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Guten Tag !
folgende Frage:Ich werde gleich morgens zittrig wach und verspüre immer innerlichen Druck,verbunden mit Schwindel,Kopfschmerzen und Ohnmachtsgefühl.Traue mich auch gar nicht mehr runter.
Gibt es Panikstörungen,die den ganzen Tag über anhalten?
Bedanke mich für eine Antwort.
Gruss Bibble

16.04.2007 09:38 • 10.05.2007 #1


12 Antworten ↓


Dr. Doris Wolf
Hallo Bibbie,
von einer Panikstörung spricht man, wenn Panikattacken immer wieder auftauchen. Wenn die körperlichen Beschwerden den ganzen Tag und über mindestens 6 Monate anhalten und sich nicht auf bestimmte Situationen beziehen, dann ist dies eine generalisierte Angststörung. Am besten fährst du zweigleisig: Lass dich - sofern du es noch nicht gemacht hast - medizinisch durchchecken und nimm Kontakt zu einem Psychotherapeuten auf. Hier findets du über die Krankenkasse zugelassene . Mit ihm zusammen kannst du ergründen,weshalb du so regierst und wie du deine Angst überwinden kannst. Dein Lebensraum wird sonst immer kleiner. Es lohnt sich zu kämpfen.
Viel Erfolg
Dr. Wolf

17.04.2007 07:04 • x 1 #2


Liebe Frau Dr.Wolf
Zunächst einmal bedanke ich mich ganz Herzlich bei Ihnen Für Ihre Antwort,aber ich hätte da noch eine Frage.

Ich leide seit 12 Jahren an starken Unterleibschmerzen,jedoch konnte nie die Ursache gefunden werden.Im Dez.wurden die Unterleibschmerzen immer stärker und ich bekam dazu extreme Kopfschmerzen,welche mich in Ohnmacht fallen liessen.Seit dem Ist mein Leben eine Qual.

Erstens weiss ich nicht,wovor ich überhaupt Angst habe und zweitens macht sich diese Angst körperlich bemerkbar.Egal bei welchen Aktionen.
Beispiel:Ich möchte Duschen.Gehe ins bad und auf einmal schlägt mein Herz stärker mir wird schwindelig usw.

Sind das Panikattacken?und ist es tatsächlich so,das ich im prinzip gar nicht weiss,wovor ich überhaupt Panik habe?

Ich bin bei einem Psychologen und der meinte ich leide unter heftigen Depressionen,was ich eigentlich selber nicht bestätigen kann.Wäre Ihnen sehr dankbar,für eine Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüssen.

17.04.2007 09:15 • #3


Dr. Doris Wolf
Liebe Bibbie,
manchmal ist es so, dass Ängste in Verbindung mit Depressionen auftreten bzw. sich hinter körperlichen Beschwerden Depressionen verbergen.Leider kann ich dies aus der Ferne nicht beurteilen.
Ich kann mir gut vorstellen, wie sehr dich deine Angst belastet. Allerdings vermute ich, dass du dich auch in Gedanken immer mit der Angst und den körperlichen Beschwerden befasst,dir z.B. Gedanken machst, dass du wieder umfallen könntest. Durch diese Gedanken bringst du dich in körperliche Anspannung und verstärkst deine Schmerzen. Achte mal bewusst auf deine Gedanken und Phantasien, die du tagsüber hast.
viele Grüße
Dr. Wolf

18.04.2007 07:56 • #4


Liebe Frau Dr.Wolf

Gibt es denn tatsächlich möglichkeiten aus dieser Lage wieder rauszukommen?
Ich habe morgen Abend wieder ein Termin bei meinem Psychologen und ich habe vor,ihn auf eine Einweisung in eine Psychosomatische Klinik anzusprechen.

Ich habe das Gefühl,das ich erstmal Zeit für mich brauche,denn es belastet mich sehr,das ich auch nicht mehr SO für meine Kinder da sein kann,wie sonst.
Ich bin körperlich total schnell erschöpft und habe dann das Gefühl,das mir alles zuviel wird.

Könnten Sie mir evt.eine Psychosomatische Klinik empfehlen?
Muss nicht in Berlin sein,denn wie bereits geschrieben,bin ich für ALLES offen.

Vielen Dank.
Bibble

18.04.2007 09:33 • #5


Liebe Frau Dr.Wolf

Mein Psychologe hat bestätigt,das ich unter einer generalisierten Angststörung leide und Aufgrund meiner zwei Kinder,möchte er mich gerne in eine Medizinische Reha schicken.Jedenfalls muss ich heute schonmal den Antrag besorgen.

Er sagt,eine solche Reha wird minimum 6wochen aber bis obenhin offen,dauern können.
Er hat mir auch kein Medikament mehr verschrieben und sagte,ich solle es zunächst auf Pflanzlicher Basis probieren,sprich Baldrian oder Johanniskraut (aber nur aus der Apotheke).
Was sind das für Präperate und machen die Abhängig?Unterstützen diese tatsächlich eine innere ruhe zu fördern?

