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Hallo Zusammen,

ich habe vor kurzem einen Artikel über das Gefühl Angst gelesen, den ich sehr gut fand. Nur einen Punkt kann ich nicht verstehen, aber vielleicht kann ja jemand von euch mir da weiter helfen!

Ich gebe das gelesene einmal mit meinen Worten wieder, damit ihr auch den Zusammenhang des Artikels nachvollziehen könnt:

Die meisten Menschen verdrängen das Gefühl Angst, da es sich hierbei um ein unschönes, belastendes Gefühl handelt das man nicht haben, nicht durchleben möchte. Doch gerade die Angst ist ein sehr hilfreiches, freundschaftliches Gefühl, da es versucht einen zu schützen indem es auf Gefahren aufmerksam macht.

(So weit so gut, das kann ich auch nachvollziehen)

Weiter war zu lesen: Wenn wir mit einer Vorstellung leben, wie unsere Realität sein sollte, dann korrigiert die Angst. Der Verstand erschafft sich seine eigene Wirklichkeit in dem er unsere Ideen, Wünsche und Vorstellungen in diese Wirklichkeit projiziert. Das Gefühl Unterbewußtsein, Seele oder wie man es auch immer nennen möchte) ist viel näher an der Realität.

(Auch das macht für mich Sinn)

Und nun kommt der Punkt, den ich nicht verstehe: Das Gefühl Angst entsteht dann, wenn die Realität nicht so ist, wie man sie sich wünscht und das Gefühl Angst gibt einem den Ratschlag die Realität nochmals genauer zu betrachten.

Auf der einen Seite macht das für mich Sinn, aber auf der andren Seite auch nicht!

Ich möchte euch mein persönliches Beispiel nennen warum ich das nicht voll nachvollziehen kann:

In meiner Ausbildung war ich immer sehr gut, dann habe ich mich mit dem Ausbilder verstritten und der hat mir im Praktischen eine so schlechte Note gegeben, dass das meinen ganzen Notendurchschnitt nach unten gezogen hat. Ich habe mich für dieses Zeugnis geschämt und wollte mich damit erst gar nicht bewerben, da ich es für toltal schlecht hielt.

Ich hatte Angst, dass ich mit diesem Zeugnis keinen guten Job bekommen würde.

Die ersten 3 Bewerbungen waren alles Absagen und ich dachte, naja mit dem Zeugnis würde ich mich auch nicht nehmen. Ich bewarb mich weiter und erhielt auf einmal drei Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Bei diesen Gesprächen waren alle Personalchefs mit den Noten sehr zufrieden und ich bekam drei Zusagen.

Ich war sehr verblüfft!

Nun meine Frage: Kann es sein, dass Angst sich auch dann zeigt, wenn man die Realität dahingehend falsch sieht, dass man irgend etwas zu schlecht, zu verzerrt, sieht und dies somit dann nicht der Realität entspricht?

Ist das in diesem Text mit gemeint?

Danke fürs durchlesen und danke für eure Meinungen/Anregungen!

Grüße

D G

30.05.2008 17:33 • 03.06.2008 #1


24 Antworten ↓


Hallo Dorian gray und die gentelman liga...grins*

Bevor ich antworte habe ich noch ein kleine frage an dich.
Hast du angst? Leidest du unter angstzustände? wenn ja wie zeigt sich das bei dir?
Fangen wir damit an.

Gruss Michi

30.05.2008 17:46 • #2



Mein Freund die Angst

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Hi Michi

Zitat von BWMichi1:
Hallo Dorian gray und die gentelman liga...grins*


Grey aber bitte mit E ich kenne zwar das Buch von Oscar Wilde aber habe mit den Namen extra mit e gewählt

Zitat von BWMichi1:
Hast du angst? Leidest du unter angstzustände? wenn ja wie zeigt sich das bei dir?


Natürlich habe ich Angst, jeder Mensch hat Angst. Was verstehtst du unter Angstzustände? Dass ich irgendwo nicht hingehe oder etwas nicht mache weil ich mich davor fürchte? Nein - das nicht.

