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201719.06




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Hallo, ich wollte einfach mal beschreiben was derzeit und teilweise schon seit Jahren in mir vorgeht und was ihr davon haltet.

Was mich zur Zeit sehr, sehr belastet, sind meine Gedanken. Alles hat vor zwei Wochen angefangen mit einem aggressiven Zwangsgedanken gegenüber einer mir nahestehenden Person. Sowas hatte ich zuvor noch nie und ich wusste gar nicht wie mir geschieht, es kam mir einfach so real vor und ich hatte Angst die Kontrolle zu verlieren, habe mich im Bad eingeschlossen, weil ich extreme Angst hatte den Gedanken umzusetzen... Ich hatte in dem Moment so eine Angst vor mir selbst, dass ich mich übergeben musste. Am nächsten Tag habe ich dann mal gegoogelt und kam auf das Thema Zwangsgedanken... Das hat es so ziemlich genau beschrieben und ich war extrem erleichtert, weil ich zunächst dachte das ist jetzt endgültig der Beginn einer Psychose oder Schizophrenie. Problem ist, seit dem bewerte ich meine Gedanken komplett über... Ich stelle mir die ganze Zeit vor wie es wäre von einem Dach zu springen und habe bei dem Gedanken extreme Angst, die Kontrolle über mich zu verlieren oder psychotisch zu werden, so dass ich den Gedanken wirklich umsetzen will... Auch sonst bewerte ich alles über und frage mich ob das der Beginn einer Geisteskrankheit sein kann. Ich versetze mich zum Beispiel schon immer in Personen in einem Film oder einer Fernsehserie und empfinde dabei oft extremes Fremdschämen oder Trauer usw... Oft stelle ich mir sogar vor, dass ich die Person bin und mich jemand aus meinem Bekanntenkreis im Fernsehen sehen kann und was dieser dann von mir hält. Es sind also extrem komplexe Gedankengänge, allerdings weiß ich zu jeder Zeit, dass ich alleine auf meinem Sofa sitze und eben nicht in dem Film bin. Was mich auch sehr beruhigt, gleichzeitig denke ich mir dann aber sofort... Was wäre wenn ich das irgendwann nicht mehr weiß, was wenn ich meinen Verstand verliere usw...

Ich muss dazu sagen, dass ich seit Jahren unter Hypochondrie leide und unter einer Angststörung. Ich habe allerdings gelernt damit zu leben, nur diese Angst vor einer Geisteskrankheit lässt mich nicht mehr los. Klar weiß ich das es nur Gedanken und darauf folgende Emotionen sind, andererseits denke ich mir, ein "normaler" Mensch hat solche Gedanken eben nicht. Also bin ja irgendwie zumindest anfällig für eine Psychose oder Schizophrenie oder nicht?

Ich habe so eine extreme Angst die Kontrolle zu verlieren, etwas zu tun was ich nicht will und das eben erst seit zwei Wochen, seit diesem Vorfall. Das ist also ziemlich neu für mich und letztendlich ist es ja eine "Ausweitung" meiner bereits seit Jahren vorhandenen Angststörung und Hypochondrie. Jetzt sind also Zwangsgedanken hinzugekommen.... Ich frage mich ob nun als nächste die Psychose folgt oder eine Schizophrenie...

Komisch ist auch, es gibt Momente am Tag, da denke ich mir, um was für einen Quatsch ich mir Gedanken mache und das ich bei klarem Verstand bin, aber dann gibt es eben Momente wie diesen, in denen ich diese Unsicherheit und Angst verspüre und Angst habe in eine Psychiatrie zu kommen oder sonst was.... Die Gedanken sind einfach so real für mich, anscheinend besitze ich einen ausgeprägte Phantasie... Ich denke mal eine ausgeprägte Phantasie haben alle schizophrenanfälligen Menschen .. :(

Vielleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

Auf das Thema antworten


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Bärlin
2110
  19.06.2017 07:16  
Das mit den aggressiven Zwangsgedanken kenne ich nur zu gut. In der letzten Zeit hatte ich sie schon lange nicht mehr oder sie waren eher sehr unterschwellig.

Ich darf bloß nicht daran denken. Dann kommen sie manchmal wieder. Ich hatte die monatelang sehr heftig.



  19.06.2017 07:22  
@agmaster
ich würde das einem professionellen Doc erzählen. Derartige Gedanken hatte ich auch schon, aber nicht so extrem wie du sie beschreibst. Denke aber, solange du noch das Problem beschreiben kannst, ist alles ok. Gehst du arbeiten, wenn ja, wie ist es dann oder kommen diese Gedanken nur, wenn du allein bist?





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  19.06.2017 07:39  
Andy3 hat geschrieben:
@agmaster
ich würde das einem professionellen Doc erzählen. Derartige Gedanken hatte ich auch schon, aber nicht so extrem wie du sie beschreibst. Denke aber, solange du noch das Problem beschreiben kannst, ist alles ok. Gehst du arbeiten, wenn ja, wie ist es dann oder kommen diese Gedanken nur, wenn du allein bist?


Na toll, jetzt bin ich endgültig verunsichert... was genau findest du besorgeniserregend?

Ich studiere, hab aber zur Zeit frei.



  19.06.2017 07:46  
agmaster hat geschrieben:

Na toll, jetzt bin ich endgültig verunsichert... was genau findest du besorgeniserregend?

Ich studiere, hab aber zur Zeit frei.


