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Hallo zusammen🙃 ,

erst einmal bin ich froh, dieses Forum gefunden zu haben.
Auch wenn ich schon eine "alte Angsthäsin" bin, habe ich bislang noch nirgends selbst etwas geschrieben.

Erst einmal zu mir:
Ich bin 45 Jahre alt und habe schon seit dem ich ungefähr 21 Jahre alt bin mit Ängsten zu tun. Es fing mit Panikattacken an, die sich sehr wahrscheinlich aufgrund einer massiven Belastungssituation zu Hause (zu dem Zeitpunkt habe ich noch bei meinen Eltern gewohnt) eingestellt haben. Ich habe recht schnell den Weg zu einer Psychiaterin gefunden, bei der ich auch heute noch in Behandlung bin.
Anfangs habe ich als "pill in the pocket" Aponal 5 mg verschrieben bekommen. Das nehme ich schon lange nicht mehr, sondern seit 2013 Citalopram 20 mg.

Ich hatte ungefähr 2002 meine erste Psychotherapie, um meine ganze Familienthematik aufzuarbeiten. Danach folgten noch 3 weitere Therapien. Immer bei derselben Therapeutin, einfach auch, weil sie mich und meine "Geschichte" schon gut kannte und ich nicht jedes Mal von vorne anfangen musste.

Über die Jahre haben mich immer wieder Panikattacken begleitet und das Ganze ist in eine generalisierte Angststörung mit Panikattacken gemündet. Es gab auch Zeiten, in denen ich fast keine Beschwerden hatte und sehr viel machen konnte. Ich habe z.B. im Außendienst gearbeitet, viel außer Haus übernachtet oder bin in den Urlaub geflogen. Es gab Tage an denen vielleicht mal ein leichtes Unbehagen da war, aber keine Attacken, stundenlanges Grübeln und Ängste.

Ich würde sagen, dass so alle 3-5 Jahren die Angst immer wieder anklopft. Mal mehr, mal weniger heftig. 2021 ging es mir sehr schlecht, da u.a. eine gute Freundin von mir gestorben ist, so dass mich auch auf die Warteliste für einen Platz in einer Tagesklinik habe setzen lassen. Letztendlich habe ich diesen dann doch nicht benötigt, da ich mich mit viel Kraft aus meinem Loch herausgearbeitet habe. Es war das erste Mal, dass mich auch eine Depression begleitet hat. Es war mir neu morgens schon weinend in den Tag zu starten und Angst vor dem Tag zu haben. Ein sehr unschönes und schreckliches Gefühl!

Genauso geht es mir nun leider wieder seit November 2025. Ich denke, dass Stress ein Auslöser sein könnte - im Grunde denke ich manchmal: Welcher Stress? Aber nichtsdestotrotz muss ich wohl akzeptieren, dass ich nicht so belastbar bin wie andere Menschen, die eben keine Angststörung haben.
Ich muss sagen, dass ich es leider immer noch nicht schaffe nach den vielen Jahren meine Angststörung anzunehmen und sie zu akzeptieren. Ich weiß, dass kämpfen im Grunde nicht gut ist, aber ich denke immer: Wie kann ich bitte das, was sich so eklig & grausam anfühlt und mich manches Mal verzweifeln und hoffnungslos sein lässt, annehmen?

Aktuell ist mein Mann eine Woche im Skiurlaub und es geht mir seitdem noch schlechter, weil er mein großer Halt ist und mir eine gewisse Normalität gibt. Gerade wenn ich mich so "entrückt" fühle. Ich zähle im Grunde die Stunden und Tage bis er wieder hier ist, was natürlich kontraproduktiv ist. Ich kann es aber irgendwie nicht lassen. Ich versuche irgendwie klar zu kommen, aber emotional stellt mich das Alleinsein auf eine Probe.
Ich habe mich täglich verabredet, weil ich merke, dass mir hier zu Hause ansonsten die Decke auf den Kopf fällt und ich endlos um mich kreise.

Ich habe eine guten Job, allerdings arbeite ich mittlerweile fast zu 95% aus dem homeoffice, was für meine Erkrankung eher schlecht ist. Aber irgendwie würde ich es bescheuert finden, deswegen den Job zu kündigen, wenn ich grundsätzlich damit zufrieden bin.

