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Ich bin neu hier im Forum und habe mich hier angemeldet, weil es mir gar nicht gut geht. Meine Probleme werden schlimmer und schlimmer und ich bin in einem richtigen Teufelskreus gefangen.

Mein Hauptproblem ist, dass ich das Gefühl habe, absolut nichts auf die Reihe zu kriegen.

Ich drücke mich vor allen wichtigen Aufgaben und schaffe es einfach nicht

- meine Arbeit zu erledigen
- Arzttermine wahrzunehmen
- Papierkram zu erledigen...

Vor allem habe ich irgendwie Angst, mache mir ständig Sorgen, lenke mich ab mit anderen Dingen...

Und es wird schlimmer und schlimmer. Selbst schöne Dinge erledige ich nicht. So melde ich mich kaum bei Freunden, schiebe Telefonate ewig vor mir her...

Gibt es denn Leute, denen es ähnlich geht?

Leute, die es nicht schaffen, die einfachsten DInge zu bewältigen, Verantwortung zu übernehmen? Und das mit Mitte 30?



Marilie

04.06.2012 12:34 • 31.03.2017 #1


20 Antworten ↓


Hm, bisher habe ich noch keine Antworten von euch erhalten. Geht es nur mir so?

Vielleicht habe ich mich auch nicht klar genug ausgedrückt.. Es geht nicht nur um ein paar Kleinigkeiten, die ich nicht erledige.

Das Nicht-Handeln zieht sich durch mein ganzes Leben und wird immer schlimmer.

Ich versuche herauszufinden, welchen Anteil die Angst hierzu beiträgt. Ist alles nur wegen der Angst? Oder ein Teufelskreis aus Gewohnheit, Trägheit und Feigheit?

Ich hatte wohl schon als Kind die Vogel-Strauss-Mentalität. Einfach nicht hinsehen, dann wird alles besser!

Vielleicht habe ich deshalb Kisten, Höhlen und Zelte geliebt! Dunkle Ecken, in die man sich zurückziehen kann! Dort hatte ich immer das Gefühl der SIcherheit!

Am liebsten würde ich mich heute auch einfach in eine große Kiste setzen, Klappe zu, fertig. Probleme weg!

Aber natürlich sind sie nicht weg! Die Probleme bleiben und werden schlimmer und schlimmer.

Ich mache mir dadurch wirklich alles kaputt, durch mein NICHT-Handeln, NICHT-ENTSCHEIDEN, PROBLEME NICHT ANGEHEN...

Gibt es hier niemandem, dem es ähnlich geht?

Über Austausch würde ich mich wirklich sehr freuen.

Marilie

05.06.2012 15:23 • #2



Wie gelähmt. Extreme Handlungsstörung!

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Hallo Marilie,

du bist keineswegs allein. Es gibt viele, denn es so geht - mehr oder weniger, und mal mehr, mal weniger.
Z.B. hier hast du wohl einen Leidensgenossen:
Wobei er aber wohl nur Angst vor Unangenehmem hat, du aber offenbar zu gar nichts mehr Lust hast - oder?

Das kann auf eine depressive Stimmung hinweisen. Aber es kann auch auf Angst beruhen. Z.B. Angst, etwas falsch zu machen, bei jemandem, der dir wichtig ist, in Ungnade zu fallen, u.ä.

Fällt dir dazu etwas aus deiner Kindheit ein? Du sagst ja, dass du das auch schon als Kind hattest.

05.06.2012 16:16 • #3


Lieber GastB,

vielen Dank für deine Antwort. Und es war ja auch die einzige Antwort!

Wahrscheinlich treiben sich Leute mit ähnlichen Problemen in anderen Foren herum, jedenfalls nicht hier!

Stimmt, dass ich auch Dinge, die mir eigentlich Spaß machen und gut tun, aufschiebe und nicht erledigte, z.B. bei Freunden anrufen.

Bin ich depressiv? Hmm. Das frage ich mich auch des öfteren. Also ich habe sicher gewisse Tendenzen, mal mehr mal weniger. Depressive Erkrankugen sowie Angststörungen liegen bei mir auch in der Familie..

Andererseits bin ich durchaus ein sehr positiver und lebhafter Mensch. Typisch depressive Symptome wie langsamer Gang, leise Stimme etc. treffen auf mich eher nicht zu.

