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UnfinishedStory
Hallo ihr Lieben ,

Ich bin 34 und denke darüber nach , ob ich Mutter werden soll oder nicht .
Ich habe eine Angststörung und viele Sachen an Schwangerschaft und Geburt und Leben mit Baby macht mir Angst .

Wie sieht es bei euch aus ? Möchte jemand derzeit schwanger werden trotz Angst? Wie alt seid ihr ? Ist es für mich schon zu spät ?
Oder habt ihr euch wegen der Angst gegen ein Kind entschieden ?

13.02.2021 15:46 • 15.02.2021 #1


33 Antworten ↓


Calima
Kannst du damit zurechtkommen/ dir sicher sein...

...monatelang keine Nacht mehr durchzuschlafen und auch tagsüber nicht zur Ruhe zu kommen?
...die Anzeichen körperlicher Erschöpfung aushalten zu müssen?
...aufstehen und den ganzen Tag funktionieren zu können, auch wenn es dir schlecht geht?
...dich trotz eigener Schwäche und Ängste 24/7 um dein Baby zu kümmern?
...keine Panikattacken in Anwesenheit des Kindes zu haben?
...in jeder Situation handlungsfähig zu sein?
...jederzeit problemlos das Haus verlassen zu können, um einzukaufen, zum Kinderarzt zu fahren und täglich mit dem Kind nach draußen zu gehen?

Dann wäre dein Alter ganz sicher kein Hinderungsgrund. Man sollte sich nur immer klar machen, dass ein Kind jedes vorhandene Problem vervielfacht, nicht mindert.

13.02.2021 16:13 • x 6 #2



Schwangerschaft mit Angst - ja oder nein

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Icefalki
Ich habe nicht darauf verzichtet, allerdings hab ich meine Angst alleine ausgehalten und so wenig wie möglich, vermieden.

Verallgemeinern kann man das aber nicht. Ein Kind ist nicht nur Freude, denn sie werden zeitlebens eine Quelle natürlicher Ängste und Sorgen sein, natürlich auch das Gegenteil. Auch ohne Angsterkrankung. Bei meinem 1. Kind sass ich da und erkannte plötzlich, jetzt hast du echte Verantwortung und bist verletzlich wie noch nie im Leben.

Natürlich wächst man da auch rein. Und erst beim 2. hatte ich diese Angsterkrankung. Beide Söhne haben aber auch nicht mehr Macken, als andere Gesunde, trotz Panikattacken im Mutterleib.

Richtig raten kann man nicht. Wirst selbst entscheiden müssen, was für dich und evtl. das zukünftige Kind richtig ist. Und normalerweise hat man ja auch einen Partner, der auch eine Meinung hat.

13.02.2021 16:27 • x 2 #3


Hoffnungsblick
Zitat von UnfinishedStory:
Möchte jemand derzeit schwanger werden trotz Angst?


Das ist eine ganz individuelle Sache.

Die Frage ist wohl auch, ob du bereit bist, für einen anderen Menschen deine Ängste aufzugeben.
Ob du weiterhin ( lieber) selbst um Hilfe rufst - wegen der Ängste - oder ob du bereit und fähig bist, deine eigenen Bedürfnisse und Ängste zurückzustellen, über deinen Schatten zu springen und ab sofort selber jederzeit zu helfen.

Vielleicht fragst du dich auch mal, welche Vorteile dir deine Ängste bringen:
Vielleicht kümmert sich dann jemand um dich?
Vielleicht kannst du dann Hilfe und Zuwendung erwarten oder du meinst das zumindest?

Wärst du bereit, deine Ängste für ein Kind ein für allemal aufzugeben?

Es geht nicht um Perfektion sondern um die Grundeinstellung.

Warum würdest du ein Kind wollen?

13.02.2021 17:13 • x 1 #4


Mariebelle
Zitat von UnfinishedStory:
Hallo ihr Lieben , Ich bin 34 und denke darüber nach , ob ich Mutter werden soll oder nicht . Ich habe eine Angststörung und viele Sachen an Schwangerschaft und Geburt und Leben mit Baby macht mir Angst . Wie sieht es bei euch aus ? Möchte jemand derzeit schwanger werden ...
Hast du eine gute Partnerschaft /Ehe?
Ich denke,das ist auch sehr wichtig,um sich die Arbeit zu teilen o auch mal tageweise ganz zu uebernehmen.
Ich wuerde fast immer "ja" zum Kind sagen.
Viel Glueck

13.02.2021 17:16 • #5


UnfinishedStory
Sehr aufbauend sind die Antworten nicht gerade außer von Maribelle .