Nächste Woche Montag fange ich mit einer Gruppentherapie an - habe ich noch nie gemacht. Ich erhoffe mir durch den Austausch mit anderen Betroffenen, dass ich irgendwie besser auf die Erkrankung klar komme, mich nicht so alleine damit auf weiter Flur fühle und es schaffe einen besseren Umgang damit zu finden.

Zur Zeit ist das Angstgefühl fast durchgängig da und ich würde es am liebsten abschütteln wie eine lästige Fliege. Funktioniert natürlich nicht.
Ich habe dann teilweise den Gedanken: ich halte das nicht mehr aus! (Ohne die Absicht mir etwas antun zu wollen). Ich frage mich dann öfter, ob ich stationär muss oder ich mich dann eher in den Gedanken reinsteigere, dass es nie mehr aufhören wird und ich deswegen denke ich muss in die Klinik (ich nehme an, so läuft der Hase. ). Ich versuche dann ins Tun zu kommen, gehe spazieren und lenke mich ab.
Auch nach 24 Jahren mit Angst und viel Wissen über Angst und x-Skills lässt sie mich manchmal einfach ohnmächtig und klein fühlen.

Ich freue mich über Tipps (ich weiß, die Angst hat viele Gesichter und jeder empfindet sie anders), Austausch und Mutmacher.
Wie geht ihr generell mit eurer Erkrankung um, gerade wenn ihr eine richtig miese Phase habt?

Danke für euer "Ohr"!

Lieben Gruß
🙂
Jasmin

27.01.2026 #1


34 Antworten ↓


B
Zitat von Min0109:
Ich muss sagen, dass ich es leider immer noch nicht schaffe nach den vielen Jahren meine Angststörung anzunehmen und sie zu akzeptieren.

Es gibt da eine Geschichte eines Astronautens, der einsam in einer Raumkapsel durchs Weltall fliegt. Eines Tages hört er ein Klopfen. Dieses Klopfen hört nicht mehr auf. Er kann deswegen nicht schlafen. Es geht ihm auf die Nerven und er ist kurz davor durchzudrehen. Doch dann kommt ihm die absurde Idee sich in das Klopfen zu verlieben und es verschwindet.

Bei Angst ist das was anderes. Denn ein Verlieben in die Angst kann tödlich sein. Sie ist ein Schutz, auch wenn sie irrational erscheint. Das Problem bei Angststörungen ist, dass die Ursache im Unterbewusstsein liegt und nicht bewusst wird. So gesehen könnte auf die Angst vertraut werden. Davon geht sie zwar nicht weg, aber die Angst vor der Angst.
Zitat von Min0109:
Nächste Woche Montag fange ich mit einer Gruppentherapie an - habe ich noch nie gemacht. Ich erhoffe mir ...

Wenn du noch nie eine Gruppentherapie gemacht hast und nichts weiter darüber weißt, dann ist es besser ohne Erwartungen dahin zu gehen. Denn du musst erst einmal für dich herausfinden, ob diese das passende für dich ist. Damit du nicht aus aufgesetzten Gründen zur Gruppentherapie gehst.

x 1 #2


A


Gefühl des Nicht-Aushaltens - Umgang mit mieser Phase

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Darkshadow
Hallo Jasmin,

erstmal viele Grüße von einer weiteren Ängstlerin! Schön, dass du den Weg hier ins Forum gefunden hast!

Zunächst einmal kann ich dir sagen, dass ich solche Phasen auch sehr gut kenne und daher in etwa nachempfinden kann, wie es dir damit geht.
Ich finde es super, dass du jetzt mit der Gruppentherapie anfängst, ich kann mir gut vorstellen, dass dir der Austausch dort weiterhelfen wird.

Mir fällt es auch oft schwer, in die Akzeptanz zu kommen. An manchen Tagen gelingt mir das besser, an manchen schlechter. Heute war z.B. ein ganz mieser Tag mit einer fiesen Angstattacke. Da kommen mir auch Gedanken von (keine Ankündigung!) „Ich kann nicht mehr, ich mag nicht mehr, das muss doch irgendwann mal besser werden, ich kann nicht mehr.“

Und das, obwohl ich jetzt seit mehr als 10 Jahren in Therapie bin, ambulant und mehrfach stationär.

