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Icefalki
Liebe Finja,

Du wäscht dich sauber. Deine Handlung ist quasi der Ersatz und zum Druckabbau.

Ich meine gelesen zu haben, dass das so mit Zwängen ist.

Akzeptiere es einfach mal. (Handcreme hast du bestimmt zuhause).

Deine Vergangenheit, deine Gegenwart ist nunmal so. Ich denke, alle Macken bekommen wir nicht in den Griff.

Also, du hast viel gemacht, gut gemacht, kannst weg, usw.

Schau dir das an. Ich kann immer noch nicht alleine Autobahn fahren. Leck mich, brauch ich nicht. Und Macken hab ich bis zum Abwinken. Schon immer.

So sind wir eben. Wenn es so schlimm wird, dass deine Haut extremst leidet, ok, dann mach dir Gedanken.

Dass wir nicht normal ticken, wissen wir selbst. Und das hat auch seine Gründe.

Aber, Mensch Finja, ein bisschen Bluna, was Solls.

Übrigens bin ich auch der Meinung, dass das mit deinem Besuch zusammenhängt und deiner Rücksichtsnahme dort. Hat sich angestaut, und sucht nach Befreiung, bei dir eben im Waschzwang.

Verzeih es dir.

25.02.2016 18:20 • #21


Zitat von Schlaflose:
Zitat von Finja:
du hast das richtig verstanden... Ich habe mich auch immer schmutzig gefühlt... Geht mir auch heute noch so... Verstehe auch, dass ich mit Sexualität Probleme hatte und auch habe...


Du solltest so denken, dass sich derjenige schmutzig fühlen muss, der dir das angetan hat und nicht du. Du warst ein kleines Kind und konntest nichts dafür, also gibt es keinen Grund, dich schmutzig zu fühlen. Vielleicht solltest du demjenigen, der dir das angetan hat, symbolisch (z.B. mit einer Puppe) die Augen auskratzen oder abstechen oder so etwas, damit die Wut, die in dir drin ist, sich nicht mehr gegen dich richtet.


Danke dir Schlaflose, du hast wohl recht damit...
Ein Therapeut sagte mir mal in einer Klinik, ich würde meine Aggressionen gegen mich richten und ich hatte es verstanden. Auch kamen in meiner Beziehung weitere Schwierigkeiten hinzu in s. Hinsicht... Möchte aber nicht weiter drauf eingehen. Es war wohl auch alles zuviel für meine Seele...

Liebe Grüße

25.02.2016 18:36 • #22



Wiederkehrender Waschzwang

x 3


@ icefalki

Das wird wohl auch noch ausschlaggebend sein, dir ebenfalls danke...

25.02.2016 19:13 • #23


Hotin
Hallo Finja,

das mit dem Vertrauen ist so eine Sache. Du hast Recht, Du solltest schon immer erst mal schauen, ob Du
jemandem vertrauen kannst. Dies versuche ich bei jedem Menschen mit dem ich rede und schreibe, als erstes zu prüfen.
Ohne Vertrauen gehe ich auch etwas vorsichtig in Gespräche und stelle oft Testfragen. Wenn Du ein gutes Gedächtnis
hast, kannst Du meistens sehr schnell merken, ob Leute die Wahrheit sagen und ob sie es meistens gut mit Dir meinen.
Eine Garantie gibt es zwar nicht, ist meiner Meinung nach aber auch nicht erforderlich.

Nun bist Du in Deinem Leben sehr früh und häufig verletzt und enttäuscht worden.

Falls Du das gelegentlich schaffst, ist es sehr hilfreich nicht alle Menschen als Feinde zu verdächtigen. Sonst
bekommst Du keine Ruhe in Deinen Kopf.
Wie schon gesagt sehe ich es als sehr wahrscheinlich an, dass Dein Waschzwang von nicht akzeptierten und
nicht verarbeiteten Gedanken und Gefühlen kommen wird.