Nein, ich bin keine von denen, die die Angst als etwas hat was ihr "nützt " und dadurch mir Vorteile verschaffe . Ich empfinde die Angst sehr oft als belastend und wünsche mir meine Freiheit und Unbeschwertheit und mein Leben vor der Angst zurück .

Ich gehe trotzdem Vollzeit arbeiten , trotz Angst und lebe auch sonst ein weitgehend normales Leben . ich wohne sogar weit weg von meiner Familie im Ausland auf einem anderen Kontinent .

Ich habe schon sehr vieles in meinem Leben geschafft , Abgeschlossenes Studium , gut bezahlter Job , Ehe . Die Grundbedingungen sind da . Wir wohnen in einem schönem Haus mit Garten , haben vor ein paar Monaten eine Hündin adoptiert .

Ich gehe jeden Tag raus . Ja , mein Mann ist mir eine gute Stütze und er würde sicher viel übernehmen . Ich habe auch eine Haushaltshilfe.

Es ist trotzdem die Angst da , dass es mir wieder schlechter gehen könnte . Postnatale Depression ist ja nun auch nicht selten . Einerseits denke ich , dass ich eine sehr gute Mutter sein könnte , andererseits habe ich wieder Zweifel . Vor allem wenig Schlaf macht mir Angst , da es sich sehr auf meine Psyche auswirkt . Und die Geburt und die ganzen eventuellen medizinischen Eingriffe , die wiederum bei mir oftmals zu einer psychischen Verschlechterung führen .

Mich wüsste aber ehrlich gesagt auch nicht , was jetzt mein nächstes Ziel wäre ohne Kind . Ich glaube ich werde es einfach mal drauf anlegen und es in die Hände Gottes oder des Universums geben . Es kann ja auch sein dass es gar nicht funktioniert . Ich Stelle mir ein Familienleben dennoch sehr schön vor und es gibt einem wieder eine neue Motivation . So dreht sich den ganzen lieben langen Tag um mich und um die Ängste etc . Vielleicht brauche ich ja wieder eine neue Aufgabe ?

13.02.2021 17:59 • x 2 #6


Calima
Zitat von UnfinishedStory:
Sehr aufbauend sind die Antworten nicht gerade

Naja: Eltern wissen, was Kinder für eine Herausforderung bedeuten, selbst wenn man gesund ist. Ich war bei bester Gesundheit und doch hat mich meine Tochter in den ersten beiden Lebensjahren oft an die Grenzen meiner Leistungsfähigkeit gebracht. Ich habe 10 Monate lang nicht mehr als 3-4 Stunden Schlaf am Tag gehabt und bin eingeschlafen, sobald ich mich auch nur an einen Türrahmen gelehnt habe, weil ich so fertig war.

Mit zwei Jahren schlief sie dann endlich durch - und dann begann die Autonomiephase in vollster Pracht. Sie war eine überaus starke Persönlichkeit und hat gekämpft bis zum Umfallen - im wahrsten Sinne des Wortes: Sie konnte so wütend werden, dass ihr irgendwann die Luft weg blieb und sie einfach umkippte. Das dauerte weitere 2 Jahre. Pünktlich mit 13 mutierte sie dann zu einem Alien und brauchte bis knapp 17, bis sie sich wieder mit uns Erdbewohnern verständigen konnte .

Zitat von UnfinishedStory:
Vielleicht brauche ich ja wieder eine neue Aufgabe ?

Sorry, aber es ist nicht die Aufgabe eines Kindes, der Mutter eine Ablenkung von ihren Ängsten zu verschaffen. Dann lieber ein zweiter Hund. Der kann zur Not zu einem neuen Besitzer.

13.02.2021 19:19 • x 2 #7


Ina2509
Hallo zusammen,
Eine sehr schwierige Frage ist das, eigentlich wollten mein Freund und ich 2020 die Familienplanung angehen aber leider ist dann meine Erkrankung ausgebrochen.
Obwohl es mir mittlerweile ganz gut geht, hadere ich mit mir. Denn dann muss ich funktionieren, ich muss in der Lage sein mindestens 18 Jahre mich um das Kind zu kümmern. Ich denke wenn man eine Familie und einen Partner hat auf die man sich verlassen kann und die bereit sind mal mitzuhelfen und der Wunsch sehr stark ist dann ist eine Überlegung wert.