Aber über die Jahre habe ich inzwischen gelernt, dass solche Phasen einfach leider zur Erkrankung dazugehören. Es ist wie mit einem Meer mit Gezeiten bzw. den Wellen: Manchmal geht es heftig hoch her, mit vielen Phasen von schlimmen Ängsten, und dann gibt es auch wieder ruhigere Phasen, an denen es nur wenig Angst-Wellen gibt.
Und über die Jahre habe ich das Gefühl, dass ich das „Angst-Meer“ besser navigieren kann und dass insgesamt die ruhigen Phasen auch mal länger werden.
Das bedeutet nicht, dass keine Wellen mehr kommen, aber man lernt mit der Zeit, schneller wieder den Kopf über Wasser zu bekommen und sich nicht so in die Tiefe reißen zu lassen.

Ich habe durch die Klinikaufenthalte jetzt schon sehr, sehr viele Gruppentherapien gehabt. Manche Gruppen waren super, andere Gruppen waren weniger hilfreich. Aber selbst in den Gruppen, die nicht so hilfreich waren, konnte ich trotzdem immer irgendetwas an Erkenntnis mitnehmen.

Solche Symptome in den Griff zu bekommen kann durchaus ziemlich lange dauern.
Aber es lohnt sich, den Weg zu gehen.
Mit jeder Therapie, die du machst, sammelst du weitere Erkenntnis-Puzzleteile,
die irgendwann ein zunehmend klareres Bild ergeben.

Ich finde, dass du schon viele Sachen richtig machst. Du holst dir Hilfe, wenn du sie brauchst, du nutzt aber auch deine Eigenwirksamkeit, wenn du dazu in der Lage bist, und das ist super.
So ein Klinikaufenthalt läuft dir ja nicht weg, wenn es dir irgendwann so schlecht geht, dass nichts mehr geht, dann kannst du dich jederzeit anmelden.
Für den Moment würde ich jetzt vielleicht erstmal schauen, ob die Gruppe etwas für dich ist und ob du dich da gut gesehen und aufgehoben fühlst.

Ansonsten würde ich auch nochmal über eine weitere ambulante Einzeltherapie nachdenken, vielleicht in einer anderen Therapieform als die, die du schon kennst, also hauptsächlich tiefenpsychologisch fundierte Therapie statt Verhaltenstherapie oder andersherum.

Einen ganz wichtigen Skill, der in Kliniken auch viel trainiert wird, ist das sogenannte „entgegengesetzte Handeln“, also genau das Gegenteil von dem zu tun, was die Angst einem einreden möchte. Oftmals geht es darum, ins Handeln zu kommen, wenn man sich nur die Decke über den Kopf ziehen möchte, aus der Vermeidung herauszukommen und einfach irgendwie aktiv zu sein, um nicht in einer Angst-Starre zu verharren. Und das tust du ja bereits, das finde ich super 👍!
Für mich war und ist das einer der wichtigsten Skills.

Und zu akzeptieren, dass es Tage gibt, an denen es nur darum geht, die absoluten Basics hinzubekommen und den Tag zu überstehen, immer in dem Wissen, dass kein Gefühl, auch nicht das schlimmste Angts-Gefühl, ewig andauern kann. Irgendwann lässt die Angst wieder nach.

Ich hoffe für dich, dass du dich in deiner Gruppe wohlfühlen wirst! Anfangs kann so eine Gruppentherapie etwas gewöhnungsbedürftig sein, lass‘ dir einfach Zeit und schaue dir die Gruppe einfach in Ruhe über mehrere Sitzungen hinweg an.
So eine Gruppentherapie braucht oftmals eine gewisse Eingewöhnungsphase.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg 🍀! LG

x 2 #3


Min0109
Hallo beside,

danke für Deine Nachricht.

Das stimmt, ich sollte unvoreingenommen, sprich ohne Erwartungen in die Gruppe am Montag gehen.
Hoffnungen habe ich, aber die können natürlich auch nicht erfüllt werden...

