu anderen Psychopharmaka, sprich mit geringem Suchtpotential. Bei anderen habe ich schon des öfteren gelesen, dass man nach Absetzen (auch bei ausschleichendem) in ein tiefes (oder noch tieferes) Loch fällt - ein Teufelskreis.
Klar, es verhält sich bei jedem anders. Und nur weil manche diese Erfahrung gemacht haben, heißt es nicht, dass ich auch so reagiere. Aber die Möglichkeit besteht. :-/
Andererseits ist da der Gedanke, dass das Problem besser jetzt gelöst werden sollte, da es noch kleiner ist. (also für mich persönlich nicht klein, für mich ist es RIESIG - aber wenn ich mich hier im Forum umsehe und man liest, wozu sich so eine Phobie entwickeln kann, würde ich mein Problem allgemein als "keiners Problem" bezeichnen). Denn je größer ein Problem wird und je länger es andauert, desto schwieriger ist es, es in den Griff zu bekommen.

Dein letzter Beitrag war sehr hilfreich und informativ. Und ja, auch sehr plakativ.. Smile Aber du hast recht. Bei Schmerzen nimmt man Schmerztabletten, warum auch nicht, wenn's weh tut. Aber wenn die Seele wehtut, dann versucht man durchzuhalten, bis nichts mehr geht...

22.05.2016 00:33 • x 1 #73


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A


Die Angst mein ständiger Begleiter

x 3


vvolv

vvolv
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Kann ich gut nachvollziehen, was du dir da so denkst.
Aber ich muss/möchte dir doch ein wenig widersprechen:
Medikamente sind nicht als permanente Lösung gedacht. Sie sollen dir in einer schweren Zeit helfen, deine Balance zu finden. Wenn du stabil bist, und das über eine gewisse Zeit, wird so ein Medikament auch wieder abgesetzt. Abgesehen davon: alle deine Botenstoffe sind chemisch. Falls du synthetisch meinst, auch das stimmt ja so nicht wirklich bei den Medikamenten: die versuchen ja nur zu beeinflussen, wie schnell oder stark gewisse Botenstoffe in deinem Gehirn abgebaut werden etc. (je nach Medikament, ich will nicht ins Detail gehen, das bringt ja auch recht wenig gerade).
Versuch das etwas entspannter zu sehen.
Beispiel: du brichst dir den Fuß. Arzt sagt: da muss 2 Monate ein Gips ran. Dann sage ich: nein, kein Gips. Ich möchte nicht, dass mein Fuß sich an Substanzen gewöhnt, die im Stabilität geben. Sonst kann ich vielleicht nie mehr ohne Gips gehen...
Klar, sehr plakativ, aber du verstehst sicher, worauf ich raus will...

Und es ist nicht unnatürlich, mit einem fremden Menschen über Probleme zu reden. Das ist ein Spezialist, und du hast ein spezielles Problem. Daran arbeitet ihr gemeinsam. Was sich da in dir dagegen sträubt, sind Anteile der Phobie, auf die du nicht hören solltest Smile

22.05.2016 00:19 • x 1 #72


Zum Beitrag im Thema ↓


D
Hallo und erstmal herzlich Willkommen im Forum Feuerwolf...

Ich hoffe das wir und das Forum dir ein wenig helfen können dein Feuer weiter zu entfachen und deine Störungen zu besiegen oder zumindest so weit zu lindern, dass es dir wieder besser geht und du wieder normal leben kannst...

Noch eine schöne Woche... Dada

#2


F
Zitat von DaDa:
Hallo und erstmal herzlich Willkommen im Forum Feuerwolf...

Ich hoffe das wir und das Forum dir ein wenig helfen können dein Feuer weiter zu entfachen und deine Störungen zu besiegen oder zumindest so weit zu lindern, dass es dir wieder besser geht und du wieder normal leben kannst...

Noch eine schöne Woche... Dada


Haha, Dada und danke für die nette Begrüßung.
"this fire burns forever"

Bis dann und dir auch ne schöne Woche
Feuerwolf

#3


E
Hallo!

Ich möchte mich kurz vorstellen:

Ich bin aus Wien 45 Jahre alt, männlich, gleichgeschlechtlich und ein Angstpatient. Ich habe ab meinem 30. Lebensjahr Erfahrungen mit Panikstörungen gemacht.

