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siri

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Ihr Lieben,

ich leide seit ca 14 Jahren unter immer wiederkehrendem Herzrasen.
Es beginnt meist mit ein paar Extrasystolen und geht dann über in Herzrasen mit Pulswerten von 160 - 200 Schlägen. Nach einigen Minuten, manchmal auch nach etwa 1 Stunde hört es dann genauso abrupt wie es angefangen hat, auch wieder auf.
In den ersten Jahren trat dies etwa 2-3 mal im Jahr auf, ich war ansonsten körperlich gesund und fit und habe es deshalb nie hinterfragt, bzw. ärztlich abklären lassen.
Seit ca. 8 Jahren leide ich nun an einer generalisierten Angststörung und Somatisierungsstörung.

2014 während dem Einschleichen mit einem AD ( Cipralex ), trat es erneut auf.
Als es nach ca 1,5 Stunden immer noch nicht aufhörte und mein Druck auf der Brust immer größer wurde, fuhr mich mein Mann in die Notaufnahme.
Dort wurde ich ans EKG angeschlossen. Und es konnte das Herzrasen aufgezeichnet werden.
Die behandelnde Ärztin stellte dann anhand des EKGs sofort die Diagnose AVNRT.
Mit einem Carotisdruck konnte sie das Rasen beenden.
Das AD setzte ich daraufhin, auf Anraten der Ärztin, sofort wieder ab, da es in meinem Fall das Herzrasen begünstigt hatte, da es den QT Rhythmus verändert hatte.
Bei der AVNRT ist von Geburt an eine Leitbahn am Herzen zuviel angelegt.
Oftmals treten die Symptome aber erst um das 30te Lebensjahr herum auf, was bei mir der Fall war.

Da aufgrund meiner ständigen ES und tw. Salven, die AVNRT inzwischen mehrmals pro Woche anspringt und ich dadurch sehr eingeschränkt bin, dass Haus zu verlassen und auch die Angst vor weiteren Anfällen immer größer wird, habe ich mich nun entschlossen, eine Ablation ( Verödung ) der zusätzlichen Leitungsbahn durchführen zu lassen.

Vergangenen Freitag war ich nun zur Beratung und Voruntersuchungen im Deutschen Herzzentrum in München, wo ich den Eingriff gerne durchführen lassen würde.
Ich war vom Ablauf, der Beratung, den Untersuchungen und dem tollen ersten Eindruck total begeistert.
Termin habe ich gleich vereinbart, um auch ja keinen Rückzieher mehr zu machen, am 1.8. ist es soweit.
Nichts desto trotz hab ich mächtigen Bammel davor.
Zum einen wegen meiner Histaminintoleranz, die ich seit ca 2 Jahren habe, da ich an Medikamenenten nichts vertrage, für den Eingriff aber natürlich welche benötige und zum anderen wegen meiner generalisierten Angststörung, die mir mal wieder die schlimmsten Geschehnisse ausmalen lässt

Nun meine Frage an Euch, hat von Euch auch jemand eine AVNRT oder auch WPW, was ja ähnlich ist?
Hat jemand die Elektrophysiologische Untersuchung mit Ablation auch noch vor sich, oder evtl. auch schon hinter sich und kann mir berichten?
Falls ja, in welchen Kliniken habt ihr den Eingriff durchführen lassen?

Wäre schön, wenn Ihr Eure Erfahrungen mit mir teilen würdet
Vorab schon mal ein ganz liebes Dankeschön dafür.

Herzliche Grüße
siri

07.05.2017 14:03 • 16.09.2019 #1


47 Antworten ↓


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Hi Siri.
Hier ich!
Ich hatte meine Ablation vor fast genau einem Jahr. Ich hatte auch eine AVNRT mit Frequenzen von über 240. Es war ekelhaft und ich kann dine ANgst gut verstehen.

Die Ablation selbst war....nicht ganz so toll. Aber ich hatte den Ausweg und durfte schlafen und bekam Propofol. Das war noch das beste daran, dass ich nciht die ganze Prozedur wach mitbekommen musste.

Ich habe auch eine histaminintoleranz und bekam vorher iv Fenistil und eine Tablette Cortison zur Vorbeugung von Allergischen Reaktionen. Damit ist auch alles gut gegangen. Ich hatte keine probleme.
Also einfach ansprechen das Problem.

Das lästigste ist eigetnlich hinterher, dass man sich schonen muss und nicht mal auf dem Klo feste drücken darf damit die Einstichstellen nciht wieder aufgehen ( leichtes Abführmittel empfohlen)
Auch hatte ich einen ordentlichen Bluterguss der etwas ein halbes Jahr gebraucht hat, bis der wieder komplett verschwunden war. Aber das muss ja nciht immer so passieren.
Ich bin sehr schlank und daher hatten die eh wenig Platz dafür.

