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M

Mirella
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Hallo

Ich bin 28 und leide seit früher Kindheit an einer Angststörung /sozial Phobie. Derzeit bin ich vom Jobcenter aus in einer Maßnahme. Ausbildung habe ich keine. Habe auch noch nie gearbeitet – wegen der Angst vor Menschen. Oft schaffe ich es nicht einmal, mich mit den anderen Teilnehmern der Maßnahme zu unterhalten, weil die Ängste so stark sind. Die Maßnahme ist eigentlich ok, ich tue, was getan werden muss, wenn es mir auch oft schwerfällt, und da ich nicht vor Panik zusammenbreche, sagt das Jobcenter, ich muss in Vollzeit anwesend sein.

Nun stehen jedoch Praktikums auf dem Plan. Jeder soll sich einen Platz suchen. Im Grunde würde ich gerne eins machen, jedoch erscheint es mir unmöglich, einen Betrieb zu finden, in dem ich mit meinen Ängsten reinpassen könnte. Ich möchte Büroarbeit; am Computer. Das ist das einzige, wobei ich mich wohlfühlen könnte. Aber derartige Betriebe gibt es in meiner Kleinstadt kaum.

Sonstige Berufe, die zu mir passen könnten, wie Küche, Fließbandarbeit, Putzen, Regal einräumen, handwerkliches usw. gefallen mir nicht, wie ich in früheren Praktikas herausgefunden habe. Ich bin nicht belastbar, habe Schmerzen, wenn ich länger auf einem Fleck stehen muss und bekomme in Anwesenheit großer Menschenmassen/fremder Menschen kaum ein Wort heraus. Ich stehe einfach nur da und zittere, wünsche mir,dass es schnell wieder vorbei ist. Besonders Fließbandarbeit ist sehr ermüdendend.



Meine Abneigung gegen diese Standartberufe ist so groß, dass ich schon bei der Vorstellung daran, dies Tag für Tag von morgens bis abends tun zu müssen, Depressionen bekomme. Ich wünsche mir so sehr, einen Job zu finden, der mir gefällt. Ohne die ständige Angst, Dinge tun zu müssen, die ich hasse.

Suche ich bei Google nach Berufen für Menschen mit Angststörungen, wird solchen Menschen immer erst zur Therapie geraten. Geheilt stehen die Chancen größer.

Jedoch ist dies ein Problem. Ich suche schon länger einen Therapieplatz, finde aber keinen. Alle Psychologen haben lange Wartelisten; oftmals über 1 Jahr. Das ist viel Zeit.

Ein weiteres, noch größeres Problem ist die Zeit an sich. Praktikas finden immer in Vollzeit statt. Oft sind die Arbeitszeiten bis 18Uhr. Bereits jetzt, wenn ich um16uhr von der Maßnahme nach Hause komme, bin ich erschöpft und lustlos und mein Tag ist zu ende. Um 20Uhr fallen mir die Augen zu; ich gehe schlafen. Oftmals sogar noch früher. Stelle ich mir vor, noch später Heimzukommen, bestünde mein Leben fast nur aus "Arbeit", essen und schlafen. Selbst wenn es in der Praktikumszeit nur zwei Wochen sind. Selbst Einkaufen ist jetzt schon für mich ein Kraftakt, der mir meine Zeit stiehlt, wie ich finde. Ich weiß, Dinge wie Hobbys, Faulenzen oder Entspannen sind angesichts von Arbeit unwichtig, aber dieses Gefühl, derartiges nicht mehr zu schaffen, macht das Leben kaum noch lebenswert. Man Arbeitet, lebt, überlebt, aber das Wichtigste – die Freude – fehlt einfach.