13.02.2021 19:22 • x 3 #8


portugal
Nein mach es. Ich würde nie wegen meiner Depressionen auf ein Kind verzichtet haben aber ich habe auch einen hilfsbereiten Mann und ein paar richtig gute Freunde und meine Eltern helfen auch immer.

Du meinst, mit 34 zu alt zu sein.

Nein, heute kriegen Frauen mit Mitte 40 Kinder. Manchmal fehlt halt ein Mann.

Ob Du es körperlich schaffen wirst, kannst nur Du beurteilen. Meine 72 Nachbarin rennt Marathon, andere sind mit 39 schon müde.

Wie @mariebelle: Kinder sind das Schönste im Leben!

13.02.2021 19:23 • x 3 #9


Mariebelle
Kinder sind nicht "das Schoenste" im Leben per se.
Wenn sie in die Pubertaet kommen werden sie zu Monstern,stinken und nerven nur rum.

Aber ja,in einer stabilen Ehe,Familie,Infrastruktur wuerde ich es auch wieder angehen.

13.02.2021 19:26 • x 1 #10


Hallo2020
Nach allem was ich von dir und deinem stabilen Umfeld inklusive Ehe , gute finanzielle Situation und auch sonst (Angststörung Mal ausgenommen) ein schönes Leben gelesen habe, würde ich dir auch sagen mach es. Angst gehört im Leben immer dazu und vor der Schwangerschaft und Geburt haben selbst Menschen ohne Angststörung sehr große Angst.


Zitat von UnfinishedStory:
Ich glaube ich werde es einfach mal drauf anlegen und es in die Hände Gottes oder des Universums geben . Es kann ja auch sein dass es gar nicht funktioniert .

Eben , du sagst es.

Viel Erfolg und Glück

13.02.2021 19:40 • x 1 #11


Sydaemeni
Ich hatte auch Sorge als wir es bewusst haben drauf ankommen zu lassen. Ich war am Ende einer Panik Phase und in Therapie. Ebenso war ich mir voll bewusst, dass es heftig werden könnte als ehemals hyochonder mit tendenzen.

Bis auf Kleinigkeiten fiel es mir dann doch leichter als befürchtet.
Alles in allem lief die Schwangerschaft leider nicht wie erhofft (was allerdings nicht an der angst lag, welche sowieso in dem moment vorbei war als der positive test vor mir lag - wir lassen aber mal so stehen das zeitgleich mein Stressfaktor Meisterschule an selbigem Tag die letzte Prüfung und am nächste Tag dank bestanden ein Ende gefunden hat).

Was ich allerdings sagen kann, auch wenn wegen der Umstände die panik und das hyochonder kurzzeitig wieder übernommen hatte war es für mich sehr einfach für die kleine da zu sein. Die Panik hat sich immer hinten angestellt, hat gewartet bis ich die Zeit hatte. Nachdem die Untersuchungen dann alle abgeschlossen waren war auch das vorbei.
Die ptbs war eine andere hausnummer und hat erst einmal ziemlich zugeschlagen. Doch auch da habe ich schnell gelernt was es braucht um mich voll und ganz erstmal der kleinen zu widmen.
Wir vermuten das der mutterinstinkt in solchen Momenten stärker ist. Zwei urinstinkte die um Aufmerksamkeit kämpfen, gewinnen tut dieser und ich danke gott dafür.

Ich bin weiterhin in Therapie (allerdings aufgrund der ptbs), habe familie die da ist und einen tollen ehemann.

Wenn du dich darauf einlässt schaffe dir dein backup. Es muss nichts passieren aber für den fall das ist es beruhigend das hilfe da ist.

Ich habe mich von all dem nicht abhalten lassen und mein Ziel ist es nach erfolgreicher ptbs Therapie noch gelernt zu haben wie man gesund mit angst umgeht um es meiner Tochter richtig vor zu leben.

Sie ist übrigens achteinhalb (korrigiert sechs) monate alt und trotz aller Umstände ein sehr umgängliches und meist einfaches baby. Da hatte ich großes Glück.

13.02.2021 19:46 • x 2 #12


Barbara_G
Hallo! Mich beschäftigt zu Zeit dasselbe Thema. Bei mir kommt dazu, dass ich auch Medis nehme (Citalopram)... kann/soll man dann überhaupt schwanger werden? Schadet das dem ungeborenen Kind? Wie war das bei euch mit Schwangerschaft und Medikamenten?

