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Hallo ihr Lieben,

glaube ich hatte irgendwo mal geschrieben, dass ich zuviel dusche/bade und ich habe auch das Problem, mir zu häufig die Hände zu waschen. Finde aber den Thread nicht mehr.
Habe halt Angst, dass ich den Zwang nicht mehr loskriege. Bin ja noch in ambulanter Therapie und werde ich beim Nächstenmal nochmal ansprechen.

Welche Erfahrung habt ihr mit sowas?

Würde mich über ein paar gute Tipps freuen.

Liebe Grüße
Finja

28.07.2015 15:22 • 25.01.2019 #1


83 Antworten ↓


Ich hatte immer wieder Monate, da hatte ich täglich bis zu 6 Mal geduscht. Dann wieder Zeiten, in denen ich mich vor Wasser fast fürchtete, und in denen meine Haut sofort zu jucken begann, wenn ich unter die Dusche ging. Tipps habe ich leider keine für dich. Wollte dir nur meine Anteilnahme ausdrücken.

28.07.2015 16:06 • #2



Wiederkehrender Waschzwang

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Danke Mathias für deine Anteilnahme. Vor Wasser gefürchtet hatte ich mich noch nie. Bin aber dabei, mich regelmäßiger einzucremen am Körper, damit die Haut nicht so austrocknet.

28.07.2015 19:29 • x 1 #3


Ich meinte eigentlich, ich habe mich davor gefürchtet, was passiert, wenn ich mit Wasser in Berührung komme. Dieses Jucken ist überhaupt nicht auszuhalten. Wie Millionen Ameisen am ganzen Körper. Jetzt macht mir eher Beeinträchtigungswahn und Verfolgungswahn bzw Beziehungswahn zu schaffen. Es ist dauernd was anderes bei mir.

Eincremen ist jedenfalls ne gute Idee!

LG M.

28.07.2015 19:33 • #4


So´n Gefühl habe ich auch manchmal, mit dem jucken...

Wie macht sich das bei dir bemerkbar mit dem Wahn?

LG

29.07.2015 05:46 • #5


Zur Zeit ist es mal wieder ziemlich schlimm mit dem Duschen. Meint ihr, ich sollte das nochmal bei meinem Arzt ansprechen? Und was mich auch ärgert, meine Fingernägel sind wieder sehr kurz, echt peinlich... Wie kriegt man das denn am Besten wieder los?


LG

25.02.2016 09:36 • #6


Hotin
Hallo Finja,

Zitat:
Wie kriegt man das denn am Besten wieder los?


In dem Du verstehen lernst, dass Deine Sorgen und Probleme der Grund für Deinen Waschzwang sind.
Du schreibst aber überhaupt nichts von irgendwelchen Problemen. Du schreibst nicht, wer Du bist, ob Mann oder
Frau, nicht wie alt Du bist aber eine gescheite Antwort möchtest Du gern haben.
Wie soll das funktionieren?

Kannst Du selbst mir nicht vertrauen, obwohl ich nie herausfinden werden, wer Du bist? Wer hat Dein Vertrauen denn
so missbraucht und zerstört?

Läufst Du im Alltag mit einer Tarnkappe Durch die Stadt? Redest Du auch mal mit fremden Menschen?
Oder lebst Du schon seit Jahren völlig isoliert?
Warum?

Viele Grüße

Hotin

25.02.2016 09:52 • #7


Hallo Hotin,

danke für deine Antwort. Hm, kann ja mal versuchen zu schreiben. Aber alles möchte ich auch nicht hier reinschreiben, verstehst du?

Nun Hotin, ich kenne dich doch nicht, wie soll ich dir da vertrauen? Ich redete bei meiner Therapeutin... Selten mit anderen und schon garnicht mit fremden Leuten.

