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Hallo
ich habe das seit frühester Kindheit.
Ich kann mich daran erinnern, dass ich in der Grundschule schon Probleme mit der Atmung und mit dauerndem Herzstechen hatte.
OK, auf meine anderen Symptome will ich jetzt hier nicht eingehen, nur auf die Atmung.
Ich erinnere mich, dass ich oft zu meiner Ma sagte, dass ich nicht durchatmen kann. Ich bekam dann einen Tl Melissengeist und sollte ins Bett.
( daher kommt wohl auch meine Angst vorm Schlafengehen, später auch Angst vorm Aufstehen )
Meine "Atemnot" zeigte sich so: Ich konnte nicht tief genug durchatmen, so dass dieses Gefühl der Erleichterung, wie wenn man halt erleichtert tief atmet, nicht kam.
Irgendwie war es, als wäre da auf einmal eine Blockade, ich konnte einfach nicht tief genug einatmen.
( Lungentests waren immer ok )
Dann bekam ich sofort Herzrasen. Ich versuchte immer tiefer einzuatmen, fand heraus, dass Gähnen manchmal hilft.
Wenn ich dann durchgeatmet hatte, war das Herzrasen weg.
Ich atmete ruhig weiter, bis ich nach 4 - 5 Atemzügen wieder das Bedürfnis verspürte, jetzt unbedingt tief einatmen zu müssen.
Das funktionierte aber nicht. Also wieder Herzrasen, Todesangst, bis ich wieder durchatmen konnte.
Dieser Wechsel ging oft stundenlang, meist nachts. Liegen konnte ich dann gar nicht, mußte mich ins Bett setzen oder herumlaufen.
Als Kind hatte ich das alle paar Wochen mal. Es kam plötzlich und ohne Auslöser.
Oder es kam, wenn ich Streß hatte ( Streit der Eltern, oder wenn meine Eltern abends ausgingen und ich zu Hause bleiben mußte)
Natürlich konnte ich da nicht schlafen, ich hatte ja sowieso immer Angst zu Hause. Und dann noch allein, furchtbar.
Also bekam ich diese Atemnot ( ich habe das immer meine subjektive Atemnot genannt. Ist keine wirkliche Atemnot, Sauerstoff wird normal und ausreichend aufgenommen. Es fühlt sich aber halt so an, als würde man ersticken ).
Wenn dann meine Eltern ausgingen, bekam ich sofort diese Atemnot, Heulkrämpfe und wieder diese Todesangst.
Ich bin dann aufgestanden, habe mir meinen Hamster genommen, der mich etwas beruhigen konnte, aber leider nichts an der Atemnot ändern konnte, und habe mich stundenlang vor die Haustür gestellt, bis meine Eltern zurückkamen.
Die Abstände dieser auftretenden "Atemnotsanfälle" haben sich im Laufe der Jahre immer weiter verkürzt und auch die Dauer hat sich verändert.
Diese Atemnot kam immer häufiger in immer kürzeren Abständen. Sie dauerte oft tagelang.
Wenn ich daran denke, wieviel Nächte ich später im Erwachsenenalter durch die Wohnung gelaufen bin, mit dieser verdammten Atemnot und mit Panikattacken, die sich später dazugesellten, finde ich das sehr erschreckend, was für ein Streß das für meinen Körper bedeutete.
Seitdem ich Denken kann bis jetzt, schätze mal 50 Jahre lang, habe ich diese Atmung nun schon.
Beim Sport hatte ich auch sehr oft Probleme damit. Meine Kondition war zwar recht gut, aber durch diese Atemstörung war ich doch oft eher ausser Atem. Das war aber sehr unterschiedlich. Manchmal war auch gar keine Störung beim Sport und mir ging es super.
Ich mache seit ein paar Jahre Therapie, meditiere viel und mache Achtsamkeitsübungen und es ist viel besser geworden.
Heute weiß ich, dass ich "Nur" angespannt war. Deswegen kam diese verkrampfte Atmung zustande.
Jetzt habe ich das so extrem nur noch bei Streß / Ärger usw., z.B. als ich auf der Arbeit gemobbt wurde und es kommt aber auch einfach ohne Grund. Wobei ich sagen kann, dass es für diese Streßatmung immer einen Grund / Auslöser gibt, der mir nur nicht sofort bewußt ist.
Bis heute atme ich ganz oft noch irgendwie auffällig. Mein Mann sagt, es hört sich gestreßt an wie ich atme.
Ich atme immer noch oft recht tief ein, auch wenn ich nur herumsitze, fernsehe und eigentlich nichts vorliegt, was mich stresst. Wahrscheinlich funktioniert das ganze mittlerweile unbewußt weiter.
LG
Mondkatze
30.04.2020 00:52 •
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