Es ist bei mir wohl eine Mischung aus Nicht-Handeln aus Angst und Nicht-Handeln aus dummer Angewohnheit, Faulheit, Bequemlichkeit.

In meiner Kindheit? Na ja, da wurden mir unangenehme Dinge meist abgenommen. Das ist sicher auch so ein Problem, das ich nie gelernt habe a) aktiv gegen meine Angst anzugehen und b) aktiv gegen Unlustgefühle anzugehen.

Hart ausgedrückt: Es fehlt mir an Disziplin.

Na ja, an einer Sache fehlt es mir wenigstens nicht: an Selbstkritik. Und einem Funken Selbstironie.

Aber das hilft mir jetzt auch nicht wirklich weiter.

10.06.2012 19:19 • #4


10.06.2012 20:44 • #5


Vielleicht habe ich mich auch nicht klar genug ausgedrückt

14.06.2012 07:47 • #6


Hallo, marille
ich habe gerade diesen Thread entdeckt. Ich habe gerade auf einem anderen Thread gepostet, wo ein ähnliches Problem diskutiert wird.
Also sorry für die Verdopplung.

Ich habe ähnliche Probleme seit einigen Jahren, manchmal mehr und manchmal weniger schlimm. Bei mir ist es auch hauptsächlich privat, im Beruf selbstbewusst und fit, obwohl Rechnungen und Finanzangelegenheiten mir definitiv auch da überhaupt keinen Spass machen.

Ich weiss allerdings nicht, ob Angst oder Widerwillen und Unlust das größere Problem sind. Ich schiebe Kleinigkeiten - Briefe aufmachen, Rechnungen zahlen, Überweisungen machen, Anrufe und Behördenwege erledigen, Steuersachen erledigen - tage-, wochen- und monatelang vor mir her und hasse mich dafür. Es hat manchmal schon absurde Auswüchse angenommen, tausend Mahnungen, mehrmals Drohungen vom Gerichtsvollzieher wegen lächerlichen 20 Euro Verpflichtungen. Vor ein paar Monaten kam tatsächlich der Gerichtsvollzieher. Ich bin sofort zum Bankomat und habe ganz glücklich sofort ein paar hundert Euro in bar gezahlt, weil ich wusste, jetzt ist es endlich erledigt! Das Problem war nicht das Geld, aber eben eine undefinierbare Angst und Ablehnung, mich mit dem Kram zu befassen. Idiotisch ist natürlich, dass die Kosten so immer mehr werden, mit all den Mahngebühren, etc.

Ich habe jetzt folgende Strategie entwickelt: Ich schreibe es mir in meinen Terminkalender und zwar immer nur in kleinen Portionen. Also mache ich an einem Tag erst mal all die Briefe und Rechnungen auf und sortiere sie. Dann gönne ich mir mindestens bis zum nächsten Tag Pause bevor ich daran gehe, die abzuarbeiten. Ich bereite mich innerlich tagelang darauf vor, wie auf eine schwere Prüfung, also z.B. am Donnerstag mache ich zwei online-Überweisungen und am nächsten Dienstag schreibe ich einen lästigen Brief. Nicht immer schaffe ich es auch wirklich, aber immer öfter und zumindest die wichtigsten Sachen!

An dem festgelegten Tag brauche ich meistens auch noch mehrere Stunden, bis ich so weit bin. Dann setzte ich mich hin, und denke mir: es wird nur ein paar Minuten weh tun ... es dauert nur ein paar Minuten ... jetzt haltest du die Luft an, dann ist es vorbei. Und es geht! Danach gönne ich mir für die Anstrengung eine schöne Pause, Entspannung und sonstige Belohnung. Es klingt sicher für jemanden, der das Problem nicht kennt absurd, aber es funktioniert in letzter Zeit.

Momentan ist es viel besser, allerdings warten umfassende Steuererklärungen auf mich und die hab ich noch nicht einmal in den Kalender aufgenommen.