Genau weißt Du das aber nur allein. Schade, dass jetzt Deine Therapie ausläuft.
Hoffentlich bekommst Du wieder eine vernünftige Anschluss-Therapie, falls
Du das überhaupt möchtest.
Eine ziemlich gute Therapie ist auch ein häufiger, gefühlsmäßig nicht zu enger Kontakt, mit Menschen. Da kannst Du
so viel für Dich lernen. Nur, noch hast Du daran glaube ich gar kein Interesse.

Zitat:
Es war ansonsten eine wunderschöne Hochzeit, an die ich mich auch gerne zurückerinnere.


Neben schwierigen Zeiten, mit schlimmen Erinnerungen lese ich auch eine Menge positives aus Deiner Beschreibung
heraus. Darauf kannst Du aufbauen.
Fast keiner erlebt nur schönes. Nur erzählt Dir das ja keiner. Vermutlich glaubst du dann, nur bei Dir war viel
schlechtes in Deinem Leben.

Zitat:
Meinem M. und mir wurde damals von der Klinik eine Paartherapie empfohlen, ein Termin kam auch zustande, ansonsten
fühlte ich mich im Stich gelassen durch ihn und nicht gut behandelt, deshalb erfolgte dann die räumliche Trennung.


Das war bestimmt ein guter Schritt.

Zitat:
Seit ca. 7 Jahren lebe ich räumlich getrennt von meinem Mann. wir führen aber eine Wochenendbeziehung.
Zwischenzeit hat sich auch einiges gebessert zwischen uns.


Wie schön. Hast Du den Eindruck, dass ihr beide noch sehr aneinander hängt?
Kannst Du Deinem Mann ehrlich sagen, dass er Dir wichtig ist und wie sehr er Dir wichtig ist?

Wie ist das Verhältnis zu Deinen Kindern? Seht ihr euch häufiger?

Was machst Du in Deiner Freizeit. Magst Du Musik? Womit entspannst Du Dich
am liebsten? Lese gerade Du machst Entspannungsübungen. Das ist zwar nicht schlecht,
laüft aber viel zu viel bewusst über den Kopf ab. Kannst Du auch mal ein bisschen positiv
verrückt spielen. Ich kann mich mich 60 JAHREN auch schon mal wie ein kleiner Junge
benehmen. am einfachsten natürlich, wenn ich allein bin.
Aber vor allem, was machst Du mit Deinen Aggressionen? Hast Du einen
Hackklotz oder einen Boxsack?
Wie streitest Du um Dein Recht? Kannst Du streiten, fair streiten?

Warum Dich vieles von Deinem Mann am meisten belastet habe ich überhaupt nicht verstanden.
Du sagst doch ihr versteht euch jetzt viel besser.

Viele Fragen, wie? Würde mich freuen, wenn Du mir möglichst einiges beantworten könntest.

Freue mich auf Deine Antwort

Hotin

26.02.2016 07:49 • #24


Hallo Hotin,

erstmal DANKE, das du dir Zeit nimmst für mich... Ich habe mir auch immer Zeit für andere genommen, schon durch meinen Job, aber auch für meine Mutter und Geschwister, Freunde und besonders meine Kinder. Nur seit meiner Erkrankung und Berentung hatte ich es nicht so erfahren, dass sich mal jemand für mich Zeit nimmt, außer meine Schwester, aber ihr gings ja selbst schlecht und erkrankte noch an Brustkrebs und an einer Depression. Nur in Kliniken nahmen sich die Leute Zeit für mich, deshalb fühlte ich mich dort sogar wohler, klingt vielleicht jetzt blöd. Aber bei mir war das so, ich war in Kliniken vielen kompetenten Leuten begegnet und dafür bin ich sehr dankbar.

