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S

Silk01
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Sammelthema
Hallo,

folgendes Problem: ich male mir Sachen gedanklich immer so aus, dass der schlimmste Fall eintreten wird. Kennt das einer von Euch?

Beispiel: ich hatte einen Unfall mit dem Auto. Personenschaden - Mann kam ins KH. Habe ihn einfach übersehen - Fahrlässigkeit. War schon älter, hat sich die Schulter gebrochen.
Seitdem ging es bei mir im Kopf hin und her ...was kann passieren, wird der Zeuge was behaupten, was nicht stimmt, komme ich dann ins Gefängnis etc ...
Stirbt der Mann vielleicht noch ...ich muss mir dann immer irgendwie Sicherheit holen ...diese Katastrophengedanken machen mich fertig ....dazu kommt dann die Angst.
Das habe ich zB auch bei Krankheiten: mir einer Frau geschlafen, Safer Sex gehabt etc. Dann komme die Katastrophengedanken: vielleicht habe ich mich ja doch irgendwie mit HIV angesteckt etc ...ich male mir immer Sachen aus, die eigentlich nicht realistisch sind ...aber ich kann das dann mit der Angst schlecht kompensieren ...

LG

14.08.2024 #1


26 Antworten ↓
I

Imsturm
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Hallo an Alle hier,

nach langem lesen hier im Forum habe ich mich nun angemeldet und möchte mal von mir berichten (versuche mich kurz zu fassen).
Vor ca. 10 Jahren hatte ich erstmals Probleme mit einem Burnout / depr. Phase. Nach einer Reha ohne Medikamente, war ich seinerzeit, auch wenn viele Spuren zurück geblieben sind, wieder arbeitsfähig.

Anfang dieses Jahres bin ich, obwohl ich mir an sich nichts vorzuwerfen hatte, auf Grund eines berufl. Ereignisses in tiefste, sehr lang anhaltende Angstzustände und PA versunken. Ich habe total katastrophisiert, mir alles in dunkelsten Farben ausgemalt. Die Angstzustände hatten sich bereits generalisiert, hatte schlimmste Albträume, konnte kaum am Leben teilnehmen.
Ich hatte vorher nicht für möglich gehalten, welch schrecklicher Gegner die Angst ist. Ich kann nur allen Respekt zollen, die jahrelang damit leben.

Es erfolgte eine Krankschreibung. Der Hausarzt verschrieb Bromazepam, der Psychiater div. AD's (die ich allesamt nicht vertragen habe). Von den Bromas hatte ich im 1. Halbjahr von einer 20er Packung lediglich 10 verbraucht. Sie haben mir in den schlimmsten Momenten geholfen und mich z.B. auch wieder etwas essen lassen.
Glücklicherweise hatte ich recht schnell eine Reha bekommen und mich innerhalb der Reha wiederum ohne Medikamente sehr gut erholt. Habe dann wieder gearbeitet und bin wieder ins "Laufen" gekommen (hatte insgesamt aber schon ein paar Monate gefehlt), was auf Grund der Gesamtumstände alles andere als einfach war.

Nun kamen Anfang Nov. einige Dinge zusammen und ich bin tatsächlich wieder in einen Angststrudel aus schwersten Existenzängsten geraten. Mein Kopf hört nicht auf und lebt in völligen Katastrophisierungen (die für mich sehr real sind). Besonders im Schlaf. Bin zum Teil wie gelähmt. Der Psychiater (der mich seit langem betreut) weiss keine Lösung, da ich ja theoretisch weiss woran es liegt. Verschrieb Tavor zur Not und Pregabalin zur ständigen Einnahme (Tavor 1 mg habe ich 2 x probiert (natürlich nicht gleichzeitig mit Broma), Pregabalin habe ich noch nicht ausprobiert). Der Hausarzt meinte, dass verantwortungsvoller Einsatz von Bromazepam (bei Verbot einer Dosiserhöhung) für einen gewissen Zeitraum okay wäre, um über den Tag zu kommen.