LG

25.02.2016 10:11 • #8


Bin weiblich, anfang 50 und wurde im frühen Kindesalter öfters m./v., war so 4 Jahre alt, als es anfing...Es war aber nicht mein Vater...
Mein Vater wurde Alk. und wenn er betrunken war, wurde er lauter, was mir immer Angst einjagte als Jugendliche. Einmal ging er mit dem Messer auf meine Mutter los, als er mal wieder betrunken war und ein Streit eskalierte. Ich ging dazwischen und hatte panische Angst um meine Mutter. Mir war aufgefallen, dass ich mich in der Pubertät schon häufiger badete oder auch die Hände wusch. War auch sehr ordentlich und reinlich. Meine Mutter war dann in der Klinik und übertrug mir die Hauptverantwortung für die ganze Familie, habe noch mehrere Geschwister. Einmal fühlte ich mich so überfordert, als mein Vater noch eine andere Frau mit nach Hause brachte und sie bei uns übernachten ließ und das während des Klinikaufenthaltes meiner Mutter. Ich war fassungslos und weil ich mich so überfordert fühlte, als 16-Jährige, verletzte ich mich einmal so heftig, das ich die Wunde von einem Arzt behandeln lassen musste. Ich schämte mich sehr, war wütend und traurig zugleich...
Dann erfolgte die Scheidung. Der Kontakt zum Vater war erstmal abgerissen. In der Schule und Fachschule gehörte ich mit zu den Besten und ich war auch mega stolz darauf. Qualifizierte mich auch noch weiter und alles lief bestens. Lernte meinen M. kennen und anfangs, eigentlich lange gab es keinen S. Ich hatte Angst davor... Überhaupt, als ich frühere Freunde hatte, also wenn mir da jemand irgendwie zu nahe kam, machte ich Schluss. Genauso erging es mir bei meinem M. Wir waren Freunde, verliebten uns und eines Tages machte ich Schluss aus diesem Grund. Kamen allerdings am nächsten Tag wieder zusammen. Ich wünschte mir eine Familie, er auch und wir bekamen Kinder. Leider kamen meine Eltern nicht zu unserer Hochzeit, ebenfalls nicht zu meinen Geschwistern ihrer. Ich war tief traurig, innerlich, dass meine Eltern nicht an diesem besonderen Tag da waren und fühlte mich sehr verlassen. Hatte aber dennoch Kontakt zu Beiden aufrechterhalten, sie hatten auch neue Partner. Mein Vater war erst trocken und wurde leider wieder rückfällig. Er sah total schlecht aus, als er auf der ITS lag... Jedenfalls zeigte ich meine Tränen nicht zur Hochzeit, denn ich wollte auch uns diesen schönen Tag nicht versauen. Es war ansonsten eine wunderschöne Hochzeit, an die ich mich auch gerne zurückerinnere.
Eines Tages starb plötzlich meine Mutter und ich war die Einzigste, die sie im Krankenhaus besuchte von meinen anderen Geschwistern und kümmerte mich auch nach dem Tod erst mal um das Mesite und um meine Geschwister und nahm sie in den Arm, tröstete sie. Ich konnte nicht weinen, fühlte mich aber ein paar Tage nach deren Tod total schlecht, körperlich als auch seelisch, so das ich mich zum Arzt bringen ließ und mir wurde ein Klinikaufenthalt empfohlen in der Psychiatrie und später stationären Psychotherapie und anschließender Reha in einer psychosomatischen Klinik. Ich wurde erwerbsunfähig berentet.

Dann kamen weitere Probleme auf mich zu. Meine Schwiegermutter versuchte mir das Leben zur Hölle zu machen und mein P. war auch nicht auf meiner Seite. Es kam noch viel schlimmer... Weitere Klinikaufenthalte folgten. Meine Kinder gingen auf´s Gymnasium und gehen heute eigene Wege. Seit ca. 7 Jahren lebe ich räumlich getrennt von meinem Mann. wir führen aber eine Wochenendbeziehung derzeit. S. läuft garnichts, aber in der Zwischenzeit hat sich auch einiges gebessert zwischen uns.

Meine Therapie geht demnächst zuende, habe noch einen letzten Termin, weil meine Therapeutin auch im Ruhestand ist seit ein paar Jahren.

Meinem M. und mir wurde damals von der Klinik eine Paartherapie empfohlen, ein Termin kam auch zustande, ansonsten fühlte ich mich im Stich gelassen durch ihn und nicht gut behandelt, deshalb erfolgte dann die räumliche Trennung.

Denke, das dies erstmal reicht, was ich geschrieben habe.