Nun, ich werde nach und nach auf deine Fragen versuchen zu antworten. (Ganz schön viel, was du wissen willst?) Das sehe ich auch so mit dem Vertrauen. Und wenn man sehr häufig und frühzeitig verletzt wurde, tut man sich eh schwerer damit. Als ich zweieinhalb Jahre alte war, kam ich ins Heim für ein halbes Jahr. Du kannst dir nicht vorstellen, wie überglücklich ich war, als mich meine Mutter an meinem Geburrtstag dort abholte und in ihre Arme schloss... Ich vergass sogar mein Geschenk... Denn was ich dort erlebte, war auch sehr schlimm für mich... Nun gut, ein anderes Thema....

Ich schaffe es schon, nicht alle Menschen als Feinde einzustufen, denn ich habe zum Glück auch positive Erfahrungen machen können während meiner ganzen Laufbahn bis jetzt...

Ja, ich werde das Thema nochmal in meiner letzten Stunde bei meiner Therapeutin ansprechen, sie sagte jedenfalls mal, normalerweise bräuchte ich keine Therapie mehr. Ich würde aber noch eine weitere Therapie in Anspruch nehmen, falls es nötig ist.

Also ich kann behaupten, dass ich negative, als auch positive Erfahrungen machen konnte in meinem Leben. Mir ist auch klar, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat und man es äußerlich meist nicht ansieht.

Heute weiß ich, dass dieser Schritt gut war, aber damals hatte ich natürlich Angst davor, was ja auch verständlich war. Ich wollte nichts falsch machen, nur so weiterleben, also mich schlecht behandeln lassen, wollte ich halt auch nicht mehr. Und meine Kinder wollten ja auuch keine Trennung, also ging ich erstmal diesen Weg und machte mir einen Plan, nachdem ich mich mit jemanden geschrieben hatte, der mir gute Tipps gab. Ich war voller Angst... Mein Partner wurde manchmal s. zudringlich, wenn ich es nicht wollte oder war eingeschnappt, wenn ich nein sagte und einmal eskalierte mal ein Streit und er war auf mich losgegangen. Das kam aber nie wieder vor, er wollte danach gehen...

26.02.2016 09:46 • #25


Naja ich sage mal so, er hat keine andere Frau und ich keinen anderen Mann. Wir hängen schon noch aneinander, ausserdem verbindet uns ja auch was, nämlich unsere Kinder, auf die wir wirklich stolz sein können.

Ja, ich könnte es jetzt meinem Mann sagen, das er mir wichtig ist und wie sehr. Und das ich erstmal diesen Abstand brauchte, um über unsere Beziehung nachzudenken, ob es überhaupt noch Sinn macht, sie weiterzuführen.

Das Verhältnis zu meinen Kindern ist gut. Wir können gut miteinander reden, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind. Tochter wohnt weiter weg, aber wir sehen uns regelmäßig, ebenfalls meinen S., er wohnt ja mehr in unserer Nähe.

In meiner Freizeit mache ich Spaziergänge, koche auch mal gerne, lese, wenn es meine Konzentration zulässt, höre gerne Musik und manchmal spiele ich auch auf meinem kleinen Keybord (spielte früher mal Flöte). Baden tue ich gerne, auch schwimmen, aber war ich schon länger nicht mehr. Sauna würde ich gerne machen, aber alleine traue ich mich nicht so.

Das ist ja toll, dass du dich manchmal wie ein kleiner Junge benehmen kannst. Damals als Kind spielte ich gerne mal Fussball mit meinen G.

Nein, so einen Hackklotz hab eich nicht oder einen Boxsack. Zur Not ein Kissen, mache ich aber kaum...

Es gab Zeiten, da konnte ich meine Meinung gut vertreten und auch fair streiten. Humor habe ich mir aber ein Stück bewahrt und ich konnte sogar manchmal schlagfertig sein. Ich bin auch jetzt in der Lage, mich fair zu streiten.

