Zitat von blabliblu:Hat jemand von euch einen Tipp an mich? Komme momentan einfach nicht weiter...
Es gibt hier schon etliche Threads zum Thema Zwänge, da kann man einiges nachlesen bei Bedarf............
Zwangsgedanken haben oft aggressive Inhalte. Die Sorge, anderen Menschen zu verletzten bildet den Kern einer solchen Störung. Sehr typisch ist auch, dass die Betroffenen sich völlig klar darüber sind, die befürcheten Handlungen niemals durchführen zu können (oder wollen).
Aber alleine die theoretische Möglichkeit sorgt für einen tiefen Schrecken mit anschliessenden Schuldgefühlen, so etwas Schreckliches überhaupt nur denken zu können.
Oft sind die betroffenen Menschen im Real-Leben ausgesprochen gewissenhaft, rücksichtsvoll und überkorrekt. Erfüllen die Erwartungen der Umwelt schon im voraus und sind überhaupt nicht aggressiv. Aber sie tragen sich permanent mit Sorgen und Katastrophengedanken. Auf diesem Nährboden wächst dann irgendwann die Störung.
Du schreibst @blabliblu ´, dass Du eine Therapie machst. Ich denke,Du solltest schon zu einem ausgewiesenen Experten in puncto Zwangsstörung gehen. Ein normaler "Wald- und Wiesentherapeut" dürfte da nicht helfen.
In der Regel wird wohl auch eine Verhaltenstherapie das Mittel der Wahl sein. In seinem Buch "Verhaltenstherapie und kognitive Verfahren" beschreibt Nicolas Hoffmann an einigen Klienten seine Vorgehensweise.
So fordert er zum Beispiel eine Klientin, die Sorge hat, ihn ,den Therapeuten zu erwürgen, auf, ihm genau die einzelnen Schritte ihres Vorgehens vorzuführen.
Also: Will sie ihn von vorne oder hinten erwürgen? Wo genau legt sie ihre Hände um seinen Hals? Wie würde sie auf Widerstand reagieren ? usw.
Mal abgesehen davon, dass die Klientin die Erfahrung macht, wieviel innere Widerstände selbst durch eine solche "gestellte" Situation bei ihr ausgelöst werden und dass sie nur nach mehrfachem, energischen Auffordern durch den Therapeuten überhaupt bereit ist, zögerliche Handlungen vorzunehmen, gibt es vor allem zwei Erkenntnisse:
Erstens:
Sie hat für ihr befürchtetes Tun überhaupt keine konkrete Vorgehensweise im Kopf.
Zweitens:
Jede ernsthafte aggressive Handlung gegen einen anderen Menschen ist ein komplexes Verhalten und setzt sich aus unzähligen Entscheidungen und Einzelschritten
zusammen. Der Betroffenen hat in Wahrheit ständig die Möglichkeit "auszusteigen" und zur Besinnung zu kommen.
Noch dazu, wenn man massivste, innere Widerstände gegen das eigene Handeln hat.