Damals - waren Angststörungen wohl noch nicht so populär, denn ich musste eine regelrechte Odysee durchstehen bis ein Arzt meine "Kreislaufprobleme etc." als Angststörung erkannte und mir zu einer Therapie riet.

Nach einer einjährigen Therapie bei der seitens der Therapeutin jede Menge geschrieben aber wenig geholfen wurde - vielleicht auch weil ich auf Medikamente verzichten wollte - war ich irgendwann mal ein Jahr jobmäßig ausser Gefecht - d.h. schön zu Hause gesessen - wie Rapunzel (ohne Zopf ) und mein einziges Fenster nach draußen war mein PC und mein Hund der mich zwang das Haus zu verlassen.

Während dieser Zeit habe ich dann meine Therapeutin kennengelernt, die mir geholfen hat jede Menge Kliffe der Angst zu umschiffen - ich konnte wieder arbeiten, wieder am Leben teilhaben ...wieder existieren.

Warum ich hier bin? Weil ich immer noch Ängste habe an denen ich arbeiten - will - muss und es doch wirklich hilfreich ist mit Menschen zu sprechen die ähnliche Probleme haben, hatten - die einen Schritt weiter vorne sind oder andere denen ich vielleicht mit meinen Erfahrungen etwas helfen kann.

Ich hoffe Ihr nehmt mich hier gut auf

Lieben Gruß

Joshua

#4


M
Hallo Joshua,

herzlich willkommen hier im Forum!
Hier waren in letzter Zeit sehr viele Beiträge von Leuten, die mit ihrem Therapeuten nicht so zurecht gekommen sind oder nach der Probestunde abgebrochen haben. Deshalb freut es mich, dass du der lebende Beweis dafür bist, dass sich der zweite Anlauf lohnen kann.

Wann oder in welchen Situationen hast du denn noch Ängste, die du gerne überwinden möchtest?

LG
Mella

#5


E
Zitat von Mella_Sch:
Hallo Joshua,

herzlich willkommen hier im Forum!
Hier waren in letzter Zeit sehr viele Beiträge von Leuten, die mit ihrem Therapeuten nicht so zurecht gekommen sind oder nach der Probestunde abgebrochen haben. Deshalb freut es mich, dass du der lebende Beweis dafür bist, dass sich der zweite Anlauf lohnen kann.

Wann oder in welchen Situationen hast du denn noch Ängste, die du gerne überwinden möchtest?

LG
Mella


Hallo Mella!

Vielen Dank für Dein Willkommen. Ja der Therapeutenwechsel hat mir sehr gutgetan - es muss wohl auch die Chemie zwischen Therapeut und Klient (ich mag Patient nicht so sehr) stimmen.

Wo meine Ängste liegen? Fallweise habe ich speziell wenn ich alleine unterwegs bin - Panikattacken, die ich zwar jetzt schon meistern kann auf die ich aber verzichten könnte. Eine weiter große Angst ist die vor Krankheiten nicht nur Krankheiten die mich betreffen sondern alle Menschen und meiner Haustiere zu denen ich ein Nahverhältnis habe - da ist meine Fürsorge inzwischen schon klammernd und daran muss ich wohl noch arbeiten ...

Lg, Joshua

#6


M
Hallo Joshua...

ich begrüße Dich auch ganz herzlich hier...

Die Angst, dass unseren liebsten Angehörigen etwas passieren könnte, tragen wir wohl alle ein bisschen in uns. Das ist, denke ich auch normal. Das Problem ist die übersteigerte Angst davor. Leider können wir im Leben nicht alles aufhalten, uns und alle anderen vor Dingen schützen, die der Lauf des Lebens einfach so mit sich bringt. Dein Hund wird nicht so alt werden wie Du. Ich denke mal, das wusstest Du auch, als Du ihn Dir angeschafft hast . Man beginnt etwas in sein Herz zu schließen und möchte es nicht verlieren. Dabei ist alles nur geliehen auf dieser Welt. Manches begleitet uns ein Stück auf unserem Lebensweg und maches auch bis an unser Lebensende. Wenn wir nicht annehmen und loslassen - auch wenn es noch so schwer fällt - dann nehmen wir einen Kampf auf, den wir nicht gewinnen können. Dann bleiben wir selbst auf der Strecke. Wir leben im Jetzt und im Heute... Niemand von uns weiß, was morgen ist.