Reha gibt es ja nur alle drei Jahre. Ich habe mich um eine Psychotherapie bemüht und nach div. Absagen (oder Wartezeiten von über einem Jahr) nun eine in Aussicht. Ich habe versucht wieder zu arbeiten, aber ich konnte mich null konzentrieren und musste mich extrem beherrschen nicht die Fassung zu verlieren. Es ging über meine Kräfte.

Ich nehme nun seit ca. drei Wochen täglich Broma (zwischen 1,5 und 4,5 Gramm) und weiss nicht, wie es weitergehen soll. Insbesondere morgens und wenn es dunkel wird / dämmert oder wenn ich allein bin, ist die Angst am schlimmsten. Zum aus der Haut fahren. Das Schlimme ist, dass die Angst / die Katastrophisierung nahezu ständig präsent ist und sich schon über das ganze Leben gestülpt hat. Einfache Dinge fallen mir schon schwer. Nach einer viertel Broma geht es dann halbwegs, aber ich weiß, dass dies nur eine vorübergehende Lösung sein kann, bzw. gar keine Lösung ist. Es dient nur dem Aushalten der Situation. Joggen, Meditation, Yoga, alles was mir sonst so geholfen hat, fällt mir schwer.

Habe Angst, dass ich mich doch irgendwann als Akut-Fall in ein Krankenhaus überweisen lassen müsste. Habe Angst, dass die erneuten beruflichen Ausfallzeiten gegen mich gewertet werden und ich alles verliere.
Mein Familienleben ist absolut intakt, aber ich belaste es mit meinem Zustand natürlich ungemein und mache mir große Vorwürfe deswegen.

Wer kennt eine solche Problematik, bzw. lebt mit Dauerangst? Wie geht Ihr damit um? Können Medikamente helfen bzw. haben Euch Medikamente geholfen?
Wie viele andere hier im Forum habe ich riesige Angst vor Nebenwirkungen und möchte nicht auch noch tablettenabhängig werden (ist ja mit dem Broma schon mehr als grenzwertig) bzw. mir andere Krankheiten einfangen. Haben Euch stationäre (oder auch ambulante) Therapien (evtl. auch ohne Medis) in einem solchen Fall geholfen? Körperlich ist bei mir ansonsten alles okay.

Liebe Grüße, freue mich über jede Antwort.

15.12.2019 14:24 • x 2 #9


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A


Immer Katastrophengedanken - Angst

x 3


Carsten1974

Carsten1974
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Zitat von Imsturm:
Wer kennt eine solche Problematik, bzw. lebt mit Dauerangst? Wie geht Ihr damit um? Können Medikamente helfen bzw. haben Euch Medikamente geholfen?


Hallo, vieles, was Du beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich habe selbst teilweise, sehr starke Ängste, die mich seit meiner Kindheit plagen und vor allem abends/nachts am stärksten sind. Bei mir sind es wechselnde Ängste, aber zwei Themen sind derzeit dauer präsent: Angst vor Alleinsein und einer Umwelt- oder Klimakatastrophe.

Da meine Ängste stärker werden, wenn ich allein zu Hause bin und es dunkel ist, versuche ich jeden Abend in Gemeinschaft zu verbringen und nachts laufen Hörbücher und ich habe Licht ab. Außerdem nehme ich jetzt seit 12 Wochen Pregabalin, was immer ein paar Wochen gut hilft. Dann lässt allerdings die Wirkung nach und ich musste immer wieder die Dosis heraufsetzen. Lange Zeit hat mir auch Venlafaxin sehr gut geholfen, bevor ich wegen Restless Legs dies nicht mehr nehmen konnte.

Mir hilft außerdem Meditation, Yoga bzw. Sport allgemein und der Besuch von Selbsthilfegruppen sowie meine Spiritualiät bzw. christlicher Glaube. Therapien haben mir bei den beschriebenen Ängsten bisher leider wenig geholfen. In akuten Krisen war allerdings ein (Tages-)Klinikaufenthalt in einer psychosomatischen Klinik oft die "Rettung".

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass es Dir bald besser geht!

