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Hallo,

heute Abend geht es mir schlecht, Anspannung und schlimme Gedanken.
Einige Mitglieder hier raten, dass viel Druck abfällt, wenn man die Krankheit akzeptieren kann und erst mal nicht dagegen ankämpft. Wie kann ich das erreichen? Ist das nicht ein Aufgeben?
Ich warte gerade auf einen Klinikplatz und das wird wohl noch einen Monat dauern. Meine Therapeutin meint, ich muss das aushalten bzw. dass es wahrscheinlich so nicht besser wird.
Mein Psychiater hat das AD hochdosiert und jetzt war es 2 Tage ok seit langem mal wieder und es war sogar etwas wie Hoffnung da. Und heut Abend kommt ein Brett und ich hab wieder Angst, dass es nie besser wird. Und ich musste richtig weinen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das sogar gut getan hat. Das x. negative Denken, wenn man überlegt, dass manche diesen Zustand jahrelang aushalten.
Danke fürs Lesen und liebe Grüße an alle

20.05.2018 22:58 • 22.05.2018 #1


9 Antworten ↓


FeuerWasser
Akzeptanz hat nichts mit aufgeben zu tun sondern damit sich selbst anzunehmen, die Funktionsweise seiner Erkrankung zu verstehen und anzuerkennen. Wenn man nur dagegen angeht dann macht man sich in er Tat viel mehr Druck als es gut ist.
AD´s therapieren nicht. Es kann dir in Akutsituationen oder vorübergehend helfen aber langfristig kannst du dir nur selbst helfen mittels Psychotherapie.
Es ist richtig das manch andere diese Zustände über Jahre und Jahrzehnte ertragen aber auch nur weil sie lernen ihre Erkrankung zu beherrschen.

21.05.2018 21:48 • x 1 #2


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Wie Akzeptanz erreichen

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Zitat von FeuerWasser:
Akzeptanz hat nichts mit aufgeben zu tun sondern damit sich selbst anzunehmen, die Funktionsweise seiner Erkrankung zu verstehen und anzuerkennen. Wenn man nur dagegen angeht dann macht man sich in er Tat viel mehr Druck als es gut ist.
AD´s therapieren nicht. Es kann dir in Akutsituationen oder vorübergehend helfen aber langfristig kannst du dir nur selbst helfen mittels Psychotherapie.
Es ist richtig das manch andere diese Zustände über Jahre und Jahrzehnte ertragen aber auch nur weil sie lernen ihre Erkrankung zu beherrschen.


Vielen Dank für deine Antwort.
Ich bin bereits in einer Klinik angemeldet und warte, bis die sich melden. Die ADs sollen, so denke ich, die Zeit mit überbrücken.
Meine ambulante Therapeutin, die mir eine stationäre bzw. teilstationäre Behandlung nahegelegt hat, hat mir auch noch einen Termin gegeben.
Jetzt wollte ich bis zu diesem Aufenthalt wissen, wie ich zu dieser Akzeptanz kommen kann. Momentan sind die Tage die Hölle und ich bin froh, dass meine Frau so ziemlich alles macht.
Das Schlimme ist die Angst, dass es nicht besser wird bzw. das mir niemand mehr helfen kann und das es noch schlimmer wird.
Und in der Akzeptanz sehe ich eine Möglichkeit, etwas Leidensdruck abzubauen.
Danke für's Lesen

21.05.2018 22:02 • #3


I
FeuerWasser hat es treffend beschrieben. Deine Krankheit ist der jetzige Zustand. Erkennen und handeln. Mehr nicht.

Bitte versuche einmal, Deine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, auch wenn es nicht leicht ist. Nicht: Es wird nicht besser - Sondern: Es wird mir geholfen, damit es mir besser geht. Nicht: Es wird noch schlimmer - Sondern: Ich werde es schaffen.

Du hast eine tolle Frau, Du hast eine Therapeutin und bekommst einen Klinikplatz. Viele Menschen, die Dir helfen. Ist doch schon was POSITIVES.

Also, weg mit den Negativ-Gedanken, die erzeugen nur unnötig Panik und bringen Dich kein Stück weiter.

21.05.2018 23:14 • x 1 #4


A
Zitat von Iro-Nie:
FeuerWasser hat es treffend beschrieben. Deine Krankheit ist der jetzige Zustand. Erkennen und handeln. Mehr nicht.