Wie wäre es denn, wenn Du Dich darüber freust, dass Du genau diese Menschen, genau diesen Hund an Deinem Leben teilhaben lässt? Lasse sie lieber an Deiner Lebensfreude teilhaben. Niemandem, auch Dir, ist nicht damit geholfen, wenn Du Dir soviel Sorgen um "ungelegte" Eier machst. Das ist doch auf Dauer alles viel zu anstrengend. Genieße doch Deine Zeit, wenn Du kannst.

Ich weiß, das ist alles nicht so einfach. Das kann man aber lernen. Auch ich habe liebe Menschen und meinen Hund verloren. Das sind wirklich Schicksalsschläge, die nicht so einfach zu verkraften sind und die uns tatsächlich über unser Leben nachdenken lassen. Die Trauer ist wichtig und die Verarbeitung. Trauer verändert sich, sonst würden wir wohl alle zusammenbrechen.

Ich wünsche Dir ganz viel Glück...

Marie

#7


E
Hallo Marie!

Vielen Dank für Deine einfühlsamen Worte - natürlich ist es mir bewusst, dass diese kostbare Zeit der Gemeinsamkeit nur "geliehene" Zeit ist - aber in bestimmten Fällen, oft nur Bagatellen habe ich Verlustängste die mich oft ziemlich fertig machen - sei es, dass mein Partner etwas später nach Hause kommt, weil es einen Stau gibt oder das Handy nicht funktioniert ..., daran arbeite ich noch.

Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass ich meine Verluste im Leben noch nicht aufgearbeitet habe oder einfach noch ein wenig tiefer in meiner Kindheit "wühlen" muss - auf jeden Fall steht das alles noch auf meiner "To Do-Liste" meiner Therapie.

Lg, Joshua

#8


M

Die Angst, mein ständiger Begleiter...

Hallo an Alle!

Ihr begleitet mich nun schon eine ganze Weile; habe mich in meinen dunkelsten Stunden schon oft als Gast in diesem Forum herumgetrieben, auf der Suche nach der Bestätigung, dass ich nicht völlig bekloppt und alleine mit meinen oft völlig irrationalen Empfindungen und Ängsten bin. Und alleine die Tatsache, dass ich nicht die Einzige bin, der es so ergeht, hat mir die schlimmer werdenden Angstattacken um einiges erträglicher gemacht. Also erstmal ein dickes DANKE dafür an alle, die vor mir den Mut hatten, hier öffentlich ihr Innerstes nach außen zu kehren... .

Aber nun zu mir:
Ich bin 32 Jahre alt, in einer sehr glücklichen Beziehung und habe einen sicheren Job, der mir Spaß macht, aber leider nicht immer einfach ist und mir öfter mal Stress, Frustration und Sorgen bereitet (aber welcher Job tut das nicht...).
Ich lebe in einer WG, bin also selten alleine, aber das Miteinander ist jetzt nicht besonders eng; trotzdem fühle ich mich oft sicherer, als in einer eigenen Wohnung.