Ich habe mein Leben lang versucht meiner Angst aus dem Weg zu gehen, mit der Erkenntnis, es gibt keinen Weg! Nur Verdrängung, aber dennoch bleibt die Angst bestehen und kommt immer und immer wieder. Bis man sich ihrer annimmt, lernt mit ihr Angst umzugehen, sie zu betrachten und zu verstehen was sie mir sagen will.

Und eben die Angst die ich da bei der Bewerbung hatte verstehe ich nicht. Bzw. den Satz in dem Artikel verstehe ich nicht! Leuchtet mir nicht ein.

Grüße

D G

30.05.2008 18:52 • #3


Nein wenn du Angstzustände hast dann merkst du es schon.Es ist ein verschlingendes Gefühl und du meinst du verlierst den Boden unter den Füssen.

Angst zeigt dir eher das du etwas in deinem Leben nicht so machst wie du es tun solltest.Sprich die dinge falsch siehst.
Dein Körper sagt dir quasi:Halt es reicht du gehst über mich hinweg und dann zeigt er es dir mit Angst.
Aber das ist völlig individuell....andere bekommen ein Magengeschwür wiederum andere Depressionen. etc....

Angst ist ein Bodyguard deines Körpers.
Nimm sie an und sie zeigt dir das es auch noch andere dinge und sichtweisen im Leben gibt.

Ich hätte im übrigen auf diese Erfahrung auch gut verzichten können.Mittlerweile jedoch kann ich ganz gut damit leben!

30.05.2008 19:04 • #4


okay dorian grey

Auch gut. ich meinte angstzustende, also panik unwohl sein, körperliche symptome!
kennst das?

gruss michi

30.05.2008 19:19 • #5


@Engel74: Lustigerweise hast du eine Antwort auf meinen thread geschrieben, als ich eine Antwort auf deinen thread geschrieben habe

Ist schon klar, dass Angst der Bodyguard des Körpers/Seele ist.

Aber ich frage mich, ob die Seele auch mit Angst reagiert, wenn man die Realität schlechter einschätzt als sie in Wirklichkeit ist??



[/u]

30.05.2008 19:21 • #6


Christina
Zitat von Dorian Grey:
Aber ich frage mich, ob die Seele auch mit Angst reagiert, wenn man die Realität schlechter einschätzt als sie in Wirklichkeit ist??
Ja - m.E. Angst entsteht dann, wenn man ein Bedürfnis bzw. dessen Erfüllung bedroht sieht. Ob Angst überhaupt entsteht, hat also u.U. mehr mit der Einschätzung der Situation als mit der Realität zu tun, wobei im Idealfall die Einschätzung einer Situation möglichst realistisch sein sollte. Das zu lernen, ist deshalb u.a. ein Ziel kognitiver Therapiemethoden.

Was Dein Zeugnis angeht: Für Dich war subjektiv das Bedürfnis nach einem guten Job/beruflicher Weiterentwicklung/Sicherheit etc. durch die schlechteren Noten gefährdet. Und tatsächlich sind die Chancen auf Erfüllung dieser Bedürfnisse ja auch gesunken - nur nicht in dem Maße, in dem Du es anscheinend befürchtet hattest.

Liebe Grüße
Christina

30.05.2008 19:48 • #7


@BWMichi1: Natürlich kenne ich Panik, Unwohlsein, aufgeregt sein etc. in manchen Situationen. Aber ob man in meinem Fall von Panikattacken, ich denke das meinst du, reden kann glaube ich nicht.

@Christina: Vielen Dank für deine Antwort!

Ich habe lange über deine Zeilen nachgedacht, und du hast recht, es kommt auf die Einschätzung der Situation an.

Nun gibt es für mich irgendwie Sinn, zum einen gibt es die, ich nenne es mal natürliche Angst, die einem vor einer realistischen Gefahr warnt. Diese Angst ist berechtigt denn sie erfüllt ihren Sinn uns vor Schaden zu bewahren.

Zum anderen gibt es die unnatürliche Angst, Angst die Alarm schlägt obwohl keine realistische Bedrohung vorhanden ist. Die Alarmanlage ist sozusagen in manchen Punkten gestört/übersensibel und gibt falschen Alarm.