Liebe Grüße
Finja

25.02.2016 11:06 • x 1 #9


Liebe Finja, ich bin nicht sicher, ob ich das richtig verstehe, bist du sexuell missbraucht worden, als du 4 Jahre alt warst? Das würde auf jeden Fall den Waschzwang erklären. Viele Missbrauchsopfer fühlen sich immer schmutzig. So ein Gefühl kann aber auch über die Mutter oder andere Verwandte kommen, wenn die ungute sexuelle Erfahrungen hatten. Eine Bekannte wurde bei einem One-night-stand gezeugt, wo wohl auch Gewalt mit im Spiel war. Die Mutter war sehr jung, wurde direkt schwanger und hat sich immer total schmutzig gefühlt. Meine Bekannte auch... Weiterhin würde der sexuelle Missbrauch erklären, dass du mit deiner eigenen Sexualität Probleme hast bzw. Sex vermeidest. Es wäre sicher gut, da mal hinzu schauen, z. B. mit einer Familienaufstellung. Du hast sicher schonmal davon gehört, schätze ich. Mir haben Aufstellungen sehr geholfen, vielleicht ist es ja auch was für dich. Falls du die Methode noch nicht kennst, schau z. B. mal hier: http://www.sorge-dich-nicht-liebe.de/fa ... ufstellung oder https://de.wikipedia.org/wiki/Familienaufstellung. Alles Gute wünscht dir Valerie

25.02.2016 11:25 • #10


Hotin
Hallo Finja,

herzlichen Dank für Dein Vertrauen.
Ich bin kein Mediziner, aber wenn ich Deine Lebensgeschichte lese,
ist es nicht verwunderlich, dass Du einen Zwang entwickelt hast.
Du hast es nicht einfach gehabt. Andererseits finde ich das bewundernswert,
wie Du gekämpft hast und bist auch nicht verbittert. Wenn Du Dich schlecht behandelt fühlst und allein gelassen,
ist das völlig verständlich.

Dein Waschzwang wird dann nachlassen, wenn Du anfängst zu akzeptieren, dass Dein Leben nun einfach mal so war.
Schön und glücklich ist natürlich etwas anderes, aber welcher Mensch kann das schon von sich sagen.
Was Du auf der Straße siehst ist nicht die Wahrheit. Jeder Mensch trägt sein Päckchen immer mit sich herum,
Krankheit, Einsamkeit, Geldnot, Partnerschaftsprobleme und vieles andere. Kann man alles nicht sehen. Ist auch gut so.
Wenn Du möchtest, kann ich Dir bestimmt einiges an Tipps geben. Dafür brauche
ich aber Zeit und würde gern wissen, was von dem, was Du geschrieben hast Dich
vermutlich am meisten belastet.
Ich muss jetzt erst mal ins Bett, habe immer Nachtdienst.

Viele Grüße

Hotin

25.02.2016 11:29 • #11


Liebe Valerie,

du hast das richtig verstanden... Ich habe mich auch immer schmutzig gefühlt... Geht mir auch heute noch so... Verstehe auch, dass ich mit Sexualität Probleme hatte und auch habe...

Von so einer Familienaufstellung hatte ich schon gehört, danke für den Tipp.

Liebe Grüße

25.02.2016 11:33 • #12


Zitat von Hotin:
Hallo Finja,

herzlichen Dank für Dein Vertrauen.
Ich bin kein Mediziner, aber wenn ich Deine Lebensgeschichte lese,
ist es nicht verwunderlich, dass Du einen Zwang entwickelt hast.
Du hast es nicht einfach gehabt. Andererseits finde ich das bewundernswert,
wie Du gekämpft hast und bist auch nicht verbittert. Wenn Du Dich schlecht behandelt fühlst und allein gelassen,
ist das völlig verständlich.

Dein Waschzwang wird dann nachlassen, wenn Du anfängst zu akzeptieren, dass Dein Leben nun einfach mal so war.
Schön und glücklich ist natürlich etwas anderes, aber welcher Mensch kann das schon von sich sagen.
Was Du auf der Straße siehst ist nicht die Wahrheit. Jeder Mensch trägt sein Päckchen immer mit sich herum,
Krankheit, Einsamkeit, Geldnot, Partnerschaftsprobleme und vieles andere. Kann man alles nicht sehen. Ist auch gut so.
Wenn Du möchtest, kann ich Dir bestimmt einiges an Tipps geben. Dafür brauche
ich aber Zeit und würde gern wissen, was von dem, was Du geschrieben hast Dich
vermutlich am meisten belastet.
Ich muss jetzt erst mal ins Bett, habe immer Nachtdienst.