Meine erste Panikattacke hatte ich einen Tag nach meinem 30. Geburtstag. Ich habe am Abend vorher ein großes Fest bei mir daheim gefeiert und hatte dementsprechend einen Riesen-Kater. Aus dem Nichts heraus bekam ich plötzlich ein extrem mulmiges Gefühl, so als ob etwas ganz krass nicht stimmt mit meinem Körper. Dann hab ich bemerkt, dass mein Herz rast und ich bekam keine Luft mehr. Zum Glück war mein damaliger Freund noch bei mir, der meinte erstmal, ich solle eine Runde an die frische Luft. Als auch ein kleiner Spaziergang nicht half fuhr er mich schließlich in die Notaufnahme. Dort haben sie mich erstmal mit Verdacht auf Infarkt bzw. Embolie durchgecheckt, allerdings waren meine Blutwerte - bis auf einen niedrigen Kaliumspiegel wegen dem Kater - einwandfrei. Auch sonst konnte man nichts Ungewöhnliches feststellen. Die Ärzte tippten angesichts meiner stressigen Tage vorher auf ein sogenanntes "Holiday Heart Syndrome"; das ist nichts weiter Schlimmes, halt nur stressbedingtes Herzrasen, das aber von alleine wieder abklingt. Damit konnte ich leben (im wahrsten Wortsinn ).
Trotzdem werde ich diesen Abend auf der Liege in der Notaufnahme niemals wieder vergessen können. Alleine dieses Gefühl, das Herz schlägt so schnell, als ob es einem gleich den Brustkorb sprengt, das Gefühl, man fällt jetzt sofort in Ohnmacht und dann bleibt das Herz stehen, weil das ja kein normaler Mensch aushalten kann, das hat sich so in mein Gedächtnis eingebrannt, dass ich noch Tage danach ganz ängstlich in mich reingehorcht habe, ob mein Herz noch schlägt, wie schnell es schlägt, ob es regelmäßig schlägt usw. Dazu kam eine ganz diffuse Angst ganz allgemein vor Schicksalsschlägen; "was wäre wenn - Gedanken", ich hab plötzlich überall Horrorszenarien gesehen, Autounfälle, sterbende Freunde, mich tot umfallen etc. Es war schlichtweg gruselig.
Dazu hatte ich immernoch einen seltsamen Druck auf der Brust, der dazu führte, dass ich am nächsten Tag nochmals im Krankenhaus vorstellig wurde. Dort hat man ein Echokardiogramm gemacht und meine Lunge geröntgt, nur, um festzustellen, dass auch organisch alles prima war. Der zuständige Notarzt meinte nur, ich hätte wohl eine Bronchitis gehabt und der Druck auf der Brust könnte auch von Verspannungen im Rücken kommen. Da ich sowieso Rückenprobleme hatte (ich leide an einer leichten Skoliose, oder einem "Skoliöschen", wie mein Orthopäde mal lachend meinte), fand ich diese Erklärung sowohl plausibel, als auch äußerst beruhigend.
Nach dieser Doppelerfahrung in der Notaufnahme ging es mir nach ein paar Tagen wieder gut und ich hatte meine Ruhe. Dachte ich.
Sechs Wochen später saß ich nachmittags gemütlich auf der Couch, als ein seltsam bekanntes Gefühl in mir hochkroch. Sofort setzte der - mir mittlerweile sehr bekannt - Fluchtreflex ein; ich rannte ans Fenster, riss es auf und schnappte erstmal nach Luft. Herzrasen, Schwindel, Unsicherheitsgefühle und Atemnot, die ganze Palette suchte mich heim. Als das nicht besser wurde rief ich wieder meinen damaligen Freund zu Hilfe und ließ mich ein weiteres Mal in die Notaufnahme fahren. Dort begann wieder die Suche nach der Ursache - und eine Stunde später stand ich wieder ohne Befund auf der Straße. Toll. Ich war etwas weniger beruhigt, als beim ersten Mal, fing an, mir Gedanken zu machen, ob ich vielleicht eine andere, schwerer zu entdeckende Krankheit haben könnte, und fing an, Dr. Google zu befragen. Keine gute Idee. Mit zunehmender Suche wurde ich auch zunehmend kränker... was zwei Wochen später in einer erneuten Panikattacke mündete. Damals war ich allerdings schon so weit in Betracht zu ziehen, dass es vielleicht auch was psychisches sein könnte, da ich schon Jahre vorher einmal wegen einer depressiven Phase bzw. "Anpassungstörung" in Behandlung war. Um mir nicht erneut die Blöße in der Notaufnahme zu geben ließ ich mich also beim dritten Mal gleich in die ortsansässige Psychoklinik fahren und konnte dort nach schier unendlicher Wartezeit (grauenvoll!!!) mit einem Psychologen sprechen, der mich in meiner Annahme bestätigt hat. Allerdings hat er mich gebeten, mich trotz aller Vermutungen mal von einem Kardiologen untersuchen zu lassen. Das hab ich auch gemacht. Langzeit-EKG, Belastungs-EKG, alles ohne Befund. Er meinte nur, mein Puls sei etwas schnell, aber mit ein wenig Sport würde das besser werden. Und wenn nicht, könne er mir auch gerne Betablocker verschreiben. Aber das hab ich abgelehnt.
Was daraufhin folgte waren Wochen der Unruhe und Angst, allerdings hatte ich erstmal keine Panikattacken mehr. Als es mir immer schlechter ging, ließ ich mich zu einem Psychiater überweisen, der meine nun diagnostizierte Panikstörung erstmal mit Hilfe von Antidepressiva in den Griff bekommen wollte und mir eine Verhaltenstherapie empfahl. Also machte ich mich auf die langwierige Suche nach einem geeigneten Therapeuten.
Ich muss Euch nicht erzählen, was das für eine frustrierende Zeit war. Ich habe es schließlich geschafft, einen ersten Termin bei einer Frau zu bekommen, die, nachdem ich ihr 50 min lang meine Situation geschildet hatte, schlicht meinte, sie hätte nicht den Eindruck, dass ich für eine Therapie wirklich offen wäre. WIE BITTE?!? Ich weiß nicht, wie es Euch ergangen ist, aber alleine sich zu den unzähligen Telefonaten und anschließenden Schilderungen zu überwinden, kostet schon ungemein viel Kraft, und dann erdreistet sich eine geschulte Person zu behaupten, man wäre nicht reif für Hilfe??!? Ich war geschockt. Und enttäuscht. Und völlig desillusioniert. Aber man gibt ja nicht so schnell auf. Also hab ich weitertelefoniert, bis ich bei einem Psychoanalytiker gelandet bin. Der wollte auch gerne mit mir arbeiten, allerdings drei Mal die Woche, und ich sollte dieser Therapie mein ganzes restliches Leben unterordnen. Da hab ich Angst bekommen und mir eingeredet, dass ich auch den Therapeuten ein wenig seltsam fand, und bin nicht mehr hingegangen.
Ich weiß, dass das die falsche Entscheidung war, und dass in mir wohl wirklich viel unterdrückter schei. hervorgeholt werden muss (bei mir war die schwierige Kindheit inklusive, beide Eltern tot, rumgeschubst zwischen Verwandten, Heimaufenthalt, Adoption, schwieriges Verhältnis zu den Adoptiveltern, ...), aber ich war immer schon ein Meister im Verdrängen und bin damit bislang gut alleine klargekommen.
Ich hab also weiter brav meine 20 mg Citalopram geschluckt und es ging mir zunehmend besser. Selbst, als sich mein damaliger Freund von mir getrennt hat, ging es mir damit erstaunlich gut. Als ich nicht lange darauf meinen jetzigen Freund traf, war das ein sehr großes Glück (das ist es immer noch), und als es mir allgemein immer besser ging, habe ich beschlossen, nach eineinhalb Jahren die Medikamente wieder auszuschleichen, da ich ja wusste, dass meine körperlichen Aussetzer psychischer Natur waren. Ich dachte, ich komm schon auch ohne klar und hoffte, stark genug zu sein, die Angstzustände auszuhalten, falls sie denn wiederkämen.
Und das sind sie. Schleichend zwar, aber sie haben sich über das letzte Jahr ohne die Medis langsam, aber stetig gesteigert. Und jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich mir eingestanden habe, dass ich das doch nicht ohne Hilfe schaffen kann. Allerdings bin ich mir darüber im Klaren, dass sich eine erneute Therapeutensuche als langwierig und schwierig gestalten wird, und deshalb bin ich jetzt hier. Damit ich die Zeit bis ich Hilfe finde besser überstehe. Oder nicht wieder aufgebe.