Dass ich nicht in Vollzeit arbeiten "möchte" kann ich natürlich nicht sagen. Ich will nicht als Faul gelten, und ich würde Vollzeitarbeit wie alle normalen Menschen es tun, gerne schaffen. Teilzeit würde mir jedoch nur gewährt werden, wenn ein Arzt meine Probleme offiziell bestätigt. Vielleicht hat die Chefin der Maßnahme Recht und ich würde normale Arbeit/Praktikum in Vollzeitarbeit schaffen - auch wenn ich in den Pausen auf der Toilette weine und während er Arbeit die Realität verdränge und mich dadurch wie ein Roboter fühle, weil es mir alles zu viel wird... Aber das weiß niemand. Meine Angst vor Vollzeit ist so stark, dass ich bei der Suche nach einem Praktikumsplatz nur nach den Öffnungszeiten des Betriebes achte. Die Tätigkeit scheint nichtig, so lange ich nicht von früh Morgens bis 18Uhr dasein muss. Putzen, bücken, heben verursacht Schmerzen, aber ich würde sogar dies tun, wenn ich davor ein wenig früher heimkommen würde... Und dieser Gedankengang macht mich innerlich fertig..

Nun weiß ich nicht mehr weiter. Innerhalb weniger Wochen werde ich keinen Therapieplatz finden. Was würdet ihr mir raten?

25.08.2017 #1


53 Antworten ↓
O

olis19
Gast

Zitat von enana:
Die Frage bleibt, was ist wenn ich es trotz aller Mühe nicht schaffe? Was bleibt? Bin ich dann automatisch ein Schmarotzer der nichts leistet?


Ich denke, dass ein Schmarotzer jemand ist, der mit nicht vorhandenem Geld an der Börse Spekulationen betreibt, damit die Lebensmittelpreise nach Belieben nach oben und unten treibt und eigentlich nichts Sinnvolles tut, der Börsenmakler als Paradebeispiel eines Schmarotzers. Du bist kein Schmarotzer, sondern hast eine Erkrankung, die Du gezielt angehst. Dass Du "immer noch" krank bist, ist keine Aussage über Dich oder die Qualität der Behandlung oder die Fähigkeit Deiner Ärzte. Kurz: Du kannst nix dafür, dass Du krank bist. Unser Sozialsystem ist gut, weil es Menschen in Not hilft und wenn jemand krank ist, dann ist er in Not. Was wäre denn, wenn es das nicht geben würde? Möchte ich nicht erleben. Aber es gibt Leute, die wohl denken, dass Arbeit gesund macht? Wenn man krank ist, dann ist man krank und bloß weil wir hier psychische Erkrankungen haben und kein gebrochenes Bein, sollte sich niemand sagen lassen, dass das weggehen wird, wenn man es nur wirklich will. Das ist doch das Problem: psychische Erkrankungen werden von Leuten, die das nicht kennen, nicht anerkannt. Die denken, man simuliert nur. Wenn jemand trotz Chemo immer noch Krebs hat, dann wird auch niemand sagen: Du hast Dich nicht genug bemüht! Wenn jemand trotz Therapien immer noch so viel Angst hat, dass er nicht arbeiten kann, dann kommen die Leute und jeder weiß es besser als die betroffene Person und seine Ärzte. Wer keine Ahnung hat, sollte sich zurückhalten und zuhören, dann würden Menschen mit Angst schon mal eine Sorge weniger haben:-)!

17.08.2017 19:03 • x 7 #41


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Zwangspraktikum mit Angststörung verursacht Panik