Lieben Gruss
Bibble

20.04.2007 07:37 • #6


Dr. Doris Wolf
Liebe Bibbie,
Baldrian und Johanniskraut machen nicht abhängig und können, je nach Dosierung die innerliche Ruhe fördern. Setze zunächst die Mittel ohne Verschreibungspflicht ein, wenn sie nicht greifen sollten, brauchst du eine höhere Dosierung, die dir dann dein Hausarzt verschreiben kann.
Bei der Klinik habe ich an eine Psychosomatische Klinik gedacht, in der Menschen mit Depressionen, Ängsten und den damit verbundenen unterschiedlichsten körperlichen Beschwerden Unterstützung erhalten. Gewöhnlich ist die Behandlungsdauer nicht festgelegt, sondern sie wird im Verlauf der Behandlung entschieden. Du hast dort auf alle Fälle Zeit, viel über dich zu lernen und dir neue Bewältigungsstrategien anzueignen.
viele Grüße
Dr. Wolf

20.04.2007 08:31 • #7


Liebe Fr.Dr.Wolf

Es ist für mich noch ein wenig schwierig zu verstehen,das die starken Kopfschmerzen und der unendliche Tagtäglich Schwindel,von meiner Psyche ausgehen soll,aber das werde ich wohl auch noch lernen.

Gibt es denn eine Psychosomatische Klinik,die Sie mir empfehlen könnten?

Vielen Dank.
Bibble

21.04.2007 13:05 • #8


Dr. Doris Wolf
Liebe Bibbie,
das ist einer der schwierigsten Punkte in einer Therapie, zu akzeptieren, dass die Seele sozusagen über den Körper spricht. Aber warum solltest du es nicht schaffen?
Es gibt z.B. eine gute psychosomatische Klinik in Windach und eine in Prien. Letztendlich ist dann der Kontakt zum Therapeuten entscheidend - ob die Chemie stimmt und du Vertrauen aufbauen kannst.
Dr. Wolf

30.04.2007 14:59 • #9


Liebe Fr.Dr.Wolf!

Ich packe das mit meinem Körperlichen Zustand einfach nicht mehr.Der Gleich morgens beginnende Druck,zitten,Benommenheit,Schwindel und Kopfschmerzen,ziehen mich immer weiter runter.weil es auch den ganzen Tag anhält.
Mir wurde geraten,mein AD regelmässig einzunehmen und das sich dann die Symptome deutlich bessern,ist das wirklich so?
Ich soll mein Ad morgens und Abends nehmen,aber gerade morgens gehts mir dann noch schlechter.Laufe wie Alk. durch die Wohnung.

vielleicht könnten sie mir noch was dazu schreiben?
Danke.

02.05.2007 12:08 • #10


Dr. Doris Wolf
Liebe Bibbie,
Depressionen sind gewöhnlich morgens stärker als abends.Wenn dein Therapeut dir die AD verordnet hat und dir gesagt hat, dass du sie morgens und abends nehmen sollst, dann mache dies im Augenblick auch so. Er kennt dich besser, ich kann dies aus der Ferne leider nicht beurteilen. Hangle dich außerdem nur von Tag zu Tag. Einen Tag kannst du auch im Augenblick mit deinen Symptomen schaffen. Du hast ja den Klinikantrag schon in die Wege geleitet.
viele Grüße
Dr. Wolf

03.05.2007 06:56 • #11


Liebe Fr.Dr.Wolf

Ich hatte es jetzt ein paar Tage mit diesen fiesen Körperlichen Symptomen ausgehalten,bin trotzdem runter gegangen usw.
Gestern jedoch,ohne erklärlichen Grund begann der Schwindel gleich beim aufstehen.Bekam ihn auch nicht in den Griff sodass ich bei einem KH besuch meiner Mutter auf dem Zimmer fast zusammengebrochen bin.Nach diesem Anfall lag der Blutdruck (von der Stationskrankenschwester gemessen) bei 95 zu 50.

Ich finde das relativ niedrig und ich kann jetzt mit Bestimmtheit sagen,das ich riesen Angst vor diesem Schwindel habe.Vor etwas anderem nicht.Nur dieser Schwindel macht mich irre.
Das AD nehme ich auch regelmässig,aber der Schwindel drückt alles,was ich mir aufbaue,in den Hintergrund.

Was soll ich denn jetzt bloss tun?
Mein Arzt lässt mich als simulant da stehen,mein Psychologe will,das ich in eine Reha gehe,wofür ich jetzt aber nicht die notwendige Offenheit und Ruhe zu habe,da meine Mutter an Krebs erkrankt ist und ich mir wahnsinnige Sorgen machen.
Ich verzweifle immer mehr,greife nach jeden Strohhalm,und lasse nicht mehr los.

Wie soll ich mich jetzt verhalten?
gruss Bibble

09.05.2007 11:02 • #12


Dr. Doris Wolf
Liebe Bibbie,
zunächst großartig, dass du MIT deinen körperlichen Symptomen rausgegangen bist. Im Augenblick bist du durch die Erkrankung deiner Mutter verständlicherweise sehr angespannt und im Stresszustand. Da sind solche Ausreisser nicht verwunderlich. Ein Simmulant bist du ganz sicher nicht, denn nur du spürst deine Symptome und kannst deine Lage beurteilen. Wenn du im Augenblick nicht in die Klinik möchtest, dann gehe weiter zu deinem Psychotherapeuten und am besten noch in eine Angstselbsthilfegruppe. Deine Mutter wird sicher eine Rehamaßnahme bewilligt bekommen, sodass sie dann nach der Akutklinik auch in die Reha geht und du mehr Luft für deine Reha hast.
Dr. Wolf

10.05.2007 07:48 • #13




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