15.12.2019 15:54 • x 2 #10


Zum Beitrag im Thema ↓


O
Ich kenn das sehr gut.Ich mal mir immer aus unter der Brücke zu landen obwohl es dafür keinen grund gibt..
Dann denk ich aber an die sogenannte "selbsterfüllende Prophezeihung" u.das hilft mir runterzukommen.Es gibt
viele gute Bücher darüber o.schau mal bei you tube.

GLG

#2


W
Hallo Silk01,

ja, ich kenne das ebenfalls. Bei mir ging es lange auch um HIV: "Eben habe ich eine Klinke angefasst. Könnte sein, dass da ein kleiner Fleck dran war, den man fast nicht gesehen hat. Aber was, wenn das Blut war? Vielleicht von jemandem mit HIV? Danach habe ich mir die Augen gerieben. Könnte sein, dass dabei was in meine Augen gekommen ist. Kann ich so HIV bekommen? Vielleicht schon!"

Ich glaube, dass mein Gehirn dann nicht mehr unterscheidet zwischen "Wirklichkeit" und "Ausgedachtem". Und die Gefühle, die ich dann habe, sind gleich. Sie wären identisch, egal, ob ich nur daran denke oder mir ein Arzt HIV bescheinigt.

Ich meine, dass für mich dann nur der "Gedankenstopp" funktioniert. Wenn ich merke, dass das Gedankenkarussel losfährt, dann höre ich auf damit, das zu denken. Dann versuche ich, mich abzulenken und etwas anderes zu tun, das meine volle Aufmerksamkeit fordert.

Beispiel: ich habe momentan Sorge, dass eine alte Lampe, die bei uns im Keller an der Decke hängt, innendrin ein kleines Teil aus Asbest beinhaltet und dass der Asbest bei Gebrauch der Lampe freigesetzt wird und meine Familie und ich deswegen elendig krepieren müssen. - Wenn ich also wieder anfange, an diese Lampe zu denken und was ich nur tun kann, damit meine Befürchtungen nicht wahr werden, dann ziehe ich mir die Schuhe an und laufe eine Runde um den Block oder kaufe ein oder mache irgendwas, was nicht damit zu tun hat. "Stopp mit dem Mist!", sage ich mir dann.

Vielleicht funktioniert das auch für dich?

viele grüße
Wissenschaftler

#3


L
Ich kenne diese Katastrophengedanken auch....egal was ich anpacke,ich traue mir selber nicht und in meinem Kopf endet alles negativ....was dann zur Folge hat das ich noch mehr angst bekomme und das Grübeln kein Ende nimmt.
Ich will das nicht und trotzdem kann ich es nicht ändern.

#4


Schlaflose
Zum Teil geht es mir genauso. Ich habe aber durch die Therapie gelernt, stopp zu sagen, d.h., wenn ich merke, dass die Katastrophengedanken einsetzen, sage ich nein, und zwinge mich, an etwas anderes zu denken. Was mir auch immer hilft ist, mir zu vergegenwärtigen, dass in den meisten Fällen, wo ich mich verrückt gemacht habe, alles gar nicht eingetroffen ist.

#5


S
Ich habe bei mir festgestellt, dass es schlimmer geworden ist. Ich glaube, das ist eine Sache der Selbstsicherheit und der Kontrolle ...man möchte über Alles die Kontrolle behalten und Kontrollverlust ergibt Angst bei mir. Anstatt mir selber und der Situation zu vertrauen, versuche ich zu Kontrollieren ....Sicherheit durch Kontrolle ...ich bin Kind eines Alk.. Glaube, dass es aus meiner Kindheit kommt ....

#6


M
Ich habe mir angewöhnt solche Gedanken immer bis zu Ende zu denken, praktisch nach jedem Gedanken zu fragen, "und dann"....

Klar am Schluss ist man immer tot, aber der kommt so oder so, ob ich ihn nun kommen sehe oder nicht, wenn ich frage, "und dann", frage ich mich auch wie realistisch ist das eigentlich, und dann kommt zumindest dieser eine Gedanke nicht wieder, wenn man ihn allerdings immer bewusst abwürgt, schenkt man ihm das ewige Leben.

