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Hallo an Alle hier,
nach langem lesen hier im Forum habe ich mich nun angemeldet und möchte mal von mir berichten (versuche mich kurz zu fassen).
Vor ca. 10 Jahren hatte ich erstmals Probleme mit einem Burnout / depr. Phase. Nach einer Reha ohne Medikamente, war ich seinerzeit, auch wenn viele Spuren zurück geblieben sind, wieder arbeitsfähig.
Anfang dieses Jahres bin ich, obwohl ich mir an sich nichts vorzuwerfen hatte, auf Grund eines berufl. Ereignisses in tiefste, sehr lang anhaltende Angstzustände und PA versunken. Ich habe total katastrophisiert, mir alles in dunkelsten Farben ausgemalt. Die Angstzustände hatten sich bereits generalisiert, hatte schlimmste Albträume, konnte kaum am Leben teilnehmen.
Ich hatte vorher nicht für möglich gehalten, welch schrecklicher Gegner die Angst ist. Ich kann nur allen Respekt zollen, die jahrelang damit leben.
Es erfolgte eine Krankschreibung. Der Hausarzt verschrieb Bromazepam, der Psychiater div. AD's (die ich allesamt nicht vertragen habe). Von den Bromas hatte ich im 1. Halbjahr von einer 20er Packung lediglich 10 verbraucht. Sie haben mir in den schlimmsten Momenten geholfen und mich z.B. auch wieder etwas essen lassen.
Glücklicherweise hatte ich recht schnell eine Reha bekommen und mich innerhalb der Reha wiederum ohne Medikamente sehr gut erholt. Habe dann wieder gearbeitet und bin wieder ins "Laufen" gekommen (hatte insgesamt aber schon ein paar Monate gefehlt), was auf Grund der Gesamtumstände alles andere als einfach war.
Nun kamen Anfang Nov. einige Dinge zusammen und ich bin tatsächlich wieder in einen Angststrudel aus schwersten Existenzängsten geraten. Mein Kopf hört nicht auf und lebt in völligen Katastrophisierungen (die für mich sehr real sind). Besonders im Schlaf. Bin zum Teil wie gelähmt. Der Psychiater (der mich seit langem betreut) weiss keine Lösung, da ich ja theoretisch weiss woran es liegt. Verschrieb Tavor zur Not und Pregabalin zur ständigen Einnahme (Tavor 1 mg habe ich 2 x probiert (natürlich nicht gleichzeitig mit Broma), Pregabalin habe ich noch nicht ausprobiert). Der Hausarzt meinte, dass verantwortungsvoller Einsatz von Bromazepam (bei Verbot einer Dosiserhöhung) für einen gewissen Zeitraum okay wäre, um über den Tag zu kommen.
Reha gibt es ja nur alle drei Jahre. Ich habe mich um eine Psychotherapie bemüht und nach div. Absagen (oder Wartezeiten von über einem Jahr) nun eine in Aussicht. Ich habe versucht wieder zu arbeiten, aber ich konnte mich null konzentrieren und musste mich extrem beherrschen nicht die Fassung zu verlieren. Es ging über meine Kräfte.
Ich nehme nun seit ca. drei Wochen täglich Broma (zwischen 1,5 und 4,5 Gramm) und weiss nicht, wie es weitergehen soll. Insbesondere morgens und wenn es dunkel wird / dämmert oder wenn ich allein bin, ist die Angst am schlimmsten. Zum aus der Haut fahren. Das Schlimme ist, dass die Angst / die Katastrophisierung nahezu ständig präsent ist und sich schon über das ganze Leben gestülpt hat. Einfache Dinge fallen mir schon schwer. Nach einer viertel Broma geht es dann halbwegs, aber ich weiß, dass dies nur eine vorübergehende Lösung sein kann, bzw. gar keine Lösung ist. Es dient nur dem Aushalten der Situation. Joggen, Meditation, Yoga, alles was mir sonst so geholfen hat, fällt mir schwer.
Habe Angst, dass ich mich doch irgendwann als Akut-Fall in ein Krankenhaus überweisen lassen müsste. Habe Angst, dass die erneuten beruflichen Ausfallzeiten gegen mich gewertet werden und ich alles verliere.
Mein Familienleben ist absolut intakt, aber ich belaste es mit meinem Zustand natürlich ungemein und mache mir große Vorwürfe deswegen.
Wer kennt eine solche Problematik, bzw. lebt mit Dauerangst? Wie geht Ihr damit um? Können Medikamente helfen bzw. haben Euch Medikamente geholfen?
Wie viele andere hier im Forum habe ich riesige Angst vor Nebenwirkungen und möchte nicht auch noch tablettenabhängig werden (ist ja mit dem Broma schon mehr als grenzwertig) bzw. mir andere Krankheiten einfangen. Haben Euch stationäre (oder auch ambulante) Therapien (evtl. auch ohne Medis) in einem solchen Fall geholfen? Körperlich ist bei mir ansonsten alles okay.
Liebe Grüße, freue mich über jede Antwort.