Hast du schonmal versucht, dein Gehirn etwas auszutricksen? Bei mir hat das am Anfang des Referendariats mit etwas Übung geklappt.
Stell dir vor, es wäre eine befristete Stelle (denn das war ja anscheinend kein Problem). Du musst eh irgendwann gehn und deshalb ist es gar nicht schlimm, wenn nicht alles auf Anhieb klappt.
Stell es dir vor als wäre es Wirklichkeit.
Ich hatte am Anfang des Referendariats auch arge Probleme mit der Eingewöhnung, dem Beobachtetwerden, Selbstzweifel etc. Ich habe mir dann vorgestellt, ich wäre zwei Personen. Die starke, kompetente und mutige geht morgens in die Schule. Die heulende, schwache und an sich selbst zweifelnde darf sich dann Nachmittags auf dem Sofa ausheulen. Wenn ich das so schreibe, klingt es irgendwie ungesund (so von wegen in zwei Persönlichkeiten aufspalten

), aber es hat mir tatsächlich über den Anfang geholfen. Und irgendwann brauchte ich dieses Gedankenspiel nicht mehr.
Ich sehe allerdings bei meinem Mann, der es gar nicht schafft, seine Gedanken so auszutricksen, dass es nicht jedermanns Sache ist.
Ich bin mir sehr sicher, dass - wenn du die schwierige erste Zeit überstanden hast - zurück schaust und dich fragst, wovor du solche Angst hattest.
Und selbst wenn, was ich nicht denke, aber selbst wenn diese Stelle nichts für dich sein sollte...deshalb gibt es sowas wie Probezeiten.