Auch den Satz verstehe ich nun:

das Gefühl Angst gibt einem den Ratschlag die Realität nochmals genauer zu betrachten

Die Frage ist nur warum die Alarmanlage einen Fehlalarm gibt?

Grüße

D G

30.05.2008 23:52 • #8


Christina
Zitat von Dorian Grey:
Die Frage ist nur warum die Alarmanlage einen Fehlalarm gibt?
Mir erscheint das völlig logisch: Im Ernstfall wäre es viel schlimmer, nicht Alarm zu schlagen, als einmal zu oft Fehlalarm. Angst und die daraus entstehende Flucht- oder Kampfbereitschaft waren für unsere Spezies überlebenswichtig. Lieber einmal mehr schnell weg gerannt, als das Rascheln im Gebüsch ignoriert und den Bären übersehen... Insofern ist Angst m.E. immer natürlich.

Dazu gibt es übrigens auch Experimente: Die Versuchspersonen sollten sich auf ein bestimmtes Signal konzentrieren und melden (z.B. per Knopfdruck), wenn dieses Signal zwischen anderen Reizen auftrat. Wenn das korrekte Melden belohnt wurde ohne dass ein Fehlalarm negative Folgen hatte, wurde umso öfter gemeldet - natürlich mit vielen Fehlalarmen. Wurden stattdessen Fehlalarme bestraft (durch Punkt- oder Belohnungsabzüge z.B.), kam es öfter dazu, dass das Signal nicht gemeldet wurde. Es ist schwierig, da eine Balance zu finden, und hängt immer davon ab, welches Risiko mit dem Alarm bzw. Fehlalarm verknüpft ist. Es möglichst genau immer richtig zu machen, erfordert extrem viel Konzentration. Da ist es im Alltag einfach ökonomischer, gelegentliche Fehlalarme hinzunehmen und erst nach deren Auslösen genauer hinzuschauen. Außerdem hat man i.d.R. erst nach genauerem Hinschauen die nötigen Informationen, um eine Situation wirklich realistisch einzuschätzen. Auch das ist eine Folge der Wahrnehmungsökonomie. Wenn wir normalerweise alle Informationen bewusst beachten wollten, kämen wir nicht mehr zurecht. Wir würden von Eindrücken überflutet.

Um nochmal auf Dein Beispiel zurückzukommen: Du hattest nicht genügend Informationen über potenzielle Arbeitgeber, um realistisch einzuschätzen, wie sehr Deine Chancen wirklich gesunken waren. Die hast Du bis heute nicht. Jetzt scheint Dein Eindruck ja zu sein, dass Deine Sorgen völlig unbegründet waren, weil Du genauso viele Absagen wie später Zusagen bekommen hast. Es könnte aber auch so sein, dass 7 von 10 Dir abgesagt hätten oder sogar 97 von 100. Oder umgekehrt: 97 von 100 hätten Dir zugesagt. Um wirklich herauszufinden, ob Deine Angst berechtigt war, müsstest Du alle Arbeitgeber befragen - ein unverhältnismäßig großer Aufwand im Vergleich zu sechs Bewerbungen, zumal Deine Angst mutmaßlich dafür gesorgt hat, dass Du im Bewerbungsgespräch versucht hast, Dich persönlich umso besser zu verkaufen.

Liebe Grüße
Christina

31.05.2008 13:28 • #9


Hallo

Wir reden auch hier von eine generalisierte angststörung wobei die betonung auf störung steht!
Es gibt viele versuche das mit der ratio zu erklären aber eins sei allen klar.
Wir wären ned so viele betroffen wenn es eine sache wäre die man mit erklärungen in den griff bekommen kann

