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M

Mwallus
Mitglied

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Hallo liebe User,

Hat seit Januar aufgrund von Stress mit dem ich nicht umgehen konnte wieder leichte bis mittlere Depressionen mit Angst und Panik.
Seit ich Escitalopram nehme, geht es mir deutlich besser, was definitiv ein guter Fortschritt ist.
Begleitend mache ich eine Psychotherapie.
Ich wollte euch fragen wie Ihr persönlich mit dem auf und ab in manchen Wochen umgeht?
Das Medikament macht die Phasen erträglich und ich kann alles auch jetzt besser greifen, jedoch kann ich in manchen Wochen schwerer damit umgehen.
Zum Ausgleich betreibe ich Kampfsport und meditiere.
Wie seid ihr aus der Thematik rausgekommen?

Ich freue mich auf viele, unterstützende Tips:)

25.09.2017 #1


47 Antworten ↓
M

michael-erichsen
Gast

Zitat von Mwallus:
.. mache 4 mal die woche Kampfsport und davor nochmal krafttraining.

Hallo Mwallus,

also du willst Depressionen besiegen, machst Kampfsport und Krafttraining.

Depressionen kannst du aber nicht besiegen, weil es nichts ist, was dich von aussen angreifen würde
oder etwas ist, was in deinem Inneren eine Art Fremdkörper wäre.

Depression ist letztlich eine seelische Leidenssituation, weil man seelisch leergelaufen ist und nun
keinen inneren Puffer mehr hat, um die Belastungen des Lebens abfedern zu können.

D.h. wenn dir dein Leben keine ECHTE Freude mehr macht, dann hast du irgendwann nicht mehr
genügend seelische Substanz, um z. B. Rückschläge, Enttäuschungen oder Belastungen zu ertragen.

Die Folge ist dann, dass du in einen seelischen Schmerzzustand gerätst, bzw. in einen Leidenszustand
fällst, der von Depressionskranken i.d.R. als tiefes schwarzes Loch beschrieben wird.

Echte Freude, wie ich es oben genannt habe, hat aber nichts mit der Egobefriedigung zu tun, weil man
wieder irgendein Planungsziel erreicht hat oder sonst eine tolle Leistung erbracht hat.

Echte Freude ist etwas, was du tief in dir als eine Art Glückswelle fühlst. Etwas, das dir ein anhaltendes
gutes inneres Gefühl gibt und nicht etwas sehr kurzlebiges, dem dein Ego nachjagd.

Wenn du deine Depression wirklich heilen willst, dann solltest du dein Leben dahingehend verändern, dass
du einen Beruf ausübst, der dir wirklich Freude macht und du solltest dein Privatleben danach ausrichten,
dass du auch hier möglichst wenig Dinge tust, die dich runterziehen, belasten oder schwer nerven.

Ach ja, wegen den Medikamenten. Mein Grundsatz dazu lautet: Medikamente nur so lange nehmen, wie
es unbedingt nötig ist. Denn jedes Medikament, das im Bereich Depression und Angst wirkungsvoll einge-
setzt wird (Antidepressiva), schädigt bei langfristiger Einnahme verschiedene Organe. Hinzu kommt, dass
kein Medikament heilt, sondern Symptome abdrängt oder in andere Bereiche verschiebt und sehr oft auch
noch abhängig davon macht.

Medikamente sollten also nur eine Art Krücke sein, die die Symptomatik so lange dämpfen, bis die Ursache
der Krankheit aufgearbeitet wurde und eine Heilung des im Hintergrund stehenden Problems erzielt wurde.

Ich hoffe dir mit meinen Ausführungen ein klein wenig weitergeholfen zu haben.

Viele Grüße
M.E.

06.08.2017 02:14 • x 2 #34


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Depressionen besiegen

x 3


Rurari

Rurari
Mitglied

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Zitat von Mwallus:
Sicher ist es die Bewertung der Gedanken.
In der Phase in der man abgelenkt ist verschwendet man einfach keine sinnlosen Gedanken.
Aber wirklich schön erklärt.
Bei mir ist es einfach nur die angst dass diese panikattacken wieder kommen, obwohl sie schon lange nicht mehr da waren


