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79

S

Steef
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Sammelthema
Halli Hallo,

nachdem ich ab und an hier mal reingeschaut habe, will ich auch mal grob meine Geschichte posten.

Bei mir war der Auslöser ein Studium vor fast 6 Jahren, das mich total überfordert hatte. Es kam schleichend, deutete damals die Zeichen noch nicht und ich erlitt irgendwann meine erste Panikattacke. Das war dann der Gipfel nach schlaflosen Nächte, Unruhe, Schweißausbrüche, etc, ihre kennt es ja.

Ich hab das Studium dann abgebrochen und begann eine Ausbildung. Bis heute verfolgt mich die Angst jedoch immer wieder. Ich hatte immer wieder einige Monate, wo ich komplett Ruhe hatte, als ob gar nichts gewesen wäre.

Dann kommt wieder ein kleiner Auslöser und meine Angstphase beginnt wieder, die teilweise ein paar Wochen anhält und dann irgendwann genauso verschwindet wie sie wieder kam. Ich habe schon sehr viel darüber gelernt, weiß, was die Auslöser sind etc. Meine Hauptangst sind Versagensängste in Bezug auf Arbeit/Leistung. Die hatte ich schon früher während der Schulzeit, habe sie jedoch nur noch nicht realisiert. Ich bin perfektionistisch veranlagt und habe meine Stimme im Kopf, die mir in Angstphasen immer wieder sagt, ich schaffe das nicht. Dann beginnt das Grübeln und das Karussell geht los. Zusätzlich gibt es noch andere Puzzleteile, die dazu führten, sei es familiär und ständige Hänselei in der Schule.

Ich mache auch eine Therapie, Meditiere, führe Erfolgstagebuch, habe Erfahrungen mit Hypnose/Trance und ein paar andere Techniken, die mir meine Therapeutin an die Hand gegeben hat. Jedoch bringen mir die bisher nur bedingt was. Wenn mein Kopf rattert, kann ich das nicht abstellen und der Herr über meine Gedanken sein. Während einer Angstphase habe ich natürlich den ganzen Tag über mal mehr mal weniger Angst an den unterschiedlichsten Orten. Ich weiß aber, dass die Angst ja nicht vom Ort selbst ausgelöst wird, wie beispielsweise in einem stinknormalem Restaurant, sondern die Angst halt einfach grade da ist, weil es z.B. im Geschäft einen Auslöser gab. Dann ist es so, dass mein Körper in so eine Art Selbstscanmodus umschaltet, wo jedes noch so kleine Symptom oder Gedanke auf Angst hin untersucht wird und ich nur noch mehr in mich rein höre. Mein typischstes Signal ist immer, wenn sich mein Magen mehr verkrampft und ich weniger Appetit bekomme und mehr Aufstoßen muss.

Irgendwann klingt das ganze auch wieder schleichend ab und die Gedanken sind wieder weg. Nur in solchen Phasen denk ich jedes Mal aufs Neue, dass es z.B. schlimmer wird, dass sie mich mehr vereinnahmen und ich nie mehr davon los komme. Ich schaffs einfach nicht, mich in dem Moment schneller beruhigen zu können und das nötige Selbstvertrauen zu besitzen, dass das alles wieder weg geht und es einfach NUR Gedanken und Gefühle sind, die momentan zwar da sind aber auch wieder verschwinden. Bzw. ich auch irgendwann meine "Mutterangst" überwinden werden

Zur Zeit probiere ich es mit Akzeptanz, aber das gelingt mir auch noch nicht wirklich, da das Karussell in solchen Phasen immer noch zu "mächtig" ist. Wer kennt das in etwa und hat einen Weg gefunden, damit gut zu leben und sich so ein Selbstvertrauen aufzubauen, sich zu sagen, dass das alles nur von Gedanken ausgelöst wird und wieder vorbei geht?

Wurde es doch etwas Text Smile

Viele Grüße

27.01.2020 #1


109 Antworten ↓
M

Musketierin
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Zitat von Steef:
Was tust du dann wenn dir das signalisiert wird?


Dann versuche ich zu schauen was den Stress ausgelöst hat und zur Ruhe zu kommen. Das kann verschieden aussehen, mir hilft Sport sehr, aber auch absolute Stille, draussen in der Natur sein, alles was mein System runterfährt. Meine Grenzen gegenüber Menschen setzen, wenn dies der Auslöser ist.

