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F

Finja
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Hallo ihr Lieben,

glaube ich hatte irgendwo mal geschrieben, dass ich zuviel dusche/bade und ich habe auch das Problem, mir zu häufig die Hände zu waschen. Finde aber den Thread nicht mehr.
Habe halt Angst, dass ich den Zwang nicht mehr loskriege. Bin ja noch in ambulanter Therapie und werde ich beim Nächstenmal nochmal ansprechen.

Welche Erfahrung habt ihr mit sowas?

Würde mich über ein paar gute Tipps freuen.

Liebe Grüße
Finja

25.01.2019 #1


83 Antworten ↓
Hotin

Hotin
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Hallo Finja,

das mit dem Vertrauen ist so eine Sache. Du hast Recht, Du solltest schon immer erst mal schauen, ob Du
jemandem vertrauen kannst. Dies versuche ich bei jedem Menschen mit dem ich rede und schreibe, als erstes zu prüfen.
Ohne Vertrauen gehe ich auch etwas vorsichtig in Gespräche und stelle oft Testfragen. Wenn Du ein gutes Gedächtnis
hast, kannst Du meistens sehr schnell merken, ob Leute die Wahrheit sagen und ob sie es meistens gut mit Dir meinen.
Eine Garantie gibt es zwar nicht, ist meiner Meinung nach aber auch nicht erforderlich.

Nun bist Du in Deinem Leben sehr früh und häufig verletzt und enttäuscht worden.

Falls Du das gelegentlich schaffst, ist es sehr hilfreich nicht alle Menschen als Feinde zu verdächtigen. Sonst
bekommst Du keine Ruhe in Deinen Kopf.
Wie schon gesagt sehe ich es als sehr wahrscheinlich an, dass Dein Waschzwang von nicht akzeptierten und
nicht verarbeiteten Gedanken und Gefühlen kommen wird.

Genau weißt Du das aber nur allein. Schade, dass jetzt Deine Therapie ausläuft.
Hoffentlich bekommst Du wieder eine vernünftige Anschluss-Therapie, falls
Du das überhaupt möchtest.
Eine ziemlich gute Therapie ist auch ein häufiger, gefühlsmäßig nicht zu enger Kontakt, mit Menschen. Da kannst Du
so viel für Dich lernen. Nur, noch hast Du daran glaube ich gar kein Interesse.

Zitat:
Es war ansonsten eine wunderschöne Hochzeit, an die ich mich auch gerne zurückerinnere.


Neben schwierigen Zeiten, mit schlimmen Erinnerungen lese ich auch eine Menge positives aus Deiner Beschreibung
heraus. Darauf kannst Du aufbauen.
Fast keiner erlebt nur schönes. Nur erzählt Dir das ja keiner. Vermutlich glaubst du dann, nur bei Dir war viel
schlechtes in Deinem Leben.

Zitat:
Meinem M. und mir wurde damals von der Klinik eine Paartherapie empfohlen, ein Termin kam auch zustande, ansonsten
fühlte ich mich im Stich gelassen durch ihn und nicht gut behandelt, deshalb erfolgte dann die räumliche Trennung.


Das war bestimmt ein guter Schritt.

Zitat:
Seit ca. 7 Jahren lebe ich räumlich getrennt von meinem Mann. wir führen aber eine Wochenendbeziehung.
Zwischenzeit hat sich auch einiges gebessert zwischen uns.


Wie schön. Hast Du den Eindruck, dass ihr beide noch sehr aneinander hängt?
Kannst Du Deinem Mann ehrlich sagen, dass er Dir wichtig ist und wie sehr er Dir wichtig ist?

Wie ist das Verhältnis zu Deinen Kindern? Seht ihr euch häufiger?