Bei meinem Mann hatte es mich belastet, dass er immer seine Meinung hatte gelten lassen und als ich damals meine Meinung äußerte wegen dem Hausbau, dass ich kein Haus auf Kosten der Gesundheit wollte, z. B. wurde einfach drüber hinweggegangen und meine Schwiegermutter versuchten mich, in die Ecke zu drängen. Deshalb ging ich bei ihr auch auf Abstand, haben aber noch manchmal Kontakt und auch das hat sich gebessert.

Mein Mann muss demnächst erneut zur OP, was mich natürlich auch belastet und er nach seiner letzten Herz-OP so weitermacht wie bisher. Aber ansonsten verstehen wir uns besser, er geht liebevoller mit mir um, als damals und das ist doch schon viel wert. Fragt auch, wie´s mir geht und geht auch auf meine Wünsche ein. Das sind doch alles Erfolge, oder?

Liebe Grüße
Finja

26.02.2016 10:07 • #26


Und was mich damals nach meinem Zusammenbruch auch ziemlich belastet hatte, dass sich mein M. und seine M. darüber lustig machten, weil ich mich in psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung begab. Als ich dann noch von der Reha aus berentet wurde, da kam mir noch ein solches Unverständnis entgegen, dass meine SM versuchte, mir das Leben noch schwerer zu machen, provozierte usw. Ich war aber immer ruhig geblieben, nur einmal reichte es mir und ich haute mal kräftig auf den Tisch. Die Augen hättest du mal sehen sollen. Ich sagte mir aber, ich mache meine Therapie für mich, egal was die anderen sagen und ging weiter meinen Weg. Sie waren nur unzufrieden mit mir, obwohl ich doch trotz Krankheit viel erreicht hatte, denn sonst wäre ja wohl nichts aus meinen Kindern geworden, oder? Weil ja ein M. arbeitsmäßig viel unterwegs war, lastete natürlich das Meiste daheim auf mir mit den Kindern und das hatte ich doch trotz allem gut hinbekommen, trotz Ängste. Als der Zusammenbruch war, bis dahin hatte ich auch schon einiges an OP-s hinter mir... So genug gejammert...

LG

26.02.2016 11:06 • #27


Was meine Kinder betrifft, möchte sie nicht missen. Sie lieben und schätzen mich, lieben auch ihren Vater. Für meine Kinder war ich gerne immer wieder aufgestanden...

LG

26.02.2016 13:09 • #28


Hotin
Hallo Finja,

danke für Deine sehr aufschlussreiche Beschreibung. Auf Dein Leben kannst Du glaube ich stolz sein.
Das ist doch ganz gut gelaufen. Und Dir scheint es doch auch gar nicht so schlecht zu gehen.
Verstanden habe ich allerdings noch folgendes noch nicht .
Was war den nicht so gut gelaufen bei Dir? Bist Du zwischen die Mühlsteine
Schwiegermutter, Mutter und andere gekommen? Kannst Du Dich und Deine
Meinung schlecht verteidigen? Wir reden doch über „Waschzwang“.
Oder Hast Du mehr nur eine allgemeine Angststörung?

Also , was hast Du noch nicht verdaut. Kannst Du das ansprechen?

Viele Grüße

Hotin

26.02.2016 19:32 • #29


Hallo Hotin,

danke für deine Worte. Nun stolz kann ich schon sein, es trotz Schwierigkeiten es bis hierhin geschafft zu haben, denke ich. Was ich noch nicht verdaut habe, dass mein Mann und meine Schwiegermutter immer nur ihre Meinung haben gelten lassen und versuchten, mich in die Ecke zu drängen durch ihr Verhalten. Und das mein M. mich seelisch und körperlich verletzte..., ich zeitweise unterdrückt wurde bzw. nur als Kochmamsell bzw. als Putze gesehen wurde und nicht als seine Ehefrau. Aber ich schrieb ja schon, dass dies nicht mehr so ist. Er schreibt mir sogar liebe Zeilen, wie am Anfang unserer Beziehung.... Und ich denke, er hat noch ne Chance verdient...