Alles in allem muss ich sagen, dass es sich gelohnt hat. Die AVNRT ist weg! Weg! WEg! Weg!

Und dafür lohnt es sich allemale.

Ich wünsche dir alles Gute

08.05.2017 06:58 • x 2 #2


siri

siri


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Hallo kopfloseshuhn,

ersteinmal ein ganz liebes Dankeschön, dass du mir geantwortet hast und mit mir deine Erfahrungen bezgl. der Ablation geteilt hast.

Du hast doch tatsächlich auch eine Histaminintoleranz? Welch ein Zufall, AVNRT und Histaminintoleranz, die gleich Kombination wie bei mir.

Ich freue mich für dich, dass du dein Herzrasen durch den Eingriff losgeworden bist.
Es bedeutet sicherlich ein großes Stück Lebensqualität mehr, keine Angst mehr vor den Anfällen haben zu müssen.

Hattest du nach dem Eingriff verstärkt mit ES zu tun? Die Ärztin in München hatte dies nämlich bereits angekündigt, dass dies wohl sehr häufig ( bis ca 2 Monate lang nach der Ablation ) so wäre.

In DHZ in München wird der Eingriff generell unter Sedierung durchgeführt.
Das Mittel der Wahl ist dort ebenfalls Propofol. Da ich aber in der Vergangenheit ( Magenspiegelung ) paradox darauf reagiert habe, stünde auch Dormicum ( hatte ich immer gut vertragen ) zur Wahl.
Alternativ ginge auch ohne Sedierung, aber das möchte ich glaube ich lieber nicht haben.

Danke auch für den Tipp mit dem Fenistil und der Cortison Tbl., werde das auf jeden Fall im Hinterkopf behalten und am 1.8. dort ansprechen.

Wie lange nach der Ablation musstest du in Rückenlage liegen?
Die Ärztin nannte mir 6-12 Stunden, mit Druckverband.
Puh, ich mag gar nicht daran denken! Hab ja so starke Probleme mit meinem Rücken und kann nur sehr schlecht so liegen.... aber da muss ich wohl durch

Nochmal ein ganz dickes Dankeschön von mir, kopfloseshuhn

Liebe Grüße
siri

08.05.2017 12:54 • #3


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Hi Siri.

Also.... Wenn du Dormicum bekommen kannst ist doch super. Haben sie bei mir auch versucht zuerst aber die Dormiccums sind zusammen mit dem Tavor in den Adrenalinpool gefallen und hatten mir rein gar nichts gebracht.
Wenn du damit schon Erfahrung hast ist doch super. dann wird das schon!
Nee die ganze zeit wach dabei...das machen die gerne und manche sogar obligatorisch! O.o
Da war ich froh, dass ich nur die ersten 5 Minuten mitbekommen musste und dann sagte "geht nicht".

Mein Doc war super. der hat in der Charite berlin gelernt und macht das schon seit 8 Jahren täghlich.
Der war toll.

Ich musste 8 Std liegen das war lediglich nervig wenn ich mal wach war und weil ich nicht mal die Beine anziehen durfte (ich hasse Rückenlage) ansonsten war ich ganz schön beduselt von dem Propo und hab fast die ganze zeit verpennt. Die paar Stunden gehen vorbei! *drück

Wegen der ES:
Ja ich hatte viele ES. Also die ersten zwei tage habe ich davon nichts gemerkt. Hab erstmal nur auf dem Sofa rumgelümmelt und menen Bluterguß gekühlt *haha
Danach hatte ich genau 2 Tage lange bei "Anstrengung" (Treppenlaufen) Es - die waren natürlich unangenehm aber man weiß ja Bescheid. Das ist die Heilungsphase.
Und danach waren sie auch schon wieder verschwunden und ich hab jetzt auch nicht mehr ES als vorher.

Für mich hat sich das total gelohnt.
Diese tägliche Angst, dass das wiederkommt und einen ausbremst oder man ins KH muss um das zu unterbrechen ist einfach megaschieße.
Du hast das aber auch wirklich schon sehr häufig. Ich hatte mmer so ein Jahr pause dazwischen bis ich zum Schluß 5 in einer Woche hatte. Einfach so. Tjaja aber dann konnte endlich jemandhandeln weil es aufgezeichnet werden konnte.
zuvor hatte ich das Pech, dass mir niemand gegelaubt hat und es immer heiß ich hätte eine PA gehabt.

Soviel dazu....

Liebe grüße

08.05.2017 15:32 • x 2 #4


siri

siri


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Hallo kopfloseshuhn,

ich beneide dich, dass du alles schon überstanden hast.