Bitte versuche einmal, Deine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, auch wenn es nicht leicht ist. Nicht: Es wird nicht besser - Sondern: Es wird mir geholfen, damit es mir besser geht. Nicht: Es wird noch schlimmer - Sondern: Ich werde es schaffen.

Du hast eine tolle Frau, Du hast eine Therapeutin und bekommst einen Klinikplatz. Viele Menschen, die Dir helfen. Ist doch schon was POSITIVES.

Also, weg mit den Negativ-Gedanken, die erzeugen nur unnötig Panik und bringen Dich kein Stück weiter.


Vielen lieben Dank.
Ja, objektiv gesehen hab ich alles, nur die Depression lässt alles so negativ aussehen.
Ich hätte irgendwie gerne die Gewissheit, dass mir geholfen werden kann. Weil ich wohl selbst nicht dran glaube.
Deshalb würde ich gerne akzeptieren und nicht immer noch unbewusst dagegen ankämpfen.
Ich brauche einfach Hoffnung auf Besserung und habe Panik, dass ich zu lange gewartet und mir wohl zu spät Hilfe geholt hab.
Ich habe laufend Angst, einen Nervenzusammenbruch zu haben und das ich das alles nicht packe.
Immer dieses Katastrophisieren....
Ich versuche aber mal das positive Denken umzusetzen.
Wenn ich zum Beispiel aber denke, ich werde es schaffen, kommt sofort ein Gegengedanke..
Natürlich negativ...
LG

22.05.2018 09:06 • #5


Schneesturm93
Hallo,

Das wird schon. Mir hat es sehr geholfen, einen Schritt zurück zutreten und mir das Muster anzuschauen. Also festzustellen: Oke, ich bin gerade wieder ängstlich. Oke, da sind wieder die Kathastrophen-Phantasien, die kommen ja immer. Ja auch die Angst, dass alles immer noch viel schlimmer wird, ist wieder da. Oke, gut. Und dann einfach nicht das für wahr gehalten, was die ganzen Gedanken und Horror-Szenarien gesagt haben.

Ich muss sagen, dass ich immernoch mit der Angst usw. kämpfe, aber es gibt einfach Gedanken die sind hilfreicher als andere. Also selbst wenn es niemals weggehen sollte, dann weiß ich zumindest, dass Katastrophenszarien entwerfen und mich in was reinsteigern auch nicht hilft. (Vielleicht ist das auch akzeptieren oder eine Vorstufe davon?)

Ich wünsche dir viel Kraft.

Grüße

22.05.2018 09:27 • x 2 #6


A
Lieben Dank für die Antwort.
Glückwunsch, dann bist du schon mal viel weiter als ich. Und danke für die Aufmunterung.
Genau das will ich auch lernen, die Gedanken mit Abstand betrachten und als das, was sie sind, nämlich Gedanken... Die einem ja aber aufzeigen, dass etwas nicht passt.
Ich steiger mich so in Angstattacken rein, dass es mir den Tag nicht gerade versüßt. Habe eben bei meinem Arzt angerufen, ob man den Klinik Aufenthalt beschleunigen kann, aber das ist wohl schwer möglich. Die verweisen dann an die Notfallambulanz, wenn es nicht mehr geht.
Aber, merke ich es, wenn nix mehr geht ?
Ich glaube echt, die Angst vor allem macht mir am meisten zu schaffen.
Was kommt? Werde ich jemals geheilt oder gut damit leben können? Will ich geheilt werden bzw. habe ich die Motivation dazu? Geht es mir wie anderen Depressiven und ich will nicht mehr usw. .. Solche Gedanken zermürben mich.

22.05.2018 11:42 • #7


I
Jeder Fall ist anders. Ich hatte u.a. selber Depressionen vom Feinsten (AD, Klinik etc.)aber brauche seit Jahren keine AD mehr. (Das viell. zu Deiner Motivation) . Hab viel an mir arbeiten müssen, war nicht einfach. Jetzt fragt man sich, was ich hier will. Nun, ich bin hier gelandet, weil ich ab und zu (allerdings sehr selten, kenne den Auslöser) auch mal wieder kurz davor stehe und mich dann natürlich freuen würde, wenn ich ein wenig Mut zugesprochen bekäme oder ein wenig abgelenkt werde. Keiner weiß es besser, als diese Leute hier, die alle ihr Päckchen (Paket) zu tragen haben. Ich weiß wie es ist, wenn man sich total besch... fühlt. Mir hat der Klinikaufenthalt z.B. sehr geholfen.
Vielen geht es sehr viel schlechter als mir, das weiß ich. Doch viell. kann ich ein winziges bisschen dazu beitragen, dass es anderen ein wenig besser geht. Ja, das liebe Gedankenkarussell.... Das dreht sich bei mir immer noch, aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Ob ich mal wieder Depris in dieser Form bekomme - keine Ahnung.