x 3


O

olis19
Gast

@enana: Mich hat auch schockiert, was Rosalie48 da geschrieben hat. Das soll doch hier ein Forum sein, wo man Hilfe bekommt und nicht, wo man beschimpft wird. Und wenn die Frage nach Gerechtigkeit gestellt wird, dann sollte die doch mal so gestellt werden, dass man diejenigen hinterfragt, die diese unwürdigen Arbeitsverhältnisse in Deutschland und anderswo schaffen und erhalten. Diese Menschen beuten andere Menschen aus, nehmen keinerlei Rücksicht auf Mensch, auf Tier, auf Umwelt und sind trotzdem anerkannte Mitglieder unserer Gesellschaft. Und die, die irgendwann nicht mehr können, obwohl sie jahrelang gearbeitet haben, die werden dann als faul bezeichnet. Sollen doch die großen Manager mal ein Jahr lang die Arbeit machen, die der Mitarbeiter macht, der im Unternehmen am Wenigsten verdient. Und sollen die, die sagen, dass andere dem Staat auf der Tasche liegen, doch mal ein Jahr mit Hartz4 leben und dazu mit einer Krankheit. Das, was uns die Politik und Wirtschaft antut, erfordert Zusammenhalt der Menschen und nicht ein Gegeneinander und Zuweisen von Schuldigkeiten. Ich kann jeden verstehen, der sich gegen menschenunwürdige Arbeit wehrt. Aber, wie schon erwähnt, ist das für Mirella gar nicht das Thema aktuell, denn sie kann meiner Meinung nach gar nicht arbeiten, weil sie eben aktuell krank ist. Das muss vom Arzt bestätigt werden. Wenn es so schwierig im Elternhaus ist, dann würde ich schauen, dass ich irgendwie da wegkomme. Meine Eltern haben sich auch extrem gewehrt und versucht, mich von einer Therapie abzuhalten. Gleichzeitig wollten Sie von mir aber die volle "Funktionstüchtigkeit" im Alltag. Also keine Hilfe, aber Forderung! Das macht das Jobcenter ja ähnlich, daher unbedingt Hilfe suchen bei Ärzten, die kennen sich mit Deiner Krankheit aus, Mirella:-)! Suche Dir bitte Hilfe bei Fachärzten und wenn Dir ein Arzt nicht zusagt, dann such´so lange, bis Du einen findest, mit dem Du kannst, es lohnt sich:-)! Und wenn es Dir besser geht, dann findet sich das mit der Arbeit automatisch von selbst:-)!

17.08.2017 18:48 • x 6 #38


Zum Beitrag im Thema ↓


petrus57
Ich würde deinen Arbeitsvermittler von deinen Krankheiten erzählen und er soll dich doch bitte zum Gutachter schicken.

Du musst nur die Tätigkeit annehmen zu der du psychisch und physisch in der Lage bist.

#2


M
Ich war bereist bei einem Gutachter. Dort wurde gesagt, ich solle zuerst alle Ängste überwinden, bevor ich mich mit der Suche nach Arbeit befassen kann. Bis ich endlich einen Therapieplatz gerunden habe und nicht den ganzen Tag zuhause sitze, bin ich in dieser Maßnahme.
Wenn in der Maßnahme jetzt gesagt wird, ich wäre psychisch und physisch in der Lage zb. Vollzeit in einer Küche oder Fabrik zu arbeiten bzw. Praktikum zu machen, kann ich nicht wiedersprechen. Das wird hier nicht gern gesehen. Angeblich weiß ich selbst nicht, wozu ich alles fähig bin und was ich alles kann, mir nur nicht zutraue, und muss es deswegen alles versuchen.

#3


petrus57
Als ich vor Jahren wiederholt eine solche Maßnahme machen sollte habe ich mich krankschreiben lassen. Der Gutachter vom Jobcenter hatte auch gemeint ich könne 8 Stunden arbeiten.

Ich konnte zu diesem Zeitpunkt kaum gehen oder stehen. War dann bis zur EU Rente Krank geschrieben.

x 2 #4


B
Ist es bei Dir auch ein halbes Jahr? Davon 2 Monate Bewerbungstraining und danach Praktikumsphase?
Diese Form, der Maßnahmen scheint immer häufiger vorzukommen. Früher, waren es eigentlich immer
nur Bewerbungstrainings. Mich haben sie bei der letzten als arbeitsunfähig entlassen, weil ich dort
fast zusammen gebrochen bin und am Ende so krank, daß sie mich von sich aus zum Arzt brachten.
Brauchte ein halbes Jahr, bis ich wieder halbwegs auf den Beinen war!

@petrus57

Wieviele mußtest Du machen insgesamt? Hier, bei uns, hilft krankschreiben nicht, die Zeit wird hinten dran gesetzt.