Was machst Du in Deiner Freizeit. Magst Du Musik? Womit entspannst Du Dich
am liebsten? Lese gerade Du machst Entspannungsübungen. Das ist zwar nicht schlecht,
laüft aber viel zu viel bewusst über den Kopf ab. Kannst Du auch mal ein bisschen positiv
verrückt spielen. Ich kann mich mich 60 JAHREN auch schon mal wie ein kleiner Junge
benehmen. am einfachsten natürlich, wenn ich allein bin.
Aber vor allem, was machst Du mit Deinen Aggressionen? Hast Du einen
Hackklotz oder einen Boxsack?
Wie streitest Du um Dein Recht? Kannst Du streiten, fair streiten?

Warum Dich vieles von Deinem Mann am meisten belastet habe ich überhaupt nicht verstanden.
Du sagst doch ihr versteht euch jetzt viel besser.

Viele Fragen, wie? Würde mich freuen, wenn Du mir möglichst einiges beantworten könntest.

Freue mich auf Deine Antwort

Hotin

26.02.2016 08:49 • #24


Zum Beitrag im Thema ↓

A


Wiederkehrender Waschzwang

x 3


Hotin

Hotin
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Hallo Finja,

danke für Deine Antwort,

Zitat:
Aber du kannst ja auch nicht wissen, wie sie damals auf mich neidisch war, dass ich berentet wurde und dann
versuchte sie mir ständig ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich halt äußerlich für sie gut aussah.


Warum kann ich das nicht? Mütter und Schwiegermütter können nicht nur eifersüchtig werden. Nicht selten werden
die sogar falsch und böse wenn der Sohn eine Frau anschleppt. Das ist leider die Natur. Und hier sind dann die
Männer gefragt. Wenn die keinen Mut haben da klare Sache zu machen, hat das oft schlimme Auswirkungen auf
die junge Ehe. Allerdings solltest Du auch so fair sein und eingestehen, alles hast Du bestimmt auch nicht richtig
gemacht. Es heißt immer, „Ein Hund allein beißt sich nicht“.
Zitat:
Deine Frage ist berechtigt, warum ich mit ihm noch zusammen bin. Weil nicht alles schlecht war... und es seitdem
ich das mit der räumlichen Trennung gemacht hatte, einiges besser geworden ist.


Das bedeutet also, ich kann davon ausgehen, das Verhalten Deines Mannes setzt
Dich auf keinen Fall unter Druck. Ist das so?

Zitat:
Jedenfalls war es mir in der Schwiegerfamilie nicht möglich, über meine Probleme zu reden, weil sie solche Vorurteile
hatten. Könntest du dich da öffnen?


Ganz klar nein. Ist es aber nicht etwas leichtgläubig von Dir zu erwarten, die würden versuchen etwas von Deinen
Problemen zu verstehen? Das macht doch kaum ein Mensch. Dann müssten die ja anfangen zu denken.
Erwartest Du da nicht etwas viel?

Zitat:
Da blieb mir nur das Schweigen, was mir gar nicht gutgetan hatte.


Warum blieb Dir da nur das Schweigen? Was ist mit Deinem Mann?
außerdem empfiehlt es sich, möglichst eine gute (Beste) Vertraute und Freundin aufzubauen.
Zitat:
Ausserdem fühlte ich mich in meiner Beziehung einsam, kannst du dir sicher denken.


Nein, warum warst Du einsam? Hast Du nicht gewagt den Mund aufzumachen?
Kannst Du nein sagen? Weißt Du wie Partner in Beziehungen und Ehen umzugehen haben, damit jeder auf
seine Kosten kommt.

Zitat:
Dann kommt noch hinzu, ich lag mal mit einer Mitpatientin in der Klinik, sie hatte sich von ihrem M. getrennt,
er hatte sich das Leben genommen...


Was sollte das für eine Bedeutung haben. Was andere tun muss nicht für Dich gelten.
Wenn jemand aus dem Fenster springt müssen wir beide das nicht auch machen.
Ich jedenfalls denke allein und habe auch einen klaren Willen. Ich hoffe Du weißt auch, was Du möchtest.

So, also die ersten Punkte waren es Deiner Meinung nach nicht.