14.02.2021 00:46 • x 1 #13


Mondsüchtig
In die heutige Zeit passen keine Kinder , so finde ich schwierige Lebensbedingungen , und Kinderfeindliche Gesellschaft , dazu Seuchen und Überlebenskampf , und wenn man Krank ist kann ich nur davon abraten , für Kinder braucht man viel Kraft und gute Nerven , Sorry ist nur meine Meinung

14.02.2021 00:56 • x 2 #14


Mondsüchtig
Außerdem kann man eine Veranlagung, zu Angsterkrankungen weitergeben

14.02.2021 01:06 • x 1 #15


Anna1993
Meine Angststörung ist erst nach der Geburt meines 1. Kindes ausgebrochen. Ich weiß also gar nicht wie es ist, ohne Kind "krank" zu sein.
Trotz allem haben wir uns für ein 2. Kind entschieden. Der Kleine ist jetzt 6 Wochen alt. Die Zeit kurz nach der Geburt war schon hart. Ich wusste ja was auf mich zu kommt, aber trotzdem hat die Angst nochmal voll zugeschlagen. Vielleicht auch, weil ich zu sehr darauf "gewartet" habe. Die Hormone haben dann den Rest getan.
Mein Mann unterstützt mich sehr. Auch meine Eltern und Schwiegereltern. Ich habe zum Beispiel direkt nach der Geburt abgestillt, damit ich auch mal schlafen kann und jederzeit die Familie den Kleinen betreuen kann.
Eigene Kinder sind wirklich das Schönste.

Die Schwangerschaft verlief trotz Angst überwiegend super. Erst die letzten 3 Wochen vor der Geburt wurde es bei mir wieder schlimmer. Aber nur, weil ich wieder anfing mir über alles Gedanken zu machen.
Man kann auch schon vorsorgen und in der Schwangerschaft eine Therapie beginnen/weiterführen.
Es ist alles möglich. Außerdem klingt deine Lebenssituation (meiner Meinung nach) total super. Du gehst arbeiten, hast dir was tolles aufgebaut, einen Mann der dich unterstützt usw.

14.02.2021 01:27 • x 1 #16


Ina2509
Zitat von Barbara_G:
Hallo! Mich beschäftigt zu Zeit dasselbe Thema. Bei mir kommt dazu, dass ich auch Medis nehme (Citalopram)... kann/soll man dann überhaupt schwanger werden? Schadet das dem ungeborenen Kind? Wie war das bei euch mit Schwangerschaft und Medikamenten?



Ich hatte mit meiner Psychiaterin mal das Thema und Sie meinte wenn ich schwanger werden möchte muss ich ein anderes depressiva nehmen. Nehme Escitalopram und das wäre nicht gut in der Schwangerschaft. Ich meine das Sie gesagt das setralin sich besser eignet

14.02.2021 04:19 • x 1 #17


Calima

14.02.2021 09:42 • x 1 #18


Flocke1979
Zitat von UnfinishedStory:
Sehr aufbauend sind die Antworten nicht gerade außer von Maribelle .

Es sind sehr realistische Antworten.
Ich habe mich aufgrund der psychischen Erkrankungen gegen Kinder entschieden und es war richtig so. Jetzt bin ich knapp 42 und die Entscheidung traf ich vor 10 Jahren. War ein langer schmerzvoller Prozess.

Man sollte sich selbst sehr gut kennen und reflektieren können. Das trifft man auch die richtige Entscheidung.

14.02.2021 09:55 • x 2 #19


life74
Zitat von Flocke1979:
Ich habe mich aufgrund der psychischen Erkrankungen gegen Kinder entschieden und es war richtig so


Ich habe mich trotz meiner psych. Erkrankung für ein Kind entschieden und es war in meinem Fall richtig! Es ist nicht leicht, das stimmt schon, gerade wenn man unter Ängsten leidet . . . Allerdings muss ich sagen, dass ich während der Schwangerschaft so gut wie keine Ängste hatte. Es ging mir lediglich um mein Kind, so dass ich in dieser Zeit sehr gut für mich sorgen konnte. Niemand konnte mich belasten, da ich wusste, dass sich dies auf mein ungeborenes Kind übertragen kann . . .

Nein, ich würde es bereuen hätte ich darauf verzichtet! Eine Erfahrung, die ich niemals missen wollte!

PS.: man wächst mit seinen Aufgaben

14.02.2021 11:50 • x 5 #20



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Mira Weyer