Es erfordert einmal den Mut in einer akuten Angstphase oder PA loszulassen, auch wenn man gedanklich meint es wäre die letzte Lebensminute. Wenn du einmal einen Erfolg dabei hattest wirst du immer wieder daran anknüpfen können. Und das ist der leider lange und schwere Weg daraus. Und Selbstanalyse, ich bin auch bis in meine frühe Kindheit zurückgegangen, ich wollte verstehen was war passiert dass ich kein Urvertrauen ins Leben habe. Und warum holt mich das als Erwachsener wieder ein. Ich habe aufgehört gegen die Symptome zu kämpfen, ich habe sie akzeptiert als "Freund" der mich warnen will wenn ich mal wieder meine Grenzen überschreite. Ich habe das Wort Selbstfürsorge nicht gekannt, immer nur für andere da, immer Funktionieren, ich habe mich selbst verloren. Und die Angst hat mich wieder zu mir selbst gebracht, mich in den Mittelpunkt gerückt. Sie hat mich dazu quasi gezwungen.

Und glaube mir im Laufe der letzten 28 Jahre (meine erste PA hatte ich mit 23) habe ich schon viele Symptome gehabt, aber auch meine kleinen Vermeider und Tricks gefunden und konnte damit ganz gut leben.

Bis das nicht mehr funktionierte und der totale Zusammenbruch kam.
So und von da fing die wirkliche und ehrliche Arbeit an mir an.

Wenn man die Ursache gefunden hat warum gerade wieder so eine Phase ist, warum gerade Körper und Seele schreien und diese ändert, dann gehen auch die Symptome weg.

31.01.2019 00:36 • x 5 #56


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A


Akzeptanz bei Angstphasen - ist das ein Weg?

x 3


Icefalki

Icefalki
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Zitat von Steef:
Hast du deine ADs mittlerweile abgesetzt? Und wie steuerst du dagegen? Merkst du trotzdem noch Symptome?


Nehme schon sehr lange keine ADs mehr.

Um es mal so auszudrücken, ich hab mein ganzes Leben lang schon einen Knall gehabt. Wer in extrem jungen Jahren sein Bambi mit voller Wucht an die Schlafzimmer - Verbindungstüre seiner Eltern wirft, weil der Vater laut schnarcht, hat echt einen Knall. Kann schnarchen bis heute nicht ertragen. Null Ahnung, warum.

Wollte das nur mal schreiben, um dir zu sagen, wie intensiv ich in meine Kindheit zurückgegangen bin um Antworten zu bekommen. Kam bis ins Alter von ca. 2,5 Jahre.

Jetzt zu den Symtomen. Nach der 1. Attacke, die mir auf einer Bundesstrasse beinahe das Licht ausgeblasen hat, war kurz davor, ohnmächtig zu werden, gab es nur noch Highspeedlevel. Schalter war umgelegt, ein Leben in Todesangst hat begonnen. Und alle Symtome, die andere sehr gut beschreiben können, waren vorhanden. Ich konnte das damals gar nicht, hatte einfach keine Worte dafür. Es war nur noch Chaos.

Und es war überall. Draussen, drinnen, egal, sobald ich daran dachte, wuuuuusch fing es an. Gut, mit den Jahren wusste ich irgendwann, dass ich daran nicht sterbe. Und wurde auch Meisterin im Vermeiden, Schlupfloch suchen, Ausreden, und Ablenken mit Gegenreizen: (auf die Backe beissen, Faust auf Oberschenkel hauen beim Autofahren) hat schon mal was gebracht.

Psychosomatisch hab ich über die Zähne reagiert. (und das als Zahnphobiker!). Beinahe jeder Urlaub hatte im Vorfeld eine Wurzelbehandlung nötig gemacht, oder zumindest ein Gefühl als ob. Hölle. Ungelogen. Mussten auch Urlaube absagen, weil Madame am Rad gedreht hat.

Als ich endlich in Therapie gegangen bin, war das wegen einer Depression. Durch das Antidepressiva kam Ruhe rein. Hab mich da auch beruflich verändert und habe sehr viel über Ursache und Wirkung nachdenken können.