Wenn ich Dich richtig verstehe, sollte ich im besten Fall anfangen der Angst mehr zu vertrauen?
Also verlieben werde ich mich auf jeden Fall nicht in sie zwinkern.

#4


B
Zitat von Min0109:
Wenn ich Dich richtig verstehe, sollte ich im besten Fall anfangen der Angst mehr zu vertrauen?

Minuten nach dem ich das geschrieben hatte viel mir auch die Uneindeudigkeit auf, also dass es mehrdeutig und auch anders als von mir gedacht verstanden werden kann. Es ist dann doch nicht so einfach in einem Satz erklärbar.

Es ist mehr sowas gemeint wie: nicht der Angst vertrauen, oder der Angst Vertrauen schenken, also dass sie recht hat. Sondern sowas wie: Die Angst als ein Etwas verstehen, das auf einen einwirkt, und nicht diesem Etwas vertrauen, sondern dem Etwas sagen, dass ihm Vertrauen geschenkt wird, ähnlich wie zu sagen "ja, du hast aus deiner Sichtweise recht" und dabei aber diesem Etwas verschweigen "aber ich sehe es anders". Also nicht sich selbst beruhigen, sondern die Angst beruhigen. Oder auf eine sarkastische Art und Weise gesagt: Ja, ich hab dich auch lieb. Denn sie meint es aus ihrer Sichtweise auch nur gut.

x 1 #5


Pyrojay
Also wenn ich das so lese könnte ich das sein 😀 nur bin ich männlich.

x 1 #6


D
Hallo 🙋‍♀

Mir geht es aktuell auch so… alle paar Jahre geht es wieder los.
Bei mir ist es Angst und dazu noch schwere depressive Phasen.
Körperlich auch sehr viele Symptome .
Ich nehme aber keine Medikamente und muss jetzt mal schauen, wie ich es schaffe .
Das Gefühl „Durchzudrehen“ oder „nicht aushalten“ kenne ich auch .

x 1 #7


Rogue
Hallo Jasmin,

ich sage auch mal Hallo, ich bin selber noch neu hier.

Ich habe auch eine Angsterkrankung , bin dafür in Therapie und war auch schonmal in einer psychosomatischen Klinik.

Ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht wie @darkshadow und würde dir auch in etwa das raten, was sie dir schon geschrieben hat.
Gruppentherapie ausprobieren finde ich gut, ich fand es zuerst auch gewöhnungsbedürftig, das Wort trifft es ganz gut, finde ich, aber nach einiger Zeit ging es. Bei mir hing es immer ein bisschen davon ab, was für Leute in der Gruppe waren. Zuerst dachte ich, Gruppe wäre gar nichts für mich, aber mit der Zeit konnte ich mich auch beteiligen und es wurde besser. Es hat einfach nur ein bisschen Zeit gebraucht.

Mir hat auch der Wechsel der Therapieform geholfen. Eigentlich wollte ich nicht wechseln, weil, wie du schon sagst, man gewöhnt sich ja irgendwie an seinen Therapeuten und will nicht immer wieder von vorne anfangen. Aber gerade auch durch die Klinik habe ich gemerkt, dass es gar nicht so schlecht ist, durch verschiedene Therapeuten nochmal andere Perspektiven und Ansätze kennenzulernen. Auch die Mischung aus Verhaltenstherapie und tiefenpsychologischer Therapie hat sich bei mir ganz gut ergänzt.

Viele Grüße

x 1 #8


Min0109
Hallo Darkshadow,

auch Dir ganz lieben Dank für Deine Antwort und Deine Worte!

Es tut gut zu wissen, dass Andere genauso ihren "struggle" haben und man nicht alleine mit dem Thema ist.
Es tut mir natürlich leid, dass Du heute eine fiese Angstattacke hattest.