Dann bleiben noch :
Hilflosigkeit, Angst, Schmerz, Ekel, und mir wurde damals streng verboten, was zu sagen.

Freue mich auf Deine Antwort.

Einen schönen Sonntag für Dich

Hotin

28.02.2016 01:40 • #38


Zum Beitrag im Thema ↓


M
Ich hatte immer wieder Monate, da hatte ich täglich bis zu 6 Mal geduscht. Dann wieder Zeiten, in denen ich mich vor Wasser fast fürchtete, und in denen meine Haut sofort zu jucken begann, wenn ich unter die Dusche ging. Tipps habe ich leider keine für dich. Wollte dir nur meine Anteilnahme ausdrücken.

#2


F
Danke Mathias für deine Anteilnahme. Vor Wasser gefürchtet hatte ich mich noch nie. Bin aber dabei, mich regelmäßiger einzucremen am Körper, damit die Haut nicht so austrocknet.

x 1 #3


M
Ich meinte eigentlich, ich habe mich davor gefürchtet, was passiert, wenn ich mit Wasser in Berührung komme. Dieses Jucken ist überhaupt nicht auszuhalten. Wie Millionen Ameisen am ganzen Körper. Jetzt macht mir eher Beeinträchtigungswahn und Verfolgungswahn bzw Beziehungswahn zu schaffen. Es ist dauernd was anderes bei mir. Wink

Eincremen ist jedenfalls ne gute Idee!

LG M.

#4


F
So´n Gefühl habe ich auch manchmal, mit dem jucken...

Wie macht sich das bei dir bemerkbar mit dem Wahn?

LG

#5


F
Zur Zeit ist es mal wieder ziemlich schlimm mit dem Duschen. Meint ihr, ich sollte das nochmal bei meinem Arzt ansprechen? Und was mich auch ärgert, meine Fingernägel sind wieder sehr kurz, echt peinlich... Wie kriegt man das denn am Besten wieder los?


LG

#6


Hotin
Hallo Finja,

Zitat:
Wie kriegt man das denn am Besten wieder los?


In dem Du verstehen lernst, dass Deine Sorgen und Probleme der Grund für Deinen Waschzwang sind.
Du schreibst aber überhaupt nichts von irgendwelchen Problemen. Du schreibst nicht, wer Du bist, ob Mann oder
Frau, nicht wie alt Du bist aber eine gescheite Antwort möchtest Du gern haben.
Wie soll das funktionieren?

Kannst Du selbst mir nicht vertrauen, obwohl ich nie herausfinden werden, wer Du bist? Wer hat Dein Vertrauen denn
so missbraucht und zerstört?

Läufst Du im Alltag mit einer Tarnkappe Durch die Stadt? Redest Du auch mal mit fremden Menschen?
Oder lebst Du schon seit Jahren völlig isoliert?
Warum?

Viele Grüße

Hotin

#7


F
Hallo Hotin,

danke für deine Antwort. Hm, kann ja mal versuchen zu schreiben. Aber alles möchte ich auch nicht hier reinschreiben, verstehst du?

Nun Hotin, ich kenne dich doch nicht, wie soll ich dir da vertrauen? Ich redete bei meiner Therapeutin... Selten mit anderen und schon garnicht mit fremden Leuten.

