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Zitat von SchwereGedanken:Deshalb stellt sich mir im Moment die Frage wo die Grenzen sind.
Die Grenze ist erreicht da wo man bemerkt das man es einfach wirklich nicht mehr schafft, also wenn die Angst/Panik so groß wird dass man tagsüber nur noch reagiert und wo es nächtlich so weiter geht mit kaum Schlaf. Ich selber habe eine Zeit Antidepressiva genommen die mir persönlich aber nie wirklich half, außer dass ich träge/Müde/Unkonzentriert war, vielleicht waren es aber einfach auch nicht die richtigen. Mein damaliger Therapeut für psychotherapeutische Medizin verschrieb mir nur recht selten etwas. In der Kleeblatt Klinik Rastede damals wurden einem die Medi genommen und strickt nach dem 12 Schritte Programm gearbeitet, rund um die Uhr 05:30 - 21:00 von Mo. bis Sa.
Mir hat es das Leben gerettet dort, und wo ich denen sehr dankbar für bin. Andere brachen sofort ab oder waren nur wenige Tage in der Reha verblieben. Ich bekam Gruppen Therapie und Einzel meist mehrere Stunden täglich. Erog und Musik und Sport. Familienaufstellungen wurden gemacht. Und ab 18:00 Selbsthilfegruppen die Pflicht waren und die mir persönlich sehr zugesagt und geholfen haben. Die ersten zwei Wochen war Kontaktverbot nach Hause, kein Nikotin oder andere Drobs, die ganze Zeit über kein Fern/Zeitung/Radio etc. weil man verhindern wollte das man sich ablenkt und abkapselt. War 8 Wochen dort wo ich dann selber aufhören wollte, 16 Wochen wären damals möglich gewesen. Ich musste schriftlich Berichte verfassen über mein zurückliegendes Leben mit allen Sorgen und Nöten.
In der Ergotherapie lernte ich Yoga und autogenes Training, es gab einen schalldichten Raum unter dem Dach wo man versucht hatte meine aufgesetzte Maske und Firewall zu durchbrechen weil ich mich und meine Probleme gut verstecken konnte. Da lag man auf dem Rücken am Boden und oben drauf eine Bezugsperson die man sich aussuchte durfte und zu der man Vertrauen hatte. Dann begannen die Therapeuten einen in die Vergangenheit/Ängste/Depressive Phasen etc. zu lotsen also quasi direkt ins Feuer. Viele krallten sich an der Bezugsperson fest, viele weinten und schrien, bei mir hatte man damals abgebrochen weil man mich nicht knacken konnte und es wohl irgendwann auch kritisch werden kann.
Ich habe das ganze Paket damals so angenommen wie es angeboten wurde, mein Glück, ich kam gestärkt und ohne Medikamente nach Hause wo die ambulante Therapie noch Jahre andauerte, auch wegen diversen Rückschlägen. Man merkt dann irgendwann das man Aus-therapiert ist! Heute über 20 Jahre später rutsche ich mindestens einmal im Jahr aus und die Panik steht neben mir. Da ich viel gelernt habe ist es meist nur schwach ausgeprägt und von kurzer dauer. Dennoch habe ich jetzt wieder das Verlangen etwas machen zu müssen und habe mir hier bei mir eine Therapeutin gesucht, es dauert noch etwas bis ein Platz frei wird und man muss Wartezeiten von bis zu einem Jahr in kauf nehmen. Ein Neurologe und Psychiater nutzt mir nichts weil die keine Gesprächstherapie machen, psychotherapeutische Medizin ist die Lösung und davon gibt es leider zu wenige.
Ich würde gern auch noch einmal eine Reha machen wollen aber leider gibt es kaum noch Kliniken die nach den 12 Schritte Programm arbeiten, Rastede gibt es nicht mehr, privat Klinik kann ich nicht, und es gibt so glaube ich nur noch eine in Bad Herrenalb. Mit Angst und Panik aber auch mit Depressionen sollte man "niemals" alleine sein müssen, Kontakte und Gespräche sind ganz wichtig ebenso deswegen Selbsthilfegruppen. Als ich noch mit meiner Partnerin unterwegs war und eine Familie hatte war fast alles weg, seit drei Jahre getrennt und alleine kommen die Probleme wieder hoch. Meine neue Therapeutin im Erstgespräch sagte etwas von posttraumatischer Belastungsstörung, ich werde sehen. . .