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Nora5

Nora5
Mitglied

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12
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Hallo zusammen,
leider bin ich in eine akute Angstphase gerutscht, nachdem ich lange Zeit auch sogar ohne Psychotherapie sehr gut zurecht kam. Natürlich gab es einen Auslöser, das war wegstoßen, Kontaktabbruch und emotionale Gleichgültigkeit des Partners. Das kenne ich aus der Kindheit und es löst Todesangst aus. Seit dem diese akute Angstphase begonnen hat, besteht mein Alltag nur noch aus dem Aneinanderreihen von Skills. Es ist nichts Schlimmeres passiert, nur arbeiten kann ich nicht mehr. Ich treffe Freunde, lenke mich ab, lasse die Traurigkeit zu, nehme Beratungsgespräche wahr, dusche eiskalt, mache Ausdauersport, höre Hörbücher, lese, ganz viele Kleiigkeiten zur Überbrückung. Wenn die Angst stark kommt, ist das Gefühl, ich sterbe. Wenn viel Traurigkeit rauskommt, geht es am nächsten Tag meist wieder etwas besser.
Liebe Grüße, Nora

03.12.2024 x 3 #1


73 Antworten ↓
F

Flame
Gast

Das Tragische ist,dass man sich manchmal anderen Menschen gegenüber unfair verhält,weil die destruktiven Muster in einem so stark sind.
Wenn man das aber weiss,kann man doch auch was dagegen tun.
Ich weiss jetzt nicht,in wieweit Dein Freund Therapie macht aber er scheint ja schon sehr daran interessiert zu sein,voran zu kommen und sich positiv zu entwickeln.

Er könnte z.B. lernen,es rechtzeitig in sich zu spüren,wenn er sich in irgendeiner Form bedrängt oder überfordert fühlt.
Bevor das Fass überläuft meine ich.
Es rechtzeitig zu bemerken ist schon die halbe Miete,weil man dann noch reagieren kann bevor das Muster "abgespult" wird.
Er könnte dann sagen:"Es tut mir leid aber mir ist das zuviel gerade" und erstmal die Situation verlassen (als Beispiel).

Das erfordert aber intensive Bewusstseinsarbeit seinerseits,er würde lernen,zum Beobachter seiner selbst zu werden,so dass er regelmässig eine "Innenschau"/Stimmungsbarometer betreibt.
Dazu gehört auch, die Gedanken zu beobachten (ohne sie zu bewerten),Du kennst das aus Deiner Therapie bestimmt.

Ich sage nicht,dass es einfach ist oder von heute auf morgen geht aber es ist möglich die emotionalen Reaktionsmuster zu durchbrechen.


Von mir selbst kann ich sagen,dass in meiner Akutzeit mein komplettes Gefühlsleben und die Gedankenwelt völlig durcheinander geraten ist.
Ich hatte Angst,Panik und auch Depressionen.

Ich merkte,dass ich keine Gefühle mehr für meinen Mann aufbringen konnte (worüber ich sehr verzweifelt war) und glaubte,deswegen keine Berechtigung mehr zu haben bei ihm zu sein und ihn verlassen zu müssen.
Es gibt hier einen Strang,der in dem Zusammenhang vielleicht für Dich interessant sein könnte:

beziehungsaengste-bindungsaengste-f64/angst-den-partner-nicht-zu-lieben-teil-2-t66307.html

Es stellte sich heraus,dass mit dem Abklingen der Depression auch die Gefühle für meinen Mann zurück kamen.
Also lag es nicht daran,dass ich ihn nicht mehr geliebt habe,es lag daran,dass ich in der Depression ausser Angst,Leere,Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit nichts mehr in der Lage war zu fühlen.
Die negativen Gefühle,die mit meiner Depression einhergingen,hatten alles überdeckt.

Es gab sogar eine Phase,in der ich dachte,mein Mann wolle mich absichtlich klein halten.
Also das ging schon fast in Richtung Paranoia.
Wie gesagt,das Denken und Fühlen war völlig durcheinander geraten.

Heutzutage geht es mir dank Therapie,Medikamenten und erlernten Entspannungsverfahren wieder gut und mein Mann und ich sind glücklich miteinander,sogar glücklicher als je zuvor denn gemeinsam überwundene Krisen schweissen zusammen.


