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Psychosomatisch

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Hallo an alle.

Bin neu bei euch und sehr froh, hier sein zu können.

Es ging alles an mit einer einzigen Panikattacke, sie kam nie wieder, was blieb, ist eine permanente Angst.

Ich gehe noch raus, einkaufen, sehe ab und zu Freunde (was eben in dieser Zeit möglich ist, corona. )

Aber was immer da ist , ist ein diffuses Angstgefühl. Es kommt aus dem nichts. Beim schminken, kochen, liegen .

Es vergeht kein Tag ohne diese Gefühle. Sie kommen wellenartig, sie gehen um wiederzukommen,

Kennt das wer? Den ganzen Tag über?

16.04.2021 x 2 #1


36 Antworten ↓
Lokalrunde

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Zitat von SchwereGedanken:
Deshalb stellt sich mir im Moment die Frage wo die Grenzen sind.


Die Grenze ist erreicht da wo man bemerkt das man es einfach wirklich nicht mehr schafft, also wenn die Angst/Panik so groß wird dass man tagsüber nur noch reagiert und wo es nächtlich so weiter geht mit kaum Schlaf. Ich selber habe eine Zeit Antidepressiva genommen die mir persönlich aber nie wirklich half, außer dass ich träge/Müde/Unkonzentriert war, vielleicht waren es aber einfach auch nicht die richtigen. Mein damaliger Therapeut für psychotherapeutische Medizin verschrieb mir nur recht selten etwas. In der Kleeblatt Klinik Rastede damals wurden einem die Medi genommen und strickt nach dem 12 Schritte Programm gearbeitet, rund um die Uhr 05:30 - 21:00 von Mo. bis Sa.

Mir hat es das Leben gerettet dort, und wo ich denen sehr dankbar für bin. Andere brachen sofort ab oder waren nur wenige Tage in der Reha verblieben. Ich bekam Gruppen Therapie und Einzel meist mehrere Stunden täglich. Erog und Musik und Sport. Familienaufstellungen wurden gemacht. Und ab 18:00 Selbsthilfegruppen die Pflicht waren und die mir persönlich sehr zugesagt und geholfen haben. Die ersten zwei Wochen war Kontaktverbot nach Hause, kein Nikotin oder andere Drobs, die ganze Zeit über kein Fern/Zeitung/Radio etc. weil man verhindern wollte das man sich ablenkt und abkapselt. War 8 Wochen dort wo ich dann selber aufhören wollte, 16 Wochen wären damals möglich gewesen. Ich musste schriftlich Berichte verfassen über mein zurückliegendes Leben mit allen Sorgen und Nöten.

In der Ergotherapie lernte ich Yoga und autogenes Training, es gab einen schalldichten Raum unter dem Dach wo man versucht hatte meine aufgesetzte Maske und Firewall zu durchbrechen weil ich mich und meine Probleme gut verstecken konnte. Da lag man auf dem Rücken am Boden und oben drauf eine Bezugsperson die man sich aussuchte durfte und zu der man Vertrauen hatte. Dann begannen die Therapeuten einen in die Vergangenheit/Ängste/Depressive Phasen etc. zu lotsen also quasi direkt ins Feuer. Viele krallten sich an der Bezugsperson fest, viele weinten und schrien, bei mir hatte man damals abgebrochen weil man mich nicht knacken konnte und es wohl irgendwann auch kritisch werden kann.

Ich habe das ganze Paket damals so angenommen wie es angeboten wurde, mein Glück, ich kam gestärkt und ohne Medikamente nach Hause wo die ambulante Therapie noch Jahre andauerte, auch wegen diversen Rückschlägen. Man merkt dann irgendwann das man Aus-therapiert ist! Heute über 20 Jahre später rutsche ich mindestens einmal im Jahr aus und die Panik steht neben mir. Da ich viel gelernt habe ist es meist nur schwach ausgeprägt und von kurzer dauer. Dennoch habe ich jetzt wieder das Verlangen etwas machen zu müssen und habe mir hier bei mir eine Therapeutin gesucht, es dauert noch etwas bis ein Platz frei wird und man muss Wartezeiten von bis zu einem Jahr in kauf nehmen. Ein Neurologe und Psychiater nutzt mir nichts weil die keine Gesprächstherapie machen, psychotherapeutische Medizin ist die Lösung und davon gibt es leider zu wenige.