Hauptsächlich ging es darum, zu verstehen, was mir überhaupt Angst gemacht hat. Und Angst war eben, nicht zu genügen. Deshalb meine extreme Anstrengung, besser und toller und taffer und nix belastet mich, eben so stressig. Und ich war wirklich nach aussen hin zu beneiden. Toller, erfolgreicher Mann, toller Job, 2 Kinder, Haus, Pferd. Jetzt kapiere mal einer, warum so jemand ständig am Rad drehen muss.

Im Prinzip ist es ganz einfach. Wer kapiert, dass das aussen schei. ist, dass sich alles im Inneren abspielt, hat schon die halbe Miete. Und um das zu erreichen, braucht es den Prozess der Veränderung. Aktives handeln in Situationen, die einen belasten. Und meine Belastungen auch erkennen können. Nix mit, wird schon. Nee, Maul aufmachen und ändern. Tempo drosseln, sich im Hier und Jetzt befinden. Akzeptieren, dass man einen Knacks hat, und sich dessen nimmer schämen. Mein Knacks, mein Problem. Mein Leben.

Ist wie abnehmen. Entweder ich mag mein Moppel-Ich. Gut so. Mag ich es nicht, dann hilft kein Jammern und Klagen, dann hilft nur Sport und weniger essen. Einen negativen Zustand kann man nur ändern, wenn man sich damit auseinandersetzt und dann ans Eingemachte geht. Zauberwort: Selbstreflektion, und ganz ehrlich, das macht kein Spass.

Und mit dieser Selbstreflektion kann ich jetzt Situationen händeln, die mich früher aus der Bahn geworfen haben. Frag dich doch immer, will ich das wirklich? Und je nach Erkenntnis handelst du dann. Und lebst dann mit den Konsequenzen deines Handels.

30.01.2019 13:56 • x 4 #54


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la2la2
Hey,
bevor dein Thema hier im Nirwana verschwindet, schreibe ich mal was dazu. Erstmal willkommen im Forum. Wink
Zu deinem konkreten Problem kann ich leider auch nichts sagen, da ich es nicht habe, aber hoffentlich findest du noch jemanden hier, der eine erfolgreiche Methode kennt......

x 1 #2


Cloudsinthesky
Hoffentlich sind die erfolgreichen nicht weg vom forum Wink

Habe leider auch keine Lösung. Ich probiere dies und das... Akzeptanz ist bardas wichtigste wahrscheinlich, aber das geht ja auch nicht von heute auf morgen.
Wahrscheinlich ist der weg einfach lang und die Fortschritte sieht man erst, wenn man zurück schaut.

So hat mir meditation schon mal gut geholfen für 2 Jahre, aber jetzt bin ich zu ängstlich dazu, da muss dann wieder was anderes her...

#3


S
Was machst du dann anstatt Meditation, was dir hilft?

#4


Icefalki
Zitat von Steef:
Meine Hauptangst sind Versagensängste in Bezug auf Arbeit/Leistung.
Zitat von Steef:
Ich bin perfektionistisch


Hier hast du doch die Antwort. Wer so gestrickt ist, kennt seine Grenzen nicht, denn gut ist nie gut genug.

Und wenn man gut sein möchte, hat man Angst vor Beurteilung, drum muss das perfekt sein. Gelingt aber nicht, insofern wieder diese Ängste. Stress pur.

Ich schreibe dir hier aus Erfahrung. Bekam als Kind nur Aufmerksamkeit, wenn ich Leistung abgeliefert habe, sowohl im Gehorsam als auch bei Noten und sportlichen Erfolgen.

Was das Gute daran ist, mit viel Einsicht und Arbeit an sich selbst, kann man vieles verändern. Selbstreflektion ist aber Grundbedingung. Da wirst du auf Persönlichkeitsanteile stoßen, die dir nicht gefallen, zumindest anfänglich nicht, die sind ja übertüncht von der Perfektion. Gleichzeitig, da wir gut arbeiten können, kann man das auch mal super für sich selbst verwenden. Kriegst du auch noch hin.

x 2 #5


C
Vielleicht ist Akzeptanz auch ein bisschen viel verlangt für den Anfang.
Immerhin ist das ganze Angstgeschehen ziemlich quälend und kann eine ganze Menge Lebensglück kosten. Es kann Karrierewege verbauen und Beziehungen zerstören oder unmöglich machen.
Manchmal ist die Angst auch nicht mit dem eigenen Selbstbild kompartibel und dann wäre es ein Selbstbetrug, auf Akzeptanz zu setzen.
Das kannst Du aber nur für Dich selber beurteilen.