Du hast ein schönes Bild gemalt mit dem Meer und den Wellen. Ja, ich würde gerne (noch) besser auf den Wellen reiten können.
Seitdem es mir wieder so mies geht, habe ich auch gedacht, dass ich gerne etwas machen möchte / machen muss.
Auf der einen Seite freue ich mich darauf, dass es am Montag losgeht (weil ich dann denke: es passiert was! ich bin leider auch wahnsinnig ungeduldig), auf der anderen Seite habe ich natürlich Angst davor, dass ich total aufgeregt sein werde und erst einmal direkt eine Panikattacke dort haben werde...Das Gute ist, es kennt ja jeder dort zwinkern

Danke für den Tipp mit dem entgegengesetzen Handeln! Ich bin meistens sehr unruhig - meinst Du ich sollte dann eher mal versuchen bewusst sitzen zu bleiben?

Ich habe meistens das Gefühl, dass alle in meinem näherem Umfeld klarkommen und ich die einzige bin, die nicht ganz rund läuft. Mittlerweile ist das Thema mentale Gesundheit zwar präsenter, nichtsdestotrotz ist mein Eindruck, dass ein Beinbruch immer noch besser verstanden wird und akzeptierter ist, als etwas "nicht-sichtbares" wie eine psychische Erkrankung.
Letzte Woche war ich auf einem Geburtstag. Ich bin dann mit jemanden ins Gespräch gekommen. Als es um das Thema mentale Gesundheit ging, habe ich erzählt dass ich aktuell vermehrt mit Ängsten zu tun habe. Da kam: Wovor hast Du denn Angst? Da würde ich am liebsten antworten: vor allem? zwinkern

Mich zermürbt es einfach manchmal - ich finde mit einer Angststörung ist vieles oft eine Überwindung und so anstrengend. An manchen Tagen bin ich neidisch auf Menschen, die diese nicht haben. Die sich unbeschwert in ihr Auto setzen, den Einkaufszettel abarbeiten, x,y und z machen. Ich weiß, die haben wahrscheinlich andere Probleme. Aber für mich sind einfach so vermeintlich normale Sachen teilweise schon ätzend!

Daher freue ich mich über den Austausch mit anderen, die das Thema auch gut kennen!

Ich hoffe, wir haben morgen einen besseren Tag. Ich habe mich zum spazieren verabrede (ich gehe gerade dann immer...).

x 1 #9


Min0109
Hallo Pyrojay,

das finde ich sehr sympathisch, dass es mich noch einmal in männlicher Form gibt!

x 1 #10


Min0109
Hallo Die,

Respekt, dass Du das ohne Medis bislang hinbekommen hast.
Ich merke durch die jahrelange Einnahme von Citalopram jetzt aktuell auch keinen "erhellenden" Effekt mehr. An schlechten Tagen würde ich mir gerne irgendeine Pille einwerfen, die mich supi fühlen lässt. Was ich aber natürlich nicht tue, sondern ich versuche einfach weiterzumachen.
Ich hoffe, Du kommst wieder gut durch diese Phase!
Dieses Gefühl des nicht-Aushaltens macht es echt schwer. Das hat natürlich was mit meiner Nicht-Akzeptanz zu tun und dass ich manchmal auch in diesen (unnützen) Kampf-Modus verfalle.

x 3 #11


Rogue
Ach ja, und was ich als Gedanken auch noch hilfreich fand:

Deine Angst will dir nicht schaden, sie will dich beschützen, aber sie schätzt Situationen oft falsch ein, weil sie sich in der Vergangenheit entwickelt hat. Sie hat also nicht das nötige Update bekommen und denkt jetzt immer noch, dass du so hilflos und ausgeliefert bist wie du es in der Kindheit warst.
Ein freundlicher Umgang mit der Angst ist wichtig, aber genauso wichtig ist es, der Angst klarzumachen, dass man die Situation schon im Griff hat, wenn sie selbst dann hochschießt, wenn objektiv gar keine Gefahr gegeben ist.