Ich bin froh, dass du mir berichtet hast, es nimmt mir zumindest ein Stück weit die Angst, wenngleich es natürlich bei jedem anders sein kann.
Aber die Hoffnung auf ein hinterher hoffentlich anfallsfreies Leben lässt mich diesen Schritt gehen, bei dir war es ja genauso.

Hast du mit deiner Histaminintoleranz die Medikamente, die während dem Eingriff nötig sind ( Lokalanästhetikum, Mittel um das Herzrasen auszulösen, Blutverdünner, etc. ), gut vertragen? Oder ist das eben durch das Fenistil und Cortison überhaupt kein Problem?

Wie lange warst du in der Klinik?
Die Ärztin nannte mir 2-4 Tage, je nach Allgemeinzustand. Auf meinen Einwand hin, dass im Internet oft von nur einer Nacht zur Beobachtung die Rede wäre, meinte sie, da ich noch jung bin ( 44 ) evtl. auch nur 1 Nacht.

Ich wünsche dir einen gemütlichen Abend und lieben Dank

Grüße von siri

08.05.2017 16:54 • #5


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Aaaalso
Der Blutverdünner war gar kein Problem außer, dass ich mir Tage später nur leicht den zeh anstieß und ich den dann Megalblau hatte. naja Kleinkrams. Nicht erwähnenswert.
Ein Mittel um die Störung auszulösen brauchte ich nicht. Die machen jamit dem Kathether da drin elektrischen Unsinn damit die Störung ausgelöst wird. Das funktioniert ziemlich zuverlässig.
Beim Anästhetikum hatte ich Mepivacain das ist HIT verträglich und ich hatte keine Probleme.

Kauf dir vorher schon mal Lactulose oder so was in der Art und fang am Besten einen tag vorher damit an. Dann ist alles schön weich und du hast damit auch keine Probleme.
Davor hatte ich danach dann am meisten Angst. Das das wieder aufgeht. Da waren die aber auch sehr eindringlich mit der Sorge im KH.

Ich war nach dem Eingriff....lass mal überlegen...ich kam Mittags dran, hatte irgendwann Nachts die 8 Std Liegezeit rum und durfte am nächsten Tag Mittags heim.
Mir wäre es fast lieber gewesen noch eine Nacht da zu bleiben aber man hat mich rausgeschmissen

Wenn es nicht nachblutet und du fit im Kopf bist nach dem Dormicum und so darfst du sicher auch schnell heim.

Der Doc dort hat gesagt, das ist ein kuratives Verfahren. Da gibt es schon so viel Erfahrung mit, dass die ziemlich sicher sagen können, dass das danach nicht wieder auftritt.
und das und nur das hat mich dazu übewrreden können das zu machen.
Ich bin echt ängstlich und ich hab auch eine sehr traumatische Vergangenheit so dass das für mich ein Reisenschritt war und auch sehr triggernd vom Thema ausgeliefert sein.
Aber ich WOLLTE diese AVNRT loswerden! Und das hab ich geschafft.
Ich kann es noch immer nicht so richtig glauben, dass die nie mehr wiederkommt. Kommt mir so irreal vor. Und gleichzeitig fühlt es sich richtig gut an.

Du schaffst das auch. da bin ich ganz ganz sicher.
Und vor allem: Danach kann die Angst besser werden! Keine Angst mehr vor Anfällen. Wieder rausgehen ohe zu denen, dass gleich der nächste Anfall blüht. Und in den Urlaub fahren ohne sich zu fragen "was ist wenn ich dort einen bekomme"....Hach das wird toll.
Freu dich drauf!
Ich denke daran hängen sich bei dir auch ganz viele Somatisierungsgeschichten auf. War bei mir auch so.
Damit hat alles angefangen. Also zumindest eine Steigerung auf dem Gesundheitssektor. Ansonsten schleppe ich ja auch noch recht viel mit mir rum.....