Wenn Du Deinen Freund noch liebst,würde ich erstmal abwarten,wie er sich verändert,wenn die akute Krise überwunden ist.
Bei mir hat das zwei Jahre gedauert,sowas braucht Zeit.
Natürlich steht Dein eigenes Wohlergehen an allererster Stelle aber wenn man weiss,warum sich der Partner so komisch verhält,muss man es nicht mehr so persönlich nehmen und es verletzt einen dann auch nicht mehr (so stark).

Ich nehme an,Dein Partner ist auch sehr verzweifelt,weil er gerade nicht aus seiner Haut kann,ich kenne das Gefühl und bin froh und dankbar,dass mein Mann mich damals nicht abgeschrieben hat.
Ich war wirklich nicht mehr ich selbst und hab wie schon erwähnt zwei volle Jahre gebraucht,um mich rauszukämpfen.
Mein Mann hat immer daran geglaubt,dass es irgendwann wieder besser wird und das wurde es schliesslich auch.

Wenn man starke Ängste hat oder/und Depressionen ist man nicht mehr man selbst.
Deswegen sollten Betroffene in solchen Phasen auch keine wichtigen Entscheidungen treffen.
Und damit man aufnahmefähig ist für eine Therapie muss erstmal eine Grundstatbilität rein,das geht gut mit Medikamenten,man muss allerdings erstmal ein geeignetes Medikament für sich finden,,was eben auch seine Zeit dauern kann...( das wäre jetzt für Deinen Partner wichtig),

Jedenfalls kann immernoch alles gut werden,am besten kümmerst Du Dich weiterhin gut um Dich selbst und machst auch so toll weiter mit Deiner Selbstfürsorge.

Ich wünsch Dir viel Kraft und vergiss nie,dass nach einem Tief unweigerlich ein Hoch kommt.

Alles Liebe

15.08.2021 08:44 • x 1 #27


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A


Angst wird täglich neu getriggert

x 3


F

Flame
Gast

Ja,die Versagensängste sind ziemlich belastend weil man ja jeden Tag spürt,dass man nicht mehr so kann wie sonst.

Ich konnte tatsächlich lange Zeit meinen Alltag nicht mehr bewältigen und kann Dir sagen,das ist nicht das Ende der Welt.
Es fühlt sich an,als ob einem das Leben wie Sand durch die Finger rinnt aber das gaukelt Dir Dein Kopf nur vor.

Die Realität ist: In dieser Krisenzeit brauchst Du vor allem eins und das ist Geduld.
Die Zeit ist der beste Heiler,das kann ich Dir sagen und mit der Zeit wirst Du auch herausfinden,welche Art von Medikamenten und Therapie Dir am besten helfen,nur jetzt immer schön eins nach dem anderen.

Du bist auf einem Weg ,dem Heilungsweg und den absolviert man nicht von heute auf morgen.

Setz Dich nicht selbst innerlich unter Druck,Deine Lebensfreude und die Kraft kommen zu gegebener Zeit von ganz alleine wieder,ganz bestimmt.
Und wenn es sich wieder ganz furchtbar anfühlt und die trostlosen Gedanken kommen,kannst Du diesen Text lesen (am besten regelmässig:)

HOFFNUNGSVOLLE GEDANKEN


Alles wird gut werden.Ich kann meine Depressionen überwinden,auch wenn ich im Moment noch nicht so recht daran glaube.
Solange ich lebe,gibt es Hoffnung.
Im Moment erscheint mir vieles sinnos.
Doch hinter den dunklen Wolken ist die Sonne.Sie wird wieder hervortreten und die Wolken vertreiben.
Die Sonne wird auch für mich wieder scheinen.
Ich habe Geduld und erinnere mich daran,dass man Depressionen nicht wie Staub von der Schulter wischen kann.
Ich habe die Fähigkeit und die Kraft.mich aus diesem Gefängnis zu befreien.
Der Tag wird kommen,an dem ich wieder mehr Freude verspüre.
Ich akzeptiere für den Moment,dass es mir schlecht geht und dass negative Gedanken mir das Leben sehr schwer machen.
Diese Zeit wird ein Ende haben.
Ich weiss,dass es meine negativen und pessimiistischen Gedanken sind,die mir das Leben zur Hölle machen.
Deshalb bemühe ich mich darum,sie von mir fernzuhalten.
Das gelingt mal besser und mal schlechter.
Ich werde mich auch bei Rückschlägen immer wieder darum bemühen,meine pessimistischen Gedanken durch hoffnungsvolle Gedanken zu ersetzen.
Ich kann und werde meine Depressionen besiegen.