Gruss michi

31.05.2008 13:56 • #10


@Christina: Da hast du schon recht, dass es in der Urzeit besser war einmal mehr wegzulaufen als gefressen zu werden. Aber, dass alle Ängste natürlich sind glaube ich nicht. Denn dann müssten doch bei allen Menschen der gleiche Fehlalarm auftreten. Somit glaube ich dass es Ängste gibt, die gerechtfertigt und sinnvoll sind und andere Ängste, die individuell sind. Ich habe mal gelesen, dass man Ängste von seinen Eltern z.B. übernehmen kann. Also wenn man als Kind merkte, dass der Vater oder die Mutter vor irgend etwas starke Angst hatten, dann übernimmt man diese Angst und bewertet dann als Erwachsener immernoch diese Situationen nach dem alten Muster. Deswegen ist es für mich so wichtig zu erkennen wo diese Ängste her kommen um eben zu sehen, stimmt denn diese Bewertung die ich von der Situation habe. Falls nicht, dann sollte ich mich mit dieser Angst auseinandersetzten.

Deshalb war es auch wichtig für mich zu klären ob Angst auch dann entsteht, wenn man die Realität, wie in meinem Fall, zu kritisch/unrealistisch einschätzt.


@BWMichi1: Also wenn ich dich richtig verstanden habe, dann meinst du, dass man seine Angst oder Angststörung nicht mit dem Verstand in den Griff bekommen kann!?

31.05.2008 16:45 • #11


Du weißt schon, dass du hier in einem Forum bist wo Leute sich austauschen die an einer Angststörung leiden? Das hier ist gedacht für seelisch kranke Menschen und nicht für Hobbyphilosophen, die hier über die großen Themen des Daseins debattieren. Sorry.

31.05.2008 19:50 • #12


@sunshine83: Ja mir ist das schon klar, dass das hier ein Forum für Angsterkrankungen ist. Aber es steht nirgends, dass man erst eine ausgewachsene Phobie haben muss, um hier teilzunehmen!
Weiterhin finde ich nicht dass ich ein Hobbyphilosoph bin! Ich habe wie jeder Mensch Angst und versuche zu lernen mit dieser umzugehen! Dass ich hierbei versuche meine Angst zu verstehen und zu erkennen woher sie kommt und wie sie entsteht, das ist mein Weg von dem ich denke, dass dieser für mich zum Erfolg führt! Falls ich hier jemandem mit meiner philosophischen Art auf die Füsse getreten bin möchte ich mich dafür entschuldigen!

Doch genau so wie ich aktzeptiere, dass es hier Menschen gibt die unter Angststörungen leiden, möchte ich, dass hier akzeptiert wird, dass es auch Menschen gibt, die eben versuchen sich ihrer Angst zu stellen und somit lernen damit umzugehen! Deshalb bin ich hier!

Grüße

D G

31.05.2008 20:02 • #13


Christina
Zitat von Dorian Grey:
Aber, dass alle Ängste natürlich sind glaube ich nicht. Denn dann müssten doch bei allen Menschen der gleiche Fehlalarm auftreten.
Wieso das? Menschen haben doch unterschiedliche Schwellen, ab wann sie überhaupt reagieren. Der eine findet Badewasser mit 39 Grad toll, der nächste empfindet es als viel zu heiß... Der gleiche Fehlalarm setzt mindestens voraus, dass die Reaktionsschwelle gleich ist, die Situation gleich ist und die Bewertung der Situation gleich ist. So perfekt kommt das nicht einmal bei eineiigen Zwillingen zustande.

Zitat von Dorian Grey:
Somit glaube ich dass es Ängste gibt, die gerechtfertigt und sinnvoll sind und andere Ängste, die individuell sind. Ich habe mal gelesen, dass man Ängste von seinen Eltern z.B. übernehmen kann. Also wenn man als Kind merkte, dass der Vater oder die Mutter vor irgend etwas starke Angst hatten, dann übernimmt man diese Angst und bewertet dann als Erwachsener immernoch diese Situationen nach dem alten Muster. Deswegen ist es für mich so wichtig zu erkennen wo diese Ängste her kommen um eben zu sehen, stimmt denn diese Bewertung die ich von der Situation habe. Falls nicht, dann sollte ich mich mit dieser Angst auseinandersetzten.
Da wäre es m.E. wichtig, zwischen der psycho-physiologischen Reaktion Angst und der kognitiven Bewertung einer Situation, die letzten Endes ja erst die Angst auslöst, zu unterscheiden. Verhaltenswissenschaftler gehen davon aus, dass so gut wie alle Ängste erlernt sind. Zum Teil durch schlechte Erfahrungen (das ist die sog. Konditionierung - Pawlow lässt grüßen), zu einem weitaus größeren Teil durch sog. Modelllernen (am Vorbild der Eltern z.B.) und dann natürlich auch durch Einsicht (indem man gesagt bekommt, wovor man sich hüten soll) und durch die mit der Entwicklung und Lebenserfahrung zunehmende Fähigkeit, Konsequenzen zu antizipieren. Ein Problem ist tatsächlich - mitunter auch bei ausgewachsenen Angststörungen - das Modelllernen. Es findet zu einer Zeit statt, in der man noch gar nicht in der Lage ist, die Bewertungen, die der Angst zugrunde liegen, zu hinterfragen. Und das, was man da lernt, geht dermaßen in Fleisch und Blut über, dass man es auch später, als erwachsener Mensch, normalerweise erst in einer Therapie hinterfragt.

