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Guten Morgen,

gerade komme ich zurück. Habe versucht Auto zufahren. Aber seit mehr als 10 Jahren geht das nicht mehr und die Strecken werden immer kürzer. Nun konnte ich keine 50 m mehr fahren.
Wie soll das nur weitergehen? Bin so verzweifelt und will so nicht mehr weiterleben.
Wer hat damit Erfahrung? Bin so dankbar und froh das ich hier Menschen um mich habe , die mich verstehen

LG Klaramara

17.11.2014 09:25 • 21.03.2015 #1


32 Antworten ↓


du solltest einen termin bei einem psychater machen und dort alles besprechen.evtl.hilft dir eine verhaltenstherapie

17.11.2014 09:44 • #2



Akute Panikattacke beim Autofahren

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Hallo annastasia,
danke für deine Antwort. Ja mache schon seit über 1 Jahr eine Verhaltenstherapie. seit dieser Zeit haben sich einige Situationen verbessert. Nur das mit dem Autofahren geht immer weniger. Da reichen die Symptome vom akuten Schwindel, schwarz werden vor Augen , kribbeln in den Beinen.
Mein Therapeut meint immer schön in den Bauch atmen.
Klaramara

17.11.2014 10:20 • #3


novemberrain
Hallo klaramara,

Dein Therapeut sollte mit Dir diese Situationen üben.
Nur vom "Quatschen" auf der flauschigen Couch und den Tipps " immer schön in den Bauch atmen" ist Dir nicht geholfen...

Also genau da rein, wo es weh tut- nämlich ins Auto!

Oder Du übst es mit jemandem, dem Du vertraust.
Steigere die Strecken. Aber tu was!

Liebe Grüße
november

17.11.2014 10:34 • #4


Hallo novemberrain,
auch Dir ein herzliches Danke für Deine Antwort.

So seh ich das auch, aber meine Therapeutin hat das immer verneint und gemeint mit der richtigen Atemübung ginge das. Sollte das beim Autofahren nicht funktionieren, würde ich zu stark dissoziieren .
LG
klaramara

17.11.2014 10:42 • #5


novemberrain
Na ja, es ist ja so:

Du konfrontierst Dich, bekommst Angst, gehst aus der Situation raus und weißt, es wird besser, sobald Du da raus bist.
Es wird das Nächste mal schlimmer und schlimmer und schon steigst du gar nicht mehr ins Auto.
So läuft eine Konfrontation natürlich nicht, denn so übst Du nur Deine Leidensfähigkeit.

Die Atemübungen kannst Du unterstützend einsetzen, aber bitte beim Konfrontieren.
Natürlich wirst Du Angst bekommen und auch starke Symptome. Die werden auch eine Weile anhalten. DAS ist auch so gewollt ( bei einer richtigen Konfrontation)
Aber dann wirst du merken, dass die Angst von alleine weniger wird. Und DAS ist das Entscheidende für Dich, Dein Hirn und Deine weitere Motivation.
Du darfst nur nicht vorher flüchten, dann wird es umso schwieriger.

Ich habe diese Art Konfrontation selbst machen müssen, es war schwer- keine Frage.
Aber NUR SO funktioniert es.

Bitte probier es.

17.11.2014 11:29 • x 1 #6


Ich würde auch wie novemberrain sagt dahin gehen wo's wehtut: ins Auto.
Kribbeln und Schwarzwerden klingt nach Hyperventilation, das kann man durch Atemübungen wirklich ganz gut abfangen. Vielleicht nicht komplett, aber immerhin so, dass man weiß, dass man sich im Griff hat und einem nicht Schwarz vor Augen wird.

Ansonsten ist Auto natürlich so eine Sache. Wenn du da kurz vorm Wegklappen oder einfach nicht "da" bist, kannst du dich nicht mal eben als Abhärtung in den Stadtverkehr stürzen. Das wär dann wirklich gefährlich. Kannst du dir eine Route überlegen, irgendwo auf dem Land, wo du maximal in nen Heuhaufen bretterst ? (Wird nicht passieren, aber als kleiner Anfang zum anschließenden Steigern)
und dir eine Begleitung mitnehmen, die dein Problem kennt und der du vertraust?

Kannst du deine Angst im Auto in Worte fassen? Ist dir ein Auslöser bekannt?

