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sailors
Hallo ich mache eine ambulante Therapie und komme soweit gut voran. Mein Therapeut hat mir letztens gesagt, das ich nicht nicht wissen muss was die Zukunft bringt. Ich fand das so passend bezüglich meiner Ängste und so weise, das ich das hier einmal erwähne. Ich wollte auch einige Dinge von meiner Seele schreiben.

Seit meiner Kindheit leide ich unter starken Ängsten und schlimmen Grübeleien. Ich hatte einen strengen, dominanten Vater, der mir öfter mal auch die Nase blutig geschlagen hat. Die Schule war auch nicht einfach, ich war ein Mobbingopfer. Ich hatte von zuhause auch nicht das Selbstvertrauen. Daher kommen auch meine Ängste her, von meinen Vater, da bin ich mir sicher. Wenn etwas geschehen ist, was ihm nicht gepasst hat, ist er laut geworden und hat manchmal zugeschlagen. Ich bin das älteste Kind von uns und habe das Meiste seiner Wut abbekommen.
Ich bin jetzt Anfang 20 und ich fühle mich in manchen Situationen kaputt. Es muss alles gut Laufen sonst werde ich gefühlsmäßig ein schlechter Mensch.. aus der Sicht meines "inneren Vaters". Ich habe diese strenge Art meines Vaters übernommen.

Mein Vater ist kein schlechter Mensch. Ich mache jahrelang Therapie und ich kann inzwischen meinen Vater manchmal sogar loben. Mir geht es besser wenn ich nicht schlecht über meinen Vater reden. Ich erkenne manche Dinge von ihm an mir wieder. Ich bin ein Teil von ihm und es ist so, wie es ist, und es ist gut so. Da gibt es ein Lied von König der Löwen 2. Ein Teil von dir. Ich habe wie erwähnt jahrelang Therapie hinter mir.

In ein paar Monaten stehen einige Veränderungen an. Ich möchte mit meinen Freund zusammenziehen. Ich suche mir einen neuen Job.
Und ich habe viele Ängste und ich bin wirklich fix und fertig. Weil ich mir über alles Gedanken mache. Dieses krankhafte Grübeln.

Ich muss nicht wissen was die Zukunft bringt. aber bis ich es fühle wird es noch dauern.

lg

12.12.2017 20:25 • 15.12.2017 #1


8 Antworten ↓


sailors
Hallo. Schade das niemand schreibt.

13.12.2017 00:45 • #2



Ich muss nicht wissen was die Zukunft bringt

x 3


sailors
Hallo vielleicht bin ich ungeduldig. aber ich finde es schade das keiner antwortet. das Thema beschäftigt mich und ich habe gehofft das jemand antwortet

13.12.2017 16:05 • #3


Schlaflose
Du hast ja nichts gefragt. Worauf soll man antworten?

13.12.2017 16:17 • #4


Luna70
Zitat von sailors:
Ich hatte einen strengen, dominanten Vater, der mir öfter mal auch die Nase blutig geschlagen hat.


Zitat von sailors:
Mein Vater ist kein schlechter Mensch.


Das hört sich aber schon widersprüchlich an, finde ich. Menschen, die gewalttätig werden sind in meinen Augen ganz schwach. Um Kinder zu erziehen muss man nicht zuschlagen. Gut oder schlecht ist als Beschreibung eines Menschen vielleicht auch gar nicht so gut geeignet. Wie würdest du deinen Vater denn beschreiben?

Zitat von sailors:
Es muss alles gut Laufen sonst werde ich gefühlsmäßig ein schlechter Mensch


Jeder Mensch hat auch negative Emotionen, das ist einfach menschlich. Niemand ist immer nur gütig, empathisch, zugewandt. Deshalb ist man doch noch lange kein schlechter Mensch. Bist du da nicht ein bisschen sehr streng mit dir selbst?

Zitat von sailors:
Und ich habe viele Ängste und ich bin wirklich fix und fertig


Dann erzähle doch mal von deinen Ängsten. Dann können wir dir sicher konkreter helfen.

13.12.2017 16:37 • #5


sailors
Zitat von Luna70:



Das hört sich aber schon widersprüchlich an, finde ich. Menschen, die gewalttätig werden sind in meinen Augen ganz schwach. Um Kinder zu erziehen muss man nicht zuschlagen. Gut oder schlecht ist als Beschreibung eines Menschen vielleicht auch gar nicht so gut geeignet. Wie würdest du deinen Vater denn beschreiben?



Jeder Mensch hat auch negative Emotionen, das ist einfach menschlich. Niemand ist immer nur gütig, empathisch, zugewandt. Deshalb ist man doch noch lange kein schlechter Mensch. Bist du da nicht ein bisschen sehr streng mit dir selbst?


Hallo mein Vater ist sehr streng und hat manchmal seine Wut nicht unter Kontrolle. Ich bin manchmal eifersüchtig auf junge Menschen, die einen ruhigen ausgeglichen Vater haben. Aber er hat auch gute Seiten. Er ist handwerklich begabt. Aber als Vater.. hat er sich öfters nicht unter Kontrolle. Ich wollte zum Ausdruck bringen, das es mir besser geht, wenn ich neutraler auf meinen Vater sehe. Ich hatte früher einen Hass auf meinen Vater. Aber das hat mir nicht gut getan. Ich bin seine Tochter. Und ich erkenne Anteile an mir von meinen Vater. Ich habe auch etwas Handwerkliches Interesse oder den Wille alles selber in die Hand zu nehmen. Das habe ich von ihm.

Ich bin sehr streng zu mir. Ich weiß nicht, wie ich das verlernen kann. Oder wie ich das untrainierten kann.