24.08.2021 14:07 • x 1 #36


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S
Huhu,

Ich find das toll, was Du alles anwendest und wie Du Weist, was wann abzuwenden. Klasse.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute

x 1 #2


Nora5
Danke @portugal
Ich bin auch froh darum und naja, ich schätze, man muss sich irgendwo sagen, wo wäre ich ohne das alles? Manchmal fühlt sich alles so dermaßen sinnlos an, aber diese Phase geht hoffentlich irgendwann vorbei und wenn ich die Skills nicht hätte, keine Ahnung, was ich dann machen würde. So sind zumindest immer kurze Auszeiten von der Symptomatik da.

Danke Dir für Deine lieben Wünsche!

x 1 #3


Nora5
Hallo zusammen,

puh. Die Situation zur Zeit ist echt nicht ohne. Ich habe die Arbeit abgesagt, ich akzeptiere es, ich werde mich heute nur um mich kümmern. Gestern hatte ich ein drittes Beratungsgespräch bei dem Institut für Psychotraumatologie. Die Therapeutin ist super. Ich habe nur leider im Moment das Gefühl, ich bräuchte jeden Tag zwei Sitzungen. Mein Freund hatte vor einer Woche einem Gespräch zugestimmt, das hat bei mir die Eskalation rausgenommen, nun ist es wieder da, er ist aggressiv und abwertend. Ich habe ganz große Probleme, mich von seinen Verdrehungen und Bewertungen zu distanzieren. Die Therapeutin gestern sagte, es ist nur Flucht bei ihm. Sobald ich etwas Konkreteres anspreche, was ihn in Frage stellt, pauschalisiert er.

Wie auch immer, ich glaube, gestern war ich schonmal einen Schritt weiter, ich bin nicht in totale Panik verfallen nach seiner aggressiven Nachricht. Es war schlimm für mich, in der Beratungssitzung zu sein und das Gefühl zu haben, ich arbeite nicht richtig mit, weil ich die Empfehlungen der Therapeutin nicht werde umsetzen können im Moment. Ich bin noch nicht soweit und muss das erstmal akzeptieren. Ich bin dann raus und habe mich in dei Sonne gesetzt und meinem Freund geschrieben, sehr ehrlich und sehr klar. Dann habe ich mir ein super leckeres Eis geholt und bin damit mit dem Rad nach Hause gefahren durch die Sonne und es ging mir etwas besser. Es hat sich stimmig gefühlt. Ich hab nur etwas Angst, dass die starke Panik wieder kommt.

Ich versuche mal, weiter zu machen und meine Gefühle zu beobachten. Jetzt geht es mir eigentlich ok, ich hab mir ein Fußbad gemacht, spiele ein Videospiel, höre ein Hörbuch, habe meine Listen zur Orientierung in der Nähe. Habe mir einen Plan für heute und morgen gemacht. Trotzdem weiß ich, dass ich gefährdet bin, ins Bodenlose zu rutschen mit meiner Trennungsangst. Mein Freund sitzt in der Machtposition, weil er es gut ohne Kontakt aushält, dadurch ist -nach acht Wochen seiner Abwesenheit jetzt- jeder Kontakt davon bestimmt, wenn ihm etwas zuviel ist, bricht er sofort den Kontakt ab.

Ich versuche es weiter,
Nora

x 2 #4


S
Zitat von portugal:
Huhu, Ich find das toll, was Du alles anwendest und wie Du Weist, was wann abzuwenden. Klasse. Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute

das finde ich auch,
Super !

gestern hat mir eine Freundin geschrieben, dass sie mitunter angstfrei wurde, weil sich sich ganz konsequent von Menschen getrennt hat, die ihr nicht guttun.
vielleicht überlegenswert.

ich weis , ich hab leicht reden, aber ich würde keinem anderen Menschen Macht über mich erlauben.

drück dir die Daumen.

x 1 #5


I
@Nora5
Super, dass du die Dinge anwendest und spürst, was dir gut tut. Das, was dir nicht gut tut kannst du auch ändern, entweder du findest inneren Frieden damit und akzeptiert es oder du trennst dich bzw. lässt diese Angelegenheiten los.
Habe mich auch damals von einer sehr guten Freundin und auch einen Partner getrennt, die mir nicht gut getan haben. Danach war ich erleichtert und es ging mir gut, bereue nichts. Ich habe mich hinterfragt und Prioritäten gesetzt. Das ist jetzt ziemlich viele Jahre her. Es schließen sich Türen und es öffnen sich Neue. Das Schließen und Öffnen muss man selbst übernehmen.
Weiterhin viel Erfolg!