Ich wünsch dir auch einen guten Abend. Liebste grüße

08.05.2017 17:42 • #6


koerperklaus


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Ich hatte das auch von Kindesbeinen an. Eine Extrasystole hat die Tachykardie ausgelöst und beenden konnte ich es meisten durch Valsava-Manöver mit gleichzeitigem Druck auf die Carotis. Wenn es beim Sport aufgetreten ist, dann waren die Tachykardien heftiger und ich hatte Betablocker in Tropfenform dabei, die ich dann nehmen konnte.
Im jungen Erwachsenenalter, das ist schon über. 20 Jahre her, habe ich mich dann im Herzzentrum Bad Krozingen operieren lassen. Bei der Operation wurde die retrograde Leitungsbahn offensichtlich bei der Ablation nicht richtig getroffen, weswegen sie sich wieder erholt hat und die Tachykardien nach einiger Zeit wieder auftraten. Da ich ich die Zeit bis zum Wiederauftreten der Tachykardien als solch eine Steigerung der Lebensqualität empfunden hatte, war es für mich keine Frage, dass ich mich zu einer erneuten Ablation entschließen würde. Dummerweise traten dann die Tachykardien auch nach der zweiten Operation wieder auf, so dass es noch eines dritten Anlaufs bedurfte. Dabei wurde dann ein anderer Zugangsweg gewählt und die Bahn erholte sich daraufhin nicht mehr. Wahrscheinlich ist die Technik da aber heutzutage viel weiter und ein mehrfacher Eingriff ist selten.
Während den Operationen war ich nur an der Punktionsstelle örtlich betäubt und habe so alles mitbekommen, was um mich herum passiert ist. Bei den ersten beiden OPs war ich glaube ich etwas länger im KH, ca 5 Tage, weil da ein arterieller Zugang gemacht wurde. Beim letzten mal waren es nur noch 3-4 Tage. Sicherlich ist das heute auch mit einer kürzeren Aufenthaltsdauer verbunden. Den Aufenthalt empfand ich als angenehm, das Pflege-Personal, die Ärzte und Operateure waren alle sehr nett.
Nach den OPs musste ich als Butverdünner eine Zeit lang täglich niedrigdosiertes Aspirin (100 mg) einnehmen, um eine Thrombose zu verhindern.

Alles Gute und eine stressfreie OP!

08.05.2017 19:33 • #7


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Urgs das Wiederauftreten liest man ja nicht so gerne, ne?
Wie lange hats bei dir gedauert bis die wieder aufgetreten sind?

Ich hatte auch einen arteriellen Zugang. Ich musste trotzdem nur 8 Std liegen und nächstenTag heim. Blutverdünner brauchte ich auch nicht.
Ich denke siet vor 20 jahren hat sich wirklich viel getan

08.05.2017 19:35 • #8


koerperklaus


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Bis zum Wiederauftreten hat es ein paar Wochen gedauert. Genau weiß ich es aber nicht mehr, ist schon zu lange her. Ich war bis dato der einzige Patient, bei dem es bis zum letztendlichen Erfolg drei mal gemacht werden musste. Das war also damals schon selten und kommt wahrscheinlich heute so gut wie gar nicht mehr vor.

Als Blutverdünner gab es vor der OP Marcumar und danach wie gesagt das "100 mg-Kinder-Aspirin". Ich weiß noch, dass die nach Kirsche geschmeckt haben

08.05.2017 19:44 • x 1 #9


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Ah super. Danke. Ich bin dann mit 13 Monaten schon drüber weg. Hihi

08.05.2017 20:13 • #10


siri

siri


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@kopfloseshuhn

Ja, eigentlich ist die Ablation ein relativ sicheres Verfahren und jahrelang erprobt.
Dennoch rattert mein Kopfkino....generalisierte Angststörung halt

Danke für den Tipp mit dem HIT verträglichen Lokalanästhetikum.
Kannst du mir noch sagen, wie lange der Eingriff bei dir gedauert hat?
Die Ärztin meinte, es wäre sehr unterschiedlich. Zwischen einer 3/4 Stunde und 4 Stunden wäre alles möglich.

Ich hatte 2014 hier bei mir im KH schon einmal einen Termin zum Beratungsgespräch.
Damals meinte der Professor,der mich dort beraten hat, er sehe die größte Gefahr bei mir, dass so nah am AV Knoten abladiert werden müsse.
Wird dabei zu wenig abladiert, wäre die Leitungsbahn nach wie vor durchgängig und das Problem nicht behoben.
Wird jedoch zu viel abladiert, könnte der AV Knoten beschädigt werden und es wäre ein dauerhafter Herzschrittmacher nötig.
Diese Aussage von damals schwirrt mir halt immer noch im Kopf herum.

Aber "Rückzieher" gibt es nicht, da muss ich nun durch, auch wenn es schwer fällt.


Danke für deine hilfreichen Infols, liebes kopfloseshuhn



@koerperklaus

danke, dass du ebenfalls deine Erfahrungen bezüglich der Ablation mit mir geteilt hast.

Manchmal kann ich tatsächlich das Herzrasen durch ein Valsalva Manöver stoppen.
In der Regel gelingt mir das durch pressen, gelegentlich auch durch trinken von eiskaltem Wasser.
Oftmals hilft aber nichts und ich muss warten, bis es von selber wieder aufhört.
In der Klinik wurde es 1x durch die dortige Ärztin ebenfalls mit Carotisdruck gestoppt.