#5


petrus57
@Blackstar

Insgesamt hatte ich wohl um die 5 Maßnahmen und 3 Eineurojobs gemacht.

Ich war ja über 3 1/2 Jahre krankgeschrieben. Wurde dann vom Jobcenter zur Einreichung der EU Rente "gebeten". Die ja dann auch anstandslos genehmigt wurde.

x 1 #6


Schlaflose
Zitat von Mirella:
Wenn in der Maßnahme jetzt gesagt wird, ich wäre psychisch und physisch in der Lage zb. Vollzeit in einer Küche oder Fabrik zu arbeiten bzw. Praktikum zu machen, kann ich nicht wiedersprechen. Das wird hier nicht gern gesehen.


Dann musst du zeigen, dass du dazu nicht imstande bist. Ein paar Nervenzusammenbrüche, Heulanfalle usw. vor versammelter Mannschaft und du wirst für eine Weile krank geschrieben.

#7


B
Zitat von Schlaflose:
Ein paar Nervenzusammenbrüche, Heulanfalle usw. vor versammelter Mannschaft und du wirst für eine Weile krank geschrieben.


So einfach ist das nicht. Bei uns sind da langjährige, sozial und psychologisch ausgebildete Leute, die merken sofort, wenn da jemand spielt.

Ich mußte von all dem nichts machen, die sahen mir schon ohne alles, von allein an, daß ich kurz vor Ende war! In der Zeit hatte ich sogar wieder Selbstmordgedanken.

Was ich aber keinem gesagt habe. Kann mir gut vorstellen, daß da der ein oder andere, dem es richtig dreckig geht, sich da selbst ein Ende setzt.

Bei uns war es ein kleiner dunkler Raum, mit einem runden Tisch, um den bis zu 20 Leute eng zusammengepfercht waren und das über Stunden.

x 1 #8


petrus57
Mir hat sogar mein Arbeitsberater vorgeschlagen mich krankschreiben zu lassen.

x 1 #9


B
Zitat von petrus57:
Mir hat sogar mein Arbeitsberater vorgeschlagen mich krankschreiben zu lassen.


Die wissen doch selbst, daß Leute, die auf die 60 zugehen, nirgends mehr genommen werden! Dient nur der Aktivierung.

#10


M
Vor dieser Maßnahme war ich in einer Werkstatts-maßnahme, in der ich auch beinahe zusammengebrochen bin. Habe nur stumm dagesessen und bis zum Schluss gegen die Tränen angekämpft. Dort wurde schnell erkannt, dass es zu viel für mich ist. Das Jobcenter hat mich daraufhin dort entlassen und mich einige Monate später in meine jetzige Maßnahme geschickt. 
Ich bin kein Mensch der sich schnell über alles beklagt – dazu hätte ich nicht den Mut. Wenn ich hier sitze und kurz vom Zusammenbruch stehe, merkt es niemand, weil eben immer sehr ruhig bin. Ich schreie auch nicht oder sage bescheid. Stattdessen versuche ich zu verdrängen. Ich Arbeite mit, weiß, was ich tun muss, aber merke selbst kaum noch, wie ich es tue, weil meine Gedanken wo anders sind. Wenn ich weine, dann alleine auf der Toilette.
 
Ich will eigentlich nicht als arbeitsunfähig gelten; wenn man den richtigen Job gefunden hat, kann man sich damit bestimmt wohlfühlen. Das ist mein Ziel.  Ich will mich auch nicht krankschreiben lassen, nur weil ich ein Prakltikum in Vollzeit ausüben muss. Andererseits steht Teilzeit mir nicht zu und habe ich Angst, dadurch nach "kaputter" zu gehen.
Viele der anderen Teilnehmer sind nur in Teilzeit hier. Die haben Bestätigungen vom Arzt, dass sie nicht länger bleiben können. Aber wie gesagt, wenn ich 1 Jahr auf einen Termin warten muss, ist das schwierig...

x 1 #11


B
Aber auf einen Termin beim Psychiater, brauchst Du doch kein ganzes Jahr zu warten!
Das ist nur bei den Therapeuten und die können einem eh keine Medikamente verschreiben.
Bei mir ging es damals einen Monat, bis ich einen bei meiner Psychiaterin hatte.