Viele von Euch hier haben so hammerharte Geschichten hinter sich, da schäme ich mich fast ein bisschen, denn im Vergleich dazu geht es mir einigermaßen gut. Ich kann meiner Arbeit nachgehen (Ablenkung ist immer noch die beste Medizin) und mein Freund kennt die harten Fakten und ist ein sehr liebe - und verständnisvoller Unterstützer. Trotzdem begleitet mich meine Angst mittlerweile täglich. Meine Symptome tanzen einen lustigen Ringelreigen, so nach dem Motto "gestern warst du dran, heute komm ich". Sobald ich mich beruhigt habe, dass ich nicht gleich ersticken werde, flüstert der kleine Mann im Ohr, dass sich aber doch eventuell die Erkältung, die ich seit 4 Wochen kaum merklich mit mir herumschleppe (wirklich krank werd ich nie - bin eigentlich ein sehr gesunder Mensch, haha) auf mein Herz niedergeschlagen haben könnte.

Heute sitze ich nun also an meinem Schreibtisch, um mich das erste Mal in Gänze mit meinem Problem auseinanderzusetzen. Daher ist dieser Text auch so lang. Sorry dafür, aber in der Form habe ich mir meine Geschichte selbst noch nie bewusst gemacht. Und tatsächlich geht es mir schon etwas besser. Der Druck auf meiner Brust hat nachgelassen, und ich glaube die nächste Treppe werde ich ohne drohenden Herzkasper schaffen.

