Pfeil rechts
5

Hallo liebe Forumsmitglieder,

ich weiß im Moment einfach nicht was mit mir los ist und ich denke, dass mir der Austausch mit Betroffenen etwas helfen könnte.
Ich hoffe ihr haltet bis zum Schluss durch, der Text wird nämlich bestimmt ein wenig länger .
Weiß garnicht so recht wo ich anfangen soll.
Also bei mir wurde eine Angststörung diagnostiziert. Die ganze Zeit war es so, dass ich extreme Übelkeit hatte wenn ein Termin anstand (hatte darüber schon ein Thema erstellt). Hatte ich alleine irgendwelche Termine (Arzt oder so) war ich zwar aufgeregt, konnte aber ganz gut damit umgehen. Sobald es ein Essen im Restaurant mit Freunden war oder als Beispiel die Promotion meines Mannes war mir so übel, dass ich abgesagt hatte, also die Situation dann vermieden hatte. Konnte ich also die Situation vermeiden, ging es mir wieder gut. Seit ungefähr 3 Wochen geht es mir aber den ganzen Tag so, als würde irgendein Termin anstehen. Ich hoffe, ihr versteht was ich meine. Ich bin dauerangespannt, hab schwitzige Hände und bin permanent am grübeln. Ich höre nur noch in meinen Körper hinein.
Es steht Anfang Dezember eine gravierende Veränderung in meinem Leben an. Dazu muss ich allerdings etwas weiter ausholen. Mein Mann und ich sind seit 16 Jahren ein Paar, davon sind wir jetzt knapp 1 Jahr verheiratet. Wir haben getrennte Wohnungen (er hat eine eigene Wohnung in seinem Elternhaus und ich wohne mit meiner Mutter zusammen). Ich fahre jeden Abend nach Hause weil ich bei mir noch eine Katze hab und mein Mann und ich haben 2 Hunde (die wohnen sozusagen bei ihm). Vor einem halben Jahr haben wir ein Haus gekauft, unser Traumhaus. Meine Mama zieht auch mit in das Haus und hat dort ihre eigene Wohnung. Auch wenn ich mich sehr darauf freue, dass mein Mann und ich endlich zusammen wohnen habe ich auch ganz schreckliche Angst vor der Veränderung. Ich bin ein absoluter Gewohnheitsmensch und mir fällt es total schwer, aus unserer jetzigen Wohnung in der wir seit 20 Jahren wohnen auszuziehen. Ich mache mir extreme Gedanken über meine 14 Jährige Katze die noch nie wo anders gewohnt hat und dann umziehen und sich an zwei Hunde gewöhnen muss. Hab ein richtig schlechtes Gewissen ihr gegenüber. Unser neues Haus ist wirklich ein Traumhaus, es ist groß, wir müssen nichts renovieren und auch der Garten ist ein Traum.
Ich weiß einfach nicht, wie ich aus dieser Angst vor dem Umzug rauskommen soll. Hatte jetzt zwei Termine beim Psychologen, nächste Woche hab ich noch einen und dann komme ich auf eine Warteliste .
Ich kann jetzt noch nicht einmal sagen, dass ich den ganzen Tag an den bevorstehenden Umzug denke, aber irgendwas ist in meinem Unterbewusstsein und ich weiß nicht was. Ich bin wie gesagt nur noch angespannt, teilweise ist mir übel und der Appetit ist auch nicht wirklich da (mir könnte ja dann noch mehr übel werden).
Komischerweise legt sich meine Anspannung ab dem Abend. Meine Hände sind nicht mehr schwitzig und mir geht es im gesamten besser. Ich schlafe auch gut, aber so bald ich aufgestanden bin geht es wieder los. Bin wirklich verzweifelt weil ich nicht weiß was das ist .

Ich danke allen, die bis zum Schluss durchgehalten haben.