#12


Schlaflose
Zitat von Blackstar:
So einfach ist das nicht. Bei uns sind da langjährige, sozial und psychologisch ausgebildete Leute, die merken sofort, wenn da jemand spielt.


Sie muss doch nicht spielen, wenn es ihr so schlecht geht, wie sie es beschrieben hat.

Zitat von Mirella:
auch wenn ich in den Pausen auf der Toilette weine
Nicht auf die Toilette gehen zum Weinen, sondern schön vor den Leuten, damit, es jeder mitbekommt.

x 1 #13


B
Zitat von Schlaflose:
Nicht auf die Toilette gehen zum Weinen, sondern schön vor den Leuten, damit, es jeder mitbekommt.


Ach so, hast Du das gemeint. Gar nicht so einfach, wenn man wie paralysiert in einem Haufen sitzen und halbwegs funktionieren muß.

#14


E
Zitat von Mirella:
Meine Abneigung gegen diese Standartberufe ist so groß, dass ich schon bei der Vorstellung daran, dies Tag für Tag von morgens bis abends tun zu müssen, Depressionen bekomme. Ich wünsche mir so sehr, einen Job zu finden, der mir gefällt. Ohne die ständige Angst, Dinge tun zu müssen, die ich hasse.


Der Knackpunkt bei der Sache sind aber deine Voraussetzungen. Ohne abgeschlossene Berufsausbildung wird dir wohl oder übel nichts anderes übrig bleiben als minderwertige Hilfsarbeiten zu erledigen, für welche man keine besonderen Qualifikationen und Wissen benötigt. Daher ist deine einzige Chance in einen anständigen Beruf zu kommen eine Ausbildung zu machen. Aber um das zu schaffen musst du erst einmal deine Gesundheit in den Griff bekommen. Daher würde ich an deiner Stelle mit deinem Arzt reden was er für Optionen sieht damit du beruflich vorwärts kommst. Ewig von Alg2 leben ist ja bestimmt nicht dein Ziel, nebenbei ist das ganze System in dem du drinnen steckst nicht gerade förderlich für eine Verbesserung deiner Ängste.

Hast du einmal über Alternativen nachgedacht um aus deiner Arbeitslosigkeit raus zukommen? Mit 26 Jahren glaube ich warst du kannst du z.B ein freiwilliges Ökologisches Jahr machen. Habe ich selbst vor vielen Jahren bei uns im Nationalpark gemacht und da war ich den ganzen Tag im Wald, meist alleine und habe meine Aufgaben erledigt. Da hättest du wenig Kontakt zu Gruppen. Was auch eine Alternative wäre ist eine ehrenamtliche Tätigkeit, dort kann man oft bei kleinen Einrichtungen eine Tätigkeit finden wo man nicht gerade im Mittelpunkt steht. Ich helfe selbst seit etwa 10 Jahren hier im sozialen Möbelkaufhaus in der Werkstatt ein paar Stunden die Woche. Also quasi Möbel reparieren und aufbereiten was sehr abwechslungsreich ist und ganz nebenbei lernt man dabei noch viel. Eine letzte Möglichkeit wäre z.B ein Minijob, Beispiel als Reinigungskraft kann man auf 150 Euro Basis schön seine zweimal 45 Minuten die Woche machen, verdient etwas dabei und kommt langsam in den geregelten Alltag hinein ohne gleich 8 Stunden irgendwo ausharren zu müssen. Als Reinigungskraft in einer kleinen Ergo Praxis oder einem Autohaus hast du in der Regel auch keinen Kontakt zu anderen Leuten da du meist nach oder vor deren Arbeitszeit kommst. Und nein so was ist nicht irgendwie unter deiner Würde, ich putze auch schon seit 15 Jahren als Mann der aus einem Informatiker Beruf kommt ein Autohaus und bekomme da für 2x 2 Stunden die Woche 400 Euro zusätzlich ohne viel machen zu müssen Wink

