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BlaueLilie86
Guten Morgen,

ich traue mich jetzt auch mal und eröffne mein erstes "richtiges" Thema hier.

Ich würde gerne wissen, ob es jemandem von euch ähnlich geht: Ständig dramatisiere ich Dinge. Das ist wie ein Selbstläufer bei mir. Ich habe das Gefühl, das nicht wirklich kontrollieren zu können. Immer male ich mir das Schlimmste aus und mache Dinge viel schlimmer als sie tatsächlich sind. Dadurch messe ich ihnen eine enorme Wichtigkeit bei, wodurch ich noch schlechter damit klar komme.
Typische Beispiele sind, dass ich bei einer Erkältung (ist bei mir immer sehr schlimm mit Nase zu und keine Luft kriegen) immer denke, dass die nie mehr weggeht, dass es kein Leben danach gibt und was für ein Sinn das Leben noch hat, wenn ständig eine Krankheit an die Tür klopfen kann.
Dann im Supermarkt: Mache mir über sowas Laüidares Gedanken wie "Was mache ich, wenn der Kunde an der Kasse hinter mir mich anmeckert, weil ich noch nicht an den Warentrenner rankomme und den nicht aufs Band legen kann?"
Ich male mir ständig Dinge aus und lege mir Sätze im Kopf zurecht, um gut auf Situationen vorbereitet zu sein. Mein Kopf steht nie still. Dadurch schlafe ich auch sehr schlecht, wache oft auf, habe Alpträume und fühle mich nicht erholt. Gleichzeitig mache ich mir auch oft Gedanken über den Tod und dass ich dem später mal alleine entgegenblicken muss. Mein Freund (der eine große Stütze für mich ist), wird bestimmt früher sterben und da ich weder großartig Freunde noch Kinder habe, werde ich noch mehr vereinsamen als ohnehin schon.

Sorry, das ist ganz schön konfus, was ich hier zusammengeschrieben habe. Aber vielleicht kann das ja jemand nachvollziehen. Ist so ein Durcheinander. Irgendwie kann ich die Kernaussage nicht so auf den Punkt bringen.

18.02.2017 09:34 • 23.02.2017 #1


7 Antworten ↓


petrus57
Zitat von BlaueLilie86:
Mein Freund (der eine große Stütze für mich ist), wird bestimmt früher sterben und da ich weder großartig Freunde noch Kinder habe, werde ich noch mehr vereinsamen als ohnehin schon.


Ist er denn so viel älter als du? Oder warum kommst du auf die Idee?

Ich mache auch aus jeder kleinen Erkrankung einen Elefanten. Konnte vor lauter Grübeln kaum noch schlafen. Seit dem nehme ich Mirtazapin. Wirken zwar jetzt nicht mehr so gut wie am Anfang aber ich schlafe damit wenigstens gut ein.

18.02.2017 09:47 • #2



Ständiges Dramatisieren -

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Hallo BlaueLilie,

ich mache das leider auch.Ich stelle mir vor,was schreckliches passieren könnte und dann reagiert der Körper mit Angst.
Weil das Gehirn Realität und Vorstellung nicht unterscheiden kann.
Ich bin ebenfalls Meisterin darin,mich selbst mit negativen Vorstellungen von der Zukunft in Panik zu versetzen.

Dazu verlinke ich Dir hier ein kostenloses Hörbuch,das wird Dir einiges klarmachen und Dir helfen,"gesünder" und realistischer zu denken:

http://www.panikattacken-loswerden.de/k ... s-hoerbuch

Wichtig ist die Erkenntnis,dass wir unsere Angst selbst erschaffen und sie somit auch selbst wieder abschaffen können.
Das Umdenken dauert aber seine Zeit also hab Geduld mit Dir.

18.02.2017 09:53 • #3


BlaueLilie86
Nein, nur 4 Jahre. Das ist ja eine normale Altersdifferenz. Aber Frauen werden statistisch gesehen älter als Männer. Doch eigentlich gibt es für diese und andere Ängste nicht wirklich einen rationalen Gedanken. Das ist das, was mir mein Therapeut oft gesagt hat: Bei mir arbeiten Bauch und Verstand nicht gut zusammen. So macht sich mein Bauch oft selbständig. D.h. ich habe Ängste, ohne dass ich mir diese vom Kopf her begründen kann.

Mirtrazapin hatte ich noch nicht bisher, obwohl ich schon viele ADs über mehrere Jahre ausprobiert hatte. Letzten Sommer gab es ein gutes AD, das sehr gut gegen Ängste und Depressionen half. Aber es hatte als NW Angstattacken (wobei ich nicht weiß, ob das nicht auch ohne AD gekommen wäre). Viel schlimmer jedoch: Es ließ meinen Natrium-Spiegel so stark absacken, dass es gesundheitlich schon gefährlich war. Krankheitsbedingt habe ich mit dem Natrium sowieso Probleme. Also musste ich auf ein anderes (Tianeurax) umsteigen.

18.02.2017 09:56 • #4


BlaueLilie86
Hallo Flame,

danke für den Link. Da schaue ich dann nachher mal rein.