Ganz liebe Grüße

17.10.2019 11:06 • 22.10.2019 #1


13 Antworten ↓


Zimtsternchen
Hallo Pepper2012.
Ich denke das deine Anspannung davon kommt, das du Angst hast vor dem Umzug und den Veränderungen die dieser mit sich bringt. Du hast Angst vor dem Unbekannten und was alles schief gehen könnte.
Ich kenne diese Schwarzmalerei nur zu gut.
Ich mache es selbst auch so, immer wieder, in verschiedenen Situationen.
Versuche das positive an der Veränderung zu sehen.
Du sagst selbst es ist ein Traumhaus und das deine Mama mit einzieht. Ich finde das klingt toll.
Sollte es wirklich mit irgendwas Probleme geben, dann denk daran, das es immer eine Lösung gibt.
Rede auch gerne mit deinem Mann und deiner Mama darüber.
Ihr habt euch ja denke ich gemeinsam für diesen Weg entschieden, also glaube fest daran das es gut geht und versuche dich von den negativen Gedanken und dem Grübeln so gut es geht zu befreien.

17.10.2019 11:24 • x 1 #2



Ich höre ständig in meinen Körper hinein

x 3


Zitat von Zimtsternchen:
Hallo Pepper2012. Ich denke das deine Anspannung davon kommt, das du Angst hast vor dem Umzug und den Veränderungen die dieser mit sich bringt. Du hast Angst vor dem Unbekannten und was alles schief gehen könnte. Ich kenne diese Schwarzmalerei nur zu gut. Ich mache es selbst auch so, immer wieder, in verschiedenen Situationen. Versuche das positive an der Veränderung zu sehen. Du sagst selbst es ist ein Traumhaus und das deine Mama mit einzieht. Ich finde das klingt toll. Sollte es wirklich mit irgendwas Probleme geben, dann denk daran, das es immer eine Lösung gibt. Rede auch gerne mit deinem Mann und deiner Mama darüber. Ihr habt euch ja denke ich gemeinsam für diesen Weg entschieden, also glaube fest daran das es gut geht und versuche dich von den negativen Gedanken und dem Grübeln so gut es geht zu befreien.


Hallo Zimtsternchen,

vielen Dank für deine Antwort.
Du hast absolut recht mit dem was du schreibst. Ich versuche auch immer so zu denken und weiß auch, dass es eigentlich nur Vorteile gibt wenn wir endlich zusammen wohnen. Dann ist da aber diese "Stimme" im Kopf, die mir alles wieder schlecht redet. Es ist im Moment ein absoluter Teufelskreis weil mein Körper auch so verrückt spielt. Ich hab dann Angst, irgendwas zu haben. Mit der Übelkeit kann ich zum Beispiel überhaupt nicht umgehen. Auch dieses ständige Angespannt sein macht mir Angst... Die schwitzigen kalte Hände, der warme Kopf...ich weiß nicht mehr weiter .
Spreche oft mit meinem Mann und meiner Mama darüber, die können es aber nur bedingt nachvollziehen.
Warum können solche "Störungen" nicht einfach so schnell gehen wie sie gekommen sind ?

17.10.2019 11:36 • #3


Zimtsternchen
Ich wäre auch absolut dafür, das solche Gedanken und Gefühle direkt wieder verschwinden und nicht als Dauergast bleiben. Bei mir ist es leider auch so, das die meisten in meinem Umkreis mich nur begrenzt verstehen können. Vieles mache ich mit mir alleine aus. Es verstehen meistens nur diejenigen wirklich gut, die selbst schon damit zu tun hatten.
Übelkeit ist etwas das von der Angst hervorgerufen wird und sie dann auch noch verstärkt.....leider. Kann dich sehr gut verstehen. Ich kenne auch diese blöde keine Stimme, die immer alles schlecht redet.
Versuche dich mit positiven Dingen abzulenken. Evtl zu überlegen was du alles im Haus dekorieren oder verändern möchtest. Wenn ein Garten dabei ist, kannst du dir positive Gedanken machen wie du ihn gerne gestalten möchtest.
Ganz ehrlich, ein wenig Angst ist immer dabei wenn man eine größere Veränderung vornimmt im Leben und das ist auch ok. Lass aber nicht zu, das sie dir die Freude auf eure gemeinsame Zukunft nimmt.
Ich wünsche dir das du deine Ängste in den Griff bekommst und es eine ganz tolle Zeit für dich wird nach dem Umzug.