Was natürlich auch noch eine Rolle spielt, sind die Werte und Normvorstellungen, die man von zuhause mitbekommt. Die wirken sich darauf aus, welche Ziele und Bedürfnisse man entwickelt. Und auch die werden ohne Not selten hinterfragt. Sind Ziele oder Bedürfnisse gefährdet, entsteht Angst. Wer von seinen Eltern z.B. eine hohe Leistungsorientierung mitbekommen hat, wird sich von schlechten Noten und daher schlechteren Berufsaussichten mehr ängstigen lassen als der Nachkomme fröhlicher Hippie-Eltern.

Von der Vorstellung, dass bestimmte Ängste generell gerechtfertigt seien und andere nicht, sollte man sich m.E. verabschieden - wenigstens davon, bestimmte Ängste als nicht gerechtfertigt anzusehen. Denn das führt u.U. dazu, einem Angstkranken zu erklären, dass er davor (was auch immer es ist) doch keine Angst zu haben brauche. Subjektiv gibt es immer gute Gründe, Angst zu haben, und es lohnt sich, diese rauszufinden. Denn dann erst hat man überhaupt eine Chance, die Bewertungen, Normen und Zielvorstellungen zu korrigieren - was immer noch schwierig bleibt, weil es meist das Selbstwertgefühl und die Beziehung zu wichtigen Personen betrifft.

Liebe Grüße
Christina

31.05.2008 20:26 • #14


Hallo Dorian Grey,

ein Leben ohne Angst das gibt es nicht. Gott sei Dank. Denn Angst ist wichtig, sie warnt uns und beschützt uns vor Dummheiten. Wenn du ein Leben ohne Angst führen willst, dass is das nicht nur naiv, sondern auch gar nicht erstrebenswert, denn wie du ja selbst von dir gegeben hast, erfüllt die Angst wohl ihren Sinn. Wo wir schon beim Thema wären, denn bei Menschen, die an einer AngstSTÖRUNG leiden, erfüllt sie diesen Sinn nicht mehr. Deswegen sind wir in gewissen Sinne krank und du nicht. Ich geh ja auch nicht auf ein Forum für Kriegsveteranen weil die bestimmt nen heißen Tip haben, warum es Krieg gibt auf der Welt und zettel da dann ne Grundsatzdiskussion an.

Versteh mich nicht falsch, du kannst von mir aus hier philosophieren so viel du Lust hast. Und vielleicht gefällts ja auch dem ein oder andern mal dem Grundgedanken der Angst auf die Schliche zu kommen, aber wie gesagt, hier findest du nicht die Antwort darauf was für nen Sinn die Angst macht, denn bei ner Angsterkrankung hat sie sich längst verselbstständigt. Genau wie bei chronischen Schmerzen. Die erfüllen auch keine Zweck. Nur ein dummer Nebeneffekt der Signalwirkung des Schmerzes.

Also dann hoff ich du findest hier noch ganz viele, die anders denken als ich.