Wisst ihr ich habe Angst vor vielen Dingen in der Zukunft. Habe ich das Richtige studiert? Ich habe Angst, vor dem Zeitpunkt wo ich feststellen werde, das ich das Falsche studiert habe. Ist mein Freund der Richtige? Ich habe ihn schon echt gern. Aber ob ich ihn noch Liebe. Schwierige Frage. Soll ich mit ihn Zusammen ziehen? Und wenn es scheitert?

Ich weiß nicht wo ich Hilfe bekommen würde. Ich habe nur alle 3 Wochen einen Termin bei meinen Therapeuten. Hier gibt es kaum Plätze. Und sonst.. habe ich keine Idee was ich tuen soll

14.12.2017 11:11 • #6


Hallo sailors,

ich hatte früher das gleiche Problem wie du. Mein Vater war auch sehr streng, und er war noch richtig vom "alten Schlag".

Das fing schon beim Essen an, wenn ich nicht alles aufgegessen hab, musste ich mich stundenlang in eine Ecke hinknien zur Strafe, auf kleinen harten Erbsen, die unter meinen Kinderknien bereits nach einigen Minuten weh taten. Und wehe ich hatte später Hunger, das gab dann Ohrfeigen und "ab ins Zimmer". Wenn ihn etwas richtig verärgert hat, bekam ich Schläge mit seinem Gürtel, Tritte und sonst was. Ich war auch immer neidisch auf andere Kinder, die einen liebevollen Vater hatten. Ich seh ihn noch vor mir, wie er sich vor mir aufgebäumt hat...

Mit 19 Jahren lernte ich meinen heutigen Mann kennen und ich zog aus. Das Verhältnis zwischen uns wurde dann besser, er war meinem Sohn ein ganz lieber Opa und meinem Mann ein toller Schwiegervater.

Und ich streifte meine Vergangenheit ab. Ich hatte eine eigene Familie und bin glücklich, dass ich aus meiner Kindheit kein Trauma mitgenommen hab. Es hätte auch anders werden können....

Mein Vater starb dieses Jahr im Mai. Ein paar Stunden vorher waren seine letzten Worte an mich :"Halt deinen Mund! ", als er starb oder auch bei der Beerdigung konnte ich noch nicht mal richtig weinen. Meine Kindheit ist mit ihm gestorben, und ich lebe heute ein schönes Leben seit meinem 19. Lebensjahr ohne ihn.

Lass einfach los und mach dein eigenes Ding. Dein Vater hat mit deinem jetzigen Leben nichts mehr zu tun und du bist ihm für nichts Rechenschaft schuldig.

14.12.2017 11:59 • x 1 #7


Luna70
Zitat von sailors:
Ich wollte zum Ausdruck bringen, das es mir besser geht, wenn ich neutraler auf meinen Vater sehe.


Wenn das dein Weg ist, mit der Situation umzugehen, ist es doch in Ordnung. Was ist denn mit deiner Mutter, die kann doch deine blutige Nase oder sonstige Blessuren nicht übersehen haben, oder?

Zitat von sailors:
Ich habe Angst, vor dem Zeitpunkt wo ich feststellen werde, das ich das Falsche studiert habe.


Selbst wenn das so kommen sollte, dann wird sich eine andere Tür öffnen. Ich bin ja nun schon eine Weile länger als du auf dieser Welt und meine Erfahrung ist, dass es nicht nur den einen Weg gibt, sondern viele. Wenn dieser Zeitpunkt kommt (was ja gar nicht feststeht) dann wirst du etwas anderes finden. Ich arbeite jetzt zwar wieder in meinem erlernten Beruf, aber ich habe auch schon andere Sachen gemacht und immer lernt man was dazu, was einem dann später zugute kommt. Dein Studium wird nicht umsonst gewesen sein selbst wenn du irgendwann mal einen anderen Beruf ergreifst. Im Beruf muss man sowieso immer am Ball bleiben, sich weiterbilden usw. Berufe, die man mal gelernt hat und dann bis zum Ende genauso ausübt, gibt es doch kaum noch.

Also denke mal den Gedanken zu Ende, vielleicht stellst du dann fest, dass das gar nicht so beängstigend ist.

Zitat von sailors:
Ist mein Freund der Richtige? Ich habe ihn schon echt gern. Aber ob ich ihn noch Liebe. Schwierige Frage. Soll ich mit ihn Zusammen ziehen? Und wenn es scheitert?


Dann scheitert es halt, aber du hast es wenigstens versucht. Garantien gibt es in der Liebe nicht und keiner kann dir voraussagen, ob das mit dem Zusammenziehen gut geht oder nicht. Dauerhaft Schmetterlinge im Bauch gibts sowieso nicht. Wenn man lange zusammen ist, werden die Schmetterlinge ersetzt durch Vertrautheit, Zusammengehörigkeitsgefühl usw.

Es ist ja gut, dass du dir Gedanken machst, Pläne machst und nicht nur in den Tag lebst. Aber ein bisschen weniger Grübeln wäre schon gut, oder? Du bist jung, das Leben liegt vor dir und da ist es gar nicht nötig dass der Weg schnurgerade vorgezeichnet ist.

15.12.2017 11:51 • #8


resalu
Ich glaube es gibt generell keine Garantie für irgendwas...ausser für den Tod. Den wollen wir ja eher später erleben. Bis dahin ist es unser Recht, ein Leben zu leben, das wir nicht zergrübeln.
Manche Sachen gehen schief. Aber aus denen kann man ja durchaus lernen.
@marya Da war dein Vater ja sowas wie meine Mutter...

15.12.2017 16:45 • #9




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