Liebe Grüße
Finja

26.02.2016 22:29 • x 1 #30


Hotin
Hallo Finja,

Du hast doch gesagt, Dein Waschzwang belastet Dich?

War der Druck Deines Mannes und Deiner Schwiegermutter denn so schlimm, oder was belastet dich noch.
Fühlst Du Dich gefühlsmäßig richtig frei?

Kannst Du nicht selbst einen Zusammenhang zwischen Deinem Zwang und
irgendeiner Angst, also mit irgend einem anderen Gefühl herstellen?

Kann es sein. das Du endlich einfach mal Gerechtigkeit und Anerkennung für Dich haben möchtest?



Viele Grüße

Hotin

26.02.2016 22:43 • #31


Hallo Hotin,

ja der Waschzwang belastet mich auch.

und war schon echt schlimm für mich, ihr Verhalten mir gegenüber, denn das ging auch über Jahre...

Ich habe Angst, dass ihm das Haus weiterhin wichtiger ist, als seine Gesundheit und meine. Denn er steht dadurch auch ziemlich unter Druck. Und das unsere Bezeihung dadurch weiterhin so bestehen bleibt, wie bereits seit den letzten Jahren. Hatte ihm vorgeschlagen, mit mir in eine andere W. zu ziehen, also das wir das Haus verkaufen und ich meine kleine W. dafür aufgebe und befürchte, dass er nicht darauf eingehen wird. Hatte ihn auch schon darauf angesprochen.

Das könnte auch sein, dass ich das endlich mal haben möchte...

LG

27.02.2016 02:14 • #32


Einen Zusammenhang kann ich da schon herstellen, zwischen dem Erlebten seit meiner Kindheit, was sich ja weiter fortsetzte...

27.02.2016 03:01 • x 1 #33


Hotin
Hallo Finja,

Zitat:
Einen Zusammenhang kann ich da schon herstellen, zwischen dem Erlebten seit meiner Kindheit,
was sich ja weiter fortsetzte...


Wenn Du einen Zusammenhang herstellen kannst ist das sehr gut.
Zunächst solltest Du mal das in Deiner Kindheit erlebte allein betrachten.

In unserer Erinnerung speichern wir nicht nur das, was damals passiert ist.
Fast noch wichtiger ist das Gefühl, was wir mit einer Situation damals
verbunden haben.
Kannst Du beschreiben, mit welchen Gefühlen Du die schlimmen
Kindheitserlebnisse verbunden hast. Ist es Wut, Hilflosigkeit, Ungerechtigkeit,
Schmerz, Schuld, Angst nicht darüber sprechen zu dürfen, oder was sonst?

Und was meinst Du mit. was sich ja weiter fortsetzte...
Was hat sich denn fortgesetzt?

Viele Grüße

Hotin

27.02.2016 17:29 • #34


Danke dir Hotin.

Werde ich machen.

Also es war Hilflosigkeit, Angst, Schmerz, Ekel, Schuld, Scham und mir wurde damals streng verboten, was zu sagen.

Ich meinte, dass sich s. Übergriffe in der Pubertät fortsetzten und ich auch in meiner Beziehung damit Probleme hatte. Wenn ich nicht wollte, war er eingeschnappt und redete nicht mir mir, also gab ich dann nach. Oder wenn er mal was getrunken hatte, da wollte er S., mich ekelte das aber an. Und einmal nach einem Streit, folgte er mir und forderte ... ein, obwohl ich nicht wollte.

Das ist aber seit längerer Zeit nicht mehr so... Ich habe auch kein Bedürfnis nach S. Fühlte dabei nichts...

Als wir damals zusammenkamen, gab es ja lange kein S., weil ich auch Angst davor hatte. Er verstand das nicht und fragte mich, warum ich so verklemmt sei. Ich weiß noch, wie ich mich schämte, als er mich das fragte und ich nicht darüber reden konnte, ich Schuldgefühle hatte, Angst, das alles rauskommt...