Ich würde für den Anfang einen kleineren Schritt empfehlen und zwar das "Nicht- Werten". Also all die Angstgefühle nicht "weghaben- wollen", nicht gegensteuern, sondern sie einfach beschreiben, genau hingucken und im Hier und Jetzt bleiben.
Nur Zeuge des Geschehens sein. Da Du offenbar schon meditierst, hast Du für diese innere Haltung bereits gute Anknüpfungspunkte.

Und da Du bereits in Therapie bist, sind Dir sicher auch die kognitiven Fehler bekannt, die man tunlichst vermeiden sollte, also Gedankenketten, Katastrophengedanken, Verallgemeinerungen, Schwarz- weiss Denken usw.

Da kann man einiges machen und alternatives Verhalten einüben.

x 4 #6


A
Moin Smile

ich bin auch Angstpatientin. Ich habe Angst davor nicht gut genug zu sein, dies haben mir meine Eltern vermittelt in meiner Kindheit. Also habe ich als erwachsene Frau immer mehr Leitung gebracht. Mehr als ich vertragen habe. Daraufhin kamen Ängste die mich nicht mehr vor die Tür gehen haben lassen und ich konnte nicht mehr in meiner eigenen Wohnung bleiben. Ich hatte immer Angst davor, dass mich jemand erschießt oder ich in einen Anschlag gerate.


Das mit der Akzeptanz ist mir auch oft geraten worden. Methoden wie Entspannung, Achtsamkeit, Ablenkung haben nicht wirklich geholfen.
Was mir hilft ist der Realitätscheck. Wie real sind meine Gedanken? Dies ist nicht nur auf die Möglichkleit eines schlimmen Ereignisses gemünzt sondern auch darauf, dass ich nicht gut genug bin, nicht genügend Leistung bringe.
Das war anfangs schwer, man muss es üben.
Jetzt kann ich erkennen, dass Gedanken nicht stimmen.
Danach kam erst die Akzeptanz. Ok die Gedanken gehören zu mir und es sind nur Gedanken. Die sind unangenhm und nicht richtig, geleichwohl tun sie mir nichts. Es sind nur Gedanken. Smile

Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest, viel Ausdauer und Hoffnung. Smile

x 2 #7


S
Vielen Dank für eure Antworten Smile

Zitat von Chingachgook:
Ich würde für den Anfang einen kleineren Schritt empfehlen und zwar das "Nicht- Werten". Also all die Angstgefühle nicht "weghaben- wollen", nicht gegensteuern, sondern sie einfach beschreiben, genau hingucken und im Hier und Jetzt bleiben.
Nur Zeuge des Geschehens sein


Das versuche ich. Das ist immer so ein Kopfchaos und ich bin immer noch hin und hergerissen, was ich machen soll bzw. mir hilft. Die Negativgedanken, die die Angst auslösen und automatisch in den Kopf schiessen, sind so mächig, dass man natürlich versucht sie nur zu werten, bringt mir bisher aber nur bedingt was. Auf Dauer will man sie ja natürlich schon irgendwie wegbekommen und versucht sich dagegen zu "wehren".

Zitat von Chingachgook:
Und da Du bereits in Therapie bist, sind Dir sicher auch die kognitiven Fehler bekannt, die man tunlichst vermeiden sollte, also Gedankenketten, Katastrophengedanken, Verallgemeinerungen, Schwarz- weiss Denken usw.


Ich versuche auch meine Muster zu durchbrechen. Ich kennen meine Gedanken mittlerweile ganz gut, weiss, woher alles kommt und wie mein Köpfchen so tickt. Nur läuft noch sehr viel automatisch ab. Oder Grübelein kommen, wiederholen sich ständig, bringen mich zu keinem Ergebnis, was ich auch weiss, ich aber noch nicht in der Lage bin, die zu unterbrechen.