Aber egal was du machst, finde einen Weg irgendwie langsam einen Tagesablauf mit einer Tätigkeit zu lernen. Wenn du noch 5 Jahre wartest, dann wirst du aus dem Jobcenter System nie mehr raus kommen und glaube mir, du wirst noch einige Maßnahmen machen müssen wo man keinerlei Rücksicht mehr nimmt. Wenn du nicht vermittelbar bist, dann wirst du eben einfach nur noch aus der Statistik verbannt indem du Maßnahmen, Praktika oder Gruppenveranstaltungen besuchst.

#15


petrus57
Zitat von Mirella:
Ich will mich auch nicht krankschreiben lassen, nur weil ich ein Prakltikum in Vollzeit ausüben muss. Andererseits steht Teilzeit mir nicht zu und habe ich Angst, dadurch nach "kaputter" zu gehen.


Dir bleibt doch nur die Wahl zwischen einer Verschlechterung deines Zustandes oder der Krankschreibung.

Aber vielleicht findest du ja auch eine gute Praktikumsstelle. Aber meist spielt man dort nur den Ali für andere.

Als ich mal ein Praktikum gemacht hatte sollte ich als erstes die Halle ausfegen. Habe mich aber geweigert dies zu tun. Ausfegen muss ich nicht lernen, dass konnte ich schon vorher. Gelernt habe ich dort nichts, war für die nur ein billiger Hiwi.

x 1 #16


YesItsMe0
Hast du dir überlegt schonmal per Fernschule deine Bildung zu verbessern als z.b. Realschulabschluss, Abitur nachzuholen? Ich denke das ist das A und O um einen besseren Job zu bekommen. Das kann man heutzutage alles von zuhause machen, sogar ein Fernstudium. Man darf sogar ein Teilzeitstudium als Arbeitsloser machen wenn die Arbeitsagentur zustimmt. Man bezieht dann weiterhin Geld von denen.

Aber jetzt keine Panik kriegen. Ich bin 31 und habe mich vor kurzem in Vollzeit zum Informatikstudium angemeldet. Ich häng mich da voll rein da wenn es nicht klappt ich vollkommen bei meinen Eltern und dem Staat verschuldet bin.

#17

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M
Vor anderen Leuten zu weinen ist etwas, was ich nicht kann. Das ist mir peinlich und ich glaube, ich würde eher ohnmächtig werden, als in der Öffentlichkeit Tränen zu vergießen.

Hier wurde gesagt, dass Minijob oder Teilzeit nichts für mich ist, weil ich gesund bin und Vollzeit arbeiten kann. Demnächst wollen sie für mich eine Ausbildung in Vollzeit finden. Aufgrund der Ängste traue ich mich auch gar nicht, mir selbst etwas zu suchen, weil ich schon mit der Hinfahrt und mich dort alleine vorzustellen überfordert bin. Ich würde auch 2x in der Woche ein wenig putzen, nur ist das nichts, wovon man letztlich Leben kann und das Jobcenter kann dann sogar soweit gehen, zu sagen, ich soll den Minijob zugunsten einer richtigen Vollzeitstelle aufgeben, damit ich komplett ohne Zusatzleistungen leben kann. Letztlich will ich das auch, nur weiß ich nicht, wie ich meine Ängste und die Sache mit diesem Zeitverlust damit in Einklang bringen kann.

Derzeit habe ich einen Hauptschulabschluss. Sonst nichts weiter. Da ich eine große matheschwäche habe, bin ich mir nicht sicher, ob ich den Realschulabschluss schaffen würde, geschweige denn ein Studium. Zum einen mag ich auch nicht wieder zur Schule gehen, wo ich dann wahrscheinlich die älteste in der Klasse wäre (Habe viele Erfahrungen mit Mobbing) Die Vorstellung mit anderen Schülern wieder Sportunterricht zu machen oder Mathe zu lernen ist ein alptraum..
Und Abendschule wäre absolut nichts für mich aufgrund der Müdigkeit.