x 1 #6


Nora5
Die letzten zwei Tage war es wieder richtig hart. Super super heftige Traurigkeit und Angst. Normalerweise kann ich dann gar nicht weinen, Angst und Beklemmung drückt die Traurigkeit weg. Jetzt kam alles raus, worüber ich schonmal dankbar bin. Ich habe so viel geweint. Leider wurde es dnach auch nicht wirklich besser aber das ist wohl im Moment noch zu viel erwartet. Trotzdem war ich Freitag in meiner Selbsthilfegruppe, wo ich super aufgefangen wurde. Und gestern waren Freunde da zum Frühstücken udn spielen und ich hab immerhin mitmachen können auch wenn ich die Beklemmungen hatte. Danach bin ich zur Mass. gegangen auch das war gut. Zwischendurch immer das Gefühl ich halte es gar nicht mehr aus es tut so weh ich vermisse ihn so unfassbar. Jetzt fahr ich zum Sport.

x 3 #7


Nora5
Leider ist es gerade furchtbar. Die Angst ist wieder getriggert, es war jetzt einige Tage besser. Ich fühle mich so ausgeliefert und hilflos. Mein Freund übt damit so viel Macht über mich aus. Es ist zum Heulen. Ich mache so viel, damit es besser wird, aber dieses Trauma ist einfach so stark 😓 Gleich fahr ich mit Freunden zum Sport, ich hoffe, es hilft

x 1 #8


Icefalki
Zitat von Nora5:
Mein Freund übt damit so viel Macht über mich aus.


Muss jetzt bissle nachfragen. Du bist also mit einem Partner zusammen, der deine Ängste als Machtposition gegen dich ausnützt? Oder empfindest du das nur so?

#9


Nora5
Zitat von Icefalki:
Du bist also mit einem Partner zusammen, der deine Ängste als Machtposition gegen dich ausnützt? Oder empfindest du das nur so?

Liebe Icefalki,

mit der Antwort bin ich zur Zeit maximal überfordert. Er würde sagen, niemals. Er spricht immer von Überforderung und emotionaler Starre, in die er gerät. Wenn die entsprechenden Situationen da sind, fühle ich es so, dass er sich mal in der stärkeren Position fühlen möchte. Meine Traumatherapeutin sagte heute, sie empfindet es so nach den Schilderungen, ob es nun bewusst oder unbewusst bei ihm abläuft oder es eine Mischung aus beidem ist. Ich kann es nicht sagen.

Fest steht, dass er ein Mensch ist, der ganz tief gespalten ist. Er hat eine so mega schöne Seite, sehr liebevoll, sehr auf Gemeinsames ausgerichtet und diese Seite war acht Monate überwiegend dominant. Jetzt ist er ganz weg und untergetaucht, nicht mehr greifbar, wohnt in der Jugendherberge.

Die Therapeutin meinte, es sei ziemlich klar, dass sein Selbstwertgefühl sehr beeinträchtigt sei und er zuvor im Alltag die ganze Zeit gesehen hätte, wie gut ich zurecht komme mit Arbeit, Freunden, Aktivitäten alleine, Finanzen, uvm. Er hätte so viele Probleme, und mein Trauma sei der einzige Bereich, wo er mich komplett hilflos erlebe, und wenn er durch Kontaktabbruch diesen Trigger auslöse, sei er mal der Starke in der Machtposition.

Wenn er nur ansatzweise so etwas hört, kommt von ihm, wenn ich so etwas von ihm denken würde... er sei sprachlos, er wolle darauf nicht antworten. Er klingt dann ganz tief verletzt, entzieht sich aber weiter.

#10


S
Mich hat selber mal eine Langzeitbeziehung depressiv gemacht. Das war ganz am Anfang meiner Depressionen.

Ich wollte es mir selber nicht eingestehen, dass der Typ mir nicht gut tut.
Überleg mal, ob Du sowas brauchst, es ist für Deine Krankheit echt nicht förderlich.

Dein Partner sollte sich zwar nicht für Dich aufgeben aber jemanden schneiden ist emotionale Erpressung und schlimmer, als wenn es eine Auseinandersetzung gibt, wo man alles rauslässt.

Bitte passe da auf Dich auf, ich weiß, wovon ich spreche.

Ansonsten machst Du das echt toll, mit Deiner Selbstliebe und das Du Dich auch mal verwöhnst. Gerade mit Depressionen etc denkt man bliederweise, warum jetzt eine Belohnung? Wofür?

Es gibt immer schlechte Tage .... letztendlich sind wir aber alle stärker, als wir annehmen.