Allerdings, und darum schreibe ich das jetzt, hatte ich vor ca 18 Monaten ein Burnout und ich auch habe ich diverse gesundheitliche Baustellen, Schilddrüsen und wahrscheinlich Nebennierenprobleme, obwohl alles subklinisch. Meine Vermutung ist, dass ich chronisch stressbelastet bin, bzw. eine Nebennierenschwäche habe und auch die Schilddrüse hier mitspielen könnte - gemeinsam erzeugen die dann auch Gefühle von Panik und Überforderung. Das heisst, ich versuche das Problem jetzt auch von dieser Seite anzugehen und hoffe dass, wenn meine chronische Erschöpfung besser wird, diese komischen Ängste und Blockaden auch wieder weggehen. Früher hatte ich das definitiv nicht! Da war ich stolz darauf, alles ganz gut im Griff zu haben. Also ich vermute, dass unerkannte und lange unbehandelte körperliche Probleme und Stress letztlich auch solche Auswirkungen haben können.

Bist du der Frage schon nachgegangen, ob du überbelastet bist, mit Stress und/oder gesundheitlichen Baustellen, die dann in der Kombination zu viel sind?

13.07.2012 19:44 • #7


Hallo zusammen!

Kenn ich nur zu gut. Habe mich komplett zurückgezogen, melde mich nicht mehr bei freunden und Familie. Habe angst zu Telefonieren speziell mit meiner Familie. Gestern hatte ich Geburtstag, hab mich vorher eine Woche lang nicht gemeldet aber bin dann nach Hause weil meine Mutter mir so leid tat. Als ich meine Eltern ansah und ihre traurigen Augen, fing ich an zu weinen. Mein Vater versteht dass nicht, er sagt mir immer nur wie ich dass meiner lieben Mutter antun könnte. Hatte dasselbe letzten Sommer, dort wohnte ich noch bei meinen Eltern. Ich gab meinen Job auf, ( kam einfach nicht mehr zur arbeit und reagierte auf keinen Anruf ) schlief im auto oder im Keller vom Nachbarn. Ich bekam Panik wenn das Telefon läutete, ich fing an zu schwitzen, mein Herz pochte wie verrückt und ich war starr vor angst. Einzige Möglichkeit: Handy lautlos und irgendwo hinlegen und nicht mehr beachten. Dann wurde es besser. Immer wieder schaute ich aufs Handy 10 20 anrufe in Abwesenheit dann kam wieder Panik und ich legte es wieder weg. Es ist schon verrückt. Jedenfalls durch Zufall musste ich bei meiner Tante vorbeischauen weil die beim Tierschutzverein war und ich im Wald ( wo ich mich unterm tag herumtrieb ) ein abgemagertes Kätzchen fand. Ich brachte die Katze zu meiner Tante und ja die überredete mich nach hause zu kommen. Im Winter bin ich dann auf Saison zum arbeiten gegangen was für mich richtig gut war weil ich dort fast keine Angstzustände mehr hatte. Habe mir danach eine Whg genommen und eine gute Arbeitsstelle gefunden, dachte dieser Sommer wird viel besser. Irrtum. Den Job hab ich vor 3 Wochen geschmissen, bin nirgends gemeldet ( schaffe es nicht mich beim Arbeitsamt anzumelden obwohl ich immer wieder hinfahre aber auf dem Weg zum Büro meines Beraters Panik bekomme und sofort wieder verschwinde. ) Ich sollte heute zu einem Psychiater, bin aber unfähig da anzurufen bzw. hinzugehen. Wieder dasselbe spiel. Tel. lautlos Mutter ruft an kann aber nicht. Ich bin total gebrochen warte eig. nur noch bis nichts mehr geht bis ich entweder zusammenbreche oder ich einfach abhaue ohne Geld ohne alles. Dabei war ich früher sehr Proaktiv. Hatte viele freunde, Super Eltern, schöne Kindheit. Ich glaube wenn nichts passiert tritt eines der beiden Szenarien ein und davor fürchte ich mich am meisten.

Vielleicht geht es jemanden auch so wie mir?

Liebe Grüße
Robert

30.07.2012 17:08 • #8


Hallo Marilie,

ich weiß nicht, ob du meine Antwort ein Jahr nach deiner Anfrage noch zu lesen bekommst, aber ich habe mich in deinen Ausführungen sehr gut wiedergefunden. Ich schreibe natürlich gerade, weil ich eine wichtige Aufgabe noch eine Weile aufschieben möchte, aber auch weil ich dadurch gerade in einer Situation bin, die ziemliche Klarheit verschafft.

