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Sonnenblume1987
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Sammelthema
Hallo ihr Lieben!
Ich hoffe, dass es jemanden unter euch gibt, der ähnliche Probleme hat wie ich und mir vielleicht Ratschläge geben kann.

Ich bin total verzweifelt, am Boden zerstört. Seit 3 Monaten bewerbe ich mich, hatte viele Vorstellungsgespräche und nun endlich eine Zusage bekommen in einem guten Betrieb. Ich habe mich sehr gefreut und alle anderen waren stolz auf mich. Ein Traum! - für mich ein Albtraum...

Heute Morgen sollte mein erster Arbeitstag sein. Ich hatte mich gefreut, meine Tasche schon gepackt, dich dann ging gar nix mehr.. Ich war vor Angst wie gelähmt und konnte nicht mehr aufhören zu weinen. Ich musste mich übergeben und bekam kaum Luft vor lauter Angst. Ich könnte die neue Arbeitsstelle heute nicht antreten.. Obwohl ich mich noch Tage zuvor so gefreut hatte!

Ich hatte so eine Angst bereits als ich 16 war (jetzt bin ich 27). Ich hatte dort voller Hoffnung und Freude eine Ausbildung begonnen, die zum Horrortrip wurde. Es war alles anders, als ich es mir vorgestellt hatte und ich würde einfach nur ausgenutzt. Mein Vater zwang mich regelrecht dazu, diese Ausbildung weiterzuführen. Wodurch alles noch schlimmer wurde. Irgendwann könnte ich nicht mehr, bin zusammengebrochen und musste die Ausbildung abbrechen. Mein Vater hat mir seitdem ständig das Gefühl einer Versagerin vermittelt. Nach einer Therapie habe ich mich dann gegangen, habe mein Abi gemacht und anschließend studiert. Auch das war meinem Vater nicht Recht, da er mich dann teilweise finanziell unterstützen musste. Ich würde nie für mein Studium gelobt, das ich sehr gut abgeschnitten hatte. Nach dem Atudium hatte ich zwei Stellen, bei denen ich mich recht gut gefühlt habe. Die eine war als Schwangerschaftsvertretung auf Teilzeit, die andere war über eine Zeitarbeitsfirma im Büro. Da lief alles wunderbar. Ich vermute, dass dort weniger Druck auf mir lastete, da die eine Stelle "nur" Teilzeit und auf bestimmte Dauer war, die andere "nur" über eine Zeitarbeitsfirma. Bei der momentanen Stelle würde ich Vollzeit arbeiten. Alleine das macht mir Angst. Natürlich hatte mein Vater vorher ordentlich Druck gemacht, dass ich schnell eine neue Stelle finde um auch schnell Geld zu verdienen. Heute habe ich durch meinen Nichtantritt wieder mal bestätigt, dass "aus mir nichts wird". Auch kommen oftmals Sprüche wie "was habe ich bei meinen Kindern bloß falsch gemacht?" Oder "Warum kannst du nicht so sein wie ...., die gerade ein Haus baut, arbeitet etc". Es ist so ein unheimlicher Druck, der auf mir lastet, ich habe 1000 Ängste, die mich total blockieren. ich habe Angst, dass ich tatsächlich nie etwas auf die Reihe kriegen werde und führe mich wie ein Versager. Meine Mutter, Schwester und Freund stehen hinter mir, trotzdem schöne ich mich vor ihnen. Sie können ja nicht nachvollziehen, warum ich so handle. Vielleicht denken sie auch, ich WILL nicht arbeiten.

Hat jemand schonmal sowas erlebt? Ich bin so hilflos und weiß nicht weiter...

12.01.2020 #1


46 Antworten ↓
WeiserKaiser

WeiserKaiser
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Abend,

Zitat von Chrirok57:
Am nächsten Montag beginne ich meine neue Arbeitsstelle. Nun bin ich etwas am bibbern, da die Arbeiten, welche auf mich zukommen werden, zum Teil Neuland für mich sind Ich habe auch etwas Angst, im neuen Job zu versagen (Ich werde natürlich schon eingearbeitet, aber habe trotzdem etwas Panik). Letzte Woche durfte ich für einen Tag bei der Firma reinschnuppern und erhielt einen immensen Einblick in die Aufgaben, die mich dann erwarten werden. Ich fühlte mich echt erschlagen.