Die Ärztin beim Gespräch am Freitag im Herzzentrum in München machte mich auch darauf aufmerksam, dass ich ca. 3 Monate lang nach dem Eingriff Ar. 100 zur Blutverdünnung nehmen müsste.
Allerdings ist Ar. bei der HIT kontraindiziert.
Ich werde sehen, wie wir das Problem lösen können.
Das gelegentlich ein Rezidiv auftritt und eine erneute Ablation nötig wird, hatte sie ebenfalls kurz erwähnt, aber ich hoffe jetzt einfach mal auf etwas Glück.
Man steckt ja doch so viel Hoffnung in den Eingriff und da ist es sicherlich ein großer Rückschlag, wenn es dann nicht gleich bei der 1. Ablation gelingt.
Aber inzwischen bist du ja zum Glück deine unnütze 2. Leitungsbahn ebenfalls los.

Liebe Grüße und nochmals ein ganz herzliches Dankeschön an dich

siri

09.05.2017 06:19 • #11


purplepaperflow.


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Hallo siri,

da bin ich heute erst ganz neu auf dieses Forum gestoßen und schon springt mir dein Beitrag mit der AVNRT ins Auge!

Ich selbst hatte bis vor 9 Monaten ebenfalls mit dieser lästigen Herzrhythmusstörung zu tun und kann denke ich ziemlich gut nachvollziehen, wie du dich damit fühlst :/
Mir ging es nach der sehr schlimmen Anfangsphase, als es Anfang 2010 (damals war ich 16) erstmals auftrat, mehrere Jahre noch relativ gut damit, da meine Anfälle auch recht selten (alle 3-4 Monate) auftraten. Mit der Zeit wurden sie jedoch immer häufiger, vor allem ab Herbst/Winter 2014, was bei mir dazu führte, dass ich immer ängstlicher wurde und irgendwann eine ausgewachsene Herzphobie entwickelt hatte. Ich konnte irgendwann nichts mehr richtig genießen, da ich ständig in mich reingehorcht habe und Angst vor dem nächsten Anfall hatte - nicht mal mehr richtig ausgelassen über etwas freuen konnte ich mich aus Angst, dass dadurch ja mein Puls in die Höhe geht und wenn DANN noch ein Reentry-Anfall dazu käme, das war für mich die reinste Horrorvorstellung...
Nachdem es anfangs noch hieß, dass ich eine inadäquate Sinustachykardie hatte, hat man mir bei meinem neuen Kardiologen 2014 dann gesagt, dass es mehr nach einer AVNRT aussieht und ich begann mich mehr zu informieren.
Als die Anfälle dann immer und immer häufiger wurden beschloss ich Anfang letzten Jahres, dass ich mich Endes des Jahres 2016 schließlich doch abladieren lassen wollen würde - aber es kam dann nochmal anders: ich wollte eigentlich im August 2016 in den Urlaub fliegen, aber 2 Wochen vorher wurden meine Anfälle so schlimm und meine Panik davor, unter diesen Umständen in ein Flugzeug zu steigen, geschweigedenn in einem fremden Land zu sein, so groß, dass ich mich kurzerhand entschied, die Ablation direkt durchführen zu lassen.
Keine Woche später war ich dann schon im Krankenhaus - die Tage davor und vor allem die letzten Stunden vor dem Eingriff waren wirklich die Hölle. Ich hatte so eine große Angst wie noch nie zuvor in meinem Leben und hatte wirklich ununterbrochen Panik aus Angst, dass ich zu dem extrem geringen Prozentsatz gehöre, bei dem irgendetwas schiefgeht...
Aber was soll ich sagen: das war am 5. August 2016 - und ich hatte seitdem keinen einzigen Anfall mehr! Ich kann dir wirklich sagen, dass das einzige, was ich aktuell bereue die Tatsache ist, dass ich es nicht schon viel früher habe machen lassen - ich glaube dann wäre meine Herzphobie niemals so schlimm geworden, was sich sicherlich auch auf meine GAS-Symptomatik ausgewirkt hätte... Allerdings war ich vor dem Eingriff etwas naiv und dachte, dass ich was mein Herz betrifft nachdem man mir sagt, dass der Eingriff erfolgreich war, sofort entspannt sein würde, was sich als Fehler herausgestellt hat. Auch da spielt denke ich meine generalisierte Angst wieder mit rein, weil ich mich gerade in der Anfangszeit sehr auf die wenigen Prozent Risiko, dass es zurückkommen könnte, konzentriert habe, anstatt auf die über 98%-ige Erfolgschance.
Ich würde mich zwar noch lange nicht als angstfrei bezeichnen, was mein Herz betrifft, aber je mehr Zeit nach der Ablation vergeht, desto besser wird es - Mitte März hatte ich meinen Nachkontrolltermin und da habe ich quasi meinen "TÜV-Stempel Herzgesund" bekommen Seitdem ist es auch nochmal besser geworden!
Falls du noch irgendwelche Fragen hast stell sie mir gerne