Viele Grüße

Hotin


Hallo Hotin,

danke für deine netten Zeilen.

naja Vertrauen würde ich das nicht nennen. Aber ist schon gut, wenn ich mich öffnen kann jemanden. Denn einmal dachte ich auch, ich kann jemanden vertrauen und begann mich zu öffnen und dann wurde das auch missbraucht. Seitdem bin ich da noch vorsichtiger geworden, wenn du verstehst. Habe auch mit Ängsten und körperlichen Problemen zu kämpfen.

Das macht mir ein wenig Hoffnung, dass der Waschzwang nachlassen kann, wie du schreibst. Im Prinzip ist mir auch bewusst, dass ich meine Vergangenheit so annehmen muss und auch nicht ändern kann, sie akzeptieren lernen.

Über ein paar Tipps würde ich mich sehr freuen.

Dann schlaf erst mal gut, wenn du Nachtdienst hast.

Mich belastete eigentlich alles, aber ich glaube, am schwierigsten war, dass mein Mann nicht mit mir redete und unzufrieden mit mir war usw. Ich sagte ihm aber mal deutlich, was ich in unserer Beziehung nicht in Ordnung fand. Aber ich gab ihm aber auch zu verstehen, dass es Dinge gab, die gut gelaufen waren. Und wie gesagt, zur Zeit läufts zwischen uns besser.

Viele Grüße

25.02.2016 11:46 • #13


hereingeschneit
Hallo Finja,
was heißt zur Zeit?
Ist es wieder schlimmer seitdem du wieder zuhause bist? Du warst ja jetzt 2 Wochen weg oder hat es schon bei deinem Urlaub angefangen?

25.02.2016 17:24 • #14


Hallo hereingeschneit,

in den vierzehn Tagen, die ich weg war, habe ich mich zusammengerissen, dass es auch keiner mitkriegt, weil mir das ja auch irgendwo unangenehm ist diese ganze Sache. Aber wenn ich alleine bin, ist es natürlich schlimmer. Danke, dass du fragst.

LG

25.02.2016 17:27 • #15


hereingeschneit
Ich dachte mir halt, wenn es jetzt wieder verstärkt ist, dann willst du etwas nachholen oder noch etwas wegwaschen - z. B. die schlechte Laune deines Schwiegersohnes (die dich unbewusst an ..... erinnert).
Was nur so ein Gedanke.

25.02.2016 17:32 • #16


Könnte auch sein, aber ich hatte auch vorher schon das Gefühl, dass es wieder schlechter wurde.

25.02.2016 17:40 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

waage
Liebe Finja,

ich denke das Waschen sind immer noch Symptome die an dir hängen. Bei mir sind es z.B. auch die Fingernägel...ja leider ist unsere Vergangenheit noch oft real. Verdränge auch vieles wenn Leute um mich sind oder andere Umgebung..wir sollten das Hier und Jetzt genießen ( ich weiß ist nicht immer leicht)

L.G. Waage

25.02.2016 17:51 • #18


Stimmt auch waage...

25.02.2016 18:05 • #19


Schlaflose
Zitat von Finja:
du hast das richtig verstanden... Ich habe mich auch immer schmutzig gefühlt... Geht mir auch heute noch so... Verstehe auch, dass ich mit Sexualität Probleme hatte und auch habe...


Du solltest so denken, dass sich derjenige schmutzig fühlen muss, der dir das angetan hat und nicht du. Du warst ein kleines Kind und konntest nichts dafür, also gibt es keinen Grund, dich schmutzig zu fühlen. Vielleicht solltest du demjenigen, der dir das angetan hat, symbolisch (z.B. mit einer Puppe) die Augen auskratzen oder abstechen oder so etwas, damit die Wut, die in dir drin ist, sich nicht mehr gegen dich richtet.

25.02.2016 18:05 • #20



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