Das ist ganz normal das man aufgeregt und nervös ist, wenn man was neues beginnt. Wink Ich tue in solchen Situationen immer folgendes. Ich lenk mich so gut es geht ab und falls das nicht klappt, stelle ich mir vor, wie ich da am arbeiten binund versuche schon gedanklich meine Arbeitsschritte zu optimieren. Very Happy Smile

Zitat von Chrirok57:
Das nächste Problemchen wäre, dass ich einen täglichen Arbeitsweg von rund 2 1/2 Stunden habe, was mir auch etwas Kummer bereitet Vor drei Jahren war ich nämlich in einer ähnlichen Situation: Ich hatte eine neue Stelle in einer Firma (befristet für 4 Monate) und hatte auch dort einen Arbeitsweg von knapp 2 Stunden. Damals war ich auch psychisch ziemlich angeschlagen und es war jenes Jahr, in dem ich das erste Mal Panikattacken hatte (Ursprung der Attacken war aber etwas anderes). Eines Morgens im Zug bin ich sogar mal fast zusammengebrochen, weil mir alles zu viel wurde. Jetzt fühle ich mich etwas stabiler, habe aber dennoch Angst, dass meine Work-Life Balance aus dem Ruder gerät. Zurzeit wohne ich noch zuhause, werde aber demnächst in die Nähe des Arbeitsorts (und in die Nähe meiner Freunde ) ziehen, sobald möglich.


Die erste Zeit wird bestimmt etwas schwieriger, doch sobald du dich daran gewöhnt hast, wird es dir leicht fallen.

Menschen neigen dazu, sich zukünftige Ereignisse schlecht auszumalen. Versuch nur an positives zu denken, dann wird die Angst auch weniger. Wink

Zitat von Chrirok57:
Ich habe mir auch überlegt, vorübergehend, bis ich eine Wohnung gefunden habe, in einem Hotelzimmer zu übernachten, das extra für Wohnungssuchende und Studenten geeignet ist. (Gibt einen fixen Monatspreis) Was meint ihr?

Da du ja auch ein bisschen Bange vor dem Weg zur Arbeit hast, hört sich das doch ganz gut an. Und so kriegst du auch schon mal erste Eindrücke wie es ist alleine zu Leben. Smile

Gruß
WK

11.01.2020 23:47 • x 1 #45


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A


Panische Angst vor neuer Arbeitsstelle

x 3


Schaf

Schaf
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Hast du schonmal versucht, dein Gehirn etwas auszutricksen? Bei mir hat das am Anfang des Referendariats mit etwas Übung geklappt.

Stell dir vor, es wäre eine befristete Stelle (denn das war ja anscheinend kein Problem). Du musst eh irgendwann gehn und deshalb ist es gar nicht schlimm, wenn nicht alles auf Anhieb klappt.
Stell es dir vor als wäre es Wirklichkeit.

Ich hatte am Anfang des Referendariats auch arge Probleme mit der Eingewöhnung, dem Beobachtetwerden, Selbstzweifel etc. Ich habe mir dann vorgestellt, ich wäre zwei Personen. Die starke, kompetente und mutige geht morgens in die Schule. Die heulende, schwache und an sich selbst zweifelnde darf sich dann Nachmittags auf dem Sofa ausheulen. Wenn ich das so schreibe, klingt es irgendwie ungesund (so von wegen in zwei Persönlichkeiten aufspalten Rolling Eyes ), aber es hat mir tatsächlich über den Anfang geholfen. Und irgendwann brauchte ich dieses Gedankenspiel nicht mehr.
Ich sehe allerdings bei meinem Mann, der es gar nicht schafft, seine Gedanken so auszutricksen, dass es nicht jedermanns Sache ist.

Ich bin mir sehr sicher, dass - wenn du die schwierige erste Zeit überstanden hast - zurück schaust und dich fragst, wovor du solche Angst hattest.
Und selbst wenn, was ich nicht denke, aber selbst wenn diese Stelle nichts für dich sein sollte...deshalb gibt es sowas wie Probezeiten.

01.09.2015 22:03 • x 1 #22


Zum Beitrag im Thema ↓


Dragonlady_s
Hallo Sonnenblume,

Erstmal, was andere denken kann dir egal sein.

Wovor genau hast du Angst? Wie kam das heute morgen? Was hast du gedacht bevor du los wolltest?

x 1 #2


Vergissmeinicht
Hallo Sonnenblume,

heiße Dich herzlich Willkommen hier im Forum.