Wieso verunsichert? Habe nicht geschrieben, dass ich es besorgniserregend empfinde, sondern nur, dass ich es einem Arzt erzählen würde, was ich auch getan habe. Wenn ich dich verunsichert habe tut es mir leid. Das war nicht die Absicht. Aber wenn es dich doch so extrem beschäftigt, dass du Angst hast, würde ich zum einem Arzt gehen, der dir dann sagen kann, warum das so ist. Ich habe es mal erzählt, er sagte, dass das von meiner Angststörung kommt, nichts weiter. Tipps und Ratschläge dagegen können sein: Entspannungstechniken, Ablenkung bei Dingen, die du gern tust (irgendein Hobby oder sportliche Betätigung u.a.) und vielleicht kannst du dir diese Gedanken auch aufschreiben so nach dem Motto: was auf dem Papier steht ist schon mal raus aus meinem kopf...ob dir das hilft, musst du selbstverständlich selbst heraus finden.





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  19.06.2017 07:49  
Andy3 hat geschrieben:

Wieso verunsichert? Habe nicht geschrieben, dass ich es besorgniserregend empfinde, sondern nur, dass ich es einem Arzt erzählen würde, was ich auch getan habe. Wenn ich dich verunsichert habe tut es mir leid. Das war nicht die Absicht. Aber wenn es dich doch so extrem beschäftigt, dass du Angst hast, würde ich zum einem Arzt gehen, der dir dann sagen kann, warum das so ist. Ich habe es mal erzählt, er sagte, dass das von meiner Angststörung kommt, nichts weiter. Tipps und Ratschläge dagegen können sein: Entspannungstechniken, Ablenkung bei Dingen, die du gern tust (irgendein Hobby oder sportliche Betätigung u.a.) und vielleicht kannst du dir diese Gedanken auch aufschreiben so nach dem Motto: was auf dem Papier steht ist schon mal raus aus meinem kopf...ob dir das hilft, musst du selbstverständlich selbst heraus finden.


Weil ich ja die ganze Zeit schon die Sorge habe weggesperrt zu werden oder sonst was... (Ich weiß unbegründet, aber die Antwort hat mich gerade ein bisschen verängstigt)

Ich möchte erstmal zu keinem Therapeuten, der kann mir auch nicht mehr erzählen als die Paar Bücher die ich zu diesem Thema gelesen habe. Es bleibt halt diese Restangst, dass ich eine Psychose kriegen könnte usw. - Deshalb wollte ich einfach mal nachfragen ob es hier jemandem genauso geht wie mir.

Edit: Wie hast du denn diese Gedanken in den Griff bekommen? Mir hilft eigentlich nur joggen... Kann mit Entspannungsübungen nicht viel anfangen.



  19.06.2017 07:56  
agmaster hat geschrieben:

Weil ich ja die ganze Zeit schon die Sorge habe weggesperrt zu werden oder sonst was... (Ich weiß unbegründet, aber die Antwort hat mich gerade ein bisschen verängstigt)

Ich möchte erstmal zu keinem Therapeuten, der kann mir auch nicht mehr erzählen als die Paar Bücher die ich zu diesem Thema gelesen habe. Es bleibt halt diese Restangst, dass ich eine Psychose kriegen könnte usw. - Deshalb wollte ich einfach mal nachfragen ob es hier jemandem genauso geht wie mir.


Ok, das verstehe ich. Vielleicht sind es aber wirklich nur die Ängste. Deshalb schrieb ich und meinte ich, um das abzuklären, so dass du auf der sicheren Seite bist, dass es nichts Schlimmes ist, sondern nur eine "Begleiterscheinung", besser zu einem Arzt, keinem Therapeuten, ein professioneller Arzt wie Psychiater. Oder versuche, dich mal mit Dingen, die dir Freude bereiten, abzulenken und dann mal zu schauen, ob diese Gedanken dich dann noch beherrschen oder ob es abklingt. Ich bin kein Arzt, kann mir aber nicht vorstellen, dass es etwas Schlimmes ist. Man glaubt gar nicht, was Ängste oder eine Angststörungen alles mit sich birgt.



1807
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  19.06.2017 08:10  
Ich glaube, dass das eine unglückliche verkettung aus Hypochondrie und zwangsgedanken sind. Die Beiden haben sich irgendwie zusammengerottet.
Während deine Hypochondrie schreit "ich bin Geisteskrank, ich bin Geisteskrank" setzen sich deine Zwangsgedanken dazu weil sie dort Gehör finden.
Und damit beginnt der Kreislauf zwischen Angst, Zwang und hypochondrie.

Ich glaube nicht, dass du eine Psychose hast oder so.
Wobei das auch kein Weltuntergang wäre, das kann heutzutage gut behandelt werden.
Aber es ist halt dein Schreckgespenst wie für andere das Herz oder der Kreislauf oder oder oder.....

Aber um deine Situation zu verbessern solltest du dir wirklich Hilfe holen.
Einen guten Psychiater, einen guten Therapeuten.
Es ist gut möglich beides in den Griff zu bekommen.

Liebe Grüße





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  19.06.2017 08:26  
Ja genau und der verschreibt mir dann nach einem 10 Minuten Gespräch irgendwelche Tabletten. Auf sowas verzichte ich gerne. Das ich keine Psychose habe weiß ich ja. Ich kann klar denken usw., meine Angst ist halt das es nicht so bleibt. Wollte eigentlich nur wissen ob diese Angst begründet ist und ob es hier noch jemandem so geht.



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Bärlin
2110
  19.06.2017 08:37  
agmaster hat geschrieben:
Wollte eigentlich nur wissen ob diese Angst begründet ist und ob es hier noch jemandem so geht.



Wenn du mal in der Suche "Zwangsgedanken" eingibst, wirst du sehen, dass du damit nicht allein dastehst.

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