Ich kann hier nur meine eigene Situation beschreiben, vielleicht erkennst du aber einiges wieder.
Mich hat das Aufschieben schon oft an den Rand der Verzweiflung gebracht und dieselben Muster wiederholen sich seit etlichen Jahren immer und immer wieder.

Wenn man physiologische (z.B. Schilddrüsenunterfunktion), neurologische (Hirntumor oder son Zeug) und psychiatrische (z.B. Depression) Ursachen ausschließen kann, dann bleiben nur noch schlechte Gewohnheiten, die auf die Dauer Teil der Persönlichkeitsstruktur geworden sind oder aus dieser hervorgegangen sind.

Ein Problem entsteht, wenn man gewisse Dinge erreichen möchte, aber keine Selbstdisziplin aufbringen kann um die Sachen anzugehen und zu Ende zu bringen.

Wenn die Gewohnheiten über lange Zeiträume bestehen, so werden sie tief in der Persönlichkeitsstruktur verankert und können nur mühsam wieder abgelegt werden.
Ich kann von mir behaupten, dass ich generell recht genügsam bin und keine großen Ambitionen habe. Zum Beispiel kann ich stundenlang Vögel beobachten oder sehr lange im Bett liegen und an die Wand starren, ohne dass mir langweilig werden würde. Ich entdecke schnell die Komplexität in Aufgaben und Situationen und fühle mich ebenso schnell überfordert, wenn zu viele Parameter Situationen bestimmen. Vielleicht könnte man mich auch ein wenig perfektionistisch nennen (Was kein Widerspruch zu den geringen Ambitionen ist). Ich bin ungerne sozialen Situationen ausgesetzt und fühle mich in menschlichen Beziehungen jedweder Art leicht überfordert. Menschen beschreiben mich als gesellig und empathisch, jedoch kennen sie scheinbar nicht den Preis, den ich dafür zahle: nämlich ein ständiges zu viel an Gefühlen und gedanklichen Assoziationen. Am liebsten bin ich für mich allein und lese oder beobachte andere Charaktere aus der sicheren Entfernung via TV Serien oder dergleichen. Ich stehe nicht gerne im Rampenlicht und habe nur wenige Freunde, denen ich jedoch ziemlich viel anvertrauen kann.
Ich bin recht sensibel und hinterfrage viel. Gespräche in denen viel Mist erzählt wird (z.B. small talk) finde ich meist sehr nervig, weil ich mich unnötig mit Falschinformationen und Nichtigkeiten bombardiert fühle.
Zwängen bin ich sehr ungern ausgesetzt, besonders, wenn ich keinen Sinn darin sehe.

Soviel grob zu meiner Persönlichkeitsstruktur. Ich weiß nicht wie ich derjenige geworden bin, der ich jetzt nun einmal bin (Erziehung, Gene), jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass Persönlichkeitsstrukturen über lange Zeiträume konstant bleiben, wenn nicht starke Ereignisse eingreifen. Ich muss mich also irgendwie mit meinen Charaktereigenschaften arrangieren.
Ein großer Nachteil ist, dass es mir schwer fällt Routinearbeiten zu erledigen und generell Aufgaben anzugehen, die anstehen. Das heißt, ich fange erst an zu spülen, wenn kein sauberes Geschirr mehr da ist und an zu waschen, wenn ich nichts Sauberes mehr zum Anziehen habe. Papierkram wie Überweisungen kann ich über Wochen vor mir herschieben. Aufgaben für die Uni habe ich schon auf den allerletzten Drücker erledigt (das heißt ppt-Vortrag erst 5 Minuten vor Beginn des Seminars fertiggestellt oder auch mal gar nicht) und schon unzählige Male im letzten Klausurversuch gesessen. Entsprechend liege ich alles andere als in der Regelstudienzeit.

Warum fächere ich hier so breit meine Persönlichkeit aus?