LG

#8


F
Bin weiblich, anfang 50 und wurde im frühen Kindesalter öfters m./v., war so 4 Jahre alt, als es anfing...Es war aber nicht mein Vater...
Mein Vater wurde Alk. und wenn er betrunken war, wurde er lauter, was mir immer Angst einjagte als Jugendliche. Einmal ging er mit dem Messer auf meine Mutter los, als er mal wieder betrunken war und ein Streit eskalierte. Ich ging dazwischen und hatte panische Angst um meine Mutter. Mir war aufgefallen, dass ich mich in der Pubertät schon häufiger badete oder auch die Hände wusch. War auch sehr ordentlich und reinlich. Meine Mutter war dann in der Klinik und übertrug mir die Hauptverantwortung für die ganze Familie, habe noch mehrere Geschwister. Einmal fühlte ich mich so überfordert, als mein Vater noch eine andere Frau mit nach Hause brachte und sie bei uns übernachten ließ und das während des Klinikaufenthaltes meiner Mutter. Ich war fassungslos und weil ich mich so überfordert fühlte, als 16-Jährige, verletzte ich mich einmal so heftig, das ich die Wunde von einem Arzt behandeln lassen musste. Ich schämte mich sehr, war wütend und traurig zugleich...
Dann erfolgte die Scheidung. Der Kontakt zum Vater war erstmal abgerissen. In der Schule und Fachschule gehörte ich mit zu den Besten und ich war auch mega stolz darauf. Qualifizierte mich auch noch weiter und alles lief bestens. Lernte meinen M. kennen und anfangs, eigentlich lange gab es keinen S. Ich hatte Angst davor... Überhaupt, als ich frühere Freunde hatte, also wenn mir da jemand irgendwie zu nahe kam, machte ich Schluss. Genauso erging es mir bei meinem M. Wir waren Freunde, verliebten uns und eines Tages machte ich Schluss aus diesem Grund. Kamen allerdings am nächsten Tag wieder zusammen. Ich wünschte mir eine Familie, er auch und wir bekamen Kinder. Leider kamen meine Eltern nicht zu unserer Hochzeit, ebenfalls nicht zu meinen Geschwistern ihrer. Ich war tief traurig, innerlich, dass meine Eltern nicht an diesem besonderen Tag da waren und fühlte mich sehr verlassen. Hatte aber dennoch Kontakt zu Beiden aufrechterhalten, sie hatten auch neue Partner. Mein Vater war erst trocken und wurde leider wieder rückfällig. Er sah total schlecht aus, als er auf der ITS lag... Jedenfalls zeigte ich meine Tränen nicht zur Hochzeit, denn ich wollte auch uns diesen schönen Tag nicht versauen. Es war ansonsten eine wunderschöne Hochzeit, an die ich mich auch gerne zurückerinnere.
Eines Tages starb plötzlich meine Mutter und ich war die Einzigste, die sie im Krankenhaus besuchte von meinen anderen Geschwistern und kümmerte mich auch nach dem Tod erst mal um das Mesite und um meine Geschwister und nahm sie in den Arm, tröstete sie. Ich konnte nicht weinen, fühlte mich aber ein paar Tage nach deren Tod total schlecht, körperlich als auch seelisch, so das ich mich zum Arzt bringen ließ und mir wurde ein Klinikaufenthalt empfohlen in der Psychiatrie und später stationären Psychotherapie und anschließender Reha in einer psychosomatischen Klinik. Ich wurde erwerbsunfähig berentet.

Dann kamen weitere Probleme auf mich zu. Meine Schwiegermutter versuchte mir das Leben zur Hölle zu machen und mein P. war auch nicht auf meiner Seite. Es kam noch viel schlimmer... Weitere Klinikaufenthalte folgten. Meine Kinder gingen auf´s Gymnasium und gehen heute eigene Wege. Seit ca. 7 Jahren lebe ich räumlich getrennt von meinem Mann. wir führen aber eine Wochenendbeziehung derzeit. S. läuft garnichts, aber in der Zwischenzeit hat sich auch einiges gebessert zwischen uns.

Meine Therapie geht demnächst zuende, habe noch einen letzten Termin, weil meine Therapeutin auch im Ruhestand ist seit ein paar Jahren.

Meinem M. und mir wurde damals von der Klinik eine Paartherapie empfohlen, ein Termin kam auch zustande, ansonsten fühlte ich mich im Stich gelassen durch ihn und nicht gut behandelt, deshalb erfolgte dann die räumliche Trennung.

Denke, das dies erstmal reicht, was ich geschrieben habe.