Mich wundern jetzt Deine Zeilen eher weniger. Alles was wir erleben, speichern wir ab und somit hat Dich der Neuantritt an Deine damalige Zeit erinnernt und wie es Dir da erging.

Ferner ist der Druck Deines Vaters immens hoch und somit leidest Du zusätzlich unter Versagensängsten. Hast Du in der Firma angerufen und was hast Du gesagt?

Eine Therapie hat Dir seinerzeit geholfen; wäre dies für Dich eine erneute Option?

x 1 #3


S
Danke erstmal für eure schnellen Antworten!
Ich hab bei der Firma gesagt, dass ich krank bin... Das ist die einzige Lösung, die mir eingefallen ist
Wie es heute Morgen war: ich hatte schon die halbe Nacht nicht geschlafen, am Tag davor nichts gegessen. Es ist mir schon auf den Magen geschlagen, aber ich habe immer gedacht: "einen Tag hast du ja noch, bis es anfängt". Und dann war der Morgen da. Ich hab mich angefangen, fertig zu machen und fing sofort an zu weinen. Ich könnte kaum atmen, mein Hals fühlte sich an wie zugeschnürt. Mein Herz raste so schnell, dass mir schwindelig wurde. Was nur durch den Kopf gegangen ist, war "ich schaffe das alles nicht" "ich kriege es nicht hin" ... Ich hab mich total überfordert gefühlt, als ob ich quasi in irgendwas hineingeschubst werde, wo man mich nie wieder gehen lässt... Es ist sehr schwer, es in Worte zu fassen.

#4


Dragonlady_s
Ich verstehe wie du es meinst. Du hast dich also selber so lange verrückt gemacht bis es dir tatsächlich schlecht ging.

Warum solltest du das nicht schaffen?
Vergleiche nichts mit der Vergangenheit.

Du warst furchtbar aufgeregt und das hat sich immer mehr gesteigert.



Du musst den Druck und die Versagensangst versuchen abzubauen.
Sei es mit Therapie oder auch alleine wenn du das schaffst.

#5


Vergissmeinicht
Liebe Sonnenblume,

verstehe. Damit es Dir nicht immer wieder so geht würde ich ebenfalls dringendst eine Therapie anraten. Dein Unterbewusstsein hat sich an damals erinnert; so erlebte ich es selber und dazwischen liegen 20 Jahre. Heute bin ich stärker als damals, daher hat es mich nur begrenzt umgehauen.

Lass Dir helfen und beginne eine Therapie.

#6


Tintenklex
Zitat von Sonnenblume1987:
Was nur durch den Kopf gegangen ist, war "ich schaffe das alles nicht" "ich kriege es nicht hin" ... Ich hab mich total überfordert gefühlt, als ob ich quasi in irgendwas hineingeschubst werde, wo man mich nie wieder gehen lässt... Es ist sehr schwer, es in Worte zu fassen.

Woher willst du das denn im Voraus schon wissen, ob du das schaffst oder nicht.
Das kannst du doch erst nach einigen Wochen sagen, wenn du dich dort aus kennst.
Und es wird doch sicher auch eine Einarbeitungszeit geben.
Jeder der in einen neuen Betrieb kommt, geht dort erst mal eine ganze Zeit mit Muffensausen hin. Niemand kennt sich von Anfang an dort aus.
Ist die neue Arbeitsstelle denn nicht nach deinem Geschmack?

#7


S
Doch eigentlich ist sie nach meinem Geschmack, sie ist halt nur etwas weit weg. Natürlich kann ich nicht schon vorher wissen, dass ich es nicht kann. Ich bin mir sogar sicher, dass ich die Tätigkeit dort bestimmt könnte. Aber alles in mir verkrampft und blockiert..mein Verstand sagt, dass ich es will, aber mein Körper ist wie gelähmt.
Eine Therapie sehe ich auch als einzige Lösung.. Natürlich benötigt das Zeit. Aber diese Zeit habe ich doch nicht! Ich bin doch schon 27 und muss doch endlich mal mein (Berufs)Leben in den Griff bekommen..

Ich weiß, dass jeder Mensch bei Antritt einer neuen Stelle Angst hat. Bei mir ist es eher extreme Panik, die mich total überwältigt.