19.11.2014 19:12 • #7


Hallo Squirry
danke für deine Antwort.
Das mit dem Autofahren fing vor gut 10 Jahren auf der Autobahn aus dem Nichts heraus an. War gerade beim Überholen, als es mir ganz schwindelig wurde. Tja und seither wurde mein Radius in dem ich mich bewegte immer enger.
Im Jahr 2011 kaufte ich mir ein ganz neues Auto im Mai und bis im Dezember 2011 hatte ich keine 500 km gefahren.
Irgendwann liess ich das Auto ganz stehen und taute mich nicht mehr in die Nähe von dem Auto. Während dieser Zeit war ich in einer Rehaklinik wegen eines Burnouts . Dort musste ich 5 Wochen täglich üben in die Nähe eines baugleichen Autos zu kommen und nicht wegzulaufen. In der Zwischenzeit ist es so dass ich so wie du schreibst auf dem Land unterwegs bin , was gut klappt. Aber Stadtverkehr, insbesonders rote Ampeln geht gar nicht. Habe das Gefühl komplett auszurasten. Würde am liebsten die rote Ampel ignorieren und weiterfahren. Bin sowas von aggressiv und habe Angst durchzudrehen. Ganz schlimm ist wenn ich von allen Seiten zugestellt bin. Da würde ich das Auto am liebsten verlassen und weglaufen.
Habe jahrelang Therapie gemacht und vieles über mich gelernt und konnte auch einiges bewegen. Aber diese Gefühl von festgehalten sein beim Fahren ist für mich unerträglich.
So Squirry jetzt hab ich aber ganz schön Druck ablassen können. #
Vielen Dank für dein offenes Ohr bzw. Auge

19.11.2014 20:20 • #8


Hallo novemberrain, danke für deine Worte. Bin jetzt täglich am Üben.
Ja und manchmal gehts gut und manchmal weniger, aber ich werde mich immer wieder damit konfrontieren.
LG Klaramara

19.11.2014 20:24 • #9


Hallo Klaramara,

das Autofahren ist eins meiner grössten Probleme.
Versuche jeden Tag zu fahren, eine wahnsinnige Überwindung für mich.
Aber nur so geht es....leider traue ich mich nicht auf Autobahnen, das ist gar nicht drin.
Hoffe sehr, dass ich mich dazu mal wieder überwinden kann.

Habe jahrelang Therapie mit verschiedenen Therapeuten gehabt.
Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass Bauchatmen oder sonstige Dinge, wie laute Musik hören, laut singen, Fenster runter ( das waren wirklich "Tipps" von meinen Therapeuten) alles nur Ablenkungsmanöver sind. Und die funktionieren nicht. Sie verdrängen die Angst nicht, sie fokussierten mich da eher drauf. So nach dem Motto: mit mir stimmt wirklich was nicht => Angst!

Ich versuche wirklich die Angst zu zulassen. Sie ganz hoch kommen zu lassen, selbst wenn es immer wieder unerträglich ist. Aber die Abstände der Unerträglichkeit werden kürzer. Nicht jeden Tag, aber immer öfter.
An schlechten Tagen aber weiche ich jeder roten Ampel aus und Stadtverkehr geht dann gar nicht. Aber ich mache es jeden Tag und ich will wieder mobil werden! Ein Stück Freiheit zurück haben.

LG Cyra

19.11.2014 23:55 • #10


Hallo CyraM,

ich bin so froh und dankbar, dass es Menschen wie Dich hier gibt.
Seit mehr als 20 Jahren habe ich die PA und habe außer mit meiner Therapeutin noch nie mit irgend jemand darüber gesprochen und mich ausgetauscht.
es gab Zeiten, da bin ich garnicht mehr vor die Türe und war so verzweifelt.
Heute morgen bin ich mit dem Auto eine Strecke über 100 km gefahren, aber nur Nebenstrecke und viel Zwischenstopps. Aber ich habs geschafft und war fix und alle danach.
Die Tipps von deinem Therapeuten , decken sich mit den meinigen. Ja und wie Du sagst, bringst nichts. Außer mit der Bauchatmung, aber auch nur bis zu einem gewissen Punkt. An der Ampel oder im Stau kann ich es überhaupt nicht umsetzen.
Wie fühlt es sich an , wenn Du die Angst zulässt ?

LG Klaramara

20.11.2014 10:28 • #11


Black Sheep
Hallo klaramara und CyraM

Ich finde das ihr das beide toll hinkriegt, und genau auf dem richtigen Weg seit, nicht bereit euch von eurer Angst, etwas wegnehmen zu lassen was euch allein gehört.
Was meiner Meinung nach jetzt noch fehlt, ist die Grundeinstellung zu der Angst, ihr seht das beide wie einen Kampf, den ihr nicht gewinnen könnt, David gegen Goliath, versucht mal es als Herausforderung zu sehen, und die Herausforderung auch bewusst zu suchen, das heißt Staus, rote Ampeln, Tunnels, und ja auch Autobahnen.

Die Angst wird kommen, aber sie kann euch nicht überraschen, begrüßt sie mit den Worten "wer bist du denn, du kannst mir überhaupt nichts" oder auch "Mein Leben, meine Regeln", oder was immer euch kämpferisch einstellt.
Das das nicht leicht ist wissen wir alle, aber da müssen wir alle durch, das ist ein Kampf den uns keiner abnehmen kann, in diesen Situationen sind wir ganz allein, nur wir und unsere Gefühle.......ja richtig, Angst ist nur ein Gefühl, und das kann uns gar nichts.