Später war er mal mit in der Therapie und da wurde das Thema angesprochen. Mir war das total peinlich und ich hatte Wut empfunden. Leider machten sich dann mein M. und meine SM über dieses Thema lustig, so das ich keinen Sinn darin sah, darüber zu reden... Deshalb schwieg ich dann lieber. Erst in meiner Therapie, aber auch viel später begann ich darüber zu reden, was ich seit Jahren mehr verdrängt hatte...

Wirklich verworrene Geschichte...

Hoffentlich belaste ich dich nicht zu sehr damit...

LG

27.02.2016 18:13 • x 1 #35


Hotin
Hallo Finja,

Zitat:
Hoffentlich belaste ich dich nicht zu sehr damit...


Keine Sorgen, da muss schon einiges passieren.
Zitat:
Wirklich verworrene Geschichte...


Kann ich noch nicht sehen. Für mich scheint noch alles klar und verständlich
zu sein.

So, jetzt versuche ich mal was dazu zu erklären. Du hast Gefühle genannt, die
Dich noch belasten. Also sollte da Druck weg kommen.
Die einzige, die das machen kann, bist Du selbst.

Ich starte mal mit
Zitat:
mir wurde damals streng verboten, was zu sagen.

Dies ist ein sehr belastendes Gefühl. Es erzeugt Schuldgefühle.
Du hast aber keinerlei Schuld. Ist Dir das bewusst?
Wenn ja dann ist es gut. Wenn nein, muss das Schuldgefühl erst mal weg.
Wie siehst Du das? Schaffst Du das, Dich an diesem Punkt zu befreien.
Über die anderen Gefühle kannst Du später sprechen.
Von Deinen Erlebnissen und Erinnerungen muss ich nicht unbedingt etwas
wissen und wenn, dann frage ich Dich. Du musst hier nichts offen schreiben,
was Dir unangenehm ist.
Eventuell gibt es noch den Weg der „PN“ Privaten Nachricht.
Sehr offen sollten wir aber über Deine Gefühle reden, weil da wird mindestens
ein Gefühl für den Zwang verantwortlich sein, den Du entwickelt hast.

Also nochmal. Du bist eine selbständige Frau, die jederzeit sagen und tun kann, was sie will.
Dies musst Du nicht nur denken sondern auch in die Tat umsetzen.
Niemand, ich wiederhole, niemand hat Dir etwas zu befehlen.

Zitat:
Wenn ich nicht wollte, war er eingeschnappt und redete nicht mit mir, also gab ich dann nach.


Du weißt, dass dies die Vorstufe von Erpressung ist.
Im deutschen Gesetz steht, dass schon der Versuch der Erpressung strafbar ist.

Zitat:
Ich habe auch kein Bedürfnis nach S.


Das musst Du nicht. Es ist also nichts besonderes.

Zitat:
Er verstand das nicht und fragte mich, warum ich so verklemmt sei.


Was hat das mit „verklemmt“ zu tun? Du hättest natürlich vielleicht etwas besser erklären können,
warum Du nicht so locker an körperlichen Kontakt ran gehen willst.

Zitat:
Leider machten sich dann mein M. und meine SM über dieses Thema lustig,
Deshalb schwieg ich dann lieber.


Von einer Schwiegermutter muss man nicht unbedingt Verständnis erwarten (leider).
Aber was ist mit Deinem Mann. Sag mal, ist der nicht ganz dicht?
Warum bist Du dann noch mit ihm zusammen?


Einen schönen Abend für Dich

Hotin

27.02.2016 22:24 • #36


Ja, heute ist es mir bewusst, dass ich keinerlei Schuld habe... Habe mich mit Schuld-und Schamgefühlen lange herumgeschleppt. Kann mich an diesem Punkt befreien.

Danke für dein Verständnis... dass ich nichts schreiben muss, was mir unangenehm ist...