War bei mir genauso. Die Angst vor der Angst bzw vor den Panikattacken war immer um einiges groeßer als die tatsaechliche Angst vor Ort ( die meist garnicht vorhanden war ).
So habe ich mir zum Beispiel schon eine Woche bevor ich irgendwo hingefahren bin ( zum Beispiel zu einem Geburtstag ) einen Kopf gemacht was alles passieren KOENNTE !
Im Endeffekt ist dann aber nichts passiert. Das nennt sich "konditionierte Angst". Man hat durch die Panikattacken ueber Monate wenn nicht sogar Jahre ( wie bei mir ) eine Angst entwickelt
die rational betrachtet voellig unsinnig ist. Gut kann man das bei Leuten beobachten die eine Hypnosetherapie gemacht haben und die eigentliche Angst voellig verschwunden ist. Die Angst vor
der Angst ist aber immernoch da. Aber auch das kann verlernt werden Wink Kann den Leuten immer nur wieder Meditation nahelegen weil das meiner Meinung nach in den meisten Faellen ein Mittel ist gegen
Aengste vorzugehen. Denn wie schon gesagt ist nicht die Panikattacke an sich das Problem sondern der "Angstberg" den man schon weit vorher aufbaut und der dann letztendlich die Chance auf eine Panik-
attacke drastisch erhoeht. Ein gute Einstiegsuebung waere meiner Meinung nach , dich mal 5 Minuten am Tag auf deinen Atem zu konzentrieren ohne den Atem in irgendeiner Art steuern zu wollen. Der Koerper schafft das schon ganz alleine Very Happy Und wenn du merkst das du von Gedanken mitgezogen wirst , einfach wieder auf den Atem konzentrieren. Daumen hoch Das wird schon. Wenn ich die Angst ueberwinden konnte , kannst du es schon lange Wink

05.08.2017 13:07 • #21


Zum Beitrag im Thema ↓


E
Ich komme mit diesem Auf und Ab schwer klar. Wie ist das denn bei dir? Bei mir kann es sein, dass es von dem einem Moment zum anderen schlecht geht, aber auch wieder ganz gut. Oft hält das schlechte Gefühl ein paar Tage an. Ich versuche mich dann abzulenken und sage mir, dass das wieder vorbei geht. Da ich dann auch körperlich sehr leide. Deine Tipps find ich aber auch schon mal gut =).

#2


M
Ja manchmal besser manchmal schwieriger.. ich glaube es kommt auf die Stärke der Symptome an, hatte fast 4 Monate der Schwindel, der ist jetzt fast komplett weg.
Ich führe von mir selbst aus das Buch, da ich dann besser refklektieren kann.
In der Regel mache ich 3-4 die Woche Kampfsport, schwitze unglaublich und hole mich ganz gut raus damit.
Ich merke aber wenn ich in meiner schlechten Phase bin bin ich öfters im Training unkonzentriert und danach traurig.
In der normalen phase habe ich danach glücksgefühle.
Ich sage mir aktuell und das sagen auch meine Aufzeichnungen. Nach Regen kommt die Sonne.

#3


M
Hi Leute,

Aktuell gehts wieder so lala..
Ich glaube ich habe aber auch das Problem gefunden.. mache 4 mal die woche Kampfsport und davor nochmal krafttraining.
Ich glaube mein Körper kommt mit dem neuen 2 fachen Reiz aktuell nicht so klar.
Ich dachte immer sport ist gut für Depressionen, ich glaube ich habe es aber zu schnell wieder übertrieben..
Die alten Muster.. zu schnell zu viel wollen.

Man will für den Körper ja nur gutes.. manchmal ist es einfach schwer zu sagen, ist es gerade die Depression, der viele Sport oder einfach beides.
Ich dachte einfach aktuell ist Überwindung das wichtigste, ich will einfach nicht wieder in nen Trotz zurückfallen.

#4


bensemer
@mwallus...darf ich fragen wie lange und wie viel Escitalopram du nimmst?Gruss

#5


M
Nehme escitalopram 10 mg seit genau 3 monaten

#6


bensemer
Und ab wann hast du Besserung verspürt...?Hattest du Nebenwirkungen am Anfang?

#7


M
Nach ca 5-6 wochen, ich muss dazu sagen dass ich von citalopram auf escitalopram umgestellt hatte.
Mit escitalopram sind aktuell kaum bis gar keine Nebenwirkungen vorhanden. Citalopram 20 mg hat mich verrückt gemacht.

#8


bensemer
Darf ich auch nach deinem Symptomen fragen?

#9


E
Hört sich wirklich nach viel Sport an, Ich würde 'nen Gang zurückschalten. Es bringt ja nichts, wenn dich das runterzieht und/oder Übertraining auftaucht...

#10


M
Ja, deswegen, schalte ich auch nen Gang runter.
Ich denke alleine die Umstellung anderen Sport zu machen braucht Zeit und dann direkt so viel, ist wahrscheinlich nicht gut.