Das schwerste habt ihr eigentlich schon geschafft, ich bin mir sicher das ihr den Rest des Weges auch noch schafft.

20.11.2014 11:13 • #12


Hallo Black Sheep,

hätte nie gedacht, dass Worte so gut tun.
Leider habe ich viele Jahre nach dem wohl hier jedem bekannten Muster des Rückzugs gelebt.
Jetzt ist es an de Zeit das zu ändern. Ja gegen die Angst zu kämpfen ist falsch, habe auch während meiner Therapie gelernt, die Gefühle zu umarmen.
Deine Worte haben mir sehr gut getan und Mut gemacht . Danke

LG Klaramara

20.11.2014 13:05 • #13


novemberrain
Hallo Leute,

ich kann Euch wirklich nur wärmstens empfehlen, täglich zu üben.
Ich kenne auch diese Angst an roten Ampeln bzw. mir machte alles Angst, was irgendwie den Verkehr zum Stocken brachte.
Ich bekam in diesen Situationen immer das Gefühl, nicht richtig durchatmen zu können.

Im Prinzip ist es ja so:
Wir erzeugen Angst durch unsere Gedanken- daraufhin bekommen wir Symptome- die machen uns Angst und somit werden die Symptome stärker.

Unser Körper funktioniert völlig korrekt, denn er reagiert nur auf unsere Gedanken.
Im Prinzip haben wir vor uns selbst Angst.
Wenn man das verstanden hat, ist es nicht mehr so schwer.

Fazit:
Rein in die Angst, Symptome erwarten und akzeptieren (denn die erzeugen wir selbst) und aushalten !

Viel Glück

20.11.2014 13:13 • #14


Auch von mir vielen Dank!
Das waren die richtigen Worte!

Klaramara, die Angst aufkommen lassen geht bei mir mit Atemnot einher, nassen Händen und schlimmen Fluchtgedanken bloss schnell aus dieser Situation herauszukommen....

Aber wie Ihr hier schon schreibt, es sind tatsächlich nur die Gedanken. Leider kann man die aber nicht so steuern wie man gerne möchte. Bzw. kommen sie bei mir auch oft unbewusst.

20.11.2014 17:35 • #15


Black Sheep
Ich denke, das die Angst vor dem Autofahren, eigentlich auch nur ein Symptom ist, eine Grenze die wir um uns ziehen, eine weiße Linie die wir nicht übertreten wollen, weil dahinter das lauert wovor wir uns wirklich fürchten.
Wenn man das dann überwunden hat, und das werdet ihr, wundert man sich das es einem immer noch nicht richtig toll geht, und das sich das nächste Symptom einstellt das einen davon abhält sich selbst kennenzulernen.

Seit ehrlich zu euch, wovor habt ihr wirklich Angst?

Ich fange mal an, bei mir ist es die Angst zu versagen, Angst schlechter, schwächer, weniger erfolgreich zu sein als andere Männer.

20.11.2014 18:08 • #16


Hallo Black Sheep,
Diese Frage stell ich mir sehr oft- Aber im Laufe der vielen Jahre , muss ich Aufarbeitungsarbeit leisten, da sehr vieles verschüttet ist

Ich denke dass es bei mir mit Sicherheit verdrängte Probleme sind .
Und denke auch ständiges Überfordern und die hohe Erwartungshaltung sind gefährlich.

LG Klaramara

20.11.2014 19:14 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Ilovechocolate
Hallo,

ich fahre auch seit vielen Jahren kein Auto mehr weil ich richtig Panik davor habe. Von Anfang an mochte ich es nicht gerne, besaß aber auch mal für zwei Jahre ein Auto. Auch als Beifahrer habe ich Probleme.

Es ist wirklich ein Stück Lebensqualität die man dadurch verliert. Wenn ich mich ans Steuer setze setzt sofort der "Nebel" ein und ich habe das Gefühl keine Kontrolle über das Auto oder alles was um mich herum geschieht zu haben.

=(

20.11.2014 19:22 • #18


Icefalki
@black Sheep,

Wahnsinns Thema, ich denke auch darüber nach. Bei mir wäre es schuldig sein, nicht zu funktionieren, den Erwartungen nicht zu entsprechen. Aber ich muss noch weiter nachdenken.

LG icefalki

20.11.2014 19:24 • #19


Hallo Icefalki
Ich denke jeder der zu diesem Thema einen Beitrag hat, kann von der Erwartungshaltung oder den Versagensängsten erzählen.

LG Karin

20.11.2014 19:52 • #20



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