#8


Vergissmeinicht
Liebe Sonnenblume,

wenn Du es wirklich aus tiefstem Herzen willst, dann schaffst Du es. Es ist "nur" Deine Angst; ein Gefühl, Gedanken ... die Dich davon abhalten. Versuche es.

#9


S
Diese blöde Angst... Ich bin so sauer auf mich selbst, dass ich diese Angst habe. Ich würde so gerne wie "normale" Menschen an die Sache heran gehen.

#10


Vergissmeinicht
Ja, liebe Sonnenblume, kenne den Satz.

Du bist normal. Du hast halt momentan seelisch ein Problem. Ganz wichtig ist Selbstvertrauen, Selbstliebe etc. Ich bin sicher, Du würdest es schaffen. Biete der Angst die Stirn und trau Dich.

x 1 #11


J
So schade, dass du es nicht geschafft hast, die Stelle anzutreten. Gehst du denn nun gar nicht mehr hin oder bist du jetzt im Krankenstand und kannst es dir noch überlegen bzw. abwarten, ob sich die Panik noch legt? Wie hat der neue Arbeitgeber denn darauf reagiert, dass du dich krank gemeldet hast? Rechnet er noch mit dir oder glaubst du, dass es das von seiner Seite war?

#12


Icefalki
Sonnenblume, vor was hast du eigentlich so sehr Angst?

#13


Tintenklex
Ich kann dich irgendwo schon verstehen, hast du dich nur für heute krank gemeldet, wenn ja dann würde ich mir allen Mut nehmen den du hast und morgen hingehen. Das ist alle mal besser als nicht hin gehen. Wenn du nicht hin gehst tust du dir auch nicht s gutes, im Gegenteil es wird nur noch schlimmer, du schaffst das schon!
Gehe hin und gucke wie es dir geht, nach hause gehen kannst du immer noch.
Vielleicht sagst du einfach auch du bist total aufgeregt.

#14


S
Ich bin den Rest der Woche krankgeschrieben... Er hat zwar ok gesagt und gute Besserung gewünscht, aber er wird sich bestimmt seinen Teil dazu gedacht haben..
Trau dich... Das ist so schwer! Ich weiß nicht wie.. "Einfach überwinden und hingehen".. Ich würde den ganzen Tag dort sitzen und weinen. Ich würde hinfahren und wahrscheinlich aus dem Auto nicht aussteigen können..

#15


J
Ich frage mich, wovor genau du denn solche Angst hast, Sonnenblume. Wenn du dir eh sicher bist, dass du das, was verlangt wird, kannst – beruhigt dich das nicht wenigstens ein bisschen? Das wundert mich, dass du trotzdem so panisch bist, denn was kann es im Berufsleben Besseres geben als Qualifikation? Damit hast du alles, was du brauchst. Sicher ist der erste Arbeitstag trotzdem nicht einfach. Man steht im Mittelpunkt und unter Beobachtung, alles ist neu, die Umgebung wie auch die Leute – alles ungewohnt. Aber du gewöhnst dich ja sicher nach kurzer Zeit an alles. Da brauchst du dir keine Sorgen zu machen.

#16


Tintenklex
Ja aber warum musst du den ganzen Tag den weinen, du sagst doch selbst, das du die Arbeit schon schaffen kannst, was macht dir den Sorgen

#17

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S
Ich habe Angst vor vielen Sachen.. Angst vor Veränderungen generell, Angst vor der neuen Tätigkeit, Angst abgelehnt zu werden, Angst vor dem langen Arbeitstag, Angst, dass ich nach einiger Zeit merke, dass es nichts für mich ist, ...

#18


S
Ich müsste weinen, weil ich mich so extrem unwohl fühle. Weil mir das Herz bis zum Hals schlägt. Weil ich schlecht Luft bekomme.

#19


J
Zitat von Sonnenblume1987:
Angst vor Veränderungen generell, Angst vor der neuen Tätigkeit, Angst abgelehnt zu werden, Angst vor dem langen Arbeitstag, Angst, dass ich nach einiger Zeit merke, dass es nichts für mich ist, ...


Aber wenn du es erst gar nicht versuchst, wirst du nie wissen, ob du dort geschätzt wirst, den Arbeitstag schaffst und ob die Arbeit etwas für dich ist. Das erfährst du wirklich nur durch Ausprobieren. Und was ist nächste Woche, wenn der Krankenstand vorbei ist, anders geworden im Vergleich zu heute?

#20


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Mira Weyer
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