MIR hat es geholfen (und es ist immer noch so), meine Gedanken nicht so in das absolut NEGATIVE abdriften zu lassen. Manchmal zwinge ich mich, nicht zu grübeln. Funktioniert einigermaßen. Aber jeder geht anders damit um und hat seine eigene Methode.

Viell. konnte ich Dir ein klein wenig von Deiner Angst nehmen.

22.05.2018 18:40 • x 1 #8


A
Zitat von Iro-Nie:
Jeder Fall ist anders. Ich hatte u.a. selber Depressionen vom Feinsten (AD, Klinik etc.)aber brauche seit Jahren keine AD mehr. (Das viell. zu Deiner Motivation) . Hab viel an mir arbeiten müssen, war nicht einfach. Jetzt fragt man sich, was ich hier will. Nun, ich bin hier gelandet, weil ich ab und zu (allerdings sehr selten, kenne den Auslöser) auch mal wieder kurz davor stehe und mich dann natürlich freuen würde, wenn ich ein wenig Mut zugesprochen bekäme oder ein wenig abgelenkt werde. Keiner weiß es besser, als diese Leute hier, die alle ihr Päckchen (Paket) zu tragen haben. Ich weiß wie es ist, wenn man sich total besch... fühlt. Mir hat der Klinikaufenthalt z.B. sehr geholfen.
Vielen geht es sehr viel schlechter als mir, das weiß ich. Doch viell. kann ich ein winziges bisschen dazu beitragen, dass es anderen ein wenig besser geht. Ja, das liebe Gedankenkarussell.... Das dreht sich bei mir immer noch, aber ich habe gelernt, damit umzugehen. Ob ich mal wieder Depris in dieser Form bekomme - keine Ahnung.



MIR hat es geholfen (und es ist immer noch so), meine Gedanken nicht so in das absolut NEGATIVE abdriften zu lassen. Manchmal zwinge ich mich, nicht zu grübeln. Funktioniert einigermaßen. Aber jeder geht anders damit um und hat seine eigene Methode.

Viell. konnte ich Dir ein klein wenig von Deiner Angst nehmen.


Vielen Dank für die aufmunternten Worte. Schön, dass du mittlerweile besser damit umgehen kannst.
Mein Problem ist halt wirklich, dass diese Hoffnungslosigkeit mich echt zermürbt und das ja jetzt nicht besser wird. Das macht mir schon Angst. Weil es mit der Klinik halt dauert.
Ich habe regelrecht Panik, wenn ich z. B. allein bin, die Kontrolle zu verlieren. Ist wohl die Angststörung, die ich zuerst hatte.
Wünsche mir so, wieder Positives zu erleben. Bzw. erlebe ich es ja, nur spüre ich es nicht.
Hattest duauch Zweifel, dass es besser wird?

22.05.2018 19:25 • #9


I
Natürlich hatte auch ich in der akuten Phase Zweifel, dass es besser wird. Alleine sein war für mich ebenfalls schlimm.
Ist eine lange Geschichte, es würde wohl den zeitlichen Rahmen sprengen.

Habe später jedenfalls versucht, meine Gedanken nicht so sehr ins NEGATIVE abdriften zu lassen.

Hoffnung gibt es immer. 1 Monat - das schaffst Du doch. Reden kann auch helfen, z.B. mit Deiner Frau, Freunden etc. ... Viell. nicht nur über Depris, sondern auch mal über andere Themen, auch mal etwas Banales oder etwas zum Schmunzeln. Das könnte auch ein wenig von den trüben Gedanken ablenken - sich beschäftigen, wenn es möglich ist.

22.05.2018 20:46 • x 1 #10


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Prof. Dr. med. Ulrich Hegerl