Ich würde gern auch noch einmal eine Reha machen wollen aber leider gibt es kaum noch Kliniken die nach den 12 Schritte Programm arbeiten, Rastede gibt es nicht mehr, privat Klinik kann ich nicht, und es gibt so glaube ich nur noch eine in Bad Herrenalb. Mit Angst und Panik aber auch mit Depressionen sollte man "niemals" alleine sein müssen, Kontakte und Gespräche sind ganz wichtig ebenso deswegen Selbsthilfegruppen. Als ich noch mit meiner Partnerin unterwegs war und eine Familie hatte war fast alles weg, seit drei Jahre getrennt und alleine kommen die Probleme wieder hoch. Meine neue Therapeutin im Erstgespräch sagte etwas von posttraumatischer Belastungsstörung, ich werde sehen. . .

15.04.2021 11:48 • x 2 #31


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A


Dauerhafte Angstschübe den ganzen Tag?

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Lokalrunde

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Kann ich gut verstehen, mit der Angst habe ich seit 40 Jahren zu schaffen und Sie zeigte mir verschiedene Gesichter. Manchmal, nur manchmal kommen Sie wieder, ich habe die ganzen Jahre immer versucht meine Ängste zu erkennen, bin vor ihr davon gelaufen oder habe mich ihr gestellt, aber es ist wirklich wahr dass die Angst immer wieder auftaucht. Das hat seine Ursache und die findet man in sich selber und in seinem Bereich, viele Komponenten tragen dazu bei das sie plötzlich neben einem steht. Einsamkeit und Depressionen, Krankheiten und Verluste, ganz besonders derzeit auch Corona und seine Einschränkungen, manchmal Probleme in der Familie mit dem Partner oder der Arbeit. Angst hat so viele Gesichter aber auch Masken die man nicht immer gleich erkennt. Ein Geruch oder Geräusch, ein Dejavu oder ein anderes Gefühl, die Angst kennt viele Wege um zu mir zu gelangen, es ist oft auch die Angst vor der Angst selber. Bei mir kommt die Angst aus dem inneren Kern also direkt aus mir heraus, nimmt mir oft die Luft zum Atmen und erzeugt eine gewaltige Welle die mich zum rennen (Flucht) bringt und die Panik in mir verursacht. Panik mit der ich aber nicht umgehen kann auch nicht nach so vielen Jahren in Therapie.

15.04.2021 08:33 • x 2 #19


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M
Hi,
ja kenne das Gefühl.

Hatte sogar eine Phase da konnte ich das Haus nicht verlassen oder Besuch empfangen Smile

Es lässt sich trainieren, nicht leicht, mit Überwindungen zu tun aber es klappt.
Hat bei mir nur etwas gedauert bis ich dazu bereit war.

Hast Unterstützung oder eine Therapie?

Lg Lee

x 2 #2


A
Ja kenne ich auch,man kann erlernen damit umzugehen

x 1 #3


Psychosomatisch
Zitat von McLee:
Hi, ja kenne das Gefühl. Hatte sogar eine Phase da konnte ich das Haus nicht verlassen oder Besuch empfangen Smile Es lässt sich trainieren, ...


Verhaltenstherapie mache ich . Das hilft sehr. Bist du deine Angst dauerhaft losgeworden? Wenn ja, wie?

#4


petrus57
Zitat von Psychosomatisch:
Es ging alles an mit einer einzigen Panikattacke, sie kam nie wieder, was blieb, ist eine permanente Angst.


So fing es bei mir auch immer an. Habe das nun schon seit über 20 Jahren. Hatte auch zwischenzeitlich ruhe davor.Dann kommt eine Panikattacke aus dem Nichts und der Spuk fängt von vorn an.

Im Moment habe ich die auch permanent. Aber meist kommt die Angst, wenn die Wirkung der Tavor nachlässt.

#5


A
Ja Verhaltenstherapie mache ich auch....alles gute fûr dich

x 1 #6


Psychosomatisch
Zitat von petrus57:
So fing es bei mir auch immer an. Habe das nun schon seit über 20 Jahren. Hatte auch zwischenzeitlich ruhe davor.Dann kommt eine Panikattacke aus ...