Toi toi toi. Keep us posted!

x 1 #11


Icefalki
Zitat von Nora5:
Die Therapeutin meinte, es sei ziemlich klar, dass sein Selbstwertgefühl sehr beeinträchtigt sei und er zuvor im Alltag die ganze Zeit gesehen hätte, wie gut ich zurecht komme mit Arbeit, Freunden, Aktivitäten alleine, Finanzen, uvm. Er hätte so viele Probleme, und mein Trauma sei der einzige Bereich, wo er mich komplett hilflos erlebe, und wenn er durch Kontaktabbruch diesen Trigger auslöse, sei er mal der Starke in der Machtposition.


Ok, bedeutet, ihr beide tragt jeweils ein psychisches Problem mit euch herum.

Meine Meinung ist da jetzt wirklich gnadenlos hart: Eine gute Beziehung lebt von der Kommunikation miteinander. Egal, wo der Schuh drückt, gemeinsam kriegen wir das hin. Das ist so meine Überschrift.

Bedeutet, Vertrauen zueinander, generell Vertrauen in die Beziehung muss "erarbeitet und erlebt" werden. Natürlich hat so jeder seine Macken, Vorstellungen, Ansichten und nicht immer sind die auch richtig. Deshalb heisst es reden, von mir aus auch streiten, und dranbleiben.

Wenn jetzt der Verdacht besteht, dass deine Bindungsangst gegen dich ausgespielt wird, ist das kein miteinander mehr. Und wenn drüber reden keine Veränderung bringt, wirst du dir überlegen müssen, was schlimmer ist: An einer Beziehung festhalten, die dich ständig triggert und dir geht es grottenschlecht. Oder sie zu beenden, gut, auch dann geht es dir grottenschlecht, kannst aber lernen, alleine klarzukommen.

Letztendlich müssen wir da alle durch: trotz Ängste und seelischem Ungleichgewicht Entscheidungen zu treffen, die uns weiterbringen. Und manchmal heisst es abwägen, was nun das schlimmere Lebensmodell ist.

#12


Nora5
Zitat von portugal:
jemanden schneiden ist emotionale Erpressung und schlimmer, als wenn es eine Auseinandersetzung gibt, wo man alles rauslässt.

Bitte passe da auf Dich auf, ich weiß, wovon ich spreche.

Liebe Portugal 💚
Danke für Deine Nachricht. Ja, das sehe ich auch so und ich passe auf mich auf. Ich habe das in den acht Monaten vor dieser Katastrophe, in denen es gut lief, dauer-thematisiert. Mein Freund hat ein mega ober riesen Problem damit, sich seine zerstörerische Seite anzugucken. Er hat da so dermaßene Angst vor und es ist nicht zu Unrecht, es ist da auch immer real das Risiko gegeben, dass er dadurch so heftig in depressive Zustände rutscht, dass gar nichts mehr geht. Zb wo wir uns einmal jetzt in der acht Wochen Krise gesehen habe und er wahrgenommen hat, wie traurig und verzweifelt ich bin, hat er zwei Nächte gar nicht mehr geschlafen. Ich denke, er schützt sich auch massiv vor dem Totalzusammenbruch. Das ist nicht richtig mir ggnü und unfair, aber ein Überlebensimpuls.

Er hat aber defintiv damit angefangen, hinzugucken. Ich hab ihn immer immer wieder damit konfrontiert. Und er ist dabei geblieben und hat Verantwortung übernommen. Jetzt hat er einen krassen Rückfall und wenn er darin noch lange stecken bleibt ist definitiv keine Chance mehr für irgendein Miteinander

#13


Nora5
Zitat von Icefalki:
Wenn jetzt der Verdacht besteht, dass deine Bindungsangst gegen dich ausgespielt wird, ist das kein miteinander mehr

Hey Du 💙💐

Danke! Stimme Dir zu 100 Prozent zu. Wenn er da bewusst und manipulativ machen würde, ja. klar. Dann wäre er ein Sadist noch oben drauf. Ich denke, er kann es nicht steuern. Für mich ist der Reflex, den Kontakt zu suchen und mich an die Bindung zu klammern und mich darüber versichern zu wollen, auch nicht steuerbar. Das bedrängt ihn massiv und dadurch setzt bei ihm alles aus und er kommt überhaupt nicht mehr klar und schaltet in einen reinen Überlebensmodus. Bei ihm ist quasi das Sprachzentrum ausgeschaltet, wenn das Trauma aktiviert ist. Er kann sich dann ausschließlich noch aggressiv äußern. Davor flüchtet er auch, weil er weiß, dass er das nicht steuern kann bei sich selbst.