Selbst eine unangemessene Angstreaktion, die du empfindest, macht schon Sinn, wenn man deine Biographie anschaut, ist aber aktuell nicht mehr angemessen. Der Angst zu sagen, dass man ihr für ihren Input dankbar ist, aber die Situation jetzt bewältigen kann, lindert dann oft das Angstgefühl.

x 3 #12


Min0109
Hallo Rogue,

danke auch für Deine Zeilen und den Tipp vielleicht noch mal die Therapieform zu wechseln. '
Meine "alte" Therapeutin ist eigentlich VT-lerin, aber irgendwie hat sie wenig mit praktischen Hilfestellungen gearbeitet, sondern im Grunde war es eher eine Gesprächstherapie.
Praktische Dinge würden mir auch mal gefallen. Denn meine Familiengeschichte möchte ich im Grunde nicht mehr aufarbeiten, da habe ich gefühlt schon alles gesagt.
Kann ich denn Gruppe machen und woanders noch Einzeltherapie?

x 2 #13


Min0109
@Rogue
Oh ja, Du sagst es - alles voll erlernt aus der Vergangenheit. Manchmal denke ich selbst: Ich reagiere wunderbar wie diese Pawlowschen Hunde, die gelernt haben, dass das Speichel fliesst, sobald die Glocke läutet.... Zeigt mir auch gerade die Situation aktuell: Ich alleine zu Hause - Unbehagen...

x 2 #14


Min0109
@beside
Danke dir, dass Du das noch mal genauer erklärt hast.

#15


Rogue
Sehr gerne, ich freue mich, dass ich als Forums-Neuling etwas schreiben konnte, das dir etwas geholfen hat lachen.

Ich glaube schon, dass man zeitgleich Gruppe und Einzel machen kann, aber so richtig gut kenne ich mich da nicht aus, weil ich meine Gruppentherapie in der Klinik gemacht habe.

Liebe Grüße

x 1 #16


B
Zitat von Rogue:
Ich glaube schon, dass man zeitgleich Gruppe und Einzel machen kann, aber so richtig gut kenne ich mich da nicht aus, weil ich meine Gruppentherapie in der Klinik gemacht habe.

Naja, es gibt sehr viele Varianten von Gruppentherapien. Von angeleiteten oder selbstverwalteten bis auf kassenärztlich oder privat oder soziale Selbsthilfegruppen, und dann noch für alle Sparten jeweils eine oder sogar mehrere. Sowie Mischformen und vieles mehr. Dabei gibt es welche mit strengen Regeln und lockeren Kaffeeklatsch.

Also es kommt drauf an. Manche Einzeltherapeuten verlangen sogar eine parallele Gruppentherapie oder vergleichbares.

x 2 #17

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Min0109
@Rogue
Auf jeden Fall. Lieben Dank!

Wie gesagt, bisher habe ich das alles mit mir selbst ausgemacht und mich eigentlich nie mit anderen Betroffenen ausgetauscht.

x 2 #18


Darkshadow
Vielen lieben Dank für deine Antwort, liebe Jasmin!

Ich schreibe erstmal etwas zu der Therapie-Frage:

Ich hatte mal zeitgleich Gruppentherapie in einer PIA und Einzeltherapie bei einem „normalen“ ambulanten Therapeuten, das ging, die Krankenkasse hat keine Probleme gemacht.
Ein Bekannter von mir war auch mal in einer Art PIA oder so einem medizinischen Versorgungszentrum, er hatte dort sowohl Einzelgespräche als auch Gruppentherapie.

Theoretisch geht das wohl also. Allerdings ist das bei mir schon etwas her (das war noch vor Corona), ich weiß nicht, ob sich da inzwischen etwas geändert hat.

Was wohl immer geht, ist, eine Selbsthilfegruppe zur ambulanten Therapie zu ergänzen, aber viele Selbsthilfegruppen sind leider ohne einen Therapeuten.

Sorry, aktuellere Infos habe ich gerade nicht, nach Corona habe ich keine ambulante Gruppentherapie mehr gemacht.
Aber grundsätzlich ging das mal, ich würde bei der Krankenkasse nachfragen, es gibt ja auch Unterschiede zwischen den Krankenkassen. LG

x 1 #19


Min0109
@beside
Ich werde eine Gruppentherapie, die für Angstpatienten ist, machen, die von einer Psychotherapeutin geleitet wird. Läuft normal über die GKV. Ich hatte mich nur gefragt, ob ich dann in einer anderen Praxis noch Einzeltherapie machen kann. Aber ich warte erst mal ab, vlt. reicht das Setting an sich.
LG!

x 2 #20


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Mira Weyer
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