Wie oft nimmst du Tavor? Ich habe da so einen großen Respekt vor. Ich will diese sch. Angst da besiegen, wo sie entstanden ist, im Kopf. Ich weiß nicht, ob MIR Tabletten helfen. Denn das lindert die Symptome, nicht den Grund.

Hast du auch mal antidepressiva genommen?

#7


petrus57
Tavor nehme ich seit gut 6 Jahren regelmäßig. Bis vor kurzem bin ich noch mit 0,5 mg gut über die runden gekommen. Jetzt brauche ich "schon" oft 1mg am Tag.

Hatte früher mal Citalopram gegen die Ängste genommen. Da ging es mir nach gut 3 Wochen wieder besser.

x 1 #8


Psychosomatisch
Wow. 6 Jahre. stirnrunzeln

#9


M
Zitat von Psychosomatisch:
Verhaltenstherapie mache ich . Das hilft sehr. Bist du deine Angst dauerhaft losgeworden? Wenn ja, wie?


Dauerhaft ... was ist schon dauerhaft auf dieser Welt? Very Happy
Die starken Angstzustände habe ich bis jetzt nicht mehr gehabt, das ist vorbei.

Da ich am Anfang nicht wollte oder getraut hatte, hat das auch eine weile bei mir gedauert.
Hab erst 1 Jahr danach mit dem Training angefangen, hat dann so 1-2 Jahre gedauert.
Aber wie gesagt, konnte das Haus nicht verlassen ....

Mir hat geholfen zu verstehen was mit mir passiert, ausser das ich "Angst" bekomme war ich kern gesund. Ich werde daran also nicht sterben Smile
Atem Übungen zum beruhigen und runter kommen.
Trainieren und Trainieren, heisst gegen die Ängste vor gehen.

Sich darauf einstellen das es Phasen sind, mal gute mal schlechte Tage gibt.
Und hatte mir auf Dauer ein "Leck mich am Ar." an Trainiert.
Heisst, du bekommst Angst .... und weiter? nur Gefühle ... "Leck mich doch am Arch" ich ziehe das jetzt durch^^

Und ja, habe schon Pitsch nass geschwitzt wo gestanden ....

Das was noch offen steht bei mir, ist in ein Flieger zu steigen. Alles andere mache ich wieder ganz normal.
Sicherlich kommen mal gedanken wie "schaffst du das jetzt auch" und das sind schon die falsche gedanken, rein steigern macht es schlimmer.

Venlafaxin nehme ich allerdings noch, kleinste Dosis. Da halte ich mich noch dran fest^^

#10


Psychosomatisch
Das klingt gut. Von Herzen weiterhin nur Gutes für dich.

#11


M
Und das Wichtigste, es ist eine Krankheit.
Man ist deswegen nicht minderwertiger.

Du bist genauso Wichtig wie davor auch Smile

x 5 #12


Psychosomatisch
Zitat von McLee:
Und das Wichtigste, es ist eine Krankheit. Man ist deswegen nicht minderwertiger. Du bist genauso Wichtig wie davor auch Smile



Das berührt mich grad sehr. Danke

x 1 #13


Berggeist
Es beruhigt mich gerade wieder etwas, hier im Forum zu lesen.
Mein ganzer Tag ist heute ein einziger Angst-Tag. Es ging nachts los, hielt mich stundenlang wach und bremst mich seitdem aus.
Trotz alledem habe ich mich gezwungen in's Grüne zu gehen und einfach durch die Natur zu laufen.
Dabei ging es mir gut, abgesehen von den schmerzenden Arthrose-Knien.
Ich unterhielt mich mit fremden Spaziergängern, kaufte noch was ein - das lenkte mich ab und dabei ging es mir gut.

Jetzt bin ich wieder zu Hause und der Mist geht von vorne los.
Gegen die unterschwellige Angst nehme ich seit einigen Wochen Busp / Anxut, 3 x 5 mg. Das hilft normalerweise, aber heute ist wieder so eine Angst-Spitze, die mich lähmt.
Zur Nacht "gönne" ich mir wohl eine Tavor 0,5, damit ich mal schlafen kann.

x 2 #14


Berggeist
Zitat von petrus57:
Tavor nehme ich seit gut 6 Jahren regelmäßig. Bis vor kurzem bin ich noch mit 0,5 mg gut über die runden gekommen. Jetzt brauche ich "schon" oft 1mg am Tag.