Alles Liebe
purplepaperflower

11.05.2017 22:15 • x 2 #12


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Hi purple.
Ich musste grinsen bei deinem Post.
Dieses in sich hineinhorchen ist ja auch bei einer AVNRT echt bescheuert, oder? Ich meine, isst ja nicht so, dass man das spürt bevor siekommt. Also ob das was nützen würde. Wenn eine kommt dann kommt sie und dann merkt man sie deutlich. Dieses reinhorchen und dauernde Pulsfühlen (hab ich auch alles gemacht) ist echt bekloppt

Zitat:
nicht mal mehr richtig ausgelassen über etwas freuen konnte ich mich aus Angst, dass dadurch ja mein Puls in die Höhe geht und wenn DANN noch ein Reentry-Anfall dazu käme, das war für mich die reinste Horrorvorstellung...


War bei mir auch so. ist leider sogar immernoch so, dass ich nicht mehr so richtig anmeine Gefühle rankomme. Ich arbeite dran....
geht das bei dir schon wieder besser?

Ich hab auch immernoch Angst, dass es noch wieder kommen könnte manchmal falle ich der komischen Vorstellung anheim, dass die Puntierungsstellen wieder aufgehen könnten.
(Hab eine Bindegewebsschwäche und denke manchmal vielleicht ist das nun eine Sollbruchstelle) Total bescheuert.

Ich glaube, man glaubt das nicht so richtig, weil man ja nichts sieht. Klar an der leiste vielleicht aber sonst? Wennn einem ein Muttermal weggemacht wird, sieht man mehr *haha
ich glaube, dass es deswegen auch nochmal so irreal ist.

Ich hatte auch Megaangst. Schließlich basteln die einem da im Herzen rum. Ich hab sogar einen Abschiedsbrief für meinen Mann geschrieben. Für den fall, dass etwas entsetzlich schief läuft. *augenverdreh
Aber dennoch bin ich unendlich froh, all meinen Mut zusammengenommen zu haben.

@ Siri wegen dem Ar..... so eine Hit ist ja auch etwas sehr individuelles. Vielleicht verträgst du es ja? Es wäre ja einen Versuch wert, oder?
Ansonsten haben die bestimmt Alternativen.

Liebe Grüße allerseits

12.05.2017 07:16 • x 1 #13


siri

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Hallo liebe purplepaperflower,

ich freue mich sehr, dass du auf meinen Beitrag gestoßen bist und deine Erfahrungen bezgl. der AVNRT mit mir und anderen teilst.
Hab vielen, vielen lieben Dank dafür!

Mir geht es tatsächlich genauso. Die Angst vor einem Anfall ist immer präsent.
Habe ja sehr viele Extrasystolen und die sorgen bei mir in der Regel dafür, dass die AVNRT anspringt.
Bei jeder ES kommt sofort Panik auf, hoffentlich kein Anfall! Eine sehr belastende Situation.
GAS und AVNRT ist eine schlechte Kombination.
Aber wem sag ich das, du hast ja die Erfahrung selber schon gemacht.

Du hast mir angeboten, dir noch weitere Fragen stellen zu dürfen. Das würde ich sehr gerne tun.

In welcher Klinik hast du denn den Eingriff durchführen lassen?
Wie lange war dein stationärer Aufenthalt?
Hattest du die erste Zeit nach dem Eingriff verstärkt mit ES zu kämpfen? Meine Ärztin im DHZ München hatte dies nämlich angekündigt.
Wie lange dauerte deine Ablation?
Hattest du eine Sedierung?
Musstest du für einen bestimmten Zeitraum ASS100 zur Prophylaxe einnehmen? Geht ja bei mir wegen der Histaminintoleranz nicht.
Es scheint aber von Klinik zu Klinik unterschiedlich gehandhabt zu werden.

Fragen über Fragen, aber ich bin einfach aufgeregt und neugierig wie es bei anderen, die den Eingriff schon durchführen haben lassen, so war.
Wenngleich mir durchaus bewusst ist, dass es sehr unterschiedlich verlaufen kann....

Hab noch mal ganz lieben Dank für deinen ausführlichen Bericht.

Viele Grüße von siri

12.05.2017 07:51 • #14


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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Ach Siri. Stimmt darauf hatte ich noch nicht geantwortet. Bei mir hat das ganze etwa 2 Std gedauert. Aber inklusive Vorsorge und Nachsorge.
Mit den tausend Kabeln und Klebis dran machen und hinterher mit dem Druckverband.
So richtig lange dauert das wohl meistens nur, wenn der Entstehungsort nicht klar ist. Es gibt auch so ektope Herde die anfeuern können. Und die sitzen sonst wo. Da kann es dauern bis man die findet. bei einer AVNRT ist der Ort ja relativ eingrenzbar.

