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 Betreff des Beitrags: Gibt es hier Erfahrungswerte mit Lamotrigin?
BeitragVerfasst: 22.Aug.2011, 19:23 
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Registriert: 16.Jul.2010, 08:51
Beiträge: 259
Zugegeben...

...Lamotrigin ist KEIN klassisches Medikament gegen Ängste, es ist in der Hauptsache ein Mittel gegen Epillepsie. Hat aber auch eine Zulassung als so genannter "Stimmungsstabilisierer" und aus diesem Grund nehme ich das Zeug jetzt seit 6 Tagen, da meine Stimmung enormen Schwankungen unterlegen ist - und das seit meiner Angsterkrankung (Ausbruch März 2010) und einem damit verbundenen Benzodiazepinentzug (November 2010). Und seit ich nicht mehr rauche (Januar 2011) ist es noch schlimmer geworden.

Ich dosiere EXTREM langsam auf: 5 mg seit 6 Tagen, nach 2 Wochen gehe ich auf 7,5mg - neben meiner generellen Angst vor Medikamenten reagiere ich auch sehr empfindlich, daher die langsame Aufdosierung. Ich GLAUBE, dass ich seit dem gelassener aber doch innerlich unruhiger bin, kann das gar nicht richtig beschreiben, zumal nach SO KURZER ZEIT eigentlich noch keine Wirkung wahrnehmbar sein dürfte, oder?

Wer von Euch nimmt das Mittel (egal aus welchem Grund) und kann eigene Erfahrungen einbringen? Nebenwirkungen, Wirksamkeit und so weiter... im Internet findet man genug, aber ich möchte ganz bewusst den Dialog hier suchen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Gibt es hier Erfahrungswerte mit Lamotrigin?
BeitragVerfasst: 23.Aug.2011, 13:25 
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Registriert: 25.Jun.2011, 19:52
Beiträge: 80
Hallo

War das kein Schreibfehler mit 5 mg und 7,5 ??????
Ich meine nur weil ich ne Dosis von 200 mg hab!
Ich nehme es auch nur zur Stimmungs stabiliesieung.
Nun, ich bilde mir ein das es garnichts bringt, soll es aber weiterhin nehmen.
vielleicht falle ich ja auch in ein ganz tiefes loch wenn ich es wieder absetze.
Hoffe das es dir hilft.
Ich bin übrigens mit ner Dosis von 100 mg angefangen und hatte und habe garkeine Nebenwirkungen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gibt es hier Erfahrungswerte mit Lamotrigin?
BeitragVerfasst: 23.Aug.2011, 14:12 
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Registriert: 16.Jul.2010, 08:51
Beiträge: 259
Nun ja, ich bin halt ein Hyperreagierer bei Mitteln aller Art... und mit 100mg angefangen? Sei mir nicht böse, aber das ist LEBENSGEFÄHRLICH, denn: Lamotrigin muss man IMMER langsam einschleichen... okay, nicht wie ich mit 5mg, aber 100mg auf einmal kann enorm gefährlich werden (all. Hautreaktionen, brennen der Haut mit extremen Folgen) - 25mg 2 Wochen, dann 50mg 2 Wochen, dann 75mg 2 Wochen, usw... das sind die Empfehlungen, nicht nur vom Hersteller...

Nun ja, ich werde mal weiter mit dem Zeugs herumdoktorn, ich meine halt, es entspannt ein wenig, lässt nicht ganz so grübeln, Hungergefühl ist weniger... aber kann (wie so oft bei mir) auch nur Einbildung sein).


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 Betreff des Beitrags: Re: Gibt es hier Erfahrungswerte mit Lamotrigin?
BeitragVerfasst: 23.Aug.2011, 14:43 
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Registriert: 25.Jun.2011, 19:52
Beiträge: 80
Hallo
Ja, hast schon recht das man es langsam hochdosieren sollte, mein Arzt meinte auch das sich die gesamte Haut vom Körper lösen könnte, was aber nur bei sehr sehr wenigen auftritt.
Und ich sollte mich sofort melden wenn ich die kleinsten anzeichen hätte, aber wie gesagt, hab garkeine Nebenwirkungen.
Oder bin ich mit 50 mg angefangen? Weiß es nicht mehr so genau, aber ich meine 100mg.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gibt es hier Erfahrungswerte mit Lamotrigin?
BeitragVerfasst: 23.Aug.2011, 15:02 
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Registriert: 16.Jul.2010, 08:51
Beiträge: 259
Haut ablösen? Uhhha, so dramatisch wollte ich es nun nicht formulieren ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Gibt es hier Erfahrungswerte mit Lamotrigin?
BeitragVerfasst: 20.Sep.2011, 16:00 
Offline