Wenn ich das zu ende denke kann ich irgendwann sagen, schei. drauf, dann ist es halt so.

#7


F
habe auch diese verdammten ängste vor krankheiten, tod, elend.
meine zwillingsschwester hat multiple sklerose im endstadium. sie "vegetiert" in einem pflegeheim. ist zu nichts mehr fähig,
kann nicht mehr reden, laufen, auf's klo gehen ...

ich bin seitdem sehr depressiv und hatte schon eine stress-psychose. ich weiß, dass der zustand meiner schwester nicht alleine dafür verantwortlich ist, denn ich bin auch alleinerziehendund verdiente mein geld in einem call-center. wer das schon mal gemacht hat, weiß, wovon ich rede.

seit der psychose bin ich arbeitsunfähig und nun schon bald 3 jahre zuhause. mittlerweile gehe ich die glatten wände hoch.
mein leben läuft nach dem motto " aufstehen - überleben - in's bett gehen." morgens, wenn die kinder in der schule sind, bin ich erstma ganz unruhig und weiß nicht, wo anfangen. gehe dann meist einkaufen oder mache den haushalt , aber alles mit einem sehr ängstlichen gefühl im bauch. dann wird gekocht, wobei ich immer denke " das schmeckt meiner tochter doch eh nicht." nachmittags lege ich mich immer hin und döse dann 1 bis 2 std.würde am liebsten liegenbleiben, habe aber immer schlechtes gewissen meinen kindern ggüber. sie sind 9 und 12 jahre alt. beschäftigen sich schon alleine, manchmal wollen sie aber schon, dass die mutter präsent ist...
ich habe kaum mehr soziale kontakte, fühle mich sehr einsam , kann aber gleichzeitig kaum kontakte pflegen. habe mit der psychose auch freunde verloren. wenn mich jemand trifft und das hört, wird nur immer " aber man merkt dir gar nichts an" gesagt. toll.

warum ich das alles schreibe ? ich hätte so gerne austausch mit jemandem, der genauso drinhängt oder - hing und mich versteht.
ich möchte so gern mein altes leben zurück und weiß doch, dass dies nie mehr der fall sein wird.
habe jetzt nur drauflos geschrieben, ist vllt. etwas konfus rübergekommen. sorry.

traurige grüße vom frollein.

#8


I

Katastrophengedanken

Hallo an Alle hier,

nach langem lesen hier im Forum habe ich mich nun angemeldet und möchte mal von mir berichten (versuche mich kurz zu fassen).
Vor ca. 10 Jahren hatte ich erstmals Probleme mit einem Burnout / depr. Phase. Nach einer Reha ohne Medikamente, war ich seinerzeit, auch wenn viele Spuren zurück geblieben sind, wieder arbeitsfähig.

Anfang dieses Jahres bin ich, obwohl ich mir an sich nichts vorzuwerfen hatte, auf Grund eines berufl. Ereignisses in tiefste, sehr lang anhaltende Angstzustände und PA versunken. Ich habe total katastrophisiert, mir alles in dunkelsten Farben ausgemalt. Die Angstzustände hatten sich bereits generalisiert, hatte schlimmste Albträume, konnte kaum am Leben teilnehmen.
Ich hatte vorher nicht für möglich gehalten, welch schrecklicher Gegner die Angst ist. Ich kann nur allen Respekt zollen, die jahrelang damit leben.

Es erfolgte eine Krankschreibung. Der Hausarzt verschrieb Bromazepam, der Psychiater div. AD's (die ich allesamt nicht vertragen habe). Von den Bromas hatte ich im 1. Halbjahr von einer 20er Packung lediglich 10 verbraucht. Sie haben mir in den schlimmsten Momenten geholfen und mich z.B. auch wieder etwas essen lassen.
Glücklicherweise hatte ich recht schnell eine Reha bekommen und mich innerhalb der Reha wiederum ohne Medikamente sehr gut erholt. Habe dann wieder gearbeitet und bin wieder ins "Laufen" gekommen (hatte insgesamt aber schon ein paar Monate gefehlt), was auf Grund der Gesamtumstände alles andere als einfach war.