Liebe Grüße, sunshine

31.05.2008 20:28 • #15


Christina
Zitat von sunshine83:
Also dann hoff ich du findest hier noch ganz viele, die anders denken als ich.
Da würde ich mich schon mal einordnen... Auch eine Angststörung und gerade die generalisierte Angststörung besteht ja nicht aus etwas, das Gesunden völlig unbekannt wäre, sondern es ist die Übersteigerung des Normalen, die irgendwann mal als begründete Sorge angefangen hat. Ohnehin kann jeder eine Angststörung entwickeln, und ich finde es legitim, einer solchen denkbaren Entwicklung vorzubeugen oder auch nur die irrationalen Ängste aus dem eigenen Alltag zu eliminieren. Die machen schließlich niemandem das Leben leichter...

Liebe Grüße
Christina

31.05.2008 20:47 • #16


Ich hatte nicht das Gefühl dass es hier um irrationale Ängste geht, für mich sieht das hier aus wie ne philosophische Diskussion über die Angst an sich.
Von irrationalen Ängsten war hier anfangs nicht die Rede. Und ich finde nach wie vor jemand hier fehl am Platz der sich mal so über Angst informiert. Wer weiß, vielleicht bin ich hier falsch, wenn ich Gleichgesinnte suche. Oder du bist auch in der glücklichen Lage, dass bei dir die Angst ohne jegliche unbegründeten Symptome auftritt. Vielleicht hab ich den Punkt schon überschritten, wo ich mir noch Gedanken mach über jeden Anflug eines Angstgedankens und hin und her überleg wieso weshalb warum. Ich für meinen Teil will wieder leben. Jeder der das eh kann und die normalen Ängste des Alltags eliminieren will der ist wie gesagt nicht krank sondern gelangweilt. Und dass dies hier ein Forum ist, wo sich Angstkranke austauschen, die z.B. an einer generalisierten Angststörung leiden, das steht hier ja wohl schwarz auf weiß, sogar nen Test kann man machen falls man nicht genau weiß, ob man hier richtig is.
Ich kann nur sagen, für mich sind normale Angstgefühle die jeder mal hat und eine Angststörung, die einen daran hindert ein normales Leben zu führen, zwei verschiedene paar Stiefel. Und so sollte es auch behandeln.

sunshine

01.06.2008 09:57 • #17

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Christina
Zitat von sunshine83:
Ich hatte nicht das Gefühl dass es hier um irrationale Ängste geht, für mich sieht das hier aus wie ne philosophische Diskussion über die Angst an sich.
Von irrationalen Ängsten war hier anfangs nicht die Rede.
Ich finde das hier schon sehr konkret, und es zeugt m.E. von einer überzogenen, irrationalen Angst mit potenziell sehr negativen Auswirkungen auf die weitere Entwicklung:
Zitat von Dorian Grey:
In meiner Ausbildung war ich immer sehr gut, dann habe ich mich mit dem Ausbilder verstritten und der hat mir im Praktischen eine so schlechte Note gegeben, dass das meinen ganzen Notendurchschnitt nach unten gezogen hat. Ich habe mich für dieses Zeugnis geschämt und wollte mich damit erst gar nicht bewerben, da ich es für toltal schlecht hielt.
Zur Entwicklung der Angststörung fehlte da nur noch der Schritt der Vermeidung, sich also tatsächlich damit nicht zu bewerben...

Zitat von sunshine83:
Oder du bist auch in der glücklichen Lage, dass bei dir die Angst ohne jegliche unbegründeten Symptome auftritt.
Tatsächlich, das ist so, wenn Du damit beängstigende körperliche Symptome und Panikattacken meinst. Das hatte ich nur ganz zu Anfang meiner Angstprobleme vor 18 Jahren. Als glücklich würde ich meine Lage trotzdem nicht bezeichnen. Lächle, denn es könnte schlimmer kommen. Und ich lächelte, und...