Wir passen im Umgang mit Konflikten GAR nicht zusammen, weil unsere Muster komplett gegenläufig sind. Daher sollten wir uns trennen. Wir sind aber wegen unserer Gemeinsamkeiten und der Liebe beieinander geblieben, und da ist die Verbindung total da. Im Moment ist davon gar nichts spürbar. WENN es spürbar ist, also in der Zeit vor diesem furchtbaren Konflikt, hat er mir super gut getan, das hat alles aufgewogen und es überwiegt auch immer noch das Positive, sonst hätte ich ihn längst längst in den Wind geschossen. Ich bin kein Stück masochistisch, ich mag mich selber sehr und verstehe auch mein eigenes Verhalten zur Zeit sehr, es ist nur alles ziemlich komplex.

Ich habe eine großen Freundeskreis und auch viele Menschen um mich, mit denen ich wirklich eine enge Bindung habe. Viele männliche Freunde. Dennoch ist da niemand dabei, mit dem ich ansatzweise solche Dinge Teile oder diese Art von Übereinstimmung und Austausch erlebe wie das mit ihm ist. Mit vielen der Freunde blödele ich rum, aber mit ihm teile ich zb die Sachen, die mir wirklich etwas bedeuten. Und das ist mir sehr wertvoll. Er weiß, wenn ich etwas von meinem Tag erzähle, was davon mir wirklich nah geht und hat das immer mit mir geteilt.

Du siehst, ich bin mit der Sache noch nicht durch..... 🙂

Liebe Grüße,
Nora

x 1 #14


Nora5
Trotz einem schönen Tag bin ich nun so so so unendlich traurig, es hört nicht auf, ich habe das Gefühl, über diese Sache werde ich nie hinweg kommen. Es sind so unendlich tiefe Verletzungen und alles, was passiert ist, war so unvorhersehbar für mich. Und immer, wenn ich eine Verletzung gerade einigermaßen verpackt habe, kommt sofort die nächste, noch schlimmere. Und es ist keinerlei Aussicht auf Klärung.

#15


Nora5
Es ist zwar noch alles gleich, aber ich habe ganz viel geweint und das war gut

#16


F
Ich sage dazu nur eins:

Für einen angstgestörten Menschen ist ein Partner der aggressiv und abwertend ist GIFT.

Deine Wahrnehmung brauchst Du nicht anzuzweifeln,die funktioniert 1A.
Dein Körper und Deine Seele signaliesieren deutlich,dass was gewaltig falsch läuft und Du weisst,was es ist.

Eine Trennung ist für mich auch gefühlt lebensbedrohlich,könntest Du zu einer Freundin ziehen oder übergangsweise wieder zu Deinen Eltern?

So bekämst Du Abstand und Unterstützung zugleich.
Und kannst dann beobachten,ob sich Dein Partner zu Deinen Gunsten verändert oder ob Dein Leben ohne ihn nicht sogar viel unbelasteter ist.

Da Du Dich grade in einer instabilen Phase befindest,würd ich mir beim Psychiater übergangsweise ein Medikament zur Beruhigung verschreiben lassen.
Das kann ordentlich Druck rausnehmen für Dich und Du kommst besser zur Ruhe und kannst Kraft tanken.

#17

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Nora5
Zitat von Flame:
Für einen angstgestörten Menschen ist ein Partner der aggressiv und abwertend ist GIFT.

Hallo liebe/r Flame, er hat selber eine Angststörung, noch deutlich schwerer als meine, ich habe ehrlich gesagt keine Angststörung. Ich habe durch das getriggerte Trauma (plötzlicher Kontaktabbruch) Angst. Er, mit seiner Angststörung fühlt sich in allen Bereichen abgewertet - weil er auch viel Mist gebaut hat, dennoch fühlt er es und er fühlt auch von mir Aggression. Das ist auch für ihn Gift.

#18


Nora5
Zitat von Flame:
Deine Wahrnehmung brauchst Du nicht anzuzweifeln,die funktioniert 1A.

Woher kannst Du das beurteilen?

#19


Nora5
Zitat von Flame:
könntest Du zu einer Freundin ziehen oder übergangsweise wieder zu Deinen Eltern?

Ich bin ja in meiner Wohnung, er ist ja gegangen, also brauche ich nirgendwo anders hin.

#20


A


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Dr. Christina Wiesemann
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