Nun kamen Anfang Nov. einige Dinge zusammen und ich bin tatsächlich wieder in einen Angststrudel aus schwersten Existenzängsten geraten. Mein Kopf hört nicht auf und lebt in völligen Katastrophisierungen (die für mich sehr real sind). Besonders im Schlaf. Bin zum Teil wie gelähmt. Der Psychiater (der mich seit langem betreut) weiss keine Lösung, da ich ja theoretisch weiss woran es liegt. Verschrieb Tavor zur Not und Pregabalin zur ständigen Einnahme (Tavor 1 mg habe ich 2 x probiert (natürlich nicht gleichzeitig mit Broma), Pregabalin habe ich noch nicht ausprobiert). Der Hausarzt meinte, dass verantwortungsvoller Einsatz von Bromazepam (bei Verbot einer Dosiserhöhung) für einen gewissen Zeitraum okay wäre, um über den Tag zu kommen.

Reha gibt es ja nur alle drei Jahre. Ich habe mich um eine Psychotherapie bemüht und nach div. Absagen (oder Wartezeiten von über einem Jahr) nun eine in Aussicht. Ich habe versucht wieder zu arbeiten, aber ich konnte mich null konzentrieren und musste mich extrem beherrschen nicht die Fassung zu verlieren. Es ging über meine Kräfte.

Ich nehme nun seit ca. drei Wochen täglich Broma (zwischen 1,5 und 4,5 Gramm) und weiss nicht, wie es weitergehen soll. Insbesondere morgens und wenn es dunkel wird / dämmert oder wenn ich allein bin, ist die Angst am schlimmsten. Zum aus der Haut fahren. Das Schlimme ist, dass die Angst / die Katastrophisierung nahezu ständig präsent ist und sich schon über das ganze Leben gestülpt hat. Einfache Dinge fallen mir schon schwer. Nach einer viertel Broma geht es dann halbwegs, aber ich weiß, dass dies nur eine vorübergehende Lösung sein kann, bzw. gar keine Lösung ist. Es dient nur dem Aushalten der Situation. Joggen, Meditation, Yoga, alles was mir sonst so geholfen hat, fällt mir schwer.

Habe Angst, dass ich mich doch irgendwann als Akut-Fall in ein Krankenhaus überweisen lassen müsste. Habe Angst, dass die erneuten beruflichen Ausfallzeiten gegen mich gewertet werden und ich alles verliere.
Mein Familienleben ist absolut intakt, aber ich belaste es mit meinem Zustand natürlich ungemein und mache mir große Vorwürfe deswegen.

Wer kennt eine solche Problematik, bzw. lebt mit Dauerangst? Wie geht Ihr damit um? Können Medikamente helfen bzw. haben Euch Medikamente geholfen?
Wie viele andere hier im Forum habe ich riesige Angst vor Nebenwirkungen und möchte nicht auch noch tablettenabhängig werden (ist ja mit dem Broma schon mehr als grenzwertig) bzw. mir andere Krankheiten einfangen. Haben Euch stationäre (oder auch ambulante) Therapien (evtl. auch ohne Medis) in einem solchen Fall geholfen? Körperlich ist bei mir ansonsten alles okay.

Liebe Grüße, freue mich über jede Antwort.

x 2 #9


Carsten1974
Zitat von Imsturm:
Wer kennt eine solche Problematik, bzw. lebt mit Dauerangst? Wie geht Ihr damit um? Können Medikamente helfen bzw. haben Euch Medikamente geholfen?


Hallo, vieles, was Du beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Ich habe selbst teilweise, sehr starke Ängste, die mich seit meiner Kindheit plagen und vor allem abends/nachts am stärksten sind. Bei mir sind es wechselnde Ängste, aber zwei Themen sind derzeit dauer präsent: Angst vor Alleinsein und einer Umwelt- oder Klimakatastrophe.

