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Hallo und guten Abend,

hat sich hier schon einmal jemand mit dem Zusammenhang von Kontrolle, Erschöpfung und Ängsten befasst? Ich selber beobachte ja an mir eine sehr starke Erschöpfung/Müdigkeit. Allerdings ohne Lustlosig- oder Interessenlosigkeit, ich bin auch nicht traurig. Ich habe nur absolut keine Power und bin nach 2 Stunden wach sein völlig K.O.

Man sieht mir meine Müdigkeit auch an, man sieht, ich bin körperlich total erschöpft, kleine Augen, Augenringe, muss gähnen.

Klar, ich habe eine große Belastung (siehe hier: zukunftsangst-generalisierte-angststoerung-f57/kennt-jemand-diese-abgrundtiefe-muedigkeit-t70672.html), aber welche Rolle haben dabei meine "Bemühungen", die "Kontrolle zu behalten".

Ich beobachte an mir, wie ich die folgenden Dinge versuche zu kontrollieren/beinflussen:

- meine Ängste
- die Laune meiner Frau
- die Laune meiner Angestellten
- meine Gedanken
- kein Geld auszugeben
- alles sofort zu erledigen oder es vollständig zu lassen Hauptsache aus der Welt schaffen
- meine Müdigkeit
- meine Konkurrenten machen mich total neidisch
- meine Hobbys (es gibt bei mir nur perfekt und riesengroß oder gar nicht)*
* Meine Idee zum Abschalten etwas im Garten zu machen hat mir ein 30 qm Gewächshaus, 40 Packungen Samen, 8 Hochbeete, 3 Frühbeete und mehrere schlaflose Nächte eingebracht, die ich grübelnd über Selbstversorger-Büchern verbrachte. Ich kann mich überhaupt nicht mehr bremsen und mache alles so extrem, dass es gar nicht mehr zu bewältigen ist. Wann soll ich Gemüse anbauen? Ich habe 3 Kinder und eine Firma mit 10 Angestellten.

Dann kommen so irre Gedanken, dass wegen der vielen Flüchtlinge vielleicht die Wirtschaft in Deutschland zusammenbricht, meine Firma nicht mehr läuft und ich dann aus dem Garten heraus meine Familie versorgen kann. Ich bin getrieben von Sorge, Perfektionismus, Überschätzung meiner Leistungsfähigkeit und dem Wunsch alles im Griff zu haben und Ärger zu vermeiden. Ich kann es nicht ertragen, wenn jemand schlechte Laune hat und ich daran vielleicht Schuld bin. daher stecke ich auch viel Zeit und Energie ins "schön Wetter machen".

Darf man sich da über Erschöpfung wundern? Wie kann man loslassen lernen?

mfg
Oliver

30.01.2016 19:29 • 30.01.2016 #1


5 Antworten ↓


Icefalki
Lieber Oliver, wer hat dir beigebracht, dass nur Leistung im Leben zählt?

30.01.2016 19:53 • #2



Zusammenhang Kontrolle, Erschöpfung und Ängste

x 3


Mein Vater, denke ich. Aber hilft ja jetzt nichts.

30.01.2016 19:56 • #3


Icefalki
Doch, wenn dir klar wird, dass dein Funktionieren auch damit zu tun hat, dass du damals Anerkennung und Liebe erfahren hast, wenn du nur genügend Leistung bringst.

Und das spiegelt sich wider, indem du schreibst, dass du " überall gut Wetter machen musst".

Letztendlich hängt dein "Wert" mit deinem Kindheitsmuster zusammen. Vermute ich einfach mal so.

Hast du alles im Griff wirst du geliebt. Und weil du ja so super funktioniert hast, auch Erfolge vorweisen kannst, kommt immer noch mehr hinzu. Kein Ende in Sicht.

Daher auch die Problematik mit der Abgabe von Verantwortung, bzw. delegieren von Aufgaben.

Könnte das hinkommen?

30.01.2016 20:05 • #4


Ja, kann schon sein. Mein Vater hat Leuten, wenn sie arbeitslos waren nicht einmal die Hand gegeben. Ich möchte ja gerne die Kontrolle aufgeben, aber ich weiß nicht wie. Mit dieser Müdigkeit kann ich nichts machen außer ausruhen. So gammel ich hier rum, fühle mich unnütz und würde viel lieber etwas arbeiten. Ich habe 1000 Dinge im Kopf, kann aber nichts machen.

30.01.2016 20:17 • #5


Icefalki
Doch, du legst dich hin und arbeitest psychologisch an dir. Erkennst deine Probleme, das warum und wieso, lernst dich selbst kennen, deine Wünsche, deine Ziele, deine Schwächen.

Warum dich was nervt, warum du neidisch sein musst, warum du Kontrolle braucht, warum du ein Leben lebst, dass dich überfordert.

Musst aber ehrlich zu dir selbst sein. Hast du deine Erkenntnis gewonnen, geht es ans
Umdenken.

Eigentlich nennt sich sowas Therapie. Kennst du dich selbst, akzeptierst du deine Schwächen, kommst du weiter.

Dafür muss man manchmal auch mal loslassen. Das ist ziemlich schwierig, geht aber. Ohne, dass davon die Welt untergeht.

Denn im Moment ist sie ja auch schon am wanken.

30.01.2016 20:30 • #6




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Mira Weyer