Weil ich denke, dass es einen Zusammenhang zwischen der Eigenbrötlerei und dem Aufschieben bei mir gibt. Dadurch, dass ich mir eine Welt geschaffen habe in der ich kaum Zwängen ausgesetzt bin, fällt es mir schwer mich wirklich wichtigen Zwängen zu unterwerfen.
Es gibt Menschen, die praktisch den ganzen Tag von einer Aufgabe zur anderen hetzen und damit in einem ständigen workflow stecken. Diese Persönlichkeiten erledigen am Tag 50 Dinge und wenn man ihnen eine 51. Aufgabe aufträgt, dann kann man davon ausgehen, dass diese auch noch geschafft wird.
Wenn bei mir jedoch am Tag zwei Verpflichtungen anstehen, komme ich schon ins Schwitzen. Viele Menschen sind in sozialen Strukturen fest eingeflochten, so dass sie so gut wie gar keine Wahlmöglichkeit haben (zum Beispiel der Kinder wegen). Durch jahrelanges eintrainieren, sind ihnen manche Dinge auch in Fleisch und Blut übergegangen, so dass Gewohnheiten an Stelle von Selbstdisziplin getreten ist.

Das Aufschieben ist ein Phänomen das mit Handlungsfreiheit zusammenfällt. Wer viel Handlungs- und Planungsfreiheit hat, kann aufschieben. Wenn man eine Persönlichkeit ist, die die Freiheit zum Atmen braucht und sein Leben entsprechend gestaltet, braucht man Selbstdisziplin um Projekte durchzusetzten. Wenn man nie gelernt hat Selbstdisziplin zu kultivieren und dennoch unter Bedingungen maximaler Freiheit Projekte angehen möchte, hat man ein riesen großes Problem!
Und das meine ich wirklich! Meiner Erfahrung nach kann das Aufschieben wichtiger Dinge ganz locker zur Todesursache werden. Sei es durch Suizid oder durch psychosomatische Erkrankungen durch den riesigen Stress, dem man ausgesetzt ist.

Was also soll man tun?

So ganz habe ich das auch noch nicht aufgedröselt, aber mir tut es gut, wenn ich mir nicht zu viel und nur die wichtigen Sachen vornehme und die Dinge die dann wirklich anstehen auch zu festen Zeiten erledige.
Das hört sich sehr schwer an und ist es teilweise auch. Aber man ist sich das schuldig, wenn man sich nicht selbst auf dem Gewissen haben möchte. Wenn man Gewohnheiten über Jahrzehnte antrainiert hat, muss man zunächst ganz kleine Brötchen backen. Das heißt zunächst extrem wenig vornehmen, aber das auf jeden Fall erledigen; das eigene Leben hängt davon ab. Ich habe auch immer versucht alles mit Selbstironie zu verklären, aber wenn man ehrlich ist, bescheißt man sich damit doch nur selbst.

Du schreibst du schaffst es nicht:

- meine Arbeit zu erledigen
- Arzttermine wahrzunehmen
- Papierkram zu erledigen...


Gerade das mit dem Papierkram kann in Deutschland ganz ganz gefährlich werden.
Arzttermine die wirklich wichtig sind würde ich auch mal zu den Essentialia zählen.
Und Arbeit kann entscheidend zum Erhalt oder zum Erlangen des Selbstvertrauens und Selbstwertes beitragen. Auch wenn das keiner gerne zugibt.
Ich würde sagen auf die Sachen kannst du nicht verzichten, wenn du ein angenehmes Leben in Deutschland führen möchtest. Wenn du bereit bist die Konsequenzen zu tragen, kannst du natürlich auch darauf verzichten.
Aber wenn du das nicht möchtest, bleibt dir nur Verpflichtungen mit dir selbst einzugehen. So unschön das auch klingt, aber es geht nicht anders.

Wir leben zwar in einer Luxusgesellschaft, aber wir leben noch nicht im Paradies.

Wenn eine Diskrepanz entsteht zwischen deinen Bedürfnissen und den Verpflichtungen die du bereit bist einzugehen bekommst du über kurz oder lang Schwierigkeiten und das fühlt sich mitunter grauenvoll an. Psychische Qualen stehen körperlichen da in nichts nach. Es tut einfach tierisch weh.

Also wenn du jemand bist, der wenig erreichen möchte, dann nimm dir wenig vor! (Man kann sich zum Beispiel auch mit Einweggeschirr das Spülen sparen, kaum Verträge eingehen, in einer kleinen Wohnung wohnen, wenig Wäsche besitzen, so dass sich die Waschzyklen verkürzen und man nicht so viel Dreckwäsche rumliegen hat)
Aber das, was du dir vornimmst musst du unbedingt auch tun und zwar zu festen Zeitpunkten!