Da meine Ängste stärker werden, wenn ich allein zu Hause bin und es dunkel ist, versuche ich jeden Abend in Gemeinschaft zu verbringen und nachts laufen Hörbücher und ich habe Licht ab. Außerdem nehme ich jetzt seit 12 Wochen Pregabalin, was immer ein paar Wochen gut hilft. Dann lässt allerdings die Wirkung nach und ich musste immer wieder die Dosis heraufsetzen. Lange Zeit hat mir auch Venlafaxin sehr gut geholfen, bevor ich wegen Restless Legs dies nicht mehr nehmen konnte.

Mir hilft außerdem Meditation, Yoga bzw. Sport allgemein und der Besuch von Selbsthilfegruppen sowie meine Spiritualiät bzw. christlicher Glaube. Therapien haben mir bei den beschriebenen Ängsten bisher leider wenig geholfen. In akuten Krisen war allerdings ein (Tages-)Klinikaufenthalt in einer psychosomatischen Klinik oft die "Rettung".

Ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass es Dir bald besser geht!

x 2 #10


I
Hallo Carsten!

Vielen Dank für Deine Antwort, Dein Verständnis und das Daumen drücken! Ich überlege tatsächlich auch das Pregabalin einzunehmen. Du hast geschrieben, dass es Dir für 12 Wochen geholfen hat, aber Du nun die Dosis erhöhen müsstest. Wieviel hast Du bisher genommen? Erhöhst Du nun oder schleichst Du es wieder aus?

Joggen gehörte in den letzten Jahren fest zu meinem Leben, aber im Augenblick kochen die Ängste / das Kopfkino beim Laufen erst so richtig hoch. Das Wetter tut sein übriges... Horror... der ganze Körper gerät dann in Hetze / Panik... zum Laufen fehlt dann die Luft...

Im Moment scheint es mir auch so, dass eine Hinwendung zu mehr Spiritualität sinnvoll wäre. Ich stehe dem Buddhismus da jedoch näher (jeder, wie er mag).

Eine Akut Überweisung in die Klinik, in der ich auch zweifach zur Reha war, ist für mich noch die ultima ratio. Wenn es nicht besser werden sollte, vermutlich unausweichlich.

Kannst Du trotz deiner Ängste deinem Beruf nachgehen?

#11


Carsten1974
Zitat von Imsturm:
Du hast geschrieben, dass es Dir für 12 Wochen geholfen hat, aber Du nun die Dosis erhöhen müsstest. Wieviel hast Du bisher genommen? Erhöhst Du nun oder schleichst Du es wieder aus?

Kannst Du trotz deiner Ängste deinem Beruf nachgehen?


Ich hatte am Anfang 150 mg Pregabalin und bin jetzt bei 300 mg. Allerdings habe ich jetzt schon wieder den Eindruck, dass es nicht mehr richtig hilft. Daher überlege ich auf Opipramol zur Nacht umzustellen. Da werde ich wahrscheinlich aber mit Müdigkeit am Vormittag zu tun haben. Aber so wie es jetzt ist, geht es auch nicht weiter. Arbeiten kann ich leider schon seit 1,5 Jahren nicht mehr. Deswegen fahre ich auch im Januar/Februar zur Reha.

x 2 #12


I
Danke für Deine Erfahrungen!
Mein Psychiater meinte heute erst, dass eine Pregabalin (habe noch keine genommen) abends zum Angst lösen reichen würde... (hm, er ist echt okay und lange im Geschäft, aber das deckt sich ja nicht mit den Berichten hier...)...
Es ist wirklich schwierig. Drücke Dir die Daumen mit dem Opipramol! Habe so den Eindruck (nach den Erfahrungsberichten), dass bei diesem Medi die wenigsten NW auftauchen...

Glücklicherweise haben sich meine Ängste gestern etwas gelöst (klopfe demütigst 3 x auf Holz!) und ich schaue erst einmal, wie es sich weiterentwickelt. Nehme erstmal keine Medis (auch keine Benzos) und warte ab...