Toitoitoi.

#9


S
Hallo miss.wilde,
vielleicht wäre es gut für dich, dich an eine Beratungsstelle zu wenden?
Im Internet gibt es auch eine Seite, wo du nach Therapeuten in deiner Nähe suchen kannst. Musst du mal bei google eingeben, dann müsste sie auftauchen. Ja, die Suche nach dem richtigen Therapeuten.... . Es haben leider schon Einige hier berichtet, dass es sehr schwierig ist, einen Psychotherapeuten zu finden und dass Einige sogar absagen, wenn man zu diesen kommt. Finde ich ganz schrecklich. Ja, leider bleibt dir nichts anderes übrig als weiter zu suchen. Oder du könntest bei deinem Arzt (hausarzt) oder einem Psychiater nachfragen, ob dieser einen guten Therapeuten kennt und dass du dringend einen brauchst. Villeicht kann man dir dort etwas helfen... . Noch eine Möglichkeit wäre es in eine Klinik zu gehen. Da weiss ich aber nicht, ob es etwas für dich ist oder so eine Tagesklinik.
Und du brauchst du dich nicht zu schämen, dass es dir besser geht als Anderen. Was du geschrieben hast, hat es auch in sich...nur wir sehen es meist nicht so... . Viele hier haben es auch gut, nur leider blockieren diese Ängste das zu sehen und zu realisieren. So wie ich es verstanden habe, gehört es zu der Krankheit ( Angst und Depri) dazu alles schwarz zu malen und nur das Negative wahrzunehmen und das Positive auszublenden...leider. Irgendwas im Gehirn spielt uns einen Streich... .

Viele Grüße Sumi

#10


P
Du hast ja alles Super zusammengefasst. Als Künstler der Verdrängung bist du immer gut alleine zurecht gekommen. Das Problem bei der Verdrängung ist nur, dass dies nicht unbegrenzt möglich ist und man sich dem ganzen Mist irgendwann annehmen muss und es immer schlimmer wird. Zum Glück hast du diese Erkenntnis gewonnen und der Therapeut scheint ja auch recht gehabt zu haben, du warst sicherlich nicht Therapiebereit. Ich ha e auch eine 3 Jahre lange Analyse gemacht und da dies ja nicht gerade die Standardtherapie bei Ängsten ist, wollte die Therapeutin mich eigentlich weitervermitteln. Das wollte ich aber nicht und habe sie immer wieder überzeugt, dass ich genau richtig bei ihr bin. Man muss eben nicht nur um den Termin kämpfen, sondern auch den Therapeuten überzeugen, dass man will und sich rein hängt. Das verstehen viele Patienten nicht, aber so eine Therapie wird nur erfolgreich, wenn man sie aus vollem Herzen will und alles dafür tut. Und sie ist viel schlimmer als jedes angstsymptom, was man sich vorstellen kann, denn was man dort mitmacht ist eben nicht mehr im Kopf sondern die Realität und Rüche der Ängste.

#11


S
Hallo,
ich bin neu hier, 43 Jahre alt und suche nette Frauen im meinem Alter für gelegentliche Treffs
zum Austausch von Erfahrungen.
Ich würde mich riesig freuen, wenn jemand sich bei mir melden würde aus dem Raum Ludwigsburg, Stuttgart.

#12


P
Hallo Joshua, Smile

herzlich willkommen hier im Forum.

Ich habe gerade bei leinad78 was reingeschrieben was auch für Dich passt. Vielleicht magst Du ja mal schauen.

Antworten kannst Du ja dann hier .......falls Du überhaupt antworten willst ….. Wink .

L.G.

#13


Fee*72
liebe palomino...
der beitrag von joshua is von 2011 Very Happy

#14


P
Zitat von Fee*72:
liebe palomino...
der beitrag von joshua is von 2011 Very Happy


Mr. Green ...... kichern ...... Mr. Green

#15


Michimaus1978
Muss ich auch grad ein bisschen schmunzeln, aber tut mir grad voll gut Very Happy

#16


P
Ja, bin halt die Frau Blindfisch ....... Mr. Green

#17

Mitglied werden - kostenlos & anonym

Michimaus1978
Nicht schlimm finde es schön auch mal wieder lachen zu können Smile

#18


P

Michimaus1978
Zur Zeit nicht wirklich Sad

#20


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Dr. Hans Morschitzky
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