17.10.2019 11:48 • x 2 #4


Es tut wirklich gut zu wissen, dass man mit diesem Mist nicht alleine ist und es Menschen gibt die nachvollziehen können, wie es einen geht.
Ich hoffe so sehr, dass ich aus diesen Gedanken (die ich noch nicht einmal benennen kann) rauskomme.
Nächste Woche hab ich ein Termin bei einer Heilpraktikerin um vielleicht zusätzlich irgendwie Hilfe zu bekommen weil ich ja leider nur noch ein Termin beim Psychologen habe. Bis zur Überbrückung hätte ich zwar beim Psychologen die Möglichkeit eine Gruppentherapie zu besuchen aber ich weiß nicht, ob das das wahre für mich wäre... Irgendwie würde das wieder eine Art Drucksituation bei mir auslösen.
Ich hoffe, dass ich bei der Heilpraktikerin vielleicht lerne, mich zu entspannen und besser mit den schlechten Gefühlen klar zu kommen, ohne, das mein Körper gleich mit verrückt spielt.

17.10.2019 12:04 • #5


Zimtsternchen
Ich bin auch froh das ich damit nicht alleine bin und es Menschen gibt die mich verstehen.
Finde es super das du dir von allen Seiten Hilfe holst. Für mich hat sich vor ein paar Jahren die Möglichkeit ergeben eine ambulante Therapie zu machen, aber ich konnte es nicht. Die Angst und Anspannung welche Erkrankungen mit dort begegnen und mich triggern war einfach zu groß. Zum Glück habe ich das gröbste auch alleine geschafft und du wirst es ganz bestimmt auch schaffen. Ich drücke dir die Daumen.

17.10.2019 12:14 • x 1 #6


Eine ambulante Therapie (du meinst damit in einer Klinik?) käme für mich auch nicht in Frage....das wäre auch wieder ein Horror für mich. Krankenhäuser etc lösen bei mir absolute Horrorvorstellungen aus.
Darf ich fragen, wie du das gröbste alleine geschafft hast?
Habe mir letztens ein Buch über EFT (diese Klopftherapie) bestellt weil ich mich an jeden Strohhalm kralle um aus diesem Gefühl wieder rauszukommen. Weiß allerdings noch nicht so recht, was ich davon halten soll.

17.10.2019 12:20 • #7


Zimtsternchen
Ja genau, wäre eine ambulante Therapie in einer Klinik gewesen. Das wichtigste war Zeit. Ich habe gemerkt das es nicht gut war wenn ich mich unter Druck gesetzt habe. Fachbücher zu lesen oder im Internet zu stöbern und mir Tipps daraus zu holen hat auch geholfen. Das wichtigste war aber mich vielen Ängsten zu stellen. Es war zwar nicht immer einfach, aber es hat sich gelohnt. Ich bin zwar nicht komplett angstfrei aber ich kann damit leben. Klopftherapie habe ich auch schon versucht und es hat mir dabei geholfen in verschiedenen Situationen ruhiger zu werden. Auch Bachblüten haben mir gute Dienste erwiesen. Du musst dir einfach nur Zeit lassen und heraus finden was dir selbst am besten hilft.

17.10.2019 12:29 • x 1 #8


Ich werde die Heilpraktikerin mal auf Bachblüten ansprechen. Vor "harten" Medikamenten hab ich auch Angst. Angst Angst Angst... Immer nur Angst. Ich überlege auch die Pille abzusetzen weil ich total Haarausfall habe und ich schon oft gehört hab, dass depressive Verstimmungen auch von der Pille ausgelöst werden können. Ich leide auch häufig unter Kopfschmerzen aber was soll ich sagen? Ich hab natürlich ANGST davor die Pille abzusetzen. Mir könnte es ja danach noch schlechter gehen. Immer diese Gedanken und Vorstellungen. Meine Frauenärztin meinte, dass ich die Pille einfach absetzen soll und wenn es schlimmer wird mit allem, soll ich sie einfach nochmal nehmen. Na die hat gut Reden... Wäre ich "normal", würde ich es wahrscheinlich auch so machen. Die Heilpraktikerin zu der ich gehe ist unter anderem auch auf Hormongeschichten spezialisiert. Vielleicht kann sie mir ja die Angst nehmen .