Zitat von Atropina:
Was mir hilft ist der Realitätscheck


Das mache ich auch ab und an. Ich hüpfe immer von Methode zu Methode. Da kommen positive Selbstgespräche, versuche Gedankenketten zu unterbrechen und weiss auch, dass das Gedachte nicht wahr ist. Löst aber trotzdme diese unangenehmen Gefühle aus und ich fühl mich jedes mal wieder auf dem gleichen Stand wenn es aufkommt.


Was bisher geholfen hat ist eigentlich immer nur aushalten, abwarten und Tee trinken bis es von alleine abflacht. Das geht meistens ein paar Wochen. Muss ich wohl noch weiter ausprobiern, was mir letzendlich am.besten hilft.

#8


B
Ich denke schon das es hilft... ich habe auch so einiges ausprobiert aber das Übermäßige Bewerten und das Unterdrücken war nicht so vorteilhaft.. denke akzeptanz ist schon sehr gut natürlich aber auch sehr schwer weil die Stimme irgendwie nicht ihren mund halten möchte Smile

#9


C
Ja, Gedanken sind es, die bewertenden und die ängstigenden, in Zukunft und Vergangenheit gerichteten, die die Angst schüren. Ich versuche es schon lange mit der Gedankenkontrolle (die von Byron Katie und anderen) und der kognitiven Therapie, merke aber immer noch, wie die Gedanken abdriften und von ängstlichen Gefühlen abgelöst werden.

Mir gelingt mittlerweile im Tagesbewusstsein die Kontrolle für die Gegenwart schon ganz gut, nur gibt es eben auch das Unterbewusstsein, und da kommt man nicht so leicht dran. Alle realen Erlebnisse und alle Beobachtungen werden dort gespeichert, und wo sie nicht mehr bewusst sind, können sie einem unbewusst zu schaffen machen, vielleicht in Träumen, in Flashbacks, in Schlafproblemen ... So funken sie u. U. auch sie in alle möglichen und unmöglichen Situationen hinein. Ich versuche auch, dort zu akzeptieren, wo die Kontrolle (noch) nicht gelingt.

Insgesamt sehe ich für mich nur diesen Weg - also weitermachen, dran bleiben. Das empfehle ich auch Dir - finde, Du bist schon auf der richtigen Spur. Es dauert halt. Und man kann kaum erwarten: ein Fingerschnipp - und alle Angst ist weg; so funktioniert es nur äußerst selten. Loslassen und Akzeptanz kann einem wie harte Arbeit erscheinen, und man muss sich immer und immer wieder in das Jetzt zurückholen.

In diesem Sinne
liebe Grüße
vom CA

x 3 #10


S
Zitat von Chillangel:
Ich versuche es schon lange mit der Gedankenkontrolle (die von Byron Katie und anderen) u


Meinst du das Buch von ihr, wie vier Fragen ihr Leben verändern können?

#11


C
Ich meine von ihr vor allem: "Lieben, was ist" und "Ich brauche dich und deine Liebe".

Sie erklärt aber eigentlich in allen ihren Büchern ihre Methode der Gedankenüberprüfung, wie sie es nennt.

Gut ist auch "Jetzt!" von Eckard Tolle (wenn man etwas Sinn für das buddistische Denken und Fühlen hat; er ist zwar kein erklärter Buddhist, arbeitet jedoch, wie ich finde, mit deren Grundsätzen).

#12


S
"Jetzt" kenne ich. Hab ich vor nicht allzu langer Zeit mal gelesen.

Machst du "the work" dann regelmässig und wie lange schon?

#13


C
Ich machs nicht mehr regelmäßig, habe mich aber eine Zeitlang sehr intensiv damit beschäftigt und krame es immer wieder mal vor.

#14


C
Zu Byron Katie noch:

Es ist eben eine "Work" (GedankenARBEIT), wie es im Original heißt, man muss also ständig damit weiterarbeiten.

Wenn man jedoch das Prinzip einmal verinnerlicht hat, geht es irgendwann automatisch.

Man denkt etwas, stellt fest, dass es Angst hervorgerufen hat, geht dann daran, den Gedanken zu identifizieren ("Was genau hat mir daran hat mir angst gemacht?") und dann fragt man: "Wie real ist dieser Gedanke eigentlich?" Dann macht man sich klar, wie es einem ohne den Gedanken ginge und lässt ihn fallen. Und man kann am Ende die Sache noch umkehren.