Außerdem.... falls sowas ein Problem für dich sein sollte: Mach dich darauf gefasst, dass man dich am Tisch festschnallt.
das war so für mich fast noch mit das schlimmste. Aber ich bin ja auch traumatisiert.

Nochmal Grüße

12.05.2017 07:56 • x 1 #15


siri

siri


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Hallo liebes kopfloseshuhn,

ja, das ewige Reinhorchen in den Körper, Puls tasten etc. kenne ich auch zu Genüge.
Macht die Angst leider nicht weniger, im Gegenteil.

Oh, dass mit dem Festschnallen finde ich jetzt auch nicht so gut, kann noch nicht einschätzen, wie mir das Behagen wird...

Ich weiss, dass viele bei einer Histaminintoleranz ganz unterschiedlich auf die verschiedensten Sachen reagieren.
Meine HIT ist allerdings sehr stark ausgeprägt und in der Vergangenheit habe ich sogar auf Ibu, was ja eigentlich verträglich sein soll, extrem reagiert.
Ich würde halt ungern nach so einem Eingriff, das Experimentieren anfangen.

Am Mittwoch hatte ich einen Termin bei einer Heilpraktikerin wegen einer Blockade in der HWS.
Sie ist auch auf Unverträglichkeiten und Allergien spezialisiert.
Ich habe ihr natürlich von meiner HIT erzählt und sie hat mir nun verschiedene Mittel zur Darmsanierung verordnet. Soll damit eine 4wöchige Kur durchführen.
Warte nur noch auf die Apotheken Lieferung, dann geht es los.
Bin gespannt. Einen Versuch ist es in jedem Fall wert.


Ganz liebe Grüße und einen tollen Tag

12.05.2017 08:00 • #16


purplepaperflow.


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@kopfloseshuhn

Ja, da hast du vollkommen Recht - irgendwann habe ich auch mal gecheckt: mit diesem ständigen in sich hinein horchen, Puls fühlen etc. gaukelt man sich selbst ja einfach nur Kontrolle vor. Aber genau genommen hat man die ja eh nicht - das Herz schlägt wie es will und selbst wenn es gerade rast, dann kann ich es dadurch, dass ich mir an die Halsschlagader fasse, ja auch nicht ändern... das hat eine Weile gedauert bis ich das mal realisiert habe
Zu deiner Frage: ja, inzwischen geht es mir was das betrifft zum Glück besser - ich habe mich Schritt für Schritt "gezwungen" wieder die Dinge zu machen, die mir Spaß machen - zu Anfang war ich da immer noch sehr mit einem Ohr bei meinem Puls, aber je mehr positive Erfahrungen ich mache, desto unbeschwerter werde ich auch wieder Inzwischen kann ich zum Beispiel wieder auf Konzerte gehen und richtig mitsingen/springen etc., ohne bei jeder Bewegung Angst vor der nächsten Extrasystole zu haben, die ja einen Reentry-Anfall auslösen könnte. Nur beim Sport bin ich da noch nicht ganz so unbeschwert, aber auch das wird langsam wieder.
Ich fand diese Vorstellung auch total schrecklich, dass da mit Strom etc. an meinem Herzen "herumexperimentiert" wird - aber ich würde es, sollte die blöde AVNRT irgendwann doch zurück kommen, ohne mit der Wimper zu zucken nochmal machen lassen!