17.10.2019 12:57 • #9


Hallo,
Ich habe auch generalisierte Angststörung.
Angst Angst Angst.
Genau ich setzte mich noch zu sehr unter Druck das verstärkt die Angst.
Aber klar ,es tut auch gut sich seine Gedanken zu stellen .
Seine Gefühle.
Bei PAL Verlag kann man sich ein Buch kaufen über das Thema generalisierte Angststörung. Ich habe es mir gekauft .
Ist sehr gut.

17.10.2019 15:08 • #10


Lillibeth
Hallo, mir ging es ganz genauso. Über Jahre schleichend und immer nur Angst bis zum totalen Zusammenbruch im Juni. Jetzt nehme ich Opipramol ( ein leichtes Antidepressiva was nicht abhängig macht ) das ich selber dosieren kann. Es lag erst tagelang hier rum bis ich es genommen habe nachdem Verschiedene andere nicht gingen. Es geht mir wirklich gut damit ! Hab keine Angst es mal zu versuchen. Es lindert die Angst und mir machen Sachen Spaß die ich seit Jahren nicht gemacht habe. Das bekommst Du auch vom Hausarzt. Frag doch mal nach !

17.10.2019 22:14 • #11


Zitat von Lillibeth:
Hallo, mir ging es ganz genauso. Über Jahre schleichend und immer nur Angst bis zum totalen Zusammenbruch im Juni. Jetzt nehme ich Opipramol ( ein leichtes Antidepressiva was nicht abhängig macht ) das ich selber dosieren kann. Es lag erst tagelang hier rum bis ich es genommen habe nachdem Verschiedene andere nicht gingen. Es geht mir wirklich gut damit ! Hab keine Angst es mal zu versuchen. Es lindert die Angst und mir machen Sachen Spaß die ich seit Jahren nicht gemacht habe. Das bekommst Du auch vom Hausarzt. Frag doch mal nach !


Ich werde diesen Tipp auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Vielen Dank und weiterhin alles Gute

20.10.2019 11:02 • #12


Zitat von Lillibeth:
Hallo, mir ging es ganz genauso. Über Jahre schleichend und immer nur Angst bis zum totalen Zusammenbruch im Juni. Jetzt nehme ich Opipramol ( ein leichtes Antidepressiva was nicht abhängig macht ) das ich selber dosieren kann. Es lag erst tagelang hier rum bis ich es genommen habe nachdem Verschiedene andere nicht gingen. Es geht mir wirklich gut damit ! Hab keine Angst es mal zu versuchen. Es lindert die Angst und mir machen Sachen Spaß die ich seit Jahren nicht gemacht habe. Das bekommst Du auch vom Hausarzt. Frag doch mal nach !


Ich glaube es geht bei mir nicht mehr ohne Tabletten. Ich habe das Gefühl, dass es von Tag zu Tag schlimmer wird. Jetzt hab ich zu allem übel wohl auch noch eine Magenschleimhautentzündung .
Habe jetzt ein wenig über das Medikament von dir gelesen und bin auf die Nebenwirkungen gestoßen. Jetzt hab ich natürlich schon im Vorfeld Angst, es überhaupt mal auszuprobieren . Es ist im Moment echt alles Mist und ich will doch einfach nur so sein wie früher . Ich hab überhaupt kein Appetit mehr und kann kaum noch essen. Dadurch geht es mir natürlich körperlich auch nicht wirklich gut.
Es ist echt eine Art Teufelskreis.

21.10.2019 17:16 • #13


Mir wurde von meinem Hausarzt empfohlen, Insidon Tropfen zu nehmen. Kennt die zufällig jemand von euch?

22.10.2019 10:04 • #14



x 4





Mira Weyer