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mirama
Hallo!

Ich habe seit Jahren schreckliche Angst um meinen Ehemann. Egal um welchen Bereich es sich dreht, immer mache ich mir Sorgen, dass ihm etwas zustoßen könnte.
Mal ist die Angst fast weg oder ich denke gar nicht daran, dass etwas passieren könnte, und mal erwischt es mich eiskalt, z. B. wenn ich von der Arbeit aus versuche ihn zu Hause anzurufen und er nicht gleich ans Telefon geht.
Teilweise male ich mir dann aus, dass er vielleicht in der Dusche ausgerutscht oder die Treppe heruntergefallen sein und sich tödlich verletzt haben könnte.

Dann gibt es aber auch noch weniger irrationale Ängste wie die Angst davor, ihn alleine Auto fahren zu lassen (ich finde das so schrecklich, am liebsten würde ich seine Position ständig per GPS-Tracker nachverfolgen, wir haben eine App auf dem Handy installiert für längere Autofahrten, und wenn dann mal die Technik spinnt oder eine Weile nichts passiert, werde ich gleich panisch und denke, er liegt irgendwo im Straßengraben.

Zusätzlich ist er freizeitmäßig sehr oft im Wald unterwegs, und das auch, wenn Unwetter/Gewitter gemeldet ist, so wie diese Woche ständig. Ich habe solche Angst davor, dass ihm da etwas zustoßen könnte

Geht es manchen von euch auch so und wenn ja, was tut ihr dagegen?

02.06.2016 10:30 • 14.03.2019 #1


22 Antworten ↓


Vergissmeinicht
Hey mirama,

begrüße Dich ganz herzlich hier bei uns.

Seit wann geht es Dir so und wie geht Dein Mann mit Deinem (Klammern) um und wen hast Du in Deinem Leben bereits verloren, der Dir nahestand?

02.06.2016 12:41 • #2


mirama
Hallo vergissmeinicht,

mir geht es eigentlich schon seit meiner Kindheit so.
Ich weiß noch, dass ich meiner Mutter früher überall hin gefolgt bin, auch wenn es nur in den Nebenraum war.

Diese Angst hat sich aber jetzt komplett auf meinen Mann übertragen, bei ihm könnte ich es einfach nicht verkraften, wenn ihm etwas zustieße.

Ich habe noch nie jemanden in meinem Leben verloren, zumindest niemanden, der mir besonders nahestand.
Aber es war halt früher immer so, dass mein Vater mir teils damit gedroht hat, wegzugehen und nicht wiederzukommen. Naja, heute habe ich keinen Kontakt mehr zu ihm... aber ich denke schon, dass es damit zusammenhängen könnte.

02.06.2016 16:33 • #3


Vergissmeinicht
Liebe mirama,

das kann durchaus sein. Vielleicht fragst Du mal Deine Ma, ob die Schwangerschaft mit Dir problemlos verlief?! Du wirst etwas dagegen tun müssen; auf Dauer macht dies kein Partner mit.

03.06.2016 15:42 • #4


mirama
Ich bin ja auch in Behandlung, aber dennoch fühle ich mich schlecht. Zum Glück ist mein Partner sehr verständnisvoll, weil er selbst einmal mit einer Angststörung zu tun hatte.

07.06.2016 12:29 • #5


Tina Pfeffernase
Hallo Mirama,
ich kann dich sooo gut verstehen! Mir geht es ganz ähnlich. Ich habe um alle meine Lieben sehr große Angst. Vor allem um meine Tochter (aus erster Ehe) und um meinen Mann (die Angst um meine Tochter ist leider sogar ganz real geworden - und ich muss irgendwie damit leben, ich weiß selber nicht, wie ich das mache....)

Ich bin sehr glücklich mit meinem 2. Ehemann, wir verstehen uns sehr gut und es ist einfach alles schön mit ihm. Aber ich habe furchtbare Angst, dass etwas Schlimmes passiert. Mir geht es auch so, dass ich unruhig werde, wenn er etwas später von der Arbeit kommt. Oder wenn wir mal getrennt wo hin reisen, dann bin ich so angespannt und werde bald verrückt, bis er sich meldet.