Das tut am Anfang sehr sehr weh, weil die Aktivierungsenergie enorm ist, aber es muss getan werden, sonst leidet das Selbstvertrauen enorm! Die Angst steigert sich ins unendliche!

Und hier gibt es nur ein Rezept: just do it!

In Prokrastinationsseminaren wird meist mit Methoden an der Aktivierungsenergie geschraubt. Das senkt die Aktivierungsenergie jedoch selten auf Null herab. Die Überwindung bleibt zu Anfang immer bestehen. Erst mit der Zeit fallen einem die Dinge einfacher. Wenn sie irgendwann zu Gewohnheiten werden sowieso. (die meisten Leute haben keine Probleme mit dem Zähneputzen)
Aber es ist am Anfang hart. Auch wenn sich das schei. anhört. Aber es ist meine Erfahrung. Wenn man sich Dinge über Jahrzehnte antrainiert hat, kommt man selten mit einem Zauberspruch aus der Nummer wieder raus.

Du musst ganz klein anfangen und zwar jetzt! Zwing dich zum Müll rausbringen und zwar jetzt!


Grüße und viel Erfolg beim zurückerobern des Selbstvertrauens!

Martin

p.s.: Ich habe keine Ahnung, warum das Leben so anstrengend ist, aber so ist es nun mal. Das sind gewissermaßen die Spielregeln. Vor der Geburt ist man im Paradies, dann wird man in die kalte Welt geworfen, aber zum Ausgleich im besten Fall gefüttert und geliebt. Irgendwann fällt auch noch das Futter und die Liebe weg und man muss selbst den Ar. hochkriegen.
Irgendwie wird es immer anstrengender. Das ist jedoch der Preis fürs (selbstbestimmte) Leben.
Früher sind die Aufschieber schnell verreckt. Heute bekommt man die Konsequenzen erst Jahre später zu spüren. Der psychische Schmerz kann jedoch ähnlich krass zu Buche schlagen.
Nicht von Rückschlägen abschrecken lassen!
Wie gesagt, der Text hier ist auch aus der Prokrastination entstanden. Wenn es gar nicht hilft, einfach ignorieren und was anderes suchen. Ich habe jedoch bis heute nichts Besseres gefunden.

19.11.2013 17:17 • x 1 #9


Habe was besseres gefunden:

Putting off Procrastination - Stefan Molyneux - youtube:



Ich hoffe es hilft auch anderen Prokrastinateuren.

Grüße
Martin

17.12.2013 19:56 • #10


Interessantes Video! Schau es gerade an

19.12.2013 14:06 • #11


Hallo du,
Mir geht es genauso wie dir. BIin wie gelaehmt und bin konplett handlungsunfaehig..
Dieser Zustand
. Himmel !

30.03.2017 17:44 • #12


Hallo

30.03.2017 17:53 • #13


Mir gehts wie dir ! Ich weiss weder das eine noch
das andere! Ich das klingt ganz nach mir.

30.03.2017 18:05 • #14


Endlich mal jemand!

30.03.2017 18:15 • #15


petrus57
Der Thread ist von 2013. Da wird sich wohl niemand drauf melden.

30.03.2017 18:22 • #16


Hallo Marilie. Ich bin. Ich weiss nicht wo ich . ALLes.... Ich habe ebwen dir geschrieben. Jetzt ist der yText irgendwo on . Und jetzr fiinde ixh ihn nicht mehr. Jedenfalls. Bin ich tozal Ende.......aich. !

Mehr

Dwr Text finde ich ncht mejr. Hatte ihn unter Ebtwurfe gespeichert, ..
Es ist zum. Ich kriege...!

31.03.2017 11:53 • #17

Sponsor-Mitgliedschaft

Hallo Msrilie. Ich hatte dir geschrieben. ..ich koennte ..Jetzt Ich hatte jedenfalls geschrieben das och am Ende bin
Ich kann nicht mehr klar kommunizieren und nicht . Ich habe mich in eine Sackgasse hineinmwnoevriert.aus der es .Verzeih,mir meinevkomische Schrwibwrise, das liegt daran dass ich nicht mwhr weiss ... ich bin!

31.03.2017 12:07 • #18


Ich bin ein Wrackn

Manuela

31.03.2017 12:17 • #19


Ich hoffe dass du meine Antworten noch erhalst


Manuela

31.03.2017 12:35 • #20



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