Das interessiert mich: hat Dir eine 0,5 Tavor am Tag gereicht? 6 Jahre jeden Tag?
Ich habe so Bammel vor der Abhängigkeit und nehme Tavor 0,5 nur im akuten Angst-Anfall.

x 1 #15


Psychosomatisch
Ich habe gestern mit Lasea angefangen. Nicht gegen Angst, gegen diese Unruhe.

#16


petrus57
Zitat von Berggeist:
Das interessiert mich: hat Dir eine 0,5 Tavor am Tag gereicht? 6 Jahre jeden Tag?
Ich habe so Bammel vor der Abhängigkeit und nehme Tavor 0,5 nur im akuten Angst-Anfall.


Ja, bis vor kurzem bin ich gut damit klar gekommen. Musste da aber auch schon jeden dritten oder vierten Tag 1mg nehmen. Die ersten 3 Jahre haben 0,5 mg gereicht. Da nahm ich nur 0,5 mg mehr, wenn ich zum Arzt etc.musste.

x 2 #17

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S

Lange, heftige Angstschübe den ganzen Tag!

Hallo Leute,

Manchmal frag ich mich wie abartig diese Angst/Panikattacken noch sein können.

Heute morgen kaum die Augen auf schon klebte die Angst über mir. Bin mit Tränen in den Augen auf die Arbeit. Im Laufe des Tages hielt es dann an in solchen wellenartigen Angstschüben. Mal richtig stark dann ist es wieder für 30 Minuten gut und kommt dann wieder. Höhepunkt war dann als ich im Auto saß und zur Therapie wollte.

Ich kann mir eine Million Mal selber sagen das es nur die Angst ist, es bringt rein gar nichts.

Lebensqualität sieht anders aus!

LG

#18


Lokalrunde
Kann ich gut verstehen, mit der Angst habe ich seit 40 Jahren zu schaffen und Sie zeigte mir verschiedene Gesichter. Manchmal, nur manchmal kommen Sie wieder, ich habe die ganzen Jahre immer versucht meine Ängste zu erkennen, bin vor ihr davon gelaufen oder habe mich ihr gestellt, aber es ist wirklich wahr dass die Angst immer wieder auftaucht. Das hat seine Ursache und die findet man in sich selber und in seinem Bereich, viele Komponenten tragen dazu bei das sie plötzlich neben einem steht. Einsamkeit und Depressionen, Krankheiten und Verluste, ganz besonders derzeit auch Corona und seine Einschränkungen, manchmal Probleme in der Familie mit dem Partner oder der Arbeit. Angst hat so viele Gesichter aber auch Masken die man nicht immer gleich erkennt. Ein Geruch oder Geräusch, ein Dejavu oder ein anderes Gefühl, die Angst kennt viele Wege um zu mir zu gelangen, es ist oft auch die Angst vor der Angst selber. Bei mir kommt die Angst aus dem inneren Kern also direkt aus mir heraus, nimmt mir oft die Luft zum Atmen und erzeugt eine gewaltige Welle die mich zum rennen (Flucht) bringt und die Panik in mir verursacht. Panik mit der ich aber nicht umgehen kann auch nicht nach so vielen Jahren in Therapie.

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S
Zitat von Lokalrunde:
Kann ich gut verstehen, mit der Angst habe ich seit 40 Jahren zu schaffen und Sie zeigte mir verschiedene Gesichter. Manchmal, nur manchmal kommen ...


Deshalb stellt sich mir im Moment die Frage wo die Grenzen sind. Ab wann sollte ich wieder Medikamente nehmen um eine Erleichterung zu bekommen.

Meine Therapeutin sagte gestern da muss ich durch und an mir arbeiten.

Was bringt mir das an so einem morgen wie heute? Bin zum Kunden gefahren, normal brauche ich für diesen Weg eine Stunde, heute hab ich zwei gebraucht. Musste zweimal anhalten weil es nicht mehr ging. Dann habe ich irgendwan nur noch geweint.

Was nützt mir das in den Momenten wenn meine Frau mir sagt sie kann es nicht mehr sehen wie ich mich quäle?

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A


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Dr. Christina Wiesemann
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