Oder wenn ihn nur etwas zwickt oder er Kopfschmerzen hat, dann bekomme ich schon Panik.
Im April war er zum HNO Arzt, weil er so ein Enge-Gefühl in der Kehle hatte. Er ist Raucher und ich war natürlich voller Panik, dass es Kehlkopfkrebs sein könnte. Zum Glück wurde nichts gefunden, aber ich hab mich bis zu diesem Termin total verrückt gemacht.
Dann bekam er noch ein Ultraschall der Schilddrüse und es wurde ein Knoten gefunden, da brach die Panik wieder los. Es muss jetzt noch eine Szintigraphie gemacht werden. Wir warten seit April auf den Termin, nun rückt er immer näher und am 30.06. ist es so weit. Wenn ich daran denke, wird mir übel und die Panik kommt hoch. Ich habe schreckliche Angst davor, dass es etwas bösartiges sein könnte.
Ich kann aber über diese Ängste nicht mit ihm reden. Wenn ich auch nur die kleinste Frage stelle, wird er schon sauer. Kann ich verstehen, es nervt ihn einfach, meine Angst.

Aber ich kann es leider nicht abstellen. Seit meiner Kindheit lebe ich mit Ängsten und besonders mit Verlustängsten. Es ist oft sehr schwer auszuhalten. Vor allem weil "normale" Menschen diese Ängste für irrational halten, für mich sind sie aber real da.

Für mich ist der Tot ein schreckliches, gemeines, ekelhaftes Monster und ich habe schreckliche Angst davor!

20.06.2016 18:47 • #6


petrus57
Zitat von Tina Pfeffernase:
Dann bekam er noch ein Ultraschall der Schilddrüse und es wurde ein Knoten gefunden, da brach die Panik wieder los.


Da brauchst du dir keine Sorgen machen. Ich habe auch einen Knoten von 1 cm. Der ist schon seit einiger Zeit so groß. Aber da nur 1% aller Knoten bösartig sind, mache ich mir da weniger Sorgen.

21.06.2016 11:07 • #7


Vergissmeinicht
Zitat von Tina Pfeffernase:
Für mich ist der Tot ein schreckliches, gemeines, ekelhaftes Monster und ich habe schreckliche Angst davor!



Liebe Tina,

niemand von uns weiß wann der Tag gekommen ist und das ist gut so. Einmal wichtiger ist es das Leben auch zu leben mit all seinen Höhen und Tiefen. Ferner gehört Dir Dein Mann nicht; Du begleitest ihn halt eine Weile durch´s Leben. Man kann nur was verlieren, was einem auch gehört und letztlich gehört uns eigentlich sehr wenig.

Versuche alles mal ein wenig lockerer zu sehen und wenn es garnicht geht eben mit fachlicher Hilfe.

21.06.2016 13:55 • #8


ich glaube sehr stark daran, dass es an "Vaterverlust" liegt. ich kenne meinen nicht, hab ihn nur 1 mal getroffen, und ich klammere auch sehr an meinem Freund. egal was man macht, egal wie oft man schon darüber gesprochen hat, es wird nicht besser.. :/

24.06.2016 14:39 • #9


10.03.2019 20:30 • #10


FeuerWasser
Zitat von Aengstlerin:
Ich selbst bin generell ein ängstlicher Typ, wie im anderen Thread schon erwähnt auch psychisch labil

Meiner Meinung nach wäre es empfehlenswert wenn du dich im ersten Schritt mit dir selbst und deiner Psyche auseinandersetzt.
Man braucht eine gesunde Basis um darauf eine Beziehung aufbauen zu können. Kein Haus wird auf wackeligen Säulen stehen.
Da ist es vorhersehbar, dass das auf Dauer nicht halten wird.

Du musst lernen mit dir selbst zurecht zu kommen und ein eigenes Leben zu führen und nicht deinen Alltag und deine Launen von einem anderen
Menschen abhängig machen. So kannst du nie wirklich glücklich werden, egal mit wem.

Jeder hat abseits von einer Beziehung noch seine Aufgaben, eine Privatsphäre und Alltag. Es tut auch gut, wenn man nicht 24h am Partner hängt.
Abstand kann zusammenschweißen - mehr als würde man wie siamesische Zwillinge zusammen kleben.
Du schreibst, gut gemeinte Ratschläge kommen nicht an und Therapie hilft nicht. Es kann auch nicht helfen solange du dein Glück und Unglück im Leben
nur an andere abgibst und auslagerst. Weder ein Partner noch ein Therapeut noch sonst wer sind Glücklichmacher und Problemlöser. Die Hauptarbeit und
das umdenken das damit zusammenhängt, muss von dir kommen.