Ja ist mir bewusst, dass dies die Vorstufe dafür ist...

Hm, hätte ich wohl machen sollen, etwas besser erklären, nur es war mir halt auch so peinlich...

Ja da hast du recht, von der SM muss man nicht unbedingt Verständnis erwarten. Aber du kannst ja auch nicht wissen, wie sie damals auf mich neidisch war, dass ich berentet wurde und dann versuchte sie mir ständig ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich halt äußerlich für sie gut aussah. Mir ging es aber schlecht, bloß das wollten sie nicht sehen... Nur die Fachleute in der Klinik sahen das, deshalb fühlte ich mich dort besser aufgehoben, kannst du das irgendwie nachvollziehen?

Deine Frage ist berechtigt, warum ich mit ihm noch zusammen bin. Weil nicht alles schlecht war... und es seitdem ich das mit der räumlichen Trennung gemacht hatte, einiges besser geworden ist. Und meine SM versuchte dann damals noch die Verwandtschaft auf ihre Seite zu ziehen. Ich hatte dann immer Angst vor Famileienfeiern und fühlte mich nicht wohl dort. Dann machte sich auch noch seine S. lustig über mich, weil ich in der P. war und auch als sich mal jemand umbringen wollte... Ich fand das aber alles garnicht lustig, wahrscheinlich weil ich mich gut in deren Lage reinversetzen konnte, aufgrund meiner Erfahrungen. Jedenfalls war es mir in der Schwiegerfamilie nicht möglich, über meine Probleme zu reden, weil sie solche Vorurteile hatten. Könntest du dich da öffnen? Da blieb mir nur das Schweigen, was mir garnicht gutgetan hatte. Ausserdem fühlte ich mich in meiner Beziehung einsam, kannst du dir sicher denken.

Dann kommt noch hinzu, ich lag mal mit einer Mitpatientin in der Klinik, sie hatte sich von ihrem M. getrennt, er hatte sich das Leben genommen...

Gute Nacht und schlaf gut...
Finja

27.02.2016 23:15 • #37

Sponsor-Mitgliedschaft

Hotin
Hallo Finja,

danke für Deine Antwort,

Zitat:
Aber du kannst ja auch nicht wissen, wie sie damals auf mich neidisch war, dass ich berentet wurde und dann
versuchte sie mir ständig ein schlechtes Gewissen zu machen, weil ich halt äußerlich für sie gut aussah.


Warum kann ich das nicht? Mütter und Schwiegermütter können nicht nur eifersüchtig werden. Nicht selten werden
die sogar falsch und böse wenn der Sohn eine Frau anschleppt. Das ist leider die Natur. Und hier sind dann die
Männer gefragt. Wenn die keinen Mut haben da klare Sache zu machen, hat das oft schlimme Auswirkungen auf
die junge Ehe. Allerdings solltest Du auch so fair sein und eingestehen, alles hast Du bestimmt auch nicht richtig
gemacht. Es heißt immer, „Ein Hund allein beißt sich nicht“.
Zitat:
Deine Frage ist berechtigt, warum ich mit ihm noch zusammen bin. Weil nicht alles schlecht war... und es seitdem
ich das mit der räumlichen Trennung gemacht hatte, einiges besser geworden ist.


Das bedeutet also, ich kann davon ausgehen, das Verhalten Deines Mannes setzt
Dich auf keinen Fall unter Druck. Ist das so?

Zitat:
Jedenfalls war es mir in der Schwiegerfamilie nicht möglich, über meine Probleme zu reden, weil sie solche Vorurteile
hatten. Könntest du dich da öffnen?


Ganz klar nein. Ist es aber nicht etwas leichtgläubig von Dir zu erwarten, die würden versuchen etwas von Deinen
Problemen zu verstehen? Das macht doch kaum ein Mensch. Dann müssten die ja anfangen zu denken.
Erwartest Du da nicht etwas viel?