Ich fürchte, bei mir liegt das Problem darin, dass sich meien Gedanken bzw. wohl eher Gefühle verselbständigen. Es kommt mir so vor, als hätte ich keinen Einfluss darauf. Vermutlich habe ich das seit meiner Kindheit gelernt, so dass es sich nun um einen automatischen Prozess handelt. Manchmal fällt mir aber auch auf, dass dem durchaus Gedanken vorangehen. Schwere Sache, das.

Das, was du am Schluss geschrieben hast, ist sowas von wahr. Man darf auch nie vergessen, dass Angst zwar da sein kann, aber die Angst selbst nichts Schlimmes anrichtet. Oft macht mich nur traurig, dass andere besser mit sowas klarkommen und ich frage mich dann "Warum ich?". Ich weiß, dass dieses Denken nicht weiterhilft - genauso wenig wie die Frage, warum gerade man selbst jetzt von dieser oder jener Krankheit betroffen ist.

18.02.2017 10:37 • #5


Zitat von BlaueLilie86:
Manchmal fällt mir aber auch auf, dass dem durchaus Gedanken vorangehen. Schwere Sache, das.


Genau,oft laufen solche Gedankenmuster/Glaubenssätze automatisch (unbewusst ) ab und wir müssen erst übern sie aufzuspüren und sie durch hilfreichere und realistischere Gedankenmuster zu ersetzen.
Ich bin auch gerade dabei,das zu übern,es ist zu anfang sehr anstrengend.
Aber auch das hilfreiche denkken verselbstständigt sich irgendwann und dann wird es leichter.

Wir haben durchaus Kontrolle über unsere Gedankenabläufe und somit auch über unsere Gefühlszustände,auch wenn die Panikattacken scheinbar aus dem Nichts kommen.Das ist eine Illusion.

Wir müssen einfach nur lernen,wieder Herr unserer Gedanken zu werden,bewusster zu werden.

18.02.2017 10:58 • x 1 #6


monochrom
Zitat von BlaueLilie86:
Sorry, das ist ganz schön konfus, was ich hier zusammengeschrieben habe.


Darum brauchst Du dir hier keine Gedanken machen. Gib uns einen Fetzen und wir kennen alle aus unserem Alltag wie es dir geht

Soll natürlich auch heißen: du bist damit nicht allein. Ich grübel genau das selbe. Vor allem auch dieses "was könnte der andere jetzt von mir denken?". Am witzigsten fand ich aber, dass Du dir auch Sätze schon im Kopf zurecht legst, das mache ich nämlich auch und ich dachte immer dass ich spinne

Noch ein Beispiel aus der letzten Stunde gefällig? Unsere Katze ist momentan krank, aber sie scheint sich langsam zu erholen. Ich schrieb meinem Mann bei Whatsapp ob alles okay sei. Er antwortete nicht. Also malte ich mir schon im Kopf aus wie ich hier reagieren würde, wenn ich vor allen Leuten heulend zusammenbreche wenn mein Mann mich anruft und mir sagt dass meine Katze gestorben ist... Im Endeffekt hat er aber einfach gerade geduscht und sich für die Arbeit fertig gemacht... deshalb kontne er nicht antworten.

Viele unserer Ängste sind irrational und hausgemacht. Die Kunst besteht nicht darin das Drama weg zu bekommen, sondern gesund zu filtern was bedrohlich ist und was wir getrost ignorieren können!

Alles liebe für Dich!
Mono

22.02.2017 14:21 • x 1 #7


kopfloseshuhn
Ich hab dafür nur einen Tipp:

Wir sind alle Menschen und machen Fehler. Du dramatisierst schon, bevor einer passiert ist oder malst dir die Fehler aus die jemand anderes bemeckern könnte.
So weit - so bekannt.

Ein gutes Rezept dagegen ist nicht einfach aber zu üben: Selbstwirksamkeit in der Welt!

Was solls denn? Wenn jemand meckert wegen einem Warentrenner oder oder oder?
Was solls?
Dann meckerst du halt zurück oder überlegst dir schlagfertige Antworten wie: " Wo ist das Problem des Warentrenners? Ich bins doch der zur Not IHREN Einkauf mitbezahlt"

Das ist natürlich schwer, wenn diese Art von Hilflos allen Katastrophen ausgeliefert zu sein, von Anfang an geklernt wurde.
Es ist auch eine Frage des Selbstbewusstseins.

Da hat es mir geholfen in normalen Situationen des Alltags zu bemerken, dass ich genauso behandelt werde, wie jeder andere Mensch auch. Also dass mir offensichtlich kein geringerer Wert von Außen angedichtet (oder vielleicht nur angesehen wird). Das ist erstmal sehr oberflächlich - hilft aber tatsächlich.
Ich bekomme beim Bäcker genauso meine Brötchen wie jeder andere Mensch. Ich muss beim Einkauf genauso viwel bezahlen wie jeder andere Mensch.....
das hilft einem ein rudimentäres Selbstbewusstsein aufzubauen und sich dann auch mal zu wehren.

Und wer sich wehren kann fühlt sich nicht so hilflos ausgeliefert und die Katastrophenedanken können sich verringern weil man weiß, und es auch geübt hat, selbstwirksam zu sein.

Was die Verlustangst angeht....puh ja sehr bekannt. dazu kann ich nichts raten. Dafür sitze ich in der Beziehung selbst viel zu tief drin.

Ansonsten: versuchs mal!
liebe Grüße kolohu

23.02.2017 12:51 • x 1 #8




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