11.03.2019 12:29 • x 1 #11


Hallo FeuerWasser,

ich nutze die Therapie, damit ich weiss, wie ich mir selbst helfen kann. So sehr ich es mir wünsche war mir schon immer klar, das das ein langer und schwerer Weg wird und nichts und niemand anderes mir mit einem Fingerschnipsen alles wegzaubern kann.

Alleine sein kann ich gut. Das brauche ich sogar. 24/7 an meinem Freund zu hängen, wäre für mich innerlich gar nicht machbar, das würde sämtliche Grenzen bei mir sprengen. Bin auch niemand, der einen Partner zwanghaft braucht und war deshalb auch nie bewusst auf Suche. Sehr lange allein gewesen.

Die Angst um ihn ist trotzdem permanent da.
Es ist alles nicht logisch erklärbar bei mir. Die zsmhänge Versuche ich schon seit Beginn herauszufinden

11.03.2019 14:08 • #12


FeuerWasser
Das ist bei genauer Betrachtung ein Widerspruch, dass du gut alleine sein kannst und gleichzeitig Verlustängste hast.
Auf was bezieht sich konkret diese Angst?

11.03.2019 14:17 • #13


@ FeuerWasser,

das ist was ich selber nicht versteh. Alleine leben klappt gut. Bin ich dann in einer Beziehung, habe ich aber nur Gedanken über meinen Partner im Kopf

Meine ständige Angst bezieht sich sowohl darauf, das ich denke ich könnte ihm nicht mehr wichtig genug sein (deute alle möglichen, kleinste Zeichen) als auch die ständige Angst, das ihm etwas passiert ist oder bei Dingen die er vor hat passieren könnte. Habe dann keine Ruhe bis er schreibt. Und steht noch etwas an bei ihm, dann muss ich auch immer weiter denken. Kann nicht abschalten. Nur auf der Arbeit schaffe ich das

11.03.2019 17:28 • #14


FeuerWasser
Wenn es dir in einer Beziehung psychisch so schlecht geht aus welchem Grund bleibst du nicht alleine wenn es dir damit sehr gut geht?
Ich persönlich würde es mir lieber in einer Wohnung alleine gemütlich machen als mich permanenten Sorgen, Ängsten und dem Druck auszusetzen.
Das kann kein angenehmer Zustand sein.

11.03.2019 19:32 • #15


Weil ich meinen Freund liebe und das mit ihm ja auch extrem viel schöne Seiten hat. Ich meine "Störung" nicht gewinnen lassen möchte

11.03.2019 19:33 • #16


FeuerWasser
Aber bevor es zur Liebe kam... was war dein Antrieb überhaupt erst eine Partnerschaft einzugehen?

11.03.2019 19:38 • #17


Naja, der übliche Fall. Man lernt sich zufällig kennen. Entwickelt Gefühle. Und dadurch kommt der Wunsch auf

12.03.2019 07:10 • #18


Luna70
Dein Freund tut dir wahrscheinlich gar keinen Gefallen damit, dass er so oft schreibt weil du damit in einer pausenlosen Erwartungshaltung bist, dass die nächste Nachricht kommt. Hast du mal versucht, das Handy auf stumm zu schalten und die Abstände zu verlängern, bis du wieder nachschaust, ob er geschrieben hat?

12.03.2019 08:51 • x 1 #19


FeuerWasser
So ganz klar ist mir das immer noch nicht aus welchem Grund man sich auf eine Beziehung einlässt wenn es einem dann psychisch so schlecht geht. Ich finde dann muss man eine Entscheidung für sich treffen und entweder konsequent die Finger von Partnerschaften lassen oder intensiver die Probleme zu bearbeiten. Das was du betreibst ist in meinen Augen ein selbstschädigendes Verhalten und nichts was in irgendeiner Weise als positiv zu werten ist. Ich würde an der Stelle nochmal genauer reflektieren.

12.03.2019 20:23 • x 1 #20




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