Liebe Grüße
Finja

x 2 #9


V
Liebe Finja, ich bin nicht sicher, ob ich das richtig verstehe, bist du sexuell missbraucht worden, als du 4 Jahre alt warst? Das würde auf jeden Fall den Waschzwang erklären. Viele Missbrauchsopfer fühlen sich immer schmutzig. So ein Gefühl kann aber auch über die Mutter oder andere Verwandte kommen, wenn die ungute sexuelle Erfahrungen hatten. Eine Bekannte wurde bei einem One-night-stand gezeugt, wo wohl auch Gewalt mit im Spiel war. Die Mutter war sehr jung, wurde direkt schwanger und hat sich immer total schmutzig gefühlt. Meine Bekannte auch... Weiterhin würde der sexuelle Missbrauch erklären, dass du mit deiner eigenen Sexualität Probleme hast bzw. Sex vermeidest. Es wäre sicher gut, da mal hinzu schauen, z. B. mit einer Familienaufstellung. Du hast sicher schonmal davon gehört, schätze ich. Mir haben Aufstellungen sehr geholfen, vielleicht ist es ja auch was für dich. Falls du die Methode noch nicht kennst, schau z. B. mal hier: http://www.sorge-dich-nicht-liebe.de/fa ... ufstellung oder https://de.wikipedia.org/wiki/Familienaufstellung. Alles Gute wünscht dir Valerie

#10


Hotin
Hallo Finja,

herzlichen Dank für Dein Vertrauen.
Ich bin kein Mediziner, aber wenn ich Deine Lebensgeschichte lese,
ist es nicht verwunderlich, dass Du einen Zwang entwickelt hast.
Du hast es nicht einfach gehabt. Andererseits finde ich das bewundernswert,
wie Du gekämpft hast und bist auch nicht verbittert. Wenn Du Dich schlecht behandelt fühlst und allein gelassen,
ist das völlig verständlich.

Dein Waschzwang wird dann nachlassen, wenn Du anfängst zu akzeptieren, dass Dein Leben nun einfach mal so war.
Schön und glücklich ist natürlich etwas anderes, aber welcher Mensch kann das schon von sich sagen.
Was Du auf der Straße siehst ist nicht die Wahrheit. Jeder Mensch trägt sein Päckchen immer mit sich herum,
Krankheit, Einsamkeit, Geldnot, Partnerschaftsprobleme und vieles andere. Kann man alles nicht sehen. Ist auch gut so.
Wenn Du möchtest, kann ich Dir bestimmt einiges an Tipps geben. Dafür brauche
ich aber Zeit und würde gern wissen, was von dem, was Du geschrieben hast Dich
vermutlich am meisten belastet.
Ich muss jetzt erst mal ins Bett, habe immer Nachtdienst.

Viele Grüße

Hotin

x 1 #11


F
Liebe Valerie,

du hast das richtig verstanden... Ich habe mich auch immer schmutzig gefühlt... Geht mir auch heute noch so... Verstehe auch, dass ich mit Sexualität Probleme hatte und auch habe...

Von so einer Familienaufstellung hatte ich schon gehört, danke für den Tipp.

Liebe Grüße

#12


F
Zitat von Hotin:
Hallo Finja,

herzlichen Dank für Dein Vertrauen.
Ich bin kein Mediziner, aber wenn ich Deine Lebensgeschichte lese,
ist es nicht verwunderlich, dass Du einen Zwang entwickelt hast.
Du hast es nicht einfach gehabt. Andererseits finde ich das bewundernswert,
wie Du gekämpft hast und bist auch nicht verbittert. Wenn Du Dich schlecht behandelt fühlst und allein gelassen,
ist das völlig verständlich.

Dein Waschzwang wird dann nachlassen, wenn Du anfängst zu akzeptieren, dass Dein Leben nun einfach mal so war.
Schön und glücklich ist natürlich etwas anderes, aber welcher Mensch kann das schon von sich sagen.
Was Du auf der Straße siehst ist nicht die Wahrheit. Jeder Mensch trägt sein Päckchen immer mit sich herum,
Krankheit, Einsamkeit, Geldnot, Partnerschaftsprobleme und vieles andere. Kann man alles nicht sehen. Ist auch gut so.
Wenn Du möchtest, kann ich Dir bestimmt einiges an Tipps geben. Dafür brauche
ich aber Zeit und würde gern wissen, was von dem, was Du geschrieben hast Dich
vermutlich am meisten belastet.
Ich muss jetzt erst mal ins Bett, habe immer Nachtdienst.