@bensemer: unter 20 mg citalo: schwindel, vergesslichkeit, verwirrtheit.
Generell hatte ich unter citalo ein schei. Gefühl.
Deswegen auch vl nur max 1 jahr genommen, ich war ruhiger aber alles andere körperliche war nicht gut.
Jetzt unter escitalopram kann ich beruhigt sein und es so lange einnehmen, bis es mir wirklich wieder gut geht.

#11


Rurari
Was bei mir ganz gut geklappt hat , war eine Checkliste mit Sachen die ich den Tag ueber noch machen will/muss.
Leichtes Cardiotraining ( Joggen , Fahrrad ) und was bei mir wahre Wunder bewirkt hat ist Meditation.
Viele Leute haben einfach eine falsche Vorstellung was Meditation ueberhaupt ist. Meditation bedeutet nicht , an nichts zu denken ,
sondern Emotionen bewusst zuzulassen aber diese nach kurzer "Betrachtung" loslassen zu koennen. Und das ist bei Depressionen definitiv schon die Halbe
wenn nicht sogar die ganze Miete Wink

x 2 #12


M
Ich meditiere auch, aber eher um runterzukommen und mich zu entspannen.
Klar gehen mir Gedanken durch den kopf, aber aktuell lasse ich jeden Gedanken zu und versuche sie nicht zu verdrängen.

#13


T
Hallo,
jemehr du deine Depressionen "besiegen" willst umso heftiger können sie werden.
Lasse sie zu ,sie dürfen auch da sein . Tue dir etwas schönes . Im Moment bist du krank . Smile Depressionen sind heilbar ,ist dass nicht ein Grund um zu jubeln oder nicht mehr ganz schwarz zusehen?

x 1 #14


M
Zu lassen ist klar, aber wie behandelt man sie nachhaltig.
Ich habe mir in meiner schlimmsten Phase früher auch immer was gegönnt wenn ich diese tapfer durchgehalten habe. Irgendwann siehst du aber auch deine finanziellen Mittel schwinden.
Bei mir läuft das aktuell immer so in schüben ab, das habe ich aber schon längere zeit vl 10 jahre, vor 4 jahren erstmalig richtig bewusst geworden durch panikattacken und körperliche Depression.
Seitdem achtet man sich mehr aber der Nachteil ist dass man mehr in sich reinhört.
Ich glaube hätte man mir damals in meiner schlimmsten phase gesagt, du musst auf deine Depression hören, wäre ich nie rausgekommen, da ist Ablenkung plus medis das beste!

#15


Rurari
Meiner Meinung nach ist es wichtig zu verstehen wie man mit seinen Gedanken umgeht.
Bei Depressionen "bewertet" man seinen eigenen Gedanken. Das kann man aber mit etwas Training
aber auch wieder verlernen. Du sagst ja das es bei dir am Stress liegt. Und Stress kommt immer von innen.
Stress entsteht lediglich durch "negative Bewertung" von Gedanken. Das klingt vielleicht nach Esoterik aber im
Endeffekt ist es 0815 Neurowissenschaft. Nehmen wir mal den Jungen als Beispiel der in seiner Kindheit von einem Hund
gebissen worden ist. Wenn dieser Junge nun einen Hund sieht werden aufgrund der vergangenen schlechten Erfahrung
Stresshormone ausgeschuettet , da er den Hund mit etwas negativem asoziiert . Bei einem Menschen ohne diese negative
Erfahrung kommt es erst garnicht zu der Ausschuettung solcher Hormone. Depressionen muessen kein Dauerzustand sein.
Was meinst du warum Ablenkung so gut hilft ? Weil man dann nicht an seine Depressionen denkt. Wenn man aber lernt ,
wie man generell mit seinen Gedanken umzugehen hat , dann braucht man diese Ablenkung garnicht mehr Wink Die Phasen
in denen man frei von Depressionen ist , sind einfach nur Phasen in denen man nicht an depressiven Gedanken festhaelt.

x 1 #16


bensemer
Gut erklärt!

x 1 #17

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Rurari
Zitat von bensemer:
Gut erklärt!


Habe mein Bestes gegeben. Gibt eine ganze Religion die darauf aufbaut. Da ist es schwer zu versuchen es in ein paar Zeilen zu quetschen.

#18


T
Wenn das Leben zur Last geworden ist schmeiße Ballast ab all die Soregn und der Kummer , sie bringen nichts

#19


M
Sicher ist es die Bewertung der Gedanken.
In der Phase in der man abgelenkt ist verschwendet man einfach keine sinnlosen Gedanken.
Aber wirklich schön erklärt.
Bei mir ist es einfach nur die angst dass diese panikattacken wieder kommen, obwohl sie schon lange nicht mehr da waren

#20


A


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Dr. Christina Wiesemann
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