Zitat von sunshine83:
Vielleicht hab ich den Punkt schon überschritten, wo ich mir noch Gedanken mach über jeden Anflug eines Angstgedankens und hin und her überleg wieso weshalb warum. Ich für meinen Teil will wieder leben. Jeder der das eh kann und die normalen Ängste des Alltags eliminieren will der ist wie gesagt nicht krank sondern gelangweilt.
Irrationale Ängste sind keine normalen (= alltägliche, selbstverständlich dazugehörende) Ängste, und wenn's dumm läuft, sind sie sogar der Nährboden einer manifesten Angststörung. Ohnehin: Angststörungen jeglicher Art sind doch nicht wie Viruserkrankungen, die man hat oder nicht. Es ist immer ein Mehr an Angst als der Durchschnitt, ein Weniger an Vertrauen zu sich und der Welt. Wo will man da die Grenze ziehen zwischen gesund und krank genug, um hier mitreden zu dürfen. Auch beim Arzt möchte ich nicht weggeschickt werden, weil ich noch nicht zitternd und schreiend zusammengebrochen bin, sondern ich möchte behandelt werden, bevor ich völlig am Boden bin. Wie sieht's bei Dir aus? Hättest Du Dir in der Notaufnahme anhören wollen, dass Du gefälligt erst wieder da auftauchen sollst, wenn Du wirklich einen Herzinfarkt hast, weil der Notarzt ja nun tatsächlich für richtige Notfälle da ist und nicht für angststörungsbedingte?

Zitat von sunshine83:
Und dass dies hier ein Forum ist, wo sich Angstkranke austauschen, die z.B. an einer generalisierten Angststörung leiden, das steht hier ja wohl schwarz auf weiß, sogar nen Test kann man machen falls man nicht genau weiß, ob man hier richtig is.
Mach den Test mal... Wenn Du es nämlich so streng siehst, dürftest Du hier unter Zukunftsangst genauso wenig schreiben wie ich und viele andere. Du warst zu Beginn der Problematik öfter mal in der Notaufnahme, das spricht für Panikstörung und/oder hypochondrische Ängste, Dein Schwindel ist anscheinend angstauslösendes Leitsymptom. Bei einer generalisierten Angststörung geht es aber um übertriebene Sorgen (die sich oft sogar nicht um einen selbst drehen, sondern um die Familie oder z.B. um die Arbeitsplatzsicherheit etc.), und der Schwindel ist aufgrund der Daueranspannung Begleitsymptom. Aber genug der Diagnostik. Ich persönlich mag es gar nicht, von mir Unbekannten aufgrund einiger Zeilen ferndiagnostiziert und klassifiziert zu werden. Und ich nehme an, dass es anderen ähnlich geht. Deswegen plädiere ich für mehr Toleranz.

Liebe Grüße
Christina

01.06.2008 11:19 • #18


Hallo sunshine

Wie recht du hast mit das du schreibst! Ich für mein teil lasse das sein, ich habs gelesen , udn denk mir. warum zum teufel kommt einer hier rein der nicht betroffen ist? da hätte ich was besseres zu tun...grins*
Seltsam .

Gruss mcihi

01.06.2008 11:27 • #19


@ Christina

Ich seh schon hier scheiden sich die Geister. Wenn du Zweifel an meiner Diagnose hast musst du dich mit meinem Psychologen in Verbindung setzen, ich hab sie nicht gestellt. Richtig, Panikattacken hatt ich auch. Und wenn ich in die Notaufnahme fahren würde, dann weil ich wirklich Angst hätte nen Herzinfarkt zu kriegen und nicht um mich mal so zu informieren. Du fasst halt die ganze Diskussion hier ein bisschen anders auf was wohl auch daran liegen mag, dass unsere Krankheitsgeschichten nichts gemein haben.
Ich will mich hier nicht streiten, aber ich fühle mich hier geborgen unter Gleichgesinnten. Da brauch ich kein Blatt vor den Mund nehmen. Und wenn hier einer kommt, der nicht betroffen ist dann find ich is das wie wenn am FKK-Strand einer mit Badehose rumrennt, um mal so zu kucken. Sorry, mir fällt kein anderer Vergleich ein.
Also, ich darf hier meine Meinung äussern, ohne dass sie sätzeweise zerpflückt wird. Denn ich bin es an dieser Stelle nicht, die sich rechtfertigen muss, hier zu sein.

Können wir uns jetz darauf einigen, dass das meine Meinung is??

sunshine

01.06.2008 12:14 • #20



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