Viele Grüße

Hotin


Hallo Hotin,

danke für deine netten Zeilen.

naja Vertrauen würde ich das nicht nennen. Aber ist schon gut, wenn ich mich öffnen kann jemanden. Denn einmal dachte ich auch, ich kann jemanden vertrauen und begann mich zu öffnen und dann wurde das auch missbraucht. Seitdem bin ich da noch vorsichtiger geworden, wenn du verstehst. Habe auch mit Ängsten und körperlichen Problemen zu kämpfen.

Das macht mir ein wenig Hoffnung, dass der Waschzwang nachlassen kann, wie du schreibst. Im Prinzip ist mir auch bewusst, dass ich meine Vergangenheit so annehmen muss und auch nicht ändern kann, sie akzeptieren lernen.

Über ein paar Tipps würde ich mich sehr freuen.

Dann schlaf erst mal gut, wenn du Nachtdienst hast.

Mich belastete eigentlich alles, aber ich glaube, am schwierigsten war, dass mein Mann nicht mit mir redete und unzufrieden mit mir war usw. Ich sagte ihm aber mal deutlich, was ich in unserer Beziehung nicht in Ordnung fand. Aber ich gab ihm aber auch zu verstehen, dass es Dinge gab, die gut gelaufen waren. Und wie gesagt, zur Zeit läufts zwischen uns besser.

Viele Grüße

#13


hereingeschneit
Hallo Finja,
was heißt zur Zeit?
Ist es wieder schlimmer seitdem du wieder zuhause bist? Du warst ja jetzt 2 Wochen weg oder hat es schon bei deinem "Urlaub" angefangen?

#14


F
Hallo hereingeschneit,

in den vierzehn Tagen, die ich weg war, habe ich mich zusammengerissen, dass es auch keiner mitkriegt, weil mir das ja auch irgendwo unangenehm ist diese ganze Sache. Aber wenn ich alleine bin, ist es natürlich schlimmer. Danke, dass du fragst.

LG

#15


hereingeschneit
Ich dachte mir halt, wenn es jetzt wieder verstärkt ist, dann willst du etwas nachholen oder noch etwas wegwaschen - z. B. die schlechte Laune deines Schwiegersohnes (die dich unbewusst an ..... erinnert).
Was nur so ein Gedanke.

#16


F
Könnte auch sein, aber ich hatte auch vorher schon das Gefühl, dass es wieder schlechter wurde.

#17

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W
Liebe Finja,

ich denke das "Waschen" sind immer noch Symptome die an dir hängen. Bei mir sind es z.B. auch die Fingernägel...ja leider ist unsere Vergangenheit noch oft real. Verdränge auch vieles wenn Leute um mich sind oder andere Umgebung..wir sollten das Hier und Jetzt genießen ( ich weiß ist nicht immer leicht)

L.G. Waage

#18


F

Schlaflose
Zitat von Finja:
du hast das richtig verstanden... Ich habe mich auch immer schmutzig gefühlt... Geht mir auch heute noch so... Verstehe auch, dass ich mit Sexualität Probleme hatte und auch habe...


Du solltest so denken, dass sich derjenige schmutzig fühlen muss, der dir das angetan hat und nicht du. Du warst ein kleines Kind und konntest nichts dafür, also gibt es keinen Grund, dich schmutzig zu fühlen. Vielleicht solltest du demjenigen, der dir das angetan hat, symbolisch (z.B. mit einer Puppe) die Augen auskratzen oder abstechen oder so etwas, damit die Wut, die in dir drin ist, sich nicht mehr gegen dich richtet.

#20


A


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