@siri

Es freut mich, wenn dir mein Erfahrungsbericht ein bisschen helfen kann!
Natürlich darfst du mir gerne alle Fragen stellen die dir so einfallen.
Ich habe den Eingriff im CCB in Frankfurt am Main durchführen lassen - die haben ihre Rhythmologie und ihr Katheter-Labor im Markus-Krankenhaus und führen jedes Jahr mehrere Tausende EPUs und Ablationen durch. Ich habe mich schon beim Beratungsgespräch gut aufgehoben gefühlt und auch wenn ich die sehr bekannte Kerkhoff-Klinik in der Nähe habe, die einen sehr sehr guten Ruf hat, sah ich keinen Anlass es nicht dort machen zu lassen.
Ich war insgesamt 2 Nächte im Krankenhaus - freitags morgens um 8 Uhr hin, dann die Ablation und dann noch 2 Nächte zu Beobachtung dort. Sonntag früh gegen 9/10 Uhr durfte ich dann aber auch schon wieder nach Hause!
Ja, die ersten Wochen hatte ich vermehrte ES, wobei die sich inzwischen wirklich radikal reduziert haben. Man hört oft, dass es Leute gibt, die nach einer Ablation mehr ES haben als vorher, aber bei mir ist es genau andersrum - ich hatte subjektiv empfunden VOR der Ablation viel mehr ES als jetzt 9 Monate nach der Ablation und wenn ich hier und da mal welche habe, so fühlen sie sich meines Empfindens nach auch viel "weicher" an als vorher. Die ersten Zeit kurz nach der Ablation haben sie mich allerdings schon noch sehr verunsichert, da ich bei jeder ES das Gefühl hatte, dass gleich ein Anfall losgeht - es gab sogar ein paar Nächte, in denen ich wirklich aus dem Schlaf heraus leichte Panikattacken bekommen hatte aus Angst, dass es doch wiederkommt, wobei das weniger mit den ES zu tun hatte rückblickend sondern mehr damit, dass ich es fast schon "gewöhnt" war nachts Reentry-Anfälle zu bekommen, da die gerade die letzte Zeit vor der Ablation gerne mal nachts gegen 3/4 Uhr mitten aus dem Schlaf heraus kamen. Aber mit der Zeit wurden die ES dann auch wieder kontinuierlich weniger und jede ES OHNE Reentry-Anfall hinterher war bzw. ist ja auch immer wieder ein Erfolgserlebnis und spricht dafür, dass die Ablation so geklappt hat wie sie sollte!
Meine Ablation dauerte glaube ich so 70-90 Minuten, ich muss aber sagen dass ich nicht so das Zeitgefühl hatte an dem Tag
Ja, ich war zum Glück sediert und habe komplett gar nichts von dem Eingriff mitbekommen - da ich wirklich extrem ängstlich und nervös war hätte ich gerne schon beim Warten im Vorbereitungsraum, in dem ich vorher noch war, etwas bekommen, aber da meinten sie das könnte die Auslösbarkeit der AVNRT beeinträchtigen - als ich dann an der Reihe war sagte man mir, dass ich auf jeden Fall sediert werde und spätestens wenn sie anfangen zu veröden schlafen würde, aber ich war wirklich komplett weg - entweder war ich zwar wach, aber habe irgendein Zeug für eine retrograde Amnesie bekommen, sodass ich mich an nichts mehr erinnern konnte, oder aber ich habe wirklich die komplette Zeit geschlafen - das ist auf jeden Fall das was ich jetzt einfach mal behaupten würde wie es war.
Ich musste keine Blutverdünner einnehmen - ich weiß nicht ob es an meinem Alter liegt (zum Zeitpunkt des Eingriffs 23) oder auch daran, dass ich sonst keine Risikofaktoren für Thrombosen erfülle (rauche nicht, nehme nicht die Pille usw.), aber auch auf meine Nachfrage hin meinte man, dass das nicht nötig sei. Lediglich die zwei Tage im Krankenhaus, an denen ich wirklich fast nur gelegen habe, habe ich jeweils eine Thrombosespritze bekommen.

Ich hoffe ich bin auf alles eingegangen und habe nichts vergessen - wenn noch mehr Fragen kommen immer her damit!

12.05.2017 12:37 • x 1 #17


siri

siri


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liebe purplepaperflower,

hab vielen, vielen Dank für deinen Infos über die Ablation.

Ich glaube, ich bin nun schon ein wenig beruhigter, da ich gemerkt habe, dass es bei euch, die ihr mir so lieb auf meinen Beitrag geantwortet habt, relativ gut und komplikationsarm- / frei , verlaufen ist.

Liebe Grüße von siri

13.05.2017 08:07 • #18


kopfloseshuhn

kopfloseshuhn


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gerne doch.
Weißt du...ich hatte schon nach meiner erste AVNRT gegoogelt und beiträge überall gefunden über die ABlation und wie das war und so weiter und so fort.
Mann hatte ich da schiss. Aber ich hab damals schon gesagt, wenn die das je feststellen und das so wegzubekommen ist, mach ich das. Lieber als in Angst vor dem nächsten Anfall zu leben.

Es lohnt sich so so sehr.

13.05.2017 08:11 • x 1 #19


siri

siri


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Ja, du hast recht!

Trotz der großen Angst die ich vor dem Eingriff habe, sehe ich es dennoch als Chance an, dass krankhafte Herzrasen dadurch dauerhaft zu verlieren.
Eine andere Möglichkeit gibt es leider nicht.
Aber wieviele Krankheiten gibt es, bei denen die Option auf Heilung erst gar nicht gegeben ist! Von daher bin ich in gewisser Weise auch dankbar dafür, an einer meist gut therapierbaren Erkrankung zu leiden.

Hab einen gemütlichen Sonntagnachmittag, liebes kopfloseshuhn

14.05.2017 14:49 • #20




Mira Weyer

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