Am liebsten würde ich etwas machen, wo ich den halben Tag am Computer arbeiten kann. Da würde ich mich wohlfühlen und hätte auch keine Ängste mehr, da ich keine Kunden bedienen muss und nach der Arbeit keinen Stress hätte, aus Angst, nichts weiter mehr zu schaffen. Ich weiß nicht, ob so etwas mit Realschulabschluss einfacher zu erreichen ist. Wahrscheinlich wäre es auch dann wieder Vollzeit.

#18


R
Zitat von Schlaflose:

Dann musst du zeigen, dass du dazu nicht imstande bist. Ein paar Nervenzusammenbrüche, Heulanfalle usw. vor versammelter Mannschaft und du wirst für eine Weile krank geschrieben.


Und die Solidargemeinschaft soll dann die Kosten der weiteren Arbeitslosigkeit übernehmen ?
Also, sorry , ich habe ja viel Verständnis für psychische Krankheiten , aber mit 28 Jahren kann man doch mal langsam dafür sorgen , dass man seine Füße auf den Boden bekommt . Wer soll denn später mal die Rente übernehmen ? Diejenigen , die sich bemühen ihre Probleme rechtzeitig in den Griff zu bekommen ?

x 1 #19


R
Zitat von Mirella:
Vor anderen Leuten zu weinen ist etwas, was ich nicht kann. Das ist mir peinlich und ich glaube, ich würde eher ohnmächtig werden, als in der Öffentlichkeit Tränen zu vergießen.

Hier wurde gesagt, dass Minijob oder Teilzeit nichts für mich ist, weil ich gesund bin und Vollzeit arbeiten kann. Demnächst wollen sie für mich eine Ausbildung in Vollzeit finden. Aufgrund der Ängste traue ich mich auch gar nicht, mir selbst etwas zu suchen, weil ich schon mit der Hinfahrt und mich dort alleine vorzustellen überfordert bin. Ich würde auch 2x in der Woche ein wenig putzen, nur ist das nichts, wovon man letztlich Leben kann und das Jobcenter kann dann sogar soweit gehen, zu sagen, ich soll den Minijob zugunsten einer richtigen Vollzeitstelle aufgeben, damit ich komplett ohne Zusatzleistungen leben kann. Letztlich will ich das auch, nur weiß ich nicht, wie ich meine Ängste und die Sache mit diesem Zeitverlust damit in Einklang bringen kann.

Derzeit habe ich einen Hauptschulabschluss. Sonst nichts weiter. Da ich eine große matheschwäche habe, bin ich mir nicht sicher, ob ich den Realschulabschluss schaffen würde, geschweige denn ein Studium. Zum einen mag ich auch nicht wieder zur Schule gehen, wo ich dann wahrscheinlich die älteste in der Klasse wäre (Habe viele Erfahrungen mit Mobbing) Die Vorstellung mit anderen Schülern wieder Sportunterricht zu machen oder Mathe zu lernen ist ein alptraum..
Und Abendschule wäre absolut nichts für mich aufgrund der Müdigkeit.

Am liebsten würde ich etwas machen, wo ich den halben Tag am Computer arbeiten kann. Da würde ich mich wohlfühlen und hätte auch keine Ängste mehr, da ich keine Kunden bedienen muss und nach der Arbeit keinen Stress hätte, aus Angst, nichts weiter mehr zu schaffen. Ich weiß nicht, ob so etwas mit Realschulabschluss einfacher zu erreichen ist. Wahrscheinlich wäre es auch dann wieder Vollzeit.


Ich mag nicht in die Schule gehen , ich will nur ein paar Stunden arbeiten , ich will ins Büro , einen halben Tag an den Computer , Abendschule ist nichts für mich , Sport und Mathe sind ein Alptraum , ein wenig Putzen , das wäre was für mich .............
Kann es sein , dass du dich einfach nur nicht anstrengen willst ?
Das Leben ist weder Wunschkonzert noch Ponyhof .

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