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Hallo,
also, bisher habe ich nicht wirklich viel an Medikationen gegen (m)ein Mischbild aus Angst, Depression, Stimmungswechsel und Zwangsgedanken eingenommen. Aus Angst vor Medikamenten im Allgemeinen, aus Angst vor Nebenwirkungen, aus Angst vor Abhängigkeit. Vor einigen Monaten habe ich einen guten Neurologen gefunden, er hat mir nach langem hin- und her dann "Amisulprid" (auch "Solian") verschrieben. Ich soll EIGENTLICH 50mg am Morgen und 50mg am Abend nehmen, aber ich habe mich jetzt über einen Zeitraum von 2 Monaten bei 50mg täglich oder weniger eingependelt, verteilt auf kleinere Dosen am Tag.
Jetzt kommt der vielen wohl bekannte Irrsinn:
Ich nehme von dem Zeug zu, fühle mich körperlich teilweise wie ein aufgepumptes Michelin-Männchen. Nun war ich noch nie wirklich dünn, habe in meiner schlimmsten Angstzeit 35 Kilo abgenommen, in 5 Monaten. Das erste mal seit 15 Jahren haben mich die Leute nicht wiedererkannt oder Aussenstehende mich "schlank" genannt... ein tolles Gefühl, aber der Grund für die Abnahme war sicherlich kein wünschenswerter. Nach und nach pegelte sich mein Körper wieder ein - wohl ein Anzeichen dafür: "Die Angst geht langsam, die schlimme, seelische Phase geht vorüber". Jetzt bin ich 5 Kilo unter meinem alten "Kampfgewicht" und wollte nun SELBST durch Aktivität etwas abnehmen, NICHT durch Angst "von alleine".
Aber: Pustekuchen. Ich gehe 3 mal täglich spazieren, esse bewusster, verzichte so gut es geht aus Dickmacher, trinke viel Wasser - aber mein Körper quillt einfach auf. Jetzt stellt sich die Frage: Welchen Sinne machen Medikamente, wenn Sie zwar gegen Depressionen tendentiell helfen, man aber so viel davon zunimmt, dass einem die Körperfülle wieder Depressionen herbeizaubert? Gerade Frauen können davon mit Sicherheit ein noch viel lauteres Lied singen. Von den körperlichen Begleiterscheinungen durch Übergewicht einmal ganz abgesehen: Erhöhtes Herzinfarktrisiko, Diabetesrisiko, Probleme mit den Gelenken und Knochen und vieles mehr.
Ich frage mich: Ist das ein fairer Tausch oder verschiebt sich die Gesamtproblematik nur in eine andere Dimension? Vorher körperliches Wohlbefinden aber *beep* Ängste und Depressionen, jetzt weniger Ängste und Depressionen aber *beep* drauf durch körperliches Unwohlsein und Vermeidung jeglicher Blicke in irgendwelche Spiegel. Ich habe das Amisulprid mal einige Tage weggelassen, rannte davon total nervös und schwitzend durch die Gegend. Und das bei einer so kurzen Einnahmezeit und geringen Menge. Ich bin im totalen Widerspruch mit mir selbst.... nehmen und immer fetter werden oder nicht nehmen, wieder *beep* Laune bekommen aber durch den Gewichtsverlust die schlechte Laune etwas abfangen können durch die positive Begleiterscheinung?
Ich habe auch "Fluoxetin" hier zu liegen, davon soll man ja sogar abnnehmen, es ist auch bei Ess-Brech-Sucht zugelassen (unter der ich nicht leide) - nur traue ich mich nicht, mir das Zeugs einzupfeifen, weil ich insgesamt langsam von Medikamenten die Faxen gehörig dicke habe, denn jede Einnahme und mögliche Begleiterscheinungen prägen mich nachhaltig negativ und belasten meine eh schon wackelige Psyche.
Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und hat Lust darüber ein wenig zu schreiben bzw. zu diskutieren?
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