Registriert: 20.Sep.2011, 15:31
Beiträge: 1
Hallo,

Ich nahm über etwa drei Jahre hinweg 100mg Lamotrigin gegen eine bipolare Störung. Inzwischen habe ich das Medikament auf eigene Faust abgesetzt, was die beste Entscheidung seit langer Zeit war. Dennoch bleibt eine ambivalente Erkenntnis:

1. Die bipolare Störung ist verschwunden, was ich nicht nur, aber auch auf die Einnahme des Medikamentes zurückführe. Insofern kann ich sagen, dass Lamotrigin gegen diese Erkrankung wirklich geholfen hat. Ich bin auch heute - fast ein halbes Jahr nach dem Absetzen - erheblich ausgeglichener.

2. Das sind zwar keine verallgemeinerbaren Aussagen und es ist durchaus möglich, dass kein unmittelbarer Zusammenhang besteht, aber dennoch: so sehr das Mittel gegen die bipolare Störung geholfen hat, so sehr hat es meinem Eindruck nach andere psychisch-neurologische Schwierigkeiten verstärkt. Diese äußerten sich vor Allem in massiven Wortfindungsstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, starke Kopfschmerzen, generell starken kognitiven Einschränkungen und mehr oder weniger diffusen Ängsten, die sich zuweilen zu einer Art Paranoia steigerten. Es gab Zeiten, in denen ich kurz davor war, mich aufzugeben, weil mich die ausgeprägten Ängste und die geistigen Blockaden (die durchaus dementielle Dimensionen erreichten) so wütend, so traurig, so frustriert und so ratlos machten. Ganz zu schweigen von den Auswirkungen auf das berufliche (bzw. in meinem Fall studentische) Vorankommen und das Sozialleben.

Ich hatte keine unmittelbaren Anhaltspunkte dafür, dass diese Probleme auf Lamotrigin zurückzuführen sind (z.B. haben Studien anscheinend keinerlei Nebenwirkungen dieser Art gefunden), aber ich entschloss mich dennoch, den Versuch zu wagen und die Substanz abzusetzen. Lange Rede, kurzer Sinn: es geht mir heute, ca. ein halbes Jahr nach dem Beginn des "kalten Entzugs", deutlich besser, was mich zu der starken Annahme veranlasst, dass die vielfältigen Störungen ihre Ursache in der Einnahme von Lamotrigin hatten, zumal sich seitdem keine Änderungen in meinem Leben bzw. Lebensgewohnheiten ergeben haben.

Ich glaube, dass Lamotrigin in meinem Fall irgendwie die Nerven angegriffen bzw. Nervenzellen zerstört und generell die psychische Verfassung verschlechtert hat, daran ändert auch die Behebung der bipolaren Störung nichts. Hätte ich vorher gewusst, was mich erwartet, hätte ich ganz klar ein Leben mit der manischen Depression bevorzugt. Lieber hin und wieder mal eine schlechte Phase, als allgemeiner Verfall.

Heute weiß man, dass das Gehirn in der Lage ist, Nervenzellen neu zu bilden und ich glaube, dieser Prozess läuft bei mir gerade auf Hochtouren. Es geht mir im Schnitt jeden Tag ein Stück besser und die alten Fähigkeiten kehren allmählich wieder zurück, die Ängste haben deutlich nachgelassen, das Selbstbewusstsein steigt, das Denken in großen und abstrakten Zusammenhängen klappt wieder besser, die Schläfrigkeit ist verschwunden und und und. Ich kann nicht sagen, wie glücklich mich das macht.

Insofern hat sich das vermeintliche Wundermittel bei mir als eine Art zerstörerische Droge entpuppt. Ich möchte aber nochmals betonen, dass das nur meine Erfahrungen sind und dass ich natürlich keinen wissenschaftlichen Beweis für meine Behauptungen habe. Das heißt also nicht, dass ich nun jedem rate, sofort Lamotrigin abzusetzen, der ähnliches bei sich feststellt. Es ist ja durchaus möglich, dass hier andere, verborgene Gründe eine Rolle spielen, dass Lamotrigin bei jedem anders wirkt oder oder oder.

Für mich war es jedenfalls das beste, was ich gegen meine Ängste und andere Probleme machen konnte.


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