Also z. B.: "Meine Schlaflosigkeit macht mich krank " richtigstellen in: "Das ist keine Realität, sondern bloß ein Glaubenssatz", also das Problem ist, dass ich diesem Gedanken glaube. Und dann das Ganze umkehren, z. B. in: "Mein DENKEN macht mich krank".

#15


S
Okay, ja habe ihr Buch eben mal aufs Kindle geladen und werde auch anfangen damit zu Arbeiten.

Hats dich weitergebracht, dass du solche Gedanken besser verarbeiten konntest?

Ich weiss natürlich auch, dass es nur meine Gedanken sind, die mich krank machen und nicht die Umstände. Bloss fällts mir schwer die fallen zu lassen, weil sie immer wieder in den Kopf schiessen.

Mir gelingts manchmal schon, kann mich beruhigen, dann schiesst er nach paar Minuten wieder in den Kopf und ich steh wieder am Anfang.

Was ich gemerkt habe, was etwas hilft, ist, dass ich lange positive mit mir selbst rede und das stimmt mich dann positiver über dir Dinge zu denken, über die ich automatisch negativ dachte.

#16


C
Ja, danke, mich hats tatsächlich weitergebracht. Das heißt nicht, dass ich Angstgedanken immer gleich in den Griff bekomme. Aber zumindest, wo sie mir bewusst sind - da kann ich jeweils ansetzen. Dieses "Immer wieder dran arbeiten"-Müssen ist vermutlich etwas, woran viele dann scheitern und es bei ein paar Versuchen belassen.

Zitat:
Was ich gemerkt habe, was etwas hilft, ist, dass ich lange positive mit mir selbst rede und das stimmt mich dann positiver über dir Dinge zu denken, über die ich automatisch negativ dachte.

Ja, genau. Eigentlich geschieht Ähnliches ja auch in einer Therapie: Man lernt, die Dinge und sich selbst positiver zu sehen.

#17

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S
Kennt ihr das wenn sich Ängste wandeln?

Also bei mir ist es so, dass ich Fortschritte bei meiner "Urangst" erkenne.
Seit 4-5 Wochen sucht sich mein Kopf allerdings immer wieder neue Gedanken, die sagen, ey da könntest du noch Angst davor bekommen oder hier vor. Beispielsweise wars mal so, dass wir bei nem Kumpel waren und in der Stadt massiv viel los war. Damals steckte ich grad in einer Angstphase und wir sind dann auf ein Fest gegangen. Dort kamen dann Gedanlen wie ey, es gibt doch Leute mit sozialer Phobie. Hier sind viele Menschen. Hier könntest du jetz auch noch Angst davor bekommen.

Das kommt mir echt bescheuert vor. Jedenfalls war das im August. Iwann ist die eigentliche Angstphase dann abgeklungen und jegliche Angstgedanken waren dann weg.

Oktober und November war ich dann amgstfrei, war auch soweit, dass ich gesagt habe, ich setze wirder langsam meine Tabletten ab.

Dann anfang Dezember gings wieder los. Auslöser weiss ich bis heute nicht so recht. Privat war grad einiges los mit Möbeln kaufen für meine neue Wohnung und meiner Mom gings auch nicht gut. Auf jeden Fall wars kein Auslöser, der ansonsten meine "Urangst" aktiviert hätte.

Das hat mich zum Grübeln gebracht und seitdem kommen eben Gedanken wie: Hiervor.könntest du Angst bekommen oder davor. Also quaso die Angst davor, dass es sich ausbreitet.

Kennt das wer? Wie geht ihr damit um?

#18


blue1979
Ich habe mit meiner Coachingdame 4-5 Termine nur katie Byron gemacht und das hilft nicht gegen akute Panikattacken, doch durch das Hinterfragen meiner Wahrnehmung wurde irgendein Prozess im Unterbewusstsein angestossen und ich kann mit meinen immer wiederkehrenden Angstattacken alleine umgehen. Ich hinterfrage automatisch nun meine Glaubenssätze.
Leider sucht sich meine Angst immer wieder neue Wege und Symptome aus und es ist ein lebenslanger Kampf/Weg/Akzeptanz.

#19


S
Und wie gehst du damit um?

#20


A


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Mira Weyer
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