Liebe Grüße

#13


E
Hallo

Ich habe auch generalierte Angststörung.
Mir hilft sehr gut Yoga und eine Verhaltenstherapie hat grosse Erfolge bei mir erzielt
Nach einem Rückfall geht's mir jetzt immer Mal wieder schlecht habe aber auch gute Phasen.
Ich nehme keine Medikamente,

x 2 #14


I
Zitat von tuffie 01:
HalloIch habe auch generalierte Angststörung.Mir hilft sehr gut Yoga und eine Verhaltenstherapie hat grosse Erfolge bei mir erzieltNach einem Rückfall geht's mir jetzt immer Mal wieder schlecht habe aber auch gute Phasen.Ich nehme keine Medikamente,


Hallo Tuffie,

danke für Deine Erfahrungen... klingt nach einem guten Weg!
Ich hoffe, ich kann jetzt auch wieder etwas mit Jogging und Yoga einsteigen ohne in Pressatmung zu verfallen...

x 1 #15


Carsten1974
Zitat von Imsturm:
Mein Psychiater meinte heute erst, dass eine Pregabalin (habe noch keine genommen) abends zum Angst lösen reichen würde... (hm, er ist echt okay und lange im Geschäft, aber das deckt sich ja nicht mit den Berichten hier...)...


Wie Medis wirken, ist letztlich auch immer indviduell verschieden. Daher sind meine Erfahrungen nicht auf Dich oder andere übertragbar.

#16


E
Bestimmt ,schaffst du das.
Das Yoga Atem ist ja ganz sanft also erstmal in DD en Bauch atmen durch die Nase und dann wieder ausatmen durch die nase .
Danach im wechseln Bauch , Brustkorb.
Danach kehrst du wieder zu deinem Atem zurück.
Anfangs kam Panik in mir auf , aber dass ist nur ein Zeichen dass du viel Fürsorge brauchst und verdient hast.
Wahrscheinlich hast du dich sehr belastet .
Aber schau Mal.
Der Weg ist das Ziel oder das Ziel ist der Weg.

x 1 #17

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I
Zitat von tuffie 01:
Bestimmt ,schaffst du das.Das Yoga Atem ist ja ganz sanft also erstmal in DD en Bauch atmen durch die Nase und dann wieder ausatmen durch die nase .Danach im wechseln Bauch , Brustkorb.Danach kehrst du wieder zu deinem Atem zurück.Anfangs kam Panik in mir auf , aber dass ist nur ein Zeichen dass du viel Fürsorge brauchst und verdient hast.Wahrscheinlich hast du dich sehr belastet .Aber schau Mal.Der Weg ist das Ziel oder das Ziel ist der Weg.


Lieben Dank!

#18


E
Ich habe auch immer wieder Katastrophale Gedanken.

Ich leide unter Generalisierte Angststörung,seit 15Jahren.
Bin seit 05/19 beim Psychologen.

Ich saß im April diesen Jahres im Wohnzimmer,schaute aus dem Fenster und mitmal aus heiterem Himmel packte mich eine unheimliche Angst.
Gedanken ich könnte aus dem Fenster springen. Diese Angst fesselt mich.
Ich will nicht sterben oder habe irgendwelche Absichten mich selbst zu verletzten/umzubringen.
Aber ich komme von diesem Gedanken nicht los.
Kennt jemand sowas ?

#19


T

Ständig schlimme Befürchtungen / Angstgedanken

Hallo zusammen, kennt vielleicht jemand das oben genannte Problem bzw Phänomen bei Angst? Wenn man zb eine schlimme Befürchtung hat die nichts mit der Realität zu tun hat da es zig Gründe gibt die dagegen sprechen aber man trotzdem davon überzeugt ist dass dies eintreffen wird?
Ich habe zb vor ca 3 Jahren im Familienbetrieb mitgearbeitet und war davon überzeugt dass dieser wegen mir pleite geben wird. Dies nur als kleines Beispiel von vielen bei mir
Ich würde mich über Antworten freuen um mal nicht zu denken dass nur ich sowas habe und mich eh keiner versteht

#20


A


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Mira Weyer
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