Zitat:
Da blieb mir nur das Schweigen, was mir gar nicht gutgetan hatte.


Warum blieb Dir da nur das Schweigen? Was ist mit Deinem Mann?
außerdem empfiehlt es sich, möglichst eine gute (Beste) Vertraute und Freundin aufzubauen.
Zitat:
Ausserdem fühlte ich mich in meiner Beziehung einsam, kannst du dir sicher denken.


Nein, warum warst Du einsam? Hast Du nicht gewagt den Mund aufzumachen?
Kannst Du nein sagen? Weißt Du wie Partner in Beziehungen und Ehen umzugehen haben, damit jeder auf
seine Kosten kommt.

Zitat:
Dann kommt noch hinzu, ich lag mal mit einer Mitpatientin in der Klinik, sie hatte sich von ihrem M. getrennt,
er hatte sich das Leben genommen...


Was sollte das für eine Bedeutung haben. Was andere tun muss nicht für Dich gelten.
Wenn jemand aus dem Fenster springt müssen wir beide das nicht auch machen.
Ich jedenfalls denke allein und habe auch einen klaren Willen. Ich hoffe Du weißt auch, was Du möchtest.

So, also die ersten Punkte waren es Deiner Meinung nach nicht.

Dann bleiben noch :
Hilflosigkeit, Angst, Schmerz, Ekel, und mir wurde damals streng verboten, was zu sagen.

Freue mich auf Deine Antwort.

Einen schönen Sonntag für Dich

Hotin

28.02.2016 00:40 • #38


Guten Morgen Hotin,

hm okay, klar habe ich auch Fehler gemacht, kein Mensch ist fehlerfrei. Nur mit mir kann man über meine Fehler reden. Was ich nicht vertragen konnte, dass ich NUR kritisiert wurde und niedergemacht und ich am Ende garnicht mehr wusste, überhaupt nochwas richtig gemacht zu haben.

Nein, sein Verhalten setzt mich nicht unter Druck.

Kann sein, dass ich da etwas zuviel erwartet habe...

Mir blieb deshalb das Schweigen, weil ich Angst hatte, dass sich weiter über mich lustig gemacht oder hergezogen wurde.

Bei meiner SM waren eh immer nur die Schwiegerkinder an allem Schuld. Die Partner/in hatten nichts zu sagen.

Wenn mein M. abends von der Arbeit kam, war er sehr kaputt, ganz klar. Da war kein Gespräch möglich und an den Wochenenden lief kaum etwas gesprächig, nur wenns um runtermachen ging. Darauf hatte ich irgendwann keine Lust mehr. Setzte Grenzen irgendwann.

Ausserdem hatte ich auch nicht den Eindruck, dass sich mein M. für meine Probleme interessierte. Klar hatte ich auch gewagt, den Mund aufzumachen, nur wenn ich das tat, bekam ich nie ne Antwort. Ich kann auch nein sagen.

Wie haben denn Partner in Beziehungen umzugehen? Denke, dass Reden wichtig ist und auch S...

Ich meinte das nicht auf mich bezogen. Dachte halt, wenn ich mich komplett trennte von ihm, dann könnte er sich das Leben nehmen. Nur das wäre für meine Kinder ein Schock...

Ach ja, ich fühlte mich damals nicht nur hilflos als Kind, sondern auch ausgeliefert...

Bin sehr gerne kreativ, also bastel gerne mit Papier o. a., häkeln oder in meiner Gruppe. Tanze manchmal auch für mich allein, wenn ich Lust habe.

Ich habe zwar auch Freundinnen, aber niemals jemanden so nah an mich rangelassen, wenn du verstehst...

Wünsche dir auch einen schönen Sonntag.

Finja

28.02.2016 04:02 • #39


Denke, eine Beziehung in einer Partnerschaft sollte liebe-, vertrauens